Full text: Newspaper volume (1942, Bd. 1)

133. Zahrģaņg 
AchlLSwrg-HollîàrLIchL 
133. Fahrģang 
RMösburger Tageblatt 
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nu5 
Usnļsg. deu 23. Februar 
1342 
Erfolges 
Die Kriegshetzer bemühen sich, ihre Völ 
ker von den schweren Niederlagen in Ost 
asien abzulenken und weisen stärker auf die 
Bedeutung der europäischen Front hin. 
Ganz abgesehen davon, daß Namen wie 
Hongkong, Singapur. Burmastraße. Java 
und Port Darwin feststehende Begriffe für 
die bisherige Machtstellung des Empires im 
Pazifik waren, hat man füu diesen Ablen 
kungsversuch einn sehr ungünstigen Zeit 
punkt gewählt. Die anhaltenden großen Er 
folge der deutschen U-Boote in den Küsten 
gewässern der USA. beweisen erneut, daß 
es sich dabei nicht um Einzelunternehmun 
gen. sondern um einen systematischen An 
griff auf eine wichtige Lebensader der 
Kriegshetzer handelt. Durch die Versenkung 
von über 300 000 BRT. sind wieder einmck 
die Berechnungen der strategischen Küm 
merlinge in London und Washington über 
den Haufen geworfen. Sie müssen stärkere 
Kräfte noch als bisher für die Sicherung 
der Schiffahrt in diesen Gewässern ein 
setzen, Schisse, die ihnen im übrigen Atlan 
tik und auch in Ostasien fehlen,' denn un 
sere deutschen U-Boote führen gleichzeitig 
ihren Vernichtungskampf gegen die feind 
liche Schiffahrt auch in allen anderen Ge 
wässern erfolgreich weiter, während die ja 
panischen Seestreitkräfte von ihren neuen 
Stützpunkten aus ihre Operationen immer 
näher an die letzten noch freien Verbin 
dungswege herankommen. 
Wir sind mit Recht stolz auf unsere junge 
Ubootwaffe, die allen Hindernissen zum 
Trotz ihre Ziele an der amerikanischen 
Küste fand. Schon jetzt ist eine zunehmende 
Verwirrung auf den wichtigen Verkehrs 
linien zwischen Nord- und Südamerika 
festzustellen, zumal unsere Uboote auch feste 
Stützpunkte angriffen, jetzt wieder auf der 
Reede des britischen Hafens Port of Spain 
auf der Insel Trinidad zwei Schiffe ver 
senkten. Wie spanische Zeitungen schreiben, 
finden die Taten der deutschen Uboote die 
Bewunderung in der ganzen Welt, ihre 
Wirksamkeit grenze an das Unglaubliche. 
Aus einer amerikanischen Zusammenstel 
lung geht hervor, daß die Schiffsneubauten 
mit den Versenkungen nicht mehr Schritt 
halten, denn in vier Wochen hat Amerika 
soviel Schiffe verloren, wie es bei der 
Höchstproduktion aller Werften in neun Mo 
naten zu bauen vermochte. Aber nicht ge 
nug damit, durch die beschädigten Schiffe 
sind auch alle Reparatnrdocks und Werften 
über ihre Leistungsfähigkeit hin in An 
spruch genommen. 
Eine zweite militärische Erfolgsmeldung 
zeigt ebenfalls, daß die Hoffnungen auf den 
europäisch. Kriegsschauplatz für die Kriegs 
hetzer ein künstlicher Optimismus sind. 
Man hatte sich viel von dem Winterfeldzug 
an der Ostfront versprochen, sah in diesen 
sinnlosen Angriffen der Sowjets die ein 
zige Möglichkeit, um auf dem europäischen 
Festland den deutschen Vormarsch aufhalten 
zu können. 
