Full text: Newspaper volume (1935, Bd. 1)

Erlebnisse des NeichsstatthalLers von Mecklenburg 
im mitteldeutschen Aufruhr. 
Reichsstatthalter und Gauleiter Friedrich 
Hildebrandt stand im Frühjahr 1920, als der 
Kapp-Putsch die Regierung Noske-Bauer hin 
wegfegte und der Generalstreik ausbrach, als 
Sipowachtmeister in Weißenfels a. d. S. Er 
war 1916 als Kriegsfreiwilliger beim Reserve- 
Infanterieregiment Nr. 24 eingetreten, mehr 
fach verwundet und ausgezeichnet worden. 
Nach der Novemberrevolte 1918 ging er mit 
dem Freikorps Brandis ins Baltikum. Dann 
kam er zur Sicherheitspolizei in Mitteldeutsch- 
lands rötesten Bezirk. Er hat in hervorragen 
dem Maße Anteil gehabt an dem politischen 
Geschehen, hat erlebt, wie eine unfähige Füh 
rung furchtbares Blutvergießen verschuldete, 
wie verhandelt werden sollte, wo nur die Tat 
retten konnte, und wie aus der Mannschaft 
heraus durch verantwortungsbewußtes Han 
deln Schlimmstes verhiitet wurde. 
* 
In Mitteldeutschland tobte der rote Auf 
ruhr. Die Verteidiger des Staates waren im 
ganzen Gebiet auf wenige Inseln beschränkt, 
die sie hielten. In Stadt und Land regierte der 
Terror. Die Arbeit ruhte. Die Kartoffel 
mieten wurden geplündert, dem Bauern das 
Vieh weggetrieben. Die letzten Waffen wur 
den aus den Häusern der Bürger geholt. 
In dem kleinen Städtchen Osterfeld im 
Weißenfelser Landkreis hatte sich eine Ein 
wohnerwehr von 80 Mann gebildet, die von 
der Naumburger Artillerie Waffen empfangen 
hatte. Sie wollte nichts weiter, als Ruhe und 
Ordnung schützen. Die roten Massen aber 
wollten aufmarschieren, um der Reichswehr 
politische Gefangene zu entreißen. Vor Oster 
feld blieben sie stehen. Rings um das Städt 
chen waren auf allen Dörfern die Bauern ent 
waffnet. Osterfeld wurde belagert. Der Bür 
germeister erbat Schutz vom Landrat. Schließ 
lich treffen aus Weißenfcls zwei Autos mit 
Sipo ein. Es sind ein Offizier und 36 Mann, 
unter ihnen Reichsstatthalter Hildebrandt als 
einfacher Sipowachtmeister. 
Die Lage ist äußerst bedrohlich. Von allen 
Seiten strömen bewaffnete rote Massen nach 
Osterfeld von Zeitz, Teuchern, Weißenfels... 
Bon allen Seiten knallen Schlisse in die Stadt. 
Aber die Sipo hält den Ort fest. Die kleine 
Truppe soll Befehl gehabt haben, am Abend 
wieder nach Weißenfels zurückzukehren. An 
gesichts der dem Ort drohenden Gefahr ent 
schließt sich der Offizier, zu bleiben. 
Die Stacht verläuft ruhig, auch der Vor 
mittag des folgendes Tages. Von der Bürger 
wehr hatten sich schon manche zurückgezogen, 
um nicht wiederzukommen. Schließlich kommt 
Nachricht, daß von Weißenfels her der Kom 
mandeur der Sipo den Ort befreien werde. 
Plötzlich setzt der Angriff wieder verstärkt ein. 
Es kommt zu einem schweren Straßengefecht. 
Auf einmal wird befohlen, von wem, das 
weiß niemand: „Feuer einstellen! Verhan 
deln!" 
Es wird verhandelt. Die Bürgerwehr 
trägt ihre Waffen im Rathaus zusammen. 
Freier Abzug wird der Sipo versprochen. 
