Full text: Newspaper volume (1942, Bd. 1)

138. Jahrgang 
135. Jahrgang 
Renösburger Tageblatt 
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Militärische Anlagen im Bombenhagel 
DNB. Berlin, 3. März. Wie das Ober 
kommando der Wehrmacht mitteilt, griffen 
deutsche Kampfflugzeuge in der vergange 
nen Nacht im Nahmen eines größeren Ein 
satzes militärische Anlagen im Gebiet des 
Suezkanals an. 
Nach Ablauf der totalen Mondsinfternis 
erreichten die Flugzeuge die besohlenen 
Ziele und belegten besonders den Flugplatz 
El Kabrit am Südufer des großen Bitter- 
fees mit Bomben stärkeren Kalibers. Die 
britische Abwehr wurde völlig überrascht. 
Bei klarem Licht des Vollmondes und wol 
kenloser Nacht konnten die Besatzungen der 
deutschen Flugzeuge die Anlagen des Flug 
platzes genau erkennen. Die großen Flug 
zeughallen am Westteil des Platzes erhiel 
ten mehrere Bombenvolltreffer. Nach den 
Detonationen der Bomben erfolgten starke 
Explosionen, die sich zu weitleuchtenden 
Bränden ausbreiteten. Dichte Rauchschwa 
den legten sich über die Hallen und Roll 
felder des Platzes. An vier Stellen konn 
ten brennende Flugzeuge festgestellt wer 
den, die ans ihren Abstellplätzen getroffen 
worden waren. Auch zwei große Material 
lager gingen nach Volltreffern in Flammen 
aus. Mehrere Venzindepots explodierten 
mit hohen Stichflammen. Der besonders 
wirksame Angriff währte nicht länger als 
eine halbe Stunde. 
Nach Mitternacht waren auch die Hafen- 
anlagen von Port Said mit Bomben belegt 
worden. Volltreffer in unmittelbarer Nähe 
des Elektrizitätswerkes von Port Said rich 
teten große Zerstörung an. 
Ein Flugplatz im Nildelta bei Tanta 
wurde ebenfalls von den deutschen Luftan 
griffen überrascht. Es gelang den deutschen 
Flugzeugen, sich unbemerkt ihrem Ziel zu 
nähern und in den Hallen wie auf der 
Startbahn Volltreffer zu erzielen. 
Ire Il'Bssî-ŞŞgê im Februar 
Die deutsche Unterseebootwaffe bedroht 
in Zusammenarbeit mit der Luftwaffe in 
ständigen, planvollen Einsätzen die Bersor- 
gungswege des Feindes. Tie britische Hoff 
nung, daß durch den starken Einsatz deut 
scher Unterseeboote im Mittelmeer der 
Atlantik in schwächerem Maße als vorher 
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Das Nil-Delta und der Suez-Kanal. 
Im Ausschnitt Suez mit Port Taufik. 
Kartendienst Erich Zander, M. 
Der ehcmal. Ministerpräsident der Süd 
afrikanischen Union, General Hertzog, 
erließ an das' Burenvolk einen aufrütteln 
den Appell, die Zersplitterung auszugeben, 
damit der „Erste Todfeind", die Bindung an 
England, beseitigt werden könne. 
IWMer bereits m Banimag 
Nach einem Sonöerbericht von „Tokio 
Nitschi Nitschi" hat die Vorhut der japani 
schen Streitkräfte auf Java am Montag 
abend einen ungenannten Punkt in Seh- 
lvcite des militärischen Hauptquartiers 
Bandung erreicht. 
Nach den neuesten aus Java vorliegen 
den Meldungen haben die japanischen 
Truppen die von Batavia nach dem nieder 
ländisch-indischen Hauptquartier Bandung 
führende Bahnlinie besetzt und damit die 
feindlichen Verbindungslinien zur Front 
im Westteil der Insel abgeschnitten. 
Heue japanische £ufhragtiffe auf 
Australien 
Wie das australische Luftfahrtministerium 
mitteilt, haben japanische Flugzeuge am 
Dienstagmorgen die australischen Städte 
Broome und Wyndham angegriffen. Wynd 
ham liegt 400 Meilen südöstlich von Timor 
an der australischen Nordwestküste, die 
Stadt Broome liegt 335 Meilen südwestlich 
von Wyndham ebenfalls an der australi 
schen Nordwestküste. Der Schaden an den 
Flugplätzen und den am Boden abgestell 
ten Flugzeugen sowie an kriegswichtigen 
Anlagen in den beiden Städten sei erheb 
lich. 
Das Amma «« Mederlöndifch-Jndien 
BSA urrfereM eigenen Korrespondenten 
hü. I m Haag. Anfang März. 
Wenn irgendwo, so begriff man hier in 
den Niederlanden, daß mit der Einnahme 
Singapurs die maritime Schlüsselstellung 
int Pazifik in andere Hände übergegangen 
ist und daß im unmittelbaren Zusammen 
hang damit der niederländische ostasiatische 
Kolonialbesitz schon als so gut wie verloren 
betrachtet werden muß. Es bedarf garnicht 
der bedrückten Auslassungen der niederlän 
dischen Presse,' das Volk weiß, was die 
Stunde geschlagen hat. Der kleine Sparer, 
der seine Mittel in Papieren der kolonialen 
Pflanzungsgesellschaften angelegt hatte, 
bringt diese jetzt zum Verkauf, sieht aber, 
wie diese Papiere, weil sich keine Käufer 
dafür finden wollen, in ihrem Wert reißend 
abnehmen. 