Man weiß, daß diese Hoffnungen mit Be 
ginn des Frühjahrs vollkommen aus und 
vorbei sind. In zahlreichen Einzelmeldun- 
Nieşige BerlAste der SbWjets — Die ņeueņ A-Bsot-Erfolge vor der amerikanischen Küste 
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Kartendienst Zander, 
DNB. Berlin, 22. Febr. Dem DNB. wird 
vom Oberkommando der Wehrmacht mit 
geteilt: 
Seit Einbruch des Wiuterwetters und 
der damit zusammenhängenden Einstellung 
der deutschen Angrifssoperationen habe« 
die Bolschewisten ohne Rücksicht auf Men 
schen- und Materialverluste versucht, un 
sere Front im Osten durch fortgesetzte Mas 
senangriffe zum Einsturz zu bringe». Trotz 
ungeheurer Vlutopfer ist die Absicht miß 
lungen. An der unbeugsamen Härte der 
deutsche« Truppen und der hervorragenden 
Zusammenarbeit der Verbände des Heeres 
und der Lustwasse scheiterten zahlreiche An 
griffe des Feindes vor unseren planmäßig 
bezogenen Winterstellunge». Wo aber der 
Gegner infolge der langgestreckten Front 
abschnitte örtliche Einbrüche erziele« konnte, 
hat es die deutsche Führung immer wieder 
verstanden, durch entschlossenen Gegenan 
griff das Gesetz des Handelns an sich zn 
reißen und dem Feinde vernichtende 
Schlage zuzufügen. 
In der Zeit vom 1. Januar bis 20. Fe 
bruar 1942 wurden a« der Ostfront 
56 868 Gefangene 
eingebracht. 
Die blutigen Verluste des Feindes be 
tragen ein Vielfaches dieser Gefangenen 
zahl. 
Während der gleichen Zeit wurden 
866 panzer und 
1789 Geschütze 
erbeutet oder vernichtet. 
Zahlreiche weitere Panzer und Geschütze 
wurde» durch Luftangrisse hinter der feind 
lichen Front zerstört. 
Die Luftwaffe vernichtete in der Zeit vom 
1. Januar bis 20. Februar 1942 
8176 Fahrzeuge aller Ar!, 
58 Lokomotiven und 
54 Eisenbahnzüge 
Zahlreiche Eisenbahnstrecken der Sowjets 
wurden durch planmäßige Bombenangriffe 
unterbrochen. 
Die Sowjetwafse verlor in der gleichen 
Zeit 
888 Flugzeuge in Luslkämpfen 
i 15Ş Flugzenge durch Flak und 
331 Flugzeuge am Soden 
Diesem Verlust von 1189 feindlichen Flug- 
zengeu steht ein Verlust von 127 deutschen 
Flugzeugen gegenüber. 
gen erfuhr unser Volk während dieser 
Woche von der Schwere dieser Abwehr 
kämpfe. Die jetzt veröffentlichten großen 
Erfolgszahlen beweisen eindeutig, daß der 
im Spätherbst des vorigen Jahres voll 
zogene Uebergang vom Angriff zur Abwehr 
iu einer Form durchgeführt wurde, die die 
Behauptungen der Sowjetagitation über 
große operative Erfolge eindeutig wider 
lege». Selbst der Sowjetheeresbericht muß 
von den sich fortsetzenden deutschen Angrif 
fen berichten und umschreibt die letzten 
großen Niederlagen mit „Umgruppierun- 
an der Front". Diese „Umgruppierun- 
gen sind in Wirklichkeit das Eingeständnis 
der Vernichtung mehrerer Sowjetarmeen. 
Churchill verspricht sich eine Wen 
dung des bitteren Geschicks durch die voll 
kommene Auslieferung an die Sowjets. Er 
scheut sich dabei nicht, selbst der Bolschewi- 
sterung in England den Weg zu ebnen. 
Man hofft durch die Verbeugung vor Sta 
lin, denn das ist die Hereinnahme des bol 
schewistischen Vertrauensmannes Cripps 
in das Kriegskabinett, die sowjetrussischen 
Machthaber zu letzten verzweifelten An 
strengungen zu bewegen. Cripps gilt auch 
nach USA.-Berichten als Garantie für 
Moskau, daß die zugesagte Auslieferung 
Europas auch wirklich durchgeführt wird, 
wobei die Kriegshetzer von der falschen 
Voraussetzung ausgehen, daß ihnen doch 
noch irgend ein Erfolg beschieöen sei. In 
Londoner Betrieben und in manchen Stra 
ßenzügen kam es aus Anlaß zur Ernen 
nung Cripps zu kommunistischen Freudeu- 
kuudgebungen. In Manchester und Liver 
pool erzwangen die Kommunisten eine 
viertelstündige Arbeitspause, in der bol 
schewistische Redner sprachen. Churchill 
glaubt, einen klugen Schachzug getan zu ha- 
been und sieht nicht ein, daß er sich selbst 
mattgesetzt hat. Immer mehr entgleiten 
ihm die Zügel, und er ist nur noch eine 
Figur im Spiel Judas, für das Stalin und 
Roosevelt die Hauptfiguren sind. 
