Full text: Newspaper volume (1942, Bd. 1)

135. Jahrgang 
135. Jahrgang 
Schleswiģ-HollìeLnijchL 
EsnhŞZOķtUN 
Renüsbrrrger Tageblatt 
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Nr. 75 
Nlonļag, den 36. Nlärz 
1842 
Die mißlungene britische Landung 
Churchill, -er verhinderte Stratege 
Reirlfall auch irr seinem Propagandafeldzug zur Beunruhigung der Türkei — Cine Woche militärischer Erfolge der Dreierpaktmächte 
Der Sowjetdruck auf London, den Maisky 
im Aufträge Stalins ausgeübt hat, hatte 
eine prompte Wirkung. Angesichts der da 
durch geschürten britischen Volksstimmung 
hat Churchill sich wieder einmal als großer 
Stratege betätigt und eine Aktion gestartet, 
die von vornherein zum Scheitern verur 
teilt war. Wir meinen das mißglückte Lan- 
dnngsmanöver bei St. Nazaire an der fran 
zösischen Biskaya-Küste. Der große Auf 
wand an Schiffen und Streitkrästen hat sich 
nicht gelohnt, der einzige Erfolg, den Chur 
chill feststellen konnte, ist, daß er jetzt dar 
über unterrichtet ist, daß die deutsche Wehr 
macht an der ganzen Küste vom Nordkap 
bis zur Biskaya immer empfangsbereit ist. 
Jetzt und in Zukunft stehen deutsche „Ber- 
hastungskommanöos" bereit, um allen bri 
tischen Jnvasionsversuchen begegnen zu 
können. In der europäischen Presse wird 
die Maisky-Offensive als eine schwere Nie 
derlage bezeichnet, die auch Stalin die Augen 
darüber öffnen muß, daß er eine Ent 
lastungsoffensive der mit ihm verbünde 
ten Kriegshetzer nicht zu erwarten hat, da 
Möglichkeiten hierzu fehlen. 
Welche großen Hoffnungen Churchill au 
diesen Landungsversuch gesetzt hatte, geht 
aus der Propaganda hervor, mit der man 
den Fall jetzt abzutun versucht. Auf das 
Schlußkommunique dieses „siegreichen" Un 
ternehmens wird man in England lange 
warten müssen. In den USA. ist man aller 
dings auf die britische Propaganda herein 
gefallen und berichtet in größten Schlag 
zeilen von dem „gelungenen" Angriff, wäh 
rend die Londoner Presse sich bereits auf 
dem Rückzug befindet. Hieß es erst noch, 
die englischen Kräfte wären „wohlbehalten" 
zurückgekehrt, so meldet Globereuter am 
29. März, daß eine Anzahl von Truppen, 
die an dem Ueberfall teilnahmen und ver 
wundet wurden, am Sonntag in einem 
britischen Hasen an Land gesetzt wurden. 
Viele der Männer seien schwer verletzt, also 
alles andere als wohlbehalten. Betrachtet 
man die britischen Meldungen mit nüchter 
nem Blick, so unterstreichen auch sie die 
deutschen Feststellungen, daß Churchills 
Marsky-Attacke vollkommen gescheitert ist. 
Churchills Propagandalügen haben noch 
immer kurze Beine gehabt. So auch sein 
Versuch, die Türkei durch Panikmeldnngen 
zu beunruhigen. In der Zeit vom 21. bis 
27. Mürz hatte die britische Propaganda in 
verschiedenen Meldungen von einem Mas 
sieren deutsch-bulgarischer Truppen an der 
türkischen Grenze gesprochen. Sogar der 
Geschäftsträger der britischen Gesandtschaft 
in Tschungking hatte darauf hingewiesen, 
daß die Türkei mit einer Invasion rechne. 
