Full text: (Erstes Bändchen)

Und Gott nimmt ihn in seinen heiligen 
Schutz. J 
Eben so kuͤhn im Mißgeschick, als milde und 
sanft im Gelingen. Stets erinnerte er sich der 
Wohlthaten seines Fuͤrsten mit Dankbarkeit, allein 
nie war er Courmacher der Großen, nie erkaufte 
er sich ihre Gunst durch jene dem freyen Manne 
ungeziemende Unterthaͤnigkeit. Bescheiden und an⸗ 
spruchlos saß et unter den Ersten des Landes, und 
jeder fuͤhlte tief sein Uebergewicht. 
Und betrachten wir nun Luthern zu Hause 
an seinem eigenen Tische! Wie finden wir ihn 
hiet? Vielleicht stumm, verdrießlich, stolz, laͤcher⸗ 
lich, gedankenlos? Oder bitter und strenge, wie 
oft Gelehrte, wenn sie Anderer Umgang suchen? 
Nichts weniger! Hier hatte er sich die Lebens⸗ 
weise des lebendigen achtbaren Buͤrgerstandes zum 
Muster genommen. Hier leerte er oft beym mun⸗ 
teren Gelag den schoͤnen Krystallbecher, den ihm 
sein Kurfurst verehrte, und sang so recht von gan⸗ 
zem Herzen vergnuͤgt, auf einfache, gutmuͤthige 
Meistersangerweise: „Wer nicht liebt Wein, 
Weib und Gesang, der bleibt ein Narr sein Lebelang.“ 
Er befreyete die edle Catharine Bora aus
	        
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