Da knallt ein Schuß. 
Im gleichen Augenblick fallen die schwer 
bewaffneten Roten über die Waffenlosen her, 
über alles, was so aussieht, wie ein Gegner. 
Der tapfere Bürgermeister wird totgeschlagen. 
Der Sipooffizicr mit all seinen Leuten — bis 
auf vier — wird niedergemacht. Alle bleiben 
tot oder furchtbar zugerichtet liegen. Nur 
dem jetzigen Gauleiter Hildebrandt gelang mit 
weiteren drei Kameraden die Flucht, da er 
sich gerade im Rathaus befand, vor welchem 
verhandelt worden war. Noch lange mußten 
Osterfelder Bürger der Heimat und ihren 
Familien fernbleiben, da man sie daheim tot 
zuschlagen beabsichtigte. v 
Wieviele in und bei Osterfeld gefallen sind, 
ist nicht bekannt. Die Roten haben im Straßen 
kampf schwere Verluste gehabt. Wieviel Tote 
die Sipo hatte und wo sie beerdigt sind, weiß 
man heute noch nicht. Verwundete wurden 
schließlich in Sicherheit gebracht oder von den 
Roten gefangengehalten, bis alles vorüber 
war. 
* 
Ter 21. März. 
Heute sind bei der im Weißenfelser Schloß 
untergebrachten. Sicherheitspolizei nur noch 
wenige Mann, die den Ausmarsch nach Naum 
burg miterlebt haben. Sie sind immer noch 
erfüllt von Erbitterung und Zorn über das, 
was sie vor 14 Jahren an Furchtbarem durch 
machen mußten, weil die Führung versagte. 
Die Weißenfelser Sipo war kurz vor Aus 
bruch der Unruhen mit 450 Mann verstärkt 
worden, die vom Jüterboger Lager kamen. 
Nach Ansicht der Mannschaft war die Be 
satzung des Schlosses so stark, jeden Angriff 
abwehren zu können und sogar ausreichend, 
die Stadt vollkommen zu beherrschen. 
Die heute noch bei der Truppe befindlichen 
Hauptwachtmeister berichten: Schon als sämt 
liche Fensterscheiben im Schloß zerschossen 
waren, behauptete der Kommandeur am Fern 
sprecher den vorgesetzten Behörden in Merse 
burg gegenüber, in Weißenfels sei alles ruhig. 
Das wiederholte sich verschiedene Male. In 
Wirklichkeit hatten sich die Aufrührer schon 
längst aus den Dächern der dem Schloß benach 
barten Häuserreihen Schützen- und Maschinen 
gewehrnester eingerichtet. Nachts konnte die 
Sipo nirgends Licht anzünden. Wo sich ein 
Ziel zeigte, schossen die Spartakisten. Nach 
außen aber wurde gemeldet, es sei alles ruhig. 
Wachtmeister Hildebrandt war Vertrauens 
mann der Hundertschaft. Als es hieß, der 
Oberst W. sei bereit, der Arbeiterwehr 500 
Gewehre auszuliefern, protestierte er und er 
klärte, der Oberst habe nicht mehr das Ver 
trauen der Mannschaft. So wurde Major H. 
die Führung übertragen. Von Verhandlungen 
war nun nicht mehr die Rede. 
Nun kam der Befehl, das Schloß zu räumen 
und nach Naumburg zu marschieren zur Ver 
stärkung der dortigen Reichswehr. 
Ter Abmarsch wurde sorgfältig vorbereitet. 
Alle Munition, die nicht mitgenommen werden 
konnte, wurde in einen tiefen Brunnen ver 
senkt, wo sie später auch unversehrt wieder ge 
borgen werden konnte. 