Den Briten ist wohl selbst schwül gewor 
den bei ihren Panikmeldungen, denn selbst 
Reuter mußte am 28. März dementieren 
und mitteilen, daß die Informationen 
über deutsch-bulgarische Truppenkonzen 
trationen nicht zuträfen. Türkische Militär 
kreise hätten darauf hingewiesen, daß die 
Bulgaren im Gegenteil nach ihren Jnfor- 
mqtionen nur sechs Divisionen an der 
Grenze hätten gegen zwölf vor sechs Mo 
naten. Sicher hat man in Ankara Wert dar 
auf gelegt, daß das britische Lügengebäude 
in sich zusammenbricht, denn die Beziehun 
gen zwischen der Türkei und Bulgarien 
sind auch weiterhin freundschaftlich gehal 
ten. 
Die abgelaufene Woche hat Deutschland 
und seine Verbündeten an alle» Fronten 
erfolgreich gesehen. In Nordasrika blieben 
die deutsch-italienischen Verbände den sich 
ostwärts Maturba zurückziehenden Briten 
auf den Fersen und fügten ihren nach Sü 
den ausweichenden Kolonnen schwere Ver- 
luste zu. 54 britische Flugzeuge wurden 
zerstört. Besonders schwer traf die Briten 
die Zerstörung ihres Geleitzuges und die 
Vernichtung oder schwere Beschädigung 
zahlreicher Kriegsschiffe. An der Ostfront 
standen die Kampfhandlungen im Zeichen 
hartnäckiger Angriffsversuche der Bolsche 
wisten, doch ist es ihnen an keiner Stelle 
gelungen, die Front zu durchbrechen. Die 
deutsche Luftwaffe ist sehr aktiv gewesen und 
hat die Verbünde des Heeres wirkungsvoll 
unterstützt. Die Verluste der Bolschewisten 
an Menschen und Panzern sind beträchtlich 
gewesen. Allein am 27. März verloren sie 
31 Panzer. Harte Kämpfe haben im Gebiet 
des Jlmensees stattgefunden. Ein örtlicher 
bolschewistischer Einbruch konnte im Gegen 
stoß bereinigt werden. Wie aus den Aus 
sagen eines desertierten Sowjetosfiziers 
hervorgeht, ist die Stimmung bei den bol 
schewistischen Soldaten stark gesunken. Es 
wurden neue Kommissare ernannt, deren 
Qualität aber außerordentlich gering sei, 
da, wie der bolschewistische Offizier aus 
sagte, auch notorische Dummköpfe zu Kom 
missaren gemacht würden, denen es kaum 
gelingen dürfte, die Stimmung der Sol 
daten aufzupulvern, da man überzeugt sei, 
daß die sowjetischen Truppen nicht in der 
Lage seien, der kommenden deutschen Of 
fensive Widerstand zu leisten. 
Im Kampf gegen die Versorgungsschiff 
fahrt hatten die deutschen U-Boote wieder 
um große Erfolge. Vor allem wurde die 
feindliche Tankerflotte wieder empfindlich 
getroffen. Bezeichnend für die Stimmung in 
England ist eine Rede des Ersten Lords der 
Admiralität, Alexander, der u. a. er 
klärte, die britische Marine mache eine Zeit 
großer Schwierigkeiten, großer Belastungen 
und ungeheurer Anspannungen durch. Er 
befürchte, daß sich die Oessentlichkeit über die 
großen Gefahre« nicht klar sei, in der Eng 
land zur Zeit schwebe. Die anhaltende Ver 
senkung feindlicher Handelsschiffe wirkt sich 
besonders auch auf die Hilfe für die Sow 
jets aus, die nach Ansicht einer USA.-Zei- 
tung schlimm zurückgeblieben sei. Diese 
Sowjet-Hilfe sei aber dringend, denn Ruß 
land stehe zwischen Deutschland und Japan. 
Eine Verbindung zwischen den beiden Na 
tionen bedeute, daß sie eine vollständige 
Autarkie an Rohstoffen und überdies innere 
Verbindungslinien besitzen würden. In sei 
ner Schwarzmalerei geht das USA.-Blatt 
sehr weit, aber es unterstreicht doch die Be 
deutung, die die Bolschewisten für die stra 
tegische Planung der Kriegshetzer haben. 
Ein Zusammenbruch der Ostfront würde 
bedeuten, daß einer der wichtigsten Pfeiler 
in der Strategie der Kriegshetzer ausfällt. 
Denn aus anderen Kriegsschauplätzen sind 
ihre Hoffnungen noch weit geringer. 
