Full text: Newspaper volume (1942, Bd. 1)

135. Jahrgang 
SchLeswîg-HollîàrlchL 
135. Jahrgang 
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Renösburyer Tageblatt 
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lung des Bezugspreises. Für unverlangt eingehende Beiträge übernimmt die Schriftleitung keine Gewähr. 
Donnerstag. den 8. Januar 
1942 
Greuellüge« statt militärischer Erfolge 
Die bolscheWistische» Te»fel wollen reine Engel sein. - Pessimismus in Kairo «der 
die sterkengeblrebene Offensive in Lydien 
teufe! ohne Maske geschildert werden, die 
selben, die inan heute in den gleichen Blät 
tern als blütenreine Engel hinstellen will. 
Aber die frömmsten Bittgesänge des heuch 
lerischen Erzbischofs von Canterbury kön 
nen die Tatsachen nicht verfälschen, das 
grauenhafte Antlitz des Bolschewismus, 
diese tierische jüdische Fratze, ist zutiefst 
schon in das Bewußtsein der Völker ein 
gedrungen. 
Man kann es daher auch verstehen, daß 
man in der Türkei stark beunruhigt ist über 
Edens Verhandlungen in Moskau, an denen 
bezeichnender Weise der britische Botschafter 
in Ankara teilgenommen hat. Man fürchtet 
nicht ohne Grund, daß Eden die Moskauer 
Meerengen- und Stützpunktforderungen, 
die den Bestand der Türkei bedrohen, an 
gesichts der kritischen militärischen Lage 
Englands nicht ablehnen konnte. 
Berichte aus Kairo lassen erkennen, daß 
man im britischen Hauptquartier mit dem 
Verlaus der Libyen-Osfensive garnicht zu 
frieden ist. In der Berichterstattung wird 
ein neuer Ton angeschlagen, nicht mehr 
allein die ungünstigen Witterungsverhält 
nisse, sondern auch gewisse „unerwartete 
strategische Entwicklungen" werden als 
Grund für ein „vorläufiges Verhalten" 
der britischen Offensive angegeben. Es wird 
An der Front im Osten werden die Ab 
wehrkämpfe unerbittlich und hart geführt. 
Oertliche Einbrüche der Sowjets sind nur 
ganz vorübergehende Erfolge, da noch in 
jedem Falle durch kühne Gegenstöße die 
Sowjets wieder vertrieben wurden. Die 
Kämpfe kleinerer Einheiten und Stoß 
trupps stehen im Osten jetzt im Vorder 
grund der militärischen Ereignisse. Es ist 
ein harter Kampf, bei dem die Leistungen 
des einzelnen Soldaten entscheidend sind. 
Unvorstellbares wird trotz Kälte und Schnee 
von unseren deutschen Soldaten aller Wehr 
machtsteile vollbracht. Ausgezeichnet be 
währt sich die Zusammenarbeit mit der 
Luftwaffe, die dem Feind schwerste Schäden 
zufügt. 
Bei den Frontberichtigungen zur Erzie 
lung guter Verteidigungspositionen sind 
auch einige Ortschaften geräumt worden, 
die jetzt wieder von den Sowjets besetzt 
wurden. Dabei haben die jüdischen Kom 
missare unvorstellbare Greueltaten gegen 
die Bevölkerung begangen, denen Zusam 
menarbeit mit den deutschen Besatzungs 
truppen vorgeworfen wurde. Andererseits 
sind viele dieser Orte nur noch Trümmer 
haufen und damit ein schlechter „Sieges 
beweis" für die Sowjets. Aus diesem 
Grunde wohl bemühen sich die Sowjetge 
walthaber jetzt, bolschewistische Schandtaten 
den deutschen Soldaten in die Schuhe zu 
schieben. Man hat sogar eine Note in die 
sem Sinne an die diplomatischen Vertreter 
jener Staaten gerichtet, die mit Moskau 
noch Beziehungen unterhalten. Es lohnt sich 
nicht, viel Worte um diese Tatsache zu ma 
chen. Allen ist noch zu gut der Befehl Sta 
lins in Erinnerung, auf dem Rückzug alles 
zu vernichten und zu zerstören, was nur 
irgendwie dem Feinde dienen könnte ein 
schließlich der Lebensmittelvorräte für die 
nicht geflohene Bevölkerung. Wir erinnern 
uns auch noch, daß dieser Befehl Stalins 
in London und Washington geradezu mit 
Begeisterung ausgenommen wurde. Jetzt 
will man dies nicht mehr wahrhaben. Aber 
Millionen deutscher Soldaten sind Zeugen 
dieses jüdisch-bolschewistischen Vernich 
tungswillens, der seinen Höhepunkt in der 
grausamen Hinschlachtung harmloser Ukrai 
ner, Letten und Esten fand. Für Stalins 
Vlutherrschaft bedarf es gar nicht der deut 
schen Beweise. Man braucht nur ältere 
Nummern der englischen und USA.-Zei- 
tungen aufzuschlagen, in denen die Sowjet- 
Weiße Soldaten in der Ukraine. 
