Full text: Newspaper volume (1942, Bd. 1)

135. Jahrgang 
Schleswig-HolsterrnschL 
135. Jahrgang 
Renösburger Tàgeblait 
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K.26 
Sonnabend, den 31. Zanuar 
1342 
Der Führer spricht 
®cr Sieg - eine Gewißheit 
Die Kundgebung im Berliner Sportpalast zum 33. Januar 
TNB. Berlin, 30. Jan. Am Jahrestag der 
Machtergreifung veranstaltete der Gau 
Großberlin im Berliner Sportpalast eine 
gewaltige Kundgebung. Im Mittelpunkt 
der erhebenden Feierstunde, die durch den 
Berliner Gauleiter Reichsminister Dr. 
Goebbels eröffnet wurde, stand die Rede 
des Führers, der sein Hauptquartier im 
Osten für kurze Zeit verlassen hatte, um 
wie so oft an dem geschichtlichen Tage, zum 
deutschen Volk zu sprechen. 
Das nationalsozialistische Großdeutsch 
land hat sich auch an diesem 30. Januar — 
inmitten des größten Schicksalskampses der 
Weltgeschichte — versammelt, um neue 
Kraft zu schöpfen im Gedenken an den histo 
rischen 30. Januar 1933. Der Führer war 
es wieder, dessen Worte diesem Tage seine 
Weihe gaben. An der Schwelle des Jahres 
10 der nationalsozialistischen Revolution 
deutete der Führer den Sinn dieses Tages 
und krönte ihn mit neuen Parolen der 
Kraft und hinreißender Siegesgeivitzheit. 
Unwillkürlich gehen heute die Gedanken 
zurück zu jener Führerkunögebung des 
Jahres 1933 im gleichen Sportpalast. Es 
war wenige Tage nach dem nächtlichen Hül 
lt igungsmarsch der SA. durch das Bran 
denburger Tor und die Wilhelmstraße. Die 
dichten Massen in der weiten Halle des 
Sportpalastes standen — wie das gesamte 
deutsche Volk — noch unter dem gewaltigen 
Eindruck der Machtergreifung Adolf Hit 
lers. Unvergeßlich war damals der Augen 
blick, als der Führer an jenem Abend vor 
seine Getreuen trat, hinter sich den gewalti 
gen Sieg der nationalsozialistischen Er 
hebung. Und jeder fühlte es in jener Stun 
de, daß es die unbändige Glaubensstärke 
des Führers, sein ftahlharter, unerschütter 
licher Wille, sein seherischer Weitblick und die 
bedingungslose Treue der ihm Verschwore 
nen waren, die diesen Sieg errangen. Sie 
waren es auch, die das Wort des Führers 
Tat werden ließen, das er damals am Be 
ginn des nationalsozialistischen Freiheits 
marsches ausrief: „So wie mir und dieser 
Bewegung heute die Führung des Deut 
schen Reiches anvertraut worden ist, so wer 
den wir einst dieses Deutsche Reich wieder 
zu Größe und zum Leben zurückführen." 
Wie damals, so sind es auch heute wieder 
jener alles überströmende Glaube und die 
Willensyärte des Führes, die der ihm bis 
zum Letzten ergebenen Nation in diesem 
gigantischen Ringen auf Leben und Tod 
stets Quellen deP Kraft und der Zuversicht 
auf den Endsieg bedeuten. Heute wie da 
mals stehen Führer und Nation in dersel 
ben Wechselwirkung der Kampfgemeinschaft. 
Hierfür legte auch her 30. Januar 1942 
Zeugnis ab. _ 
Das weite Oval des Sportpalastes ist seit 
vielen Stunden überfüllt. In den ersten 
Reihen der Halle haben wie immer Ver 
wundete und Opfer der Arbeit die Ehren 
plätze erhalten. Die Klänge der Marsch 
musik werden immer wieder übertönt von 
den Ovationen für die ankommenden aus 
ländischen Gäste, die einen besonders herz 
lichen Charakter annehmen, wenn Vertreter 
der verbündeten und befreundeten Nationen 
erscheinen. 