Aus Afrika und dem mittleren Osten 
mußte man die australischen Truppen ab 
ziehen lassen, da dies die einzige praktische 
Hilfe ist, die man Australien zukommen 
lassen kann. Im Indischen Ozean stoßen 
japanische Streitkräfte immer weiter vor 
auf die Lebenslinien Englands, während 
die politische Beunruhigung der von den 
Engländern unterdrückten Völker noch stän 
dig zunimmt. Das Beispiel, das die Briten 
im Iran geben, wirkt sich verheerend aus. 
Man hat hier den Bolschewisten fast voll 
kommen freie Hand gelassen, und selbst in 
Indien hat Cripps bei seinen Besprechun 
gen die Kommunisten eingeschaltet, trotz 
dem die Partei an sich verboten ist. Man 
sieht, daß Churchill in seiner Not auch zu den 
verzweifeltsten Mitteln greift. Helfen aber 
werden sie ihm nicht mehr 
Wie -er britische LandungsversuH 
zerschlagen Wurde 
DNV. Berlin, 28. März. Zu der Zerschla 
gung des britischen Landungsversuches in 
St. Nazaire teilt das Oberkommando der 
Wehrmacht die folgenden Einzelheiten mit: 
Am 28. 3., kurz nach Mitternacht, über 
flogen feindliche Flugzeuge in mehreren 
Wellen den Raum von St. Nazaire und 
warfen einige Bomben ab, die keinen Scha 
den anrichteten. Die Einflüge sollten offen 
sichtlich die Aufmerksamkeit der Küstenver 
teidigung von der See ablenken. Noch wäh 
rend die Flak die Flieger beschoß, versuchten 
leichte britische Seestreitkräfte in die Loire- 
Mündung einzudringen, wurden aber von 
den Marincbatterien entdeckt und unter 
wirksames Feuer genommen. Der Feind 
hätte seinen Plan nach dem Beispiel des 
Kartendienst Zander, SM- 
Zeebrügge-Uuternehmens des Weltkrieges 
angelegt, das ebenfalls gegen einen deut 
schen U-Boot-Stützpnnkt gerichtet war und 
ebenfalls seinen Zweck verfehlte. Der Ab 
lauf der Ereignisse vollzog sich in großer 
Geschwindigkeit. Während Schnell- und 
Sturmboote verschiedenen Punkten der 
Küste zustrebten, nahm ein Zerstörer Kurs 
auf das Schleusentor. Die Martnebatterien 
verteilten das Feuer auf die Ziele. Mit un 
geheurer Explosion flog der Zerstörer vor 
dem Erreichen der Schleuse in die Luft. Aus 
den Trümmern wurde festgestellt, daß es 
ein alter amerikanischer Zerstörer war, der 
seinerzeit mit anderen USA.-Zerstörern im 
Austausch gegen Stützpunkte an die briti 
sche Marine abgetreten und jetzt, mit 
Sprengstoff beladen, eingesetzt war. Im 
Feuer der Küstenbatterien gingen fast 
gleichzeitig an verschiedenen Stellen der 
Bucht Torpedoboote, Schnellboote und 
Sturmboote unter. 
Bei dem massierten Einsatz gelang es 
einigen feindlichen Booten, Truppen an 
Land zu bringen. Sie würden durch sofort 
einsetzende Angriffe, an denen sich Verbände 
aller drei Wehrmachtteile beteiligten, zer 
sprengt und flüchteten sich, vom Rückweg 
abgeschnitten, in kleinen Gruppen in um 
liegende Häuser. Eine konzentrische Säube 
rungsaktion vernichtete die zersprengten 
Gruppen, die sich teilweise geschlossen er 
gaben. In kurzer Zeit war die Ruhe in der 
Stadt und im Hafengebiet wieder herge 
stellt. Alle Angriffe waren abgeschlagen und 
die feindlichen Landungstruppen aufgerie 
ben. 
In Verfolgung des mit wenigen Einhei- 
Em neuer großer Erfolg 
unserer A-Noole 
DNB. Aus dem Führerhauptquartier, 29. 