Die Roten erwarteten einen Marsch durch 
die Naumburger Straße und hatten einen 
heißen Empfang vorbereitet. Sie wurden 
getäuscht. Nachdem vom Turm des Schlosses 
aus eine Mine auf den Markt gesetzt worden 
war, zog man, sogleich das Freie gewinnend, 
die Zeitzer Chaussee hinaus. Durch Minen- 
und Artilleriegeschosse waren vorher noch die 
gefährlichsten MG.-Nester des Gegners zer 
stört worden. 
Die Ausständischen kannten das Ziel der 
Sipo. Sie versuchten, ihr den Weg nach Naum 
burg zu verlegen. Als die Sipokolonne in 
einem langgestreckten Hohlweg bei Unternassa- 
Wiedebach zu kurzer Rast hielt, sah sie sich von 
immer zahlreicher werdenden bewaffneten 
Massen umgeben. Tausende umlagerten die 
Kolonne, die verloren war, wenn der Ring 
nicht endlich durchbrochen wurde. 
Ein Stoßtrupp Freiwilliger wurde gebildet 
unter Führung von Leutnant Gräber. Es 
waren nicht alle Sipomänner kriegserfahrene 
Soldaten. Manch einer kam aus der Etappe, 
war nervös, und so mußten die Besten und 
Tapfersten vor. 
Ein Geschütz schoß Bresche. Es mußte hin 
auffahren, aus der Deckung heraus. Bald 
war seine gesamte Bedienung und Bespan 
nung zusammengeschossen. Ihre Tapferkeit 
und ihr Opfermut hatten aber genügt, dem 
Stoßtrupp Bahn zu brechen, der nun, mit 
Wachtmeister Hildebrandt an der Spitze, vor 
brach. 
Unter schweren Verlusten wurde der Gegner 
zurückgeschlagen und der Abmarsch gesichert. 
Die Vereinigung mit der Reichswehr gelang. 
Was sonst noch in der Politik? 
„Dänemark mnß seine Flotte 
reorganisieren". 
Der konservative Folketingsabgeordnete Ka 
pitän z. S. W e st e r m a n n hat in der konser 
vativen Gruppe des dänischen Studentenver 
eins einen Vortrag über Dänemarks Flotte 
gehalten, die er als „unverwendbar" bezeich 
nete. Die Situation Europas von heute ver 
lange, daß eine Versäumung der dänischen 
Landesverteidigung aufhören müsse. Wenn 
Deutschland nunmehr zweifellos bald den letz 
ten Schritt von Versailles fort tue, nämlich 
den Bau von Unterseebooten beginne, so 
müsse Dänemark seine Flotte reorganisieren, 
so daß diese in den Stand gesetzt werde, eine 
Sperrung der Durchfahrtsgewässer zu erzwin 
gen. Wenn Dänemark nicht imstande sei zu 
verhindern, daß Großmachtheere Dänemark 
besetzten, um die Durchfahrtsgewässer zu be 
herrschen, so habe Dänemark sich über die Be 
stimmungen der Haager Konvention hinweg 
gesetzt. 
* * * 
kWMNtttzserhgMmgeti 
zwischen der dänischen yegierung 
und der Inuernlinken. 
Die parlamentarische Lage in Dänemark hat 
sich nach dem Scheitern einer Reihe größerer 
Regierungsvorlagen so entwickelt, daß die 
dringendsten Fragen der Zinsgesetzgebung und 
der Erleichterung der Lage der Landkredit- 
vcreine sowie die Frage von Zinszuschüssen 
an Landwirte, nur durch einen neuen Ver 
gleich zwischen den Regierungsparteien und 
der Venstre gelöst werden können. Die Re 
gierung hat ein Interesse daran, diese laud- 
wirtschaftsfreundlichcn Maßnahmen durchzu 
führen, um auf der anderen Seite die Venstre 
für ihre eigenen Vorlagen — das Beschäfti 
gungsprogramm, die Umbildung der Natio 
nalbank und die völlig aussichtslose Verfas 
sungsfrage zwecks Einführung des Einkam 
mersystems in Dänemark — zu erwärmen. 