Der Führer kommt 
Tann erheben sich die Hände und mit 
tiefer Ergriffenheit sehen die Tausende je 
nen Mann in ihrer Mitte, der in diesem 
gewaltigen Schicksalskampf die Schwere der 
Verantwortung auf seinen Schultern trügt, 
den Führer, zu dem ihre Gedanken so oft 
in ehrfürchtiger Liebe eilen. 
Als Dr. Goebbels den Führer mit den 
Worten begrüßt: „Wir alle freuen uns, Sie 
so frisch und so gesund unter uns zu sehen," 
bricht tosender, minutenlanger Beifall aus. 
Dr. Goebbels begrüßt dann hervorragende 
Vertreter des verbündeten Italiens, die sich 
von ihren Plätzen erheben, um für die stür 
mischen Heilrufe zu danken, die dem Duce 
und der italienischen Nation dargebracht 
werden. Der Hinweis Dr. Goebbels, daß 
Deutschland und Italien gemeinsam mit dem 
„Soldatenvolk der Japaner" zum Kampf 
um sein Lebensrecht angetreten ist, löst 
neue stürmische Beifallskundgebungen für 
unseren ostasiatischen Bundesgenossen aus. 
Dann kündigt Dr. Goebbels an: 
Zer Führer spricht..." 
Wie ein Mann erheben sich die Zehntau 
sende und huldigen ihrem Führer, der an 
das schlicht geschmückte Rednerpult tritt. 
Der Führer beginnt. Sofort ist jener tiefe 
innerliche Kontakt mit den Massen in der 
Halle und darüber hinaus mit dem gesamten 
deutschen Volk hergestellt, das draußen im 
Reich und noch weiter an den langen und 
fernen Fronten des Krieges seinen Worten 
lauscht. Als der Führer mit einem leicht 
hingeworfenen Satz von der Verschiedenheit 
des Forums spricht, das er und seine Gcg-i 
ner bevorzugen, als er davon spricht, daß 
die anderen vor Parlamenten reden, er aber 
zu denen spricht, aus denen er gekommen ist. 
nämlich aus dem Volk, da umbranden den 
Führer innigste Kundgebungen der Liebe 
und Dankbarkeit. 
Vom Herzen kommen, zum Herzen gehen 
die Worte des Führers. Durch alles leuchtet 
die Größe der Persönlichkeit, die aus einer 
schöpferischen Kraft die Führung der Nation 
übernahm. Heiliger Glaube, eiserner Wille, 
Zähigkeit und Beharrlichkeit, unter diesen 
Vorzeichen stehen alle Phasen des Kampfes 
um die Macht, die der Führer mit leben 
digster Eindringlichkeit aufzeigt. Der Sieg 
ist aber auch der Tapferkeit der Mitkämpfer 
zu danken, jener wahrhaft Starken, die mit 
dem Führer Erfolg und Rückschlag unbeug 
sam hinnahmen. Die Worte des Dankes an 
diese Männer unterstreicht stürmischer Bei 
fall. 
Mit der gleichen inneren Spannung fol 
gen die Zehntausende der Darstellung des 
Führers über den Weg, den die national 
sozialistische Bewegung nach der Machter 
greifung für die Erkämpfung der Freiheit 
nach außen zurückgelegt hat. Ueberlegen, 
scharf und treffend brandmarkt der Führer 
die Kriegsverbrecher Churchill und Roose 
velt, die das Reich inmitten seiner fried 
lichen Aufbauarbeit zum Abwehrkampf um 
seine Existenz zwangen. 
Schonungslos kennzeichnet Adolf Hitler 
das Judentum, diesen Weltfeind aller Zei 
ten. Herzliche Worte der Anerkennung 
zollte der Führer den Verbündeten, die mit 
begeisterter Zustimmung und lauten Bravo 
rufen aufgenommen werden. 
