Full text: Newspaper volume (1942, Bd. 1)

135. Jahrgang 
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135. Jahrgang 
Llmbesssitulm 
Renösburyer Tageblatt 
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Hc.15 
Montag, den 19. Januar 
1942 
Vergebliche Hoffnung der Kriegshetzer 
Die Lüge als Kampfmittel -es Judentums 
DNB. Berlin, 17. Jan. Die Britische Ad 
miralität glaubt die Berichterstattung der 
Achsenmächte über den Seekrieg durch die 
Behauptung Lügen strafen zu können, daß 
das deutsche und das italienische Oberkom 
mando seit Kriegsbeginn bis zum 31. De 
zember 1941 die Versenkung folgender bri 
tischer Kriegsschiffe bekanntgegeben hätten: 
44 Schlachtschiffe, 20 Flugzeugträger, 158 
Kreuzer, 183 Zerstörer, 95 Unterseeboote. 
Demgegenüber wird amtlich sestgestellt, 
-aß vom deutsch. Oberkommando 2 Schlacht 
schisse, 4 Flugzeugträger, 17 Kreuzer, 82 
Zerstörer, 47 Unterseeboote, vom italieni 
schen Oberkommando 1 Schlachtschiff sals 
wahrscheinlich), 11 Kreuzer, 18 Zerstörer, 
42 Unterseeboote als versenkt gemeldet 
wurden. 
* 
Die Kriegshetzer sind in der Methodik 
ihrer Kriegführung keineswegs originell, sie 
greifen immer wieder auf die alten Metho 
den des Weltkrieges 1914/18 zurück. Schon 
damals war die Lüge für sie eine wichtige 
Waffe, wie Churchill, seinerzeit Erster 
Lord der Admiralität, in seinen Erinnerun 
gen offen zugegeben hat. Diese Churchillsche 
Lügenpolitik haben wir bald umfangreicher, 
bald schwächer auch im Verlauf des jetzigen 
Krieges immer wieder kennengelernt. Be 
sonders wenn keine anderen Erfolge zu ver 
zeichnen oder Rückschläge sich auf die Stim 
mung des eigenen Volkes auszuwirken be 
gannen, mußte die Lüge als Kampfmittel 
stark herhalten. So auch jetzt wieder. Chur 
chill ist von seinem Befehlsempfang in Wa 
shington nach London zurückgekehrt. Er fin 
det nicht nur das englische Volk, sondern auch 
die politischen Kreise und Parteien in großer 
Erregung über die anhaltenden Niederlagen 
in Ostasien. In Washington konnte man 
einen Ausweg aus der schwierigen Lage nicht 
finden, und wir sind daher nicht überrascht, 
-aß nunmehr eine gewaltige Lügenkampagne 
entfacht wurde, die den klaren Blick der Völ 
ker vernebeln soll. 
Es fing schon an während der Winter 
sachensammlung des deutschen Volkes. Man 
hat sich dabei gründlich blamiert, denn die 
deutschen Zahlen des Gemeinschaftswillcns 
sind die beste Dementierung aller Lügen 
meldungen. Aber in London und Washing 
ton bleibt man doch dabei. Man arbeitet mit 
allen Mitteln, man veröffentlicht u. a. so 
gar eine Karte von Berlin, in der an acht 
Punkten die Aufstellung von Kanonen und 
Maschinengewehren verzeichnet ist zur Nie- 
berhaltung „revolutionärer Unruhen". Man 
lügt, daß 25 000 deutsche Offiziere von den 
„Nazis" in Rußland erschossen wurden, man 
lügt weiter, daß mehr als 1000 deutsche 
Transportschiffe in norwegischen Häsen in 
die Luft gesprengt worden sind, und man 
versucht, die wahrheitsgetreue Berichterstat 
tung der deutschen Wehrmachtberichte in 
Zweifel zu ziehen. Beim deutschen Volk, das 
wissen wir, haben solche Lügen der Kriegs 
hetzer keine Wirkung. Gewiß, auch wir trei 
ben Propaganda. Mit Hilfe der Propagan 
da, aber nicht nur mit ihr allein, ist die 
nationalsozialistische Bewegung groß und 
mächtig geworden. Diese Propaganda war 
aber immer eine Verkündung von Wahr 
heiten, und nur wenn die Wahrheit die 
Grundlage der Propaganda bildet, kan« sie 
auch auf die Dauer wirksam sein. Das be 
deutet nicht, daß militärische Geheimnisse 
preisgegeben werden oder militärische und 
politische Vorbereitungen und Erfolge vor 
zeitig dem Feinde zur Kenntnis kommen. 
