Full text: (Erstes Bändchen)

Zum Schluß steigen die großen Dichtergebilde 
des Vaterlandes in unsere Phantasie empor. Hol⸗ 
berg und Ewald! Welche Verschiedenheit zwi⸗ 
schen diesen Maͤnnern, sowohl in ihrem Leben als 
in ihren Werken. Der Erste glich Moliere, der 
Andere Schiller. Aber Schiller, der lange nach 
Ewald bluͤhte, kannte nicht den ausgezeichneten 
munteren Daͤnen; Holberg dagegen war ein freier 
und genialer Nachbilder Molieres, grade so wie die⸗ 
set den Plautus und das italienische Theater be⸗ 
nuzt hatte. Genoß nun Moliere die Ehre, der Stif⸗ 
ter des neuen Lustspiels zu seyn, so zeigte wahrlich 
Holberg nicht weniger Originalitaͤt und Kuͤhnheit. 
Seine Stuͤcke sind oft besser componirt und zeich⸗ 
nen sich nicht minder durch glaͤnzenden Witz aus. 
Zwar schrieb er seine Stuͤcke nicht in Alexandrinern, 
aber in seinen komischen Epopeen Peter Paers (ein 
Gedicht, welches bey weitem Boileaus Lutrin uͤber⸗ 
trifft) zeigte er, daß er Verse machen konnte, wenn 
es seyn mußte, und daß er im Lustspiel die Prosa 
nicht gebrauchte, weil es ihm schwer gewesen waͤre 
zu reimen, sondern weil er glaubte, in der unge— 
bundener Rede die Charaktere natürlicher zeichnen, 
uud sich mehr der natuͤrlichen Sprache naͤhern zu
	        
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