Vergleichsverhandlungen und vertrauliche Er 
örterungen zwischen Regierung und Venstre 
sind im Landsting bereits eingeleitet. Die 
größten Venstrezeitungen rufen aber bereits 
jetzt die Venstreabgeordneten zur Ordnung 
und erklären, daß die Wähler einen Knhhan- 
del, wie er zwischen Regierung und den Ab 
geordneten der Venstre im Landsting geplant 
scheint, unter keinen Umständen mitmachen 
werden. Die Regierung habe durch ihre letzten 
Vergleiche mit den Konservativen gezeigt, daß 
sie nicht das geringste Interesse für die Sor 
gen der Landwirtschaft habe. Die Landwirt 
schaft fordere erwerbsmäßige Gleichstellung 
mit den übrigen Erwerbsgruppen des Landes. 
Die Abweisung der landwirtschaftlichen For 
derung und die gleichzeitige Bereitwilligkeit, 
der Industrie durch Zölle Ueberpretse für ihre 
Produkte zu sichern, zeigen, was Herr Stau- 
ning für die dänische Landwirtschaft übrig 
habe. Auf die Mithilfe der Venstre müsse er 
bei seiner Politik verzichten. 
* * * 
„IestWM ist MenMs 
einziger Feind!" 
Dänischer nationalsozialistischer Protest. 
KNŞ. Die vom halbamtlichen Ritzauschen 
Bureau in seinem Bericht von der Kundge 
bung des „Flensborg-Samfundct" in Kopen 
hagen verbreitete Aeußerung des Professors 
Jonas Collin: „Deutschland ist Dänemarks 
scheu Nationalsozialisten zu folgendem Pro 
test Veranlassung: 
„Soweit man aus den Berichten ersehen 
kann, entbehrt die Aeußerung einer Begrün 
dung. Solche kann auch nicht gegeben werden, 
und man verlangt sie natürlich nicht in den 
Kopenhagener Kreisen, die Nationalhaß als 
Sport betreiben. Falls der geehrte Professor 
oder seine Zuhörer sich die Mühe machen, ge 
wöhnliche dänische Arbeiter, Bauern oder Er 
werbstätige zu fragen, wo die Feinde der 
dänische Heime sind, so würden sie in dieser 
Verbindung nicht den Namen Deutschlands 
hören. Während der Feind des arbeitenden 
Volkes, der einzige wirkliche Feind, den das 
dänische Volk hat, die internationale Hoch 
finanz und deren hochbesoldete Vögte inner 
halb des Systems und der Klassenparteien je 
des einzelne gewöhnliche dänische Heim ver 
heeren, gar oft mit dem Tod als Folge, steht 
ein Professor in Kopenhagen auf und fordert 
zu unversöhnlichem Haß gegen ein freundlich 
gesinntes Nachbarvolk auf. So machte man es 
stets, wenn etwas verborgen, wenn Schänd 
lichkeiten verhüllt werden sollten. Wer hat 
diesem Professor ein Mandat verliehen, im 
Namen des dänischen Volkes zu reden? Das 
Volk ist das nicht. Wurde der Professor ge 
kauft, um seine falsche Rede zu halten? — 
Wahrscheinlich. Die Juden in Dänemark sind 
ja nicht arm. Stecken andere schädliche Kräfte 
dahinter, die dem Professor-Hampelmann an 
den Rockschößen zupfen?" 
* * * 
Iudlîs und die Inļellàellen. 
Dänemarks Intellektuelle scheinen jetzt in 
das Stadium gekommen zu sein, aus das sich 
einstmals ihre deutschen linzwischen emigrier 
ten) Kollegen viel zugute hielten. Nachdem 
eben erst der von dem Pastor-Schriftsteller 
Kay Munk „auf modern" bearbeitete Hamlet 
in dem für Kopenhagen repräsentativen 
Betty-Namen-Theater einen phantastischen 
Durchfall verbuchen konnte, erscheint jetzt mit 
einem Judas-Drama der Schriftsteller Oluf 
Bang auf der Bildflüche. 
