Full text: (Erstes Bändchen)

* 
Mit gleichem Gefuͤhl gedenkt der Bildhauer 
seines Phydias, der Malet seines Raphaels, und 
der Musiker seines Mozurts. Jeder Liebende 
traͤgt das Bild des theuren Gegenstandes suͤß 
eingepraͤgt in seiner Seele; und sezt seine hoͤchste 
Gluͤckseligkeit darein, ihm eifrig nachzustreben, es 
zu erreichen, oder ihm zu gleichen, er sey Juͤng⸗ 
ling oder Mann, Krieger oder Gelehrter, Buͤrger 
oder Kuͤnstler. Viele solche Beyspiele finden wir in 
großen bewunderungswuͤrdigen Gelehrten; wer aber 
leuchtet uns wohl mit einem schoͤnerem Exempel vor, 
welchen kuͤhneren, weiseren, liebenswuͤrdigeren, und 
allen Herzen theureren Helden aber koͤnnen wir 
zum Schutzgeist und Vorbild unserer Universitaͤt 
besset waͤhlen, als Martin Luther! Der Mann, 
in dem alle Gelehrsamkeit mit allen Tugenden 
verbunden war; und in dessen Leben, wie in ei⸗ 
nem klaren Spiegel, wir Anweisungen und Winke 
finden koͤnnen, um in jedem Verhaͤltniß edel und 
herrlich zu leben. Ja wahrlich! in jedem Capi⸗ 
tel vom Buche seines Lebens begegnet uns eine 
That, die zu Aufmerng und wuͤrdiger Nach⸗ 
ahmung dienen kann. 
So findest schon du, armes Kind, das 
gece⸗
	        
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