Erschütternd ist das Bekenntnis des Füh 
rers zu der gewaltigen Aufgabe, die ihm 
die Vorsehung übertragen hat, nämlich die 
Last dieses Krieges zu tragen. Leidenschaft 
licher Wille durchglüht seine Worte. Beifall 
brandet auf, als der Führer dann die Er 
folge unserer U-Boote erwähnt und des 
Generalobersten Rommel und seiner tap 
feren Kameraden gedenkt. Atemlos lauschen 
die Massen den Darlegungen des Führers 
über das Ringen an der Ostfront. Mit tie 
fer Dankbarkeit nehmen sie das Wort des 
Führers auf, daß er die Verantwortung für 
die Umstellung vom Angriff auf die Ver 
teidigung übernommen. 
Mit unvergleichlichen Worten würdigte 
der Führer das Heldentum des deutschen 
Soldaten. Gläubigen Herzens folgen die 
Zehntausende seinen Worten, in denen er 
seiner festen Zuversicht und seiner uner 
schütterlichen Siegesgewltzheit Ausdruck 
verleiht. Als der Führer seine fast zwei 
stündigen Ausführungen mit dem Appell 
an die Heimat schließt, weiterhin durch rast 
lose Arbeit der Front beizustehen, kommt 
es zu überwältigenden Kundgebungen der 
Zustimmung. 
Es dauert lange, ehe Gauleiter Dr. 
Goebbels den Führer bitten kann, dieses 
Gelöbnis der Heimat wieder mit zurück auf 
das Feld der Waffen zu nehmen. Der er 
neute Sturm der Begeisterung klingt wie 
ein heiliger Schwur der Heimat, auszuhar 
ren bis zum Endsieg. Er steigert sich noch, 
als Dr. Goebbels das Siegheil aus de» 
Führer der deutschen Nation ausbringt, der 
bald darauf unter den endlosen Heilrufen 
der Menge den Saal verläßt. 
Moskaus Plâue für die Neuordnung Europas 
re Istanbul, 31. Januar. 
(Drahtbericht unseres Mitarbeiters.) 
Neutrale Persönlichkeiten, die dieser Tage 
aus Moskau in der Türkei eingetroffen 
sind, berichten, daß die bolschewistischen 
„Pläne für eine Neuordnung Europas un 
ter dem Protektorat der Sowjetunion", wie 
sie seit den letzten Verhandlungen Stalins 
und Molotows mit dem englischen Außen 
minister Eden festgelegt worden sind, unter 
anderem auch eine umfassende Aenderung 
der Bevölkerung Ungarns, Finnlands und 
Polens vorsehen. Um den Sowjets einen 
auch volkspolitisch wirksamen Vorstoß in 
den mitteleuropäischen Raum zu ermög 
lichen, sollen die Ungarn in Turkestan, die 
Polen an der Ostseite des Urals, die Fin 
nen gleichfalls auf asiatischem Boden unge 
fähr im Stromgebiet der Lena angesiedelt 
werden. 
Es ist klar, daß eine Verwirklichung die 
ser verbrecherischen Pläne, die bezeichnen 
derweise die Zustimmung Englands gefun 
den haben, der völligen Ausrottung der ge 
nannten Völker gleichkommen müßte. Die 
furchtbaren Greueltaten der Sowjets, die 
in diesem Feldzug aufgedeckt worden sind, 
würden dann wohl eine Wiederholung von 
unvorstellbaren Ausmaßen finden. Nur ein 
Bruchteil dieser zwangsweise evakuierten 
Menschen würde tatsächlich den neuen Be 
stimmungsort erreichen. Daß man dank der 
militärischen Siege Deutschlands und seiner 
Verbündeten in Moskau niemals eine 
Möglichkeit haben wird, dieses phantastische 
Projekt durchzuführen, ändert iJchts an der 
bestehenden Absicht der Aufrichtung einer 
Herrschaft der Sowjets über Europa mit 
der Vernichtung von Millionen Männern 
Frauen und Kindern. 
Zie arabische Welk horcht aus 
out. Berlin, 31. Januar. 