Dieser Herr Bang will, wie wir „Politiken" 
entnehmen, den Beweis erbringen, daß Ju 
das, der den Herrn um dreißig Silberlinge 
verriet, kein Verräter war, sondern einer, der 
an dem Herrn „verzweifelte". Es sei doch, 
meint Herr Oluf Bang, unter keinen Umstän 
den anzunehmen, daß Christus, der die Men 
schen kannte, einen Schurken in seiner Ge 
sellschaft geduldet hätte. Nein, Judas sei ein 
„vollkommen ehrlicher Mensch" gewesen, der 
wie viele andere an das Reich Gottes auf Er 
den geglaubt habe und verzweifelt gewesen 
sei, daß diese messianische Prophezeiung sich 
nicht vor seinen Augen erfüllte. Herrn Bang 
zufolge hat Judas also aus Verzweiflung 
dreißig Silberlinge in die Tasche gesteckt, um 
dafür den Herrn zu verraten. 
In Deutschland wird man sich an eine ähn 
liche literarische Schurkenrettung erinnern, die 
vor Jahren ein gewisser Alfred Kerr, der Lite 
raturpapst des Berliner Kurfürstendamms, 
unternahm. Dieser Herr Kerr, dessen Elabo 
rate heute die Spalten der Emigrantenpresse 
zieren, versuchte einmal in einer Reihe von 
Feuilletons nachzuweisen, daß der Jude 
Shylock in Shakespeares „Kaufmann von 
Venedig" völlig in seinem Recht sei. An Judas 
Jscharioth hat sich unseres Wissens freilich 
nicht einmal Herr Kerr herangetraut. 
Judenfeindliche Ausschreitungen. 
DNB. Kowno, 25. März. In der litauischen 
Stadt Tauroggen kam es zu judenfeindlichen 
Ausschreitungen, wobei eine große Menschen 
menge die Fenster aller fünf Synagogen in 
Tauroggen und die eines von einem Juden 
bewohnten Hauses einschlug. 50 Kundgeber 
wurden verhaftet. An den Ausschreitungen be 
teiligten sich in der Hauptsache Schüler des 
litauischen Lehrerseminars in Tauroggen. 
* * * 
Neues Gebäude 
für das Lustfahrļmîmsterium. 
DD. Berlin, 22. März. Auf dem Gelände 
des früheren preußischen Kriegsministeriums 
in der Leipziger- und Wilhelmstraße sind zur 
zeit Bauarbeiten im Gange. Hier wird durch 
einen Um- und Erweiterungsbau das neue 
Dienstgebäude des Reichsluftfahrtministeriums 
errichtet. Im Interesse der Vereinfachung und 
Beschleunigung des Geschäftsbetriebes werden 
in diesem Gebäude auch andere Dienststellen 
der Luftfahrt untergebracht werden. Mit der 
Fertigstellung des Baues ist noch im Laufe 
dieses Jahres zu rechnen. 
13 bulgarische Soldaten wegen kommunistischer 
Umtriebe verurteilt. 
DNB. Sofia, 25. März. Das Sofioter Mili 
tärgericht fällte am Montag das Urteil gegen 
13 Soldaten des 2. Feldpolizei-Regiments in 
Sofia, die sich wegen kommunistischer Um 
triebe und Zellenbildung innerhalb ihrer 
Trupps zu verantworten hatten. Zwei Sol 
daten wurden znm Tode durch den Strang, 
die übrigen zu langjährigen Zuchthausstrafen 
verurteilt. 
Seit zwei Tagen wird auch in der südbul 
garischen Tabakstadt Haskovo ein kommunisti 
scher Riesenprozeß gegen 68 Verschwörer ver 
handelt, zu dem über 120 Zeugen aufgeboten 
sind. Bei den Angeklagten handelt es sich um 
Arbeiter, Gymnasiasten, Studenten und einige 
Lehrer, die ihre staatsfeindliche Tätigkeit so 
gar auch in Kasernen zu tragen versuchten. 