Mit der Niedergeschlagenheit geht Hand 
in Hand eine große, gegen die Schuldigen 
gerichtete Verbitterung und zwar gegen die 
Scheinregierung in London und deren 
Handlanger in Batavia. Jeder Holländer 
hatte gehofft, es werde dem niederländischen 
Emigranten-„Kabinett" in London wenig 
stens gelingen, Nieöerländisch-Jnöien aus 
dem Krieg herauszuhalten. „Nachdem in den 
Kriegslagen Mai 1940 die verantwortlichen 
Herren mit ihrer Königin nach England ge 
flüchtet waren", schrieb A. A. M u s s c r t, 
der Leiter der NSB., in , „Volk en Vader- 
land", „habe ich zu meiner Umgebung mehr 
mals gesagt: Wenn sie nun bloß ein Ding 
tun ulld die Kolonien außerhalb der 
Kriegshandlungen halten, dann kann ihnen 
noch viel vergeben werden". Mit diesen 
Worten hat Mustert die allgemeine Mei 
nung auch derer im Lande ausgedrückt, die 
nicht Mitglieder der NSB. sind. 
Die Erwartung wurde betrogen,' das 
Emigranten-„Kabinett", insbesondere der 
Außenminister van Kleffens, hat gegen alle 
Vernunft, gegen allen Tatsachensinn Nie- 
derländisch-Jndien dennoch in den Krieg, 
in die Niederlage, in den Verlust hinein 
manövriert. Die Beschämung über das Auf 
treten der damaligen Regierung ist in den 
Niederlanden umso größer, als man weiß, 
daß der kriegerische Zusammenstoß mit Ja 
pan sich durchaus hätte vermeiden lassen. 
Jedermann hat hier das Anerbieten des 
japanischen Ministerpräsidenten, General 
Tojo, gelesen, mit dem dieser noch im Ja 
nuar den Leuten in Batavia den Weg wies, 
der es ihnen ermöglichen konnte, nüchter 
nen Tatsachcnsinn unter Beweis zu stellen. 
Jedermann in den Niederlanden hatte da 
mals gehofft, die Leute in Batavia würden 
de Drama, das hätte vermieden werden 
können und vermieden werden müssen", 
schreibt Mustert. „Hunderte von Jahren hat 
zwischen Japan und den Niederlanden 
Freundschaft und Zusammenarbeit gewal 
tet. Einmal war die japanische Insel De 
cima das einzige Stück Boden in Fcrnost 
gewesen, wo in der Zeit Napoleons die 
niederländische Flagge noch wehte. 1865 lief 
in den Niederlanden das erste japanische 
Kriegsschiff vom Stapel. Nach meiner festen 
Ueberzeugung war es die alleinige Absicht 
Japans im Hinblick auf Niederländisch- 
Jndien, an jenen Rohstoffen teilzuhaben, 
die es zur Versorgung eines Teiles seiner 
Bevölkerung nötig hat. Ein Handelsver 
trag mit Japan und politische Neutralität, 
die keine Kriegsverpflichtung gebracht hätte, 
wären möglich gewesen. Die Herren in Lon 
don, gefangen in den Netzen von Churchill 
und Roosevelt, wollten das nicht: sie stürz 
ten Jnsulindc in den Krieg. Uns blutet das 
Herz über das, was sich dort abspielt und 
was verursacht ist durch die Dummheit und 
die Unverantwortlichkeit von Leuten, die 
aus dem Land flohen, als ihre Soldaten 
auf ihren Befehl an der Grebbe - Linie 
kämpften. Nieüerländisch-Jndien trifft keine 
Schuld,' unser Herz ist bei denen, die leiden, 
fern von der Heimat". 
Die gesamte japanische Presse betont, daß 
die feindliche Front im West-Pazifik zusam 
mengebrochen und Australien nunmehr der 
japanischen Wehrmacht preisgegeben wor 
den sei. 
Das Freiheitsmaniseft des indischen Na- 
tionalistensührers Bose findet in der euro 
päischen Presse weiterhin stärkstes Echo. 
Run werben lMch die Holländer ihrem ŞchiŞl überlassen 
DNB. Stockholm, 3. März. W a v e l l ist 
in Indien eingetroffen, meldet Reuter am 
Dienstagabend. - \ 
Damit wurde sozusagen der Schlußstrich 
unter den neuesten Verrat der Briten an 
einem ihrer Bundesgenossen gezogen. Daß 
britische Frechheit keine Grenzen kennt, be 
weist eine sogenannte Abschiedsbot 
schaft W a v e l l s an die Bevölkerung 
Niederländisch-Jndiens vor seiner Flucht 
in der Stunde der Entscheidung. Der b e - 
rühmte Rückzugsgeneral, der auf 
seinen verschlungenen Wegen immer nur 
rauchende Trümmerhaufen und Ruinenfel 
der zurückließ, betont einleitend, daß er den 
Befehl erhalten habe „angesichts der letzten 
Ereignisse"— also angesichts der bevor 
stehenden Katastrophe 
Die niederläudisch-ostindische Regierung 
hat wegen der starken Verwundbarkeit der 
Hauptstadt am Dienstag Batavia verlassen« 
Der Regierungssitz ist, wie Reuter berich 
tet, Bandung, wo vor einiger Zeit das 
militärische Hauptquartier aufgeschlagen 
wurde. 
Wie das USA.-Marinemimsterium be 
kanntgeben muß, ist der amerikanische Zer 
störer „Jacob Jones" im Atlantik torpe 
diert worden und gesunken. Ter nach dem 
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