Full text: (Erstes Bändchen)

Auf jeden Fall immer ein Mensch, mehr ein Ge⸗ 
genstand des Mitleides als des Neides. 
Daß diese Meinung aus der Unwissenheit des⸗ 
senigen entstand, der statt der Juno immer Schat⸗ 
ten umarmte, versteht sich von selbst. 
O / uͤber den thoͤrichten Irrthum, die Poesie 
als einen Gegensatz zur Natur und dem wirklichen 
deben zu betrachten, sie, die doch nichts anders ist, 
als ein Einsammeln, eine fruchtbare Ernte der 
Zeiten, der Handlungen und der Dinge, verbun⸗ 
den mit, und aufbewahrt durch die Kunst, das 
will sagen, mit und durch Einsicht und Schoͤnheit, 
auf daß sie auf diese Weise den Sterblichen mehr 
zur Freude und zum Nutzen gereichen koͤnne. 
Wollte man sagen; daß die Handlungen und Din⸗ 
ge in der wirklichen Welt nicht so gefunden wuͤr⸗ 
den, als in den Werken des Dichters, muͤsste man 
auch dasselbe von dem Korne in des Bauern Scheu⸗ 
ne sagen, wo nun alle die reifen Aehren abge⸗ 
maͤht, ausgedroschen und gereinigt liegen, die 
noch vor Kurzem zerstreut auf dem Felde unter 
dem Unkraut emporwuchsen. So muͤsste man es 
auch dem unnatuͤrlichen Muͤller und Becker zum 
Vorwurf machen, daß sie die urspruͤnglich aͤchte
	        
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