Politischer Kurzsunk von heute, 
Der Führer und Reichskanzler hat an Kö 
nig Fuad zu dessen heutigem Geburtstage herz 
liche Glückwünsche und zugleich aufrichtige 
Wünsche für baldige Genesung übermittelt. 
Die Führung des Reichsverbandes der Balti 
kumkämpfer hat der Kommandeur der Eiser 
nen Division, Major Bischofs, Ritter des 
Ordens Pour le merite, übernommen. Dem 
tapferen Baltikumkämpfer war 15 Jahre lang 
die Rückkehr nach Deutschland verboten ge 
wesen. 
Der Führer der dänischen Konservativen, 
Christmas Möller, hält es für nicht unwahr 
scheinlich. daß in den nächsten Wochen Neu 
wahlen für den dänischen Reichstag nötig wür 
den. Die Regierung sei festgefahren, und die 
Bewegungen, die augenblicklich im Lande auf 
treten, könnten es natürlich machen, die Wäh 
lerschaft zu befragen. 
Das Gesetz übex die Organisierung der pas 
sive» Luftverteidigung wurde von der französi 
schen Kammer mit 461 gegen 11 Stimmen an 
genommen. Danach trägt der Staat 99 Proz. 
der Kosten für den Bau bombensicherer Unter 
stände. Es wurde auf die Maßnahmen hinge 
wiesen, die Sowjetrußland und Deutschland 
zum Schutze der Zivilbevölkerung gegen Gas 
angriffe getroffen haben. Der frühere Luft 
fahrtminister Pierre Cot erklärte, daß 
man sich seiner Ansicht nach mehr um die 
aktive Abwehr kümmern möge. 
Danzig. Die Polizei hielt in Zoppot in einer 
einziger Feind!" gibt dem Organ der öäni- Wahlversammlung der Danziger Sozialdemo 
kraten eine Razzia ab. Es wirrden dabei meh 
rere Waffen gefunden. 13 Personen wurden 
verhaftet. 
Washington. Senator Borah erklärte einem 
Vertreter der Associated Preß, die deutsche Auf 
rüstung dürfte eher zur Befriedung Europas 
beitragen, als Ursache eines künftigen Krieges 
sein. Er habe wiederholt gesagt, daß es nie 
mals in Europa einen wirklichen Frieden gebe, 
wenn nicht der Versailler Vertrag außer Kraft 
gesetzt werde. 
Königsberg. Dem Sonderberichterstatter der 
„Preußischen Zeitung", der zur Urteilsverkün 
dung im Memelländerprozeß nach Kowno rei 
sen wollte, wurde das Einreisevisum verwei 
gert. 
Brüssel. Das neue belgische Kabinett ist ge 
bildet worden. Das Außenministerium über 
nimmt neben dem Ministerpräsidium van 
Zeeland. Der bisherige Außenminister Hymans 
gehört dem Kabinett als Minister ohne Porte 
feuille an. 
Verantwortlicher Hauptschriftleiter und Herausgeber; Fer« 
dtnand Möller. 
Stellvertreter des Haupischristletters: Herbert Pirhlrnanit, 
Verantwortlich für Politik: Herbert Pichlmann; für den all 
gemeinen Teil: Ädolt Gregory für den wirtschaftlichen 
Teil: t. B. Ferd. Möller; für den provinziellen und 
örtlichen Teil: Karl Müller, alle in Rendsburg. 
Verantwortlicher Vnzet-enleiter: Karl Jacobsen, Rendsburg, 
Verlag und Druck: Heinrich Möller Söhne, Rendsburg. 
D*A- Schleswig.Holsteinische Landeszeitung (Rendsburg« 
Tageblatt — Hohenwestedter Zeitung — Die Landpost 
Hanerau.Hademarschen >-^> Eüderbraruper Tageblatt) 
Itz Sö 13 5138,
	        
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