Eins hat Churchill noch erreicht: auch an- 
!)ere Völker und Staaten werden bedenklich 
angesichts dieser offenen Auslieferung 
Europas an den Bolschewismus. Solche 
Stimmen werden laut aus der Türkei, vor 
allem aber auch aus Schweden. Hier wit 
tern die Kommunisten Morgenluft und 
werden wieder aggressiv. Eine schwedische 
Zeitung spricht ganz offen von der Gefahr, 
die Schwede« bedroht? denn wenn die USA. 
und England den Sowjets die versprochene 
und so notwendige Hilfe geben wollen, 
werden sie — so meint „Goeteborg Posten" 
— versuchen, sich dafür einen kurzen und 
sicheren Weg über Skandinavien nach Mos 
kau zu schassen. Ob die Schweden daraus 
Folgerungen ziehen werden für ihre „neu 
trale" Haltung? Denn sie müssen ja wissen, 
daß dieser Weg über Skandinavien und da 
mit die Bolschewisierung Schwedens nur 
von einer Macht verhindert werden kann 
und verhindert werden wird, nämlich von 
Deutschland. 
Was an Presseänßerungen und anderen 
Verlautbarungen aus England und den 
USA. zu uns kommt, sind keine Zeichen, 
die einen Optimismus rechtfertigen, wie 
ihn Churchill gesehen haben möchte. In den 
USA. sieht man durch die anhaltenden 
Niederlagen auf allen Kriegsschauplätzen 
die Gefahr sür die atlantischen Lebens- 
liuieu gewaltig gesteigert. Die Möglichkeit, 
Japan von Tschungking-China aus frontal 
anzugreifen, schwindet immer mehr, je wei 
ter die Japaner auf Rangun vorstoßen, 
das bereits von ihrer Fernkampfartillerie 
beschossen wird. Die phantastischen Rü 
stungszahlen, die Roosevelt zu verkünden 
beliebte, decken sich nicht mit den tatsächr 
lichen Verhältnissen in der USA.-Jnöustrie, 
die unter einem großeu Facharbeitermangel 
leidet. Man sieht sich heute auch schon ge 
zwungen, Rohstoffe, die mau früher mühe 
los einführen konnte, durch neue Werkstoffe 
zu ersetzen, wie es die deutsche Industrie so 
erfolgreich vermag. Hierzu bedarf es aber 
langjähriger Forschungsarbeit, ehe mit der 
Massenproduktion begonnen werden kann. 
Wenn die Kriegshetzer den Versuch un 
ternehmen, von einem Feld anhaltender 
Niederlagen wie Ostasien abzulenken, dann 
stürzen sie nur in neue Schwierigkeiten. 
Der Winter hat zwar in der Führung un 
serer strategischen Operationen eine gewisse 
Pause notwendig gemacht, aber die auch in 
dieser Pause geführten Schläge ließen trotz 
dem den Gegner nicht zum Atmen kommen. 
In ungebrochener Kraft und mit neuen 
Reserven und neuem Kriegsmaterial steht 
die deutsche Wehrmacht mit ihren Ver 
bündeten im Frühjahr zu entscheidenden 
Schlägen Bereit -/-v 
Mn Kronprinz auf tzer Sühne 
Laser Moissejewitsch Kaganowitsch ist in 
den sowjetischen Verteidigungsrat berufen 
worden. Damit tritt eine Persönlichkeit — 
wieder! — vor das Rampenlicht der Welt 
öffentlichkeit, die die Fäden im Hintergrund 
zu ziehen gewöhnt war und ist. Die Kaga- 
nowitschs (Kohens) stammen aus einer ty 
pischen Handwerkerfamilie der östlichen Ju- 
denstäöte und stellen heute eine Minister- 
samilie in der Sowjetunion dar. Laser 
Moissejewitsch Kaganowitsch ist der älteste 
der drei Brüder, die Sowjetminister sind. 