Das bedeutet, daß man in der Haltung ehr 
lich und aufrichtig ist und nicht etwas mit 
teilt, was im Verlauf weniger Stunden 
oder Tage durch die Wirklichkeit selbst de 
mentiert wird. 
Seit Beginn des Krieges verkündet man 
kn gewissen Zeitabständen auf der Gegen 
seite den nahe bevorstehenden Zusammen 
bruch der Hitler-Regierung. Man lügt 
eigene militärische Erfolge zusammen, die 
doch weiter nichts waren als „glorreiche" 
Rückzüge. Man verfälscht die Wahrheit, in 
dem man die bluttriefenden bolschewisti 
schen Mörderbanüen zu reinen Engeln ma 
chen will, trotzdem man früher sich nicht ge 
nug entrüsten konnte über die Priesterver 
folgung der Sowjets und über das grauen 
hafte Massenmorden des blutrünstigen Sta 
lins. Die Völker sind nicht mehr dieselben 
von 1914-18, sie haben das Wirken der Lüge 
fast alle am eigenen Leibe verspürt, haben 
das offene Eingeständnis der Lüge als 
Waffe der Demokratie aus dem Munde der 
demokratischen Politiker gehört und sind 
heute vorsichtig geworden diesem Gift ge 
genüber. 
Wir haben in unseren Wehrmachtberich 
ten immer wieder eine vorsichtige Zurück 
haltung feststellen können und wissen, daß 
man lieber eine Erfolgsmeldung über 
haupt nicht oder erst später brachte, wenn 
nicht von vornherein eine hundertprozenti 
ge Bestätigung vorlag. Wir werten daher 
die ganze Lügenkampagne der Kriegshetzer 
auch anders, als ei« Zeichen der Schwäche 
auf der Gegenseite. Wobei wir uns davor 
hüten, diese augenblicklich zutage tretende 
Schwäche als Zeichen eines bevorstehenden 
Zusammenbruchs anzusehen. Wir denken 
nicht daran, unsere Gegner zu unter 
schätzen, aber wir wissen auch, daß uns der 
Sieg sicher ist, wenn wir auf unsere Kraft 
vertrauen. Der größte Krastquell unserer 
Nation aber liegt in dem geschlossenen Ein- 
satzwrllen und in dem unbedingten Ver 
trauen aus den Führer. Er hat so oft schon 
vor schweren Fragen gestanden und sie 
schließlich doch gemeistert. Seine überra 
gende Führerpersönlichkeit fand immer im 
rechten Augenblick auch das rechte Mittel, 
um den Weg zum Siege sich zu bahnen. 
Wenn wir an die Geschichte der Bewegung 
denken, zum Beispiel an den Wahlkampf 
in Lippe im Januar 1932, dann wissen wir, 
daß der härteste Kampf uns zugleich auch 
den schönsten Sieg brachte. 
Einer Lüge ist das deutsche Volk einmal 
zum Opfer gefallen. Das war, als man dem 
Wort eines USA.-Präsidenten Glauben zu 
schenken bereit war. Seit der Zeit weiß das 
deutsche Volk, daß es keinem Fremden mehr 
trauen darf, noch dazu, wenn sie ganz of 
fenkundig als Vertreter des Judentums 
auftreten. Heute gehört unser fanatischer 
Glaube einzig und allein unserem Führer. 
Er ist von der göttlichen Vorsehung dazu 
bestimmt, seinem Volk die Freiheit und eine 
glückliche Zukunst zu erkämpfen. Kein Ein 
satz darf uns zu groß, kein Opser zu schwer 
sein. Schon find mit uns andere Völker aus 
gebrochen aus diesem Weg in die Freiheit. 
Weil wir einen gerechten Kampf kämpfen 
und weil wir fest find in dem Glauben, 
werden wir an der Seite unserer Vundes- 
genosien diesen Kamps erfolgreich beenden. 
Der gerechte Gott aber wird unseren Sieg 
segne». , -2s 
* * * 
Ser englische Nervenkrieg gegen 
die Türkei 
ol B u k a r e st, 19. Januar. 