Der MG.-Schütze hat sich sein Trikothemd 
übergezogen sind den Stahlhelm mit einem 
Handtuch getarnt. Ein Beweis, daß der 
deutsche Soldat sich in jeder Lage zu helfen 
weiß. 
PK.-Aujuahmer Kriegsberichter Schmidt, HH., Z. 
auch auf die ausgedehnten Verbindungs 
linien hingewiesen und auf die starke Er 
schöpfung der britischen Streitkräfte. Die 
schweren Verluste der Briten an Panzern 
und die anderen genannten Schwierigkei 
ten, wozu noch kommt, daß das strategisch 
wichtige Gebiet bei Halfaya noch in den 
Händen der Achsenmächte ist, haben die 
Stoßkraft der britischen Offensive geschwächt, 
so daß man den Pessimismus in Kairo sehr 
wohl verstehen kann. Engl. Zeitungen wei 
sen auch daraufhin, daß Malta in der 
Feuerlinie des Feindes liegt und daß nach 
den 2000 Luftangriffen auf der Felseninsel 
viele militärische Einrichtungen zerstört 
wurden. Jedenfalls macht man sich Sorgen 
um das Schicksal Maltas. 
Die Nachrichten aus Oftasien zeigen, daß 
die japanischen Erfolge auf der Malaien 
Halbinsel ständig anhalten. Singapur mel 
det nur noch „planmäßigen Rückzug" und 
den Beginn eines schweren und großen ja 
panischen Angriffs. Die britischen Truppen 
fliehen in großer Verwirrung nach Jvhore. 
Auch auf den Philippinen bahnen sich ent 
scheidende Kämpfe an, die amerikanischen 
Stellungen sind ständigen Luftangriffen 
ausgesetzt. Die Luftüberlegenheit der Japa 
ner macht sich immer wieder bemerkbar. 
Roosevelts pompöse Botschaft 
dp Stockholm, 8. Januar. 
Drahtbericht unseres Mitarbeiters. 
Roosevelt hat dem USA.-Kongreß eine 
pompöse Botschaft geschickt, die sich mit den 
künftigen amerikanischen Kriegsanstren 
gungen befaßt. Das Rüstungsprogramm der 
Vereinigten Staaten soll demzufolge ver 
doppelt werden gegenüber dem Stand vom 
Frühjahr und Sommer 1910. Roosevelt kün 
digte an, daß insgesamt über die Hälfte des 
amerikanischen Nationaleinkommens für 
Kriegszwecke ausgegeben werden müßte, 
wenn die Vereinigten Staaten die schweren 
Schläge, die ihre Armee auf den Philip 
pinen und die Flotte einzustecken genötigt 
waren, wieder gutmachen wollen. Insge 
samt dürften im künftigen Haushaltsjahr, 
I- 1942 seinen Anfang nimmt, 56 
Milliarden Dollar verausgabt werden. Die 
Ziffern, die Roosevelt für die Produktion 
von Tanks, Flugzeugen, Kriegs- und Han 
delsschiffen nannte, überschritt alles, was 
bisher die bisherige amerikanische Propa 
ganda geleistet hat. Man scheint sich aber 
auch in Amerika nicht ein derartiges Pro 
duktionsprogramm zuzutrauen. Am Mitt 
woch haben die Newyorker Zeitungen, wie 
auch die Presse in den Bundesstaaten sich 
bemüht, durch Interviews mit Industriel 
len den Nachweis zu erbringen, daß es sich 
nicht nur um Propaganda, sondern um „ein 
ernst zu nehmendes Produktionsprogramm" 
handelt. Der Vorsitzende des nationalen 
Jndustriellenverbandes betont, daß die 
amerikanische Industrie ihr äußerstes tun 