März. Das Oberkommando der Wehrmacht 
gibt bekannt: 
Im Kampf gegen die britische und ameri 
kanische Versorgungsschissahrt erzielten 
deutsche Unterseeboote neue große Erfolge. 
Sie versenkten im Nordatlantik und vor der 
amerikanischen Küste 16 feindliche Handels 
schiffe mit 116 600 BRT., darunter acht große 
Tanker mit 73 900 BRT. 
ten fliehenden Feindes stießen deutsche Tor 
pedoboote vor der Loire-Mündung nach und 
trafen bei Hellweröen auf einen überlege 
nen britischen Zerstörerverband, den der 
Feind dort auf Wartestellung gelegt hatte. 
Statt zurückkehrender britischer Schnell 
boote liefen deutsche Torpedoboote mit hoher 
Fahrt auf die britischen Zerstörer, eröffne 
ten das Artillerieseuer und setzten im Pas 
siergefecht zum Torpedoangrifs an. Obwohl 
die feindliche Zerstörergruppe sich einnebel 
te, bot sie unseren angreifenden Booten ein 
klares Ziel und konnte den Torpedos nur 
teilweise ausweichen. Fünf Torpeöotreffer 
wurden» erzielt. Fünf starke Detonationen 
hallten über die See, deren Explosionen die 
Nebelwand verstärkten. Hinter ihrem 
Schutze ergriff der Rest des Verbandes die 
Flucht. 
Während sich dieses Seegefecht abspielte, 
entdeckte ein anderes Torpedoboot ein aus 
der Loire-Mündung flüchtendes Schnellboot 
vom Typ des Motor-Kanonenbootes, nahm 
es unter Feuer, enterte es auf hoher See 
und holte 25 Gefangene von Bord. Um an 
dem Gefecht der anderen Boote teilzuneh 
men, das er beobachtete, ließ der Komman 
dant die Leinen loswerfen und verzichtete 
auf die Versenkung des Bootes mit Rück 
sicht auf drei schwerverletzte Engländer, die 
sich an Bord befanden. Bei der Rückkehr un 
serer Torpedoboote vom siegreichen Gefecht 
wurde später das britische Kanonenboot in 
Schlepp genommen und in den Hafen ein 
gebracht. Außer diesem Boot wurde kein 
Feindboot gesichtet, das aus der Bucht von 
St. Nazaire entkommen wäre. Der britische 
Zerstörerverbanö hatte vor der Loire-Mün 
dung vergeblich auf Wartestellung gelegen. 
Kriegsberichter Franz Mtz 
schilderte in einem PK.-Bericht den ergeb 
nislosen britischen Ueberfall wie folgt: Ein 
schöner, warmer Frühlingstag war zu Ende 
gegangen. St. Nazaire, die große Hafenstadt 
an der bretonischen Küste, in der das Leben 
am ganzen Tage in tausendfältiger Form 
pulst, war zur Ruhe gegangen, und nur die 
Männer, die seit Jahr und Tag für Europa 
auf der Wacht stehen, standen auch in dieser 
Nacht bei ihren Geräten und Waffen, such 
ten Himmel und Horizont ab, wie sie es 
auch bisher getan haben. Leichte Bewölkung 
ist aufgezogen und mahnt uns zu um so 
größerer Wachsamkeit. 
Wie stets in den letzten Nächten ist der 
Tommy auch heute wieder eingeflogen. In 
der Ferne hört man die warnenden Töne 
der Luftschntzsirene, dann Motorengeräusch. 
Aber kein Schutz fällt, keine Detonationen. 
Aber es liegt etwas in der Luft. Im Schutze 
der Dunkelheit haben trotz unseres Abwehr 
feuers sich in den ersten Stunden des Sonn 
abends englische Einheiten, insbesondere 
Motorkanonenboote mit einem Zerstörer, 
der Küste genähert. In Schlauchbooten er 
reichen mehrere Kommandos von Schott 
ländern die Ufer, besetzten lautlos, da sie 
mit Schuhwerk versehen sind, das jedes Ge 
räusch beim Auftreten vermeidet, die Ufer, 
andere, die folgen, Molen und Kais. So
	        
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