Drahtbericht unseres Korrespondenten 
Die in den letzten Tagen verbreiteten 
Gerüchte, daß die englischen Staatsangehöri 
gen in der Türkei von ihren Konsulaten 
aufgefordert seien, die Türkei spätestens in 
nerhalb vier Wochen zu verlassen, werden 
in einer Meldung der Agentur „Telegraph 
Orient" aus Istanbul bestätigt. Eine solche 
„dringende Weisung" sei tatsächlich erfolgt. 
Man beginne bereits ihr Folge zu leisten. 
Stukas rmterMen die Infanterie 
DNB , 17. Januar. (Kriegsberichter 
Hermann Bernick.) Jetzt sind wir wieder in 
unseren Erdbunkern drin, die wir vor drei 
Tagen ausräuchern mußten, weil der feind 
liche Druck zu stark war und die Kompanie 
um zwei Kilometer bis an den Waldrand 
zurückgehen mußte. Diese zwei Kilometer 
haben unseren jungen Infanteristen schwer 
auf der Seele gelegen. Als es zurückging, 
kam kein Wort aus ihren roten, dickgefrore 
nen Gesichtern. Erst als sie sich am Wald 
rand festgesetzt hatten, war wieder die alte, 
klare Sachlichkeit in ihrer Sprache. 48 Stun 
den lang haben sie dann auf dem verschnei 
ten Waldbode« gelegen und einen zähen 
Kampf um den Besitz der ersten Bäume mit 
den aus ihren sicheren Stellungen ununter 
brochen angreifenden Bolschewisten geführt. 
Es war so kalt, daß sie sich die Haut von den 
bloßen Händen rissen, wenn ste damit die 
Gewehrläuse berührten. Der Schneestnrm 
stand von morgens bis abends wie ein wo 
gender Schleier über dem Vorfeld, das sich 
weiß gegen den schwarzgrauen Winterhim- 
mel abhob. Er hatte das schwarze Gerippe 
eines zerschossenen Lkws bloßgefegt, das 
bisher den Essenträgern als Wegweiser in 
unsere aufgegebene Stellung gedient hatte. 
„Es darf keiner in den Wald rein, keiner", 
hatte der junge Leutnant, der die Kompa 
nie bis zu seiner Verwundung führte, 
immer wieder gesagt. Und so wurden die 
dunklen Flecke auf dem freien Feld von 
Stunde zu Stunde zahlreicher, und auch 
zwischen den vordersten Bäumen lagen tote 
Bolschewisten, die wie gestürzte Gipsfigu 
ren ihre steifgefrorenen Hände ans dem 
Schnee reckten. 
Jeder einzelne war sich in diesen Stun 
den darüber klar, daß diese Stellung jetzt 
um jeden Preis gehalten werden müßte, 
bis Verstärkung kam. Aber wenn der Feind 
in immer neuen Wellen wieder angriff, 
und wenn sie den immer höher wachsenden 
Schnee zwischen den Bäumen hinter sich 
sahen, dachte wohl mancher, daß er hier in 
der Einsamkeit des großen Waldes seine 
schwerste Pflicht zu erfüllen habe, bevor 
aus der Weite des schneevermehten Rau 
mes neue Kräste herangeführt werden 
könnten. Und so kämpften diese jungen 
Infanteristen mit dem stillen Fanatismus 
von Soldaten, die auf verlorenem Posten 
au den Sieg denken und ihr Leben teuer 
verkausen wollen. 
Und dann war am Morgen des dritten 
Tages plötzlich dieses Helle Singen über 
dem Walde, auf das die Infanteristen zu 
erst wie aus das Zeichen einer neuen Ge 
fahr achteten, weil sie nicht gleich glauben 
konnten, daß es — unsere Stukas waren! 
Erst als die Staffel^ über den Waldrand 
hinauskam und über den feindlichen Stel 
lungen kreiste, stieg den Infanteristen eine 
Freude in die Kehle, daß sie kräftig schluk- 
ken mußten. „Mensch, Mensch..", murmelte 
nur immer ein junger Unteroffizier mit 
rotblondem Bollbart. Und derMG.-Schütze, 
der neben ihm stand, pfiff scharf durch die 
Zähne, weil er nichts anderes sagen konnte. 
