Full text: Newspaper volume (1942, Bd. 1)

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13Z. Lshrgang 
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Renösburger Sägeblatt 
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Die Morgenröte Grotz-Ostasiens 
Churchill aber versucht einen neuen Riesendetrng am indischen Volk* Eine entscheidende Anssprache des japanischen 
Ministerpräsidenten über die Ankunft Grotz-Ostasiens 
heftige Mit M Slimson 
Telegramm unseres Mitarbeiters. 
kb Lissabon, 12. März. 
Die Krise um den Kriegsminister der 
Vereinigten Staaten, Stimson, zeigt ihre 
volle Schärfe in der Neuordnung der USA.- 
Armeeführung. Außer dem Chef der Heeres 
leitung, General Marshall, sind sämtliche 
sechs Abteilungsleiter, durch jüngere Offi 
ziere ersetzt worden. Grundsätzlich sollen in 
Zukunft Offiziere über 60 Jahre nicht mehr 
befördert werden, und auch der 61jährige 
General Marshall erhielt, wie gemeldet, in 
dem General Macnarney einen 50jährigen 
Stellvertreter, der sein Nachfolger wird, 
wenn er sich eingearbeitet hat. Roosevelt 
konnte sich aber bis jetzt noch nicht entschlie 
ßen, Stimson fallen zu lassen, obwohl dieser 
von allen Seiten schwer kritisiert wird. 
Im Zusammenhang mit dem Fall Javas 
hat der Kriegsminister in der Oeffentlichkeit 
erneut stark an Boden verloren. Zwei Tage 
vor der Kapitulation der „alliierten" Be 
satzungstruppen verteidigte sich Stimson 
noch mit der Erklärung, „neue und um 
fangreiche Flugzeugsendungen nach Java 
geschickt zu haben", aber diese Transport 
schiffe dürften kaum über Hawaii hinausge 
kommen sein. Zu wenig und zu spät, das 
gilt auch für die Politik der USA. genau so 
wie für die englische. Die fortgesetzten Nie 
derlagen haben die Vorstellung erzeugt, daß 
eine „große Offensive" notwendig sei. Die 
Mehrheit der Zeitungen gibt diese Meinung 
wieder. 
Die gegenwärtig durchgeführte Komman 
doreform ist die dritte seit Beginn des Krie 
ges, was für die ungeheuren Mängel in der 
Einsatzfähigkeit der USA.-Armee bezeich 
nend ist. 
Der japanische Reichstag trat heute an 
läßlich der Kapitulation von Holländisch- 
Jnöien zu einer Sondersitzung zusammen. 
Unter ungeheurem Beifall nahm er eine be 
deutsame Erklärung des Premierministers 
entgegen. Premierminister Tojo hielt eine 
Rede, in der er u. a. ausführte: 
Wie bereits vom Kaiserlichen Hauptquar 
tier bekannt gegeben, ist das Schicksal ganz 
Nieöerländisch-Ostindiens mit der am 9. 3. 
erfolgten vollständigen Unterwerfung von 
Java besiegelt. Rangun, der wichtigste 
Stützpunkt in Burma, ist am 8. März in 
unsere Hände gefallen. 
Infolge des Falles von Niederländisch- 
Ostindien und von Rangun stehen jetzt 
Australien und Indien der Macht der kai 
serlichen Streitkrüfte unmittelbar gegen 
über. Ich möchte diese Gelegenheit ergrei 
fen, um Australien und Indien gegenüber 
noch einmal die Ansichten und Überzeugun 
gen Japans zu wiederholen. 
Die Australier müssen sich selbst über die 
Tatsache im klaren sein, daß es Australien 
mit seiner außerordentlich dünnen Bevöl 
kerung auf dem ausgedehnten Gebiet wegen 
seiner großen Entfernung von den Ver 
einigten Staaten und Großbritannien, voll 
ständig unmöglich sein wird, sich gegen die 
Macht unserer unbesiegbaren Streitkrafte 
zu verteidigen. Es liegt daher klar au? der 
Hand, welche Haltung Australien einnehmen 
sollte, um das Wohlergehen seines Volkes 
zu sichern. Sollte Australien seine gegen 
wärtige Einstellung nicht berichtigen, so 
wird es unvermeidlich in die Fußtapseu 
Niedcrländisch-Ostiudiens treten. Ich hoffe, 
daß Australien, unberührt durch alle Be 
ziehungen und andere Erwägungen, der 
vorherrschenden Lage Rechnung tragen und 
sich mit dem abfinden wird, was die Vor 
sehung diktiert. In dieser Weise sollte es 
seine Einstellung in dem jetzigen, so wichti 
gen Augenblick entscheiden. 
Was das indische Volk betrifft, so hegt 
Japan natürlich nicht den geringsten Ge 
danken, ihm irgendwie feindlich gegenüber 
zutreten. Ich möchte indessen hier wieder 
um bekräftigen, daß die Entschlossenheit Ja 
pans, den amerikanischen und den britischen 
Einfluß gründlich zu vernichten, keinerlei 
Veränderung erfahren wird. „Burma de« 
Burmesen", dieser Ruf ist bereits auf dem 
Wege zur Verwirklichung. Ich bin der 
festen Ueberzeugung, daß es jetzt un der 
Zeit ist, ein „Indien den Indern" zu schaf- 
feu, lvas seit vielen Jahren der geheime 
Wunsch der 4oo Millionen Inder ist. Groß 
britannien hat seit langem seine unrecht 
mäßige Herrschaft über Indien fortgesetzt 
und das indische Volk getäuscht. Die Reali 
tät der britischen Versprechungen, die den 
Indern im letzten Weltkrieg gegeben wur 
den, muß, davon bin ich überzeugt, im Ge 
dächtnis des indischen Volkes immer noch 
lebendig sein. Jetzt ist Großbritannien wie 
der dabei, Indien mit allen Arte« «„« 
Schmeichelkünsten z» täuschen. Wenn die 
Führer Indiens, irregeführt durch derar 
tige britische Schmeicheleien, die langgeheg 
ten Wünsche des indischen Volkes verraten 
und damit diese vom Himmel gesandte Ge 
legenheit von sich werfen, so glaube ich, daß 
es keine Möglichkeit geben wird, Indien je 
mals zu retten und es wird für die 400 
Millionen des indischen Volkes kein größe- 
Das Kaiserliche Hauptquartier gab am 
Mittwoch eine Zusammenfassung der im 
niederländisch-indischen Feldzug gemachten 
Beute. Es wurden 93 000 Gefangene ge 
macht. 162 Flugzeuge wurden unbeschädigt 
erbeutet, ferner u.m. 367 Panzer und Pan 
zerwagen, 732 Geschütze verschiedenen Ka 
libers, 1567 Maschinengewehre, 97 384 Ge 
wehre und über 72 Millionen Schuß Ge 
wehr- und Maschinengewehrmunition. 
dung, seine Vergangenheit zn liquidieren,
	        
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