Er ist verhältnismäßig noch recht jung: er 
ist 1984 geboren. Bizarr, aber dem ganzen 
„Milieu" entsprechend ist, daß L. M. Kaga 
nowitsch der . . . Schwiegervater des 13 
Jahre älteren Josef Stalin ist! Er hat ihm 
seine damals noch in sehr jugendlichem Al 
ter stehende Tochter Rosa zur Frau gegeben. 
Ob die seinerzeitige Gefangennahme eines 
Sohnes von Stalin aus einer früheren Ehe 
des Kremldiktators in diesen ehelichen Ir 
rungen und Wirrungen eine Erklärung 
findet, lassen wir dahingestellt. 
Laser Moissejewitsch Kaganowitsch — auf 
gut Deutsch: Lazarus Moses Kohen — war 
schon vor seiner familiären Verbindung mit 
Stalin ein sehr einflußreicher Mann? Er 
war Stalins rechte Hand als Personalchef 
der kommunistischen Partei. Dabei mutz im 
mer fest im Gedächtnis behalten werden, 
daß Stalin selbst seine Karriere, bei der er 
praktisch schon Lenin ausschaltete und später 
Trotzki überrannte, auf die Beherrschung 
des Parteiapparates aufbaute. Der „Perso 
nalreferent" der Parteibürokratie mußte 
für ihn angesichts dieser Sachlage von ent 
scheidend großer Bedeutung sein. Kagano 
witsch hat dann auch Stalin erhebliche 
Dienste im Kampf gegen den „Trotzkismus" 
geleistet. Er war der Hauptstreiter gegen 
das selbständige Bauerntum in der Sowjet 
union, vor allem in der Ukraine, auf die er 
einen besonderen Haß geworfen hat. Es liegt 
in der Natur der Sache, daß insbesondere 
die Juden in der Sowjetunion in Laser 
Moissejewitsch Kaganowitsch die Verkörpe 
rung ihres weitreichenden Einflusses sehen. 
1938/39 trat Laser Kaganowitsch etwas in 
den Hintergrund und wurde Verkehrsmi- 
nister („Kommissar"). Sein Bruder Michael 
ist Prodnktionsminister („Volkskommissar 
für Kriegsindustrie") und sein Bruder Jo 
sef steht an der Spitze des Kommissariats 
für Flugzeugindustrie. Mit der Berufung 
von Laser Kaganowitsch in den Verteidi 
gungsrat wird auf jedes verhüllende Fei 
genblatt verzichtet. Er hieß schon seit lan 
gem im inneren Bereich der Sowjetunion 
der „rote Kronprinz", wobei das schwieger 
väterliche Verhältnis dieses Kronprinzen 
zu dem regierenden Schwiegersohn Stalin 
besonders grotesk in Erscheinung tritt. Jetzt 
wird dieser merkwürdige „Kronprinz" der 
ganzen Welt zur Bewunderung präsentiert. 
Aaķieinscher Zerstörer 
versenke briļisches ASoo! 
Der italienische Wehrmachtbericht vom 
Sonntag hat folgenden Wortlaut: 
Die Lnftwasfen der Achsenmächte haben 
feindliche Hasenanlagen und Nachschub 
linien wirkungsvoll bombardiert und auch 
befestigte Anlagen und Flugplätze auf der 
Insel Malta mit gutem Erfolg angegriffen. 
Im Verlaufe einer Jagd aus briti- 
ch e U-Boote, die von unseren Flotteu- 
einheiten ausgeführt wurde, hat der Zer 
störer „Circe" eine feindliche Einheit ge 
zwungen, in beschädigtem Zustande an die 
Oberfläche anszusteige« und hat sie mit Ar- 
tilleriefener versenkt, nachdem vorher noch 
23 Manu der Besatzung gerettet werden 
konnten.
	        
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