So fing der Tag an. Und dann kamen 
die Kameraden vom Troß und erzählten, 
daß ganze Bataillone schon auf dem Marsch 
vorne seien. „Sakara, jetzt machst 
mi verrückt", sagte ein kleiner Schwabe 
und zog schnell an seiner kalten Pfeife. „Na, 
dann kommen wir wohl heute nacht wieder 
nach Hause", meinte ein anderer Kamerad, 
und blickte nach vorne zu der alten Stellung 
rüber. 
In hiesigen politischen Kreisen wird dazu 
bemerkt, daß diese Aufforderung der briti 
schen Konsulatsbehörden zweifellos wieder 
ein Kapitel jenes Nervenkrieges darstelle, 
den London jetzt mit allen erdenklichen Pro 
pagandamitteln gegen die Türkei führe. 
Der Premierminister der britischen Ko 
lonie Burma, Saw, der bekanntlich Anfang 
November in London weilte, und dort die 
Gewährung des Dominien-Statuts für sein 
Land forderte, ist von den Engländern ver 
haftet worden. 
Malta hat, wie der englische Nachrichten 
dienst mitteilt, in den letzten fünf Wochen 
200 Luftangriffe erlebt. Seit Beginn des 
Krieges ist Malta 1200 mal angegriffen wor 
den. 
MMittkonvenlion 
zwischen Deutschland, Italien und Japan 
unterzeichnet. 
DNB. Berlin, 18. Jan. I« Berlin ist 
heute eine Militärkonveution zwischen 
Deutschland, Italien und Japan unterzeich 
net worden, welche die Richtlinien der ge 
meinsamen Operationen gegen die gemein 
samen Gegner festgelegt hat. 
Für Deutschland unterzeichnete der Chef 
des Oberkommandos der Wehrniacht, für 
Italien ein Bevollmächtigter des Oberkom 
mandos der italienischen Wehrmacht, für Ja 
pan ein Bevollmächtigter des Chefs des Ge 
neralstabes des japanischen Heeres und ein 
Bevollmächtigter des Chefs des Aömiralsta- 
bes der japanischen Marine. 
Eichenlaub zum Ritterkreuz 
DNB. Aus dem Führeryauptquartier. 18. 
Januar. Der Führer und Oberste Befehls 
haber der Wehrmacht hat dem Oberstleut 
nant H i tz f e l d, Kommandeur eines In 
fanterie-Regiments, am 17. Januar das 
Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen 
Kreuzes verliehen und an ihn nachstehendes 
Telegramm gesandt: 
„In dankbarer Würdigung Ihres helden 
haften Einsatzes im Kamps für die Zukunft 
unseres Volkes verleihe ich Ihnen als 85. 
Soldaten der deutschen Wehrmacht das Ei 
chenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen 
Kreuzes. A d o l s H i t l e r." 
Das Eichenlaub an sechs tapfere 
Sffiziere verliehen 
DNB. Aus dem Führerhauptquartier, d. 
17. Jan. Der Führer und Oberste Befehls 
haber der Wehrmacht hat nachstehenden Of 
fizieren das Eichenlaub zum Ritterkreuz des 
Eisernen Kreuzes verliehen: 
Oberst Jordan, Kommandeur eines 
Infanterie-Regiments, als 59. Soldaten 
der Wehrmacht, 
Oberst Specht, Komandeur eines In 
fanterie-Regiments, als 60. Soldaten der 
deutschen Wehrmacht, 
Major Frhr. von Wolfs, Bataillons 
kommandeur in einem Schützen-Regiment, 
als 81. Soldaten der deutsche» Wehrmacht, 
Generalmajor Hube, Kommandeur 
einer Panzer-Diviston, als 82. Soldaten der 
deutschen Wehrmacht, 
Oberleutnant N o a k, Kompaniechef in 
einer Panzerjäger-Abteilung, als 63. Sol 
daten der deutschen Wehrmacht, 
Hauptmann Helbig, Staffelkapitän in 
einem Kampfgeschwader, als 64. Soldaten 
der deutschen Wehrmacht. 
Die Beliehenen erhielten folgendes Te 
legramm des Führers: 
„In dankbarer Würdigung ihres helden 
haften Einsatzes im Kampf für die Zukunst 
unseres Volkes verleihe ich Ihnen das 
Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eiserne« 
Kreuzes. Adolf Hitler."
	        
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