Drahtbericht uns. diplomatischen Vertreters 
Von englischer Seite wurde wiederholt 
behauptet, daß der Vertrag mit der Regie 
rung des Irans, durch den die Unterwer 
sung des Landes unter die englische Ober 
hoheit rn eine bindende Form gebracht wer 
den soll, perfekt geworden und vom Parla 
ment genehmigt sei. Nach in Ankara vor 
liegenden Nachrichten, wo man über die 
Vorgänge in Teheran gut unterrichtet sein 
dürfte, ist dies jedoch nicht der Fall. 
Beobachter der Stimmung im Vorderen 
Orient stellen fest, daß in den Ländern, die 
ich im Verlauf des letzten Jahres wohl 
oder übel der englischen militärischen 
Uebermacht gefügt haben, der Drang nach 
Selbständigkeit in stetem Wachsen ist und 
daß die Zertrümmerung der englischen 
Vorherrschaft in Ostasien durch die Japaner 
bei den unterdrückten arabischen Völkern 
allgemein die Erwartung hervorgerufen 
hat, daß auch für sie der Tag der Befreiung 
bald kommen werde. 
Neben den japanischen Siegen haben be 
sonders die Kriegserklärung Thailands an 
England und die Vereinigten Staaten, der 
Anschluß der malaiischen Fürsten an die 
Japaner und die Bildung burmesischer und 
indischer Freiwilligenkorps aufrüttelnd 
im Vorderen Orient gewirkt. Anscheinend 
hat jetzt auch die britische Regierung die 
bisherige Lesart aufgegeben, daß diese Län 
der die freiwilligen Bundesgenossen Eng 
lands seien, denn Churchill hat in seiner 
Rede davon gesprochen, daß sie „unter der 
Kontrolle Englands" stünden. Diese Kon 
trolle wurde ausgeübt durch die militäri 
sche Besetzung, welche England im Iran 
bekanntlich mit der Sowjetunion teilte, und 
sie wird nur solange dauern, bis das Ara- 
bertum im gegebenen Augenblick zum or 
ganisierten bewaffneten Widerstand schrei 
ten kann. 
Wiederholung der Führerrede 
im Rundfunk am Sonnkag 
Die Rede des Führers, die er im Sport 
palast anläßlich des 9. Jahrestages der 
Machtübernahme gehalten hat, wird Sonn 
tag, den 1. Februar, im Anschluß an den 
Iv-Uhr-Nachrichtendienst über alle deutschen 
Sender wiederholt. 
Letzter Fņņk 
Die japanischen Truppen haben Kulai, 
18 Km. nördlich von Singapur, erobert. 
Nur noch fünf Flugplätze auf Malaia be 
finden sich in britischer Hand. Vier davon 
liegen auf der Insel Singapur und einer 
im Süden von Johur. Alle fünf sind durch 
die wiederholten Bombenangriffe schwer 
beschädigt. — Bei einem Luftangriff auf 
Rangoon schossen die Japaner fünf feind 
liche Maschinen ab. 
Die Einnahme von Benghasi hat in der 
gesamten italienischen Oeffentlichkeit Freu 
de und Genugtuung hervorgerufen. Es 
wird darauf hingewiesen, daß die englischen 
Offensivpläne damit als gescheitert anzu 
sehen seien. Der Fall von Benghasi habe 
den britischen Illusionen eine bittere Ent 
täuschung gebracht, schreibt „Telegrafo". 
Die Lissaboner Zeitungen melden aus 
Johannesburg, daß in den südasrikanischen 
Goldmine« große Sabotageakte ausgeführt 
wurden. Zahlreiche Pfeiler im Innern der 
Mine, an denen die Leitungsdrähte für den 
elektrischen Strom angebracht waren, wur 
den mit Dynamit gesprengt. 
Reichsminister Dr. Göbbels gab am Frei 
tag zu Ehren der italienischen Parteidele- 
gation, die als Abgesandte des Duce der 
saschistischen Partei zum Tage.der Macht 
übernahme nach Berlin gekommen war, in 
der blauen Galerie des Reichsministeriums 
für Volksaufklärung und Propaganda einen 
Empfang.
	        
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