werde, „um den Sieg zu siegen". Der Vor 
sitzende der Handelskammer der Flugzeug 
industrie, ein Oberst Jouett, erklärte, daß 
der Präsident im Jahre 1940 eine Gesamt- 
jahresproöuktion von 50 000 Flugzeugen 
verlangt hätte, zu einem Zeitpunkt, wo in 
den Vereinigten Staaten nur 5750 Ma 
schinen jährlich angefertigt worden seien. 19 
Monate später sei „tatsächlich" (?) diese 
Produktionsziffer erreicht und damit die 
Friedensproduktion um 500 Proz. übertrof 
fen worden. (?) „Ich kann mit größter 
Sicherheit sagen, daß die Flugzeugindustrie 
der Vereinigten Staaten auch die Ziffer 
50 000 noch auf 60 000 steigern wird, und sich 
im nächsten Jahr sogar auf 125 000 Flug 
zeuge gemäß den Wünschen des Präsidenten 
heraustreiben kann." 
Lutzapest zum Mbentrop-öesuch 
pa. B u d a p e st, 8. Januar. 
Drahtbericht unseres Mitarbeiters. 
Der Besuch -es Reichsaußenministers 
von Ribbentrop in Budapest steht im 
Mittelpunkt aller Betrachtungen der unga 
rischen Presse nnd wird übereinstimmend 
mit großer Freude und Genugtuung über 
das darin zum Ausdruck kommende Ver 
trauen, das die Achsenmächte Ungarn ent 
gegenbringen, begrüßt. 
Von den beiden Regierungsblättern 
chreibt das Blatt „Ujmagyarsag", die Reise 
Ribbentrops überrage an Bedeutung bei 
weitem den üblichen diplomatischen Be 
uch. Ungarn begrüße in Ribbentrop nicht 
nur den Außenminister einer verbündeten 
Großmacht, sondern vor allem auch den 
Vertreter des treuesten Wasfengefährten 
der ungarischen Nation. 
,Flüggetlenseg" bemerkt, Ribbentrop 
werde bei seinem Besuch in der ungarischen 
Hauptstadt Gelegenheit zu der Feststellung 
gaben, daß in diesem Lande ein tatbereites 
und entschlossenes Volk für die gemein 
samen europäischen Ziele bereit stehe. Un 
garn wünsche in dem neuen Europa den 
ihm gebührenden Platz zu fiuöen. Der 
rechtsradikale „Magyarsag" gibt seiner 
Ueberzeugung Ausdruck, daß das Deutsche 
Reich den gegenwärtigen Krieg siegreich be 
enden werde und daß es nach diesem Kriege 
Europas Neuordnung in die Hand nehmen 
werde,' Ungarn werde der beste und treueste 
Verbündete in aller Zukunft bleiben. Der 
„Pester Lloyd" erklärt, Ungarn fühle sich 
schon heute als Vertreter und Treuhänder 
jener Ordnung in Mitteleuropa, zu der sich 
Deutschland, Italien und die ihnen Ver 
bündeten bekennen. Das Ungarn ehrende 
Vertrauen, das ihm die Achsenmächte ent 
gegenbringen, sei die beste Gewähr dafür, 
daß Ungarn bei der Errichtung der neuen 
Ordnung, seiner Ueberlieferung getreu, 
seine Pflicht gegenüber seinen mächtigen 
Freunden in Europa in treuer Hingabe 
erfüllen werde, wie es dies im Laufe seiner 
ganzen Geschichte getan habe. 
Wie der Sender Delhi meldet, wurde in 
Bombay und Kalkutta zunächst von Mitter 
nacht bis 6 Uhr die vollständige Verdunke 
lung eingeführt. 
Das ist die Folge! 
re. Istanbul, 8. Januar. 
Drahtbericht unseres Mitarbeiters. 
Nachrichten, die hier aus der Sowjet 
union vorliegen, berichten von einem un 
vorstellbaren Chaos, das jetzt in den Ge 
bieten ostwärts der Wolga als Folge der 
von Stalin seinerzeit erlassenen Zerstö- 
rungs- und Evakuierungsbefehle herrscht. 
Etwa 10 Millionen seien damals durch die 
GPU. gezwungen worden, bei dem Vor 
marsch der deutschen Armeen ihre Wohn 
stätten zu verlassen, und sie wurden von 
den zurückflutenden Sowjettruppen immer 
weiter nach Osten getrieben. Ungezählte 
Zchntausende seien auf diesem Marsch um 
gekommen. Erst in den sibirischen Städten 
konnten diese Massen ausgehalten werden. 
Aber man hatte für diesen ungeheuren 
Flüchtlingsstrom auch nicht die geringste 
Vorsorge getroffen. 
Drei MA.-Stiitzpunkte in England? 
dp. Stockholm, 8. Januar. 
Drahtbericht unseres Mitarbeiters. 
Englische Zeitungen heben hervor, daß die 
USA. sich nun entschlossen hätten, auf den 
britischen Inseln Stützpunkte zu beziehen. 
Im Weltkrieg hätten die Amerikaner den 
französischen Hafen Brest vollkommen in 
Händen gehabt. Jetzt seien drei Stützpunkte 
ausersehen, einer in Nordirland, wo schon 
amerikanische Ingenieure die Arbeiten vor 
Monaten ausgenommen hätten, und zwei 
weitere in Schottland, über die Näheres 
noch nicht bekanntgegeben wird. 
Die auf der Krim gelandeten Sowjet- 
truppen unler deutschem Bombenhagel 
DNB. Berlin, 7. Jan. Die aus der 
Krim gelandeten Sowjettruppen wurden 
am Dienstag nicht nur erfolgreich von der 
Erde ans, sondern auch von starken Ver 
bänden der Luftwasse mit Bomben und 
Bordwassen bekämpft. In wiederholten 
Einsätzen grisfeu Kamps- und Sturzkampf 
slugzeuge Landeplätze und Marschkolonnen 
an. Dabei wurden umsangreiche Zerstörun 
gen in Materiallagern angerichtet und de« 
feindlichen Truppen schwere Verluste bei 
gebracht. 
Auch an den übrigen Abschnitten der Ost 
front flogen unsere Besatzungen erfolgreiche 
Einsätze. Neben zahlreichen Angriffen ge 
gen Truppenbewegungen und Stellungen 
im Südabschnitt wurden auch Nachschub 
linien der Bolschewisten mehrfach mit Bom 
ben belegt. Bahnhofsanlagen und Trans 
portzüge wurden dabei vernichtet oder 
schwer beschädigt. 
Bei der Jagd auf bewegliche Ziele kämpf 
ten auch gestern Kampfflugzeuge im Tief 
flug bemerkenswerte Erfolge. An einer 
Stelle wurden drei geschlossene Kompanien, 
in einem anderen Raum ein größerer 
feindlicher Truppenverband völlig aufge 
rieben. Im nördlichen Kampfabschnitt grif 
fen unsere Flugzeuge in die Erökämpfe ein 
und zerschlugen aus der Lust im Angriff 
befindliche oder bereitgestellte feindliche 
Truppen. Im hohen Norden brachte ein 
Kampfflugzeug einen Volltreffer in einem 
Munitionsbunker an, der mit gewaltiger 
Explosion in die Luft flog. 
Japanische Generalosfensive 
in Dlalaia 
DNB. Tokio, 8. Jan. Nach dem macht 
vollen Vorstoß in die Engpässe an der 
Grenze zwischen den malaiischen Sultana 
ten Selangor und Perak eröffneten die ja 
panischen Streitkräste am Mittwochsrüy die 
Äeneralosfensive, wie am Mittwochabend 
in Tokio eingegangene Frontberichte be- 
agen. Die Gegner benutzen Dschungel nnd 
johe Bergstcllungen als natürliche Hinder 
nisse, um den japanischen Vormarsch auszu 
halten. 
Wie „Asahi Schimbun" am Mittwoch aus 
Manila meldet, wurde der Stützpunkt der 
USA.-Asienflotte Cavite in der Bucht von 
Manila am 2. Januar abends von den Ja 
panern kampflos besetzt. 
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