Full text: Newspaper volume (1935, Bd. 1)

128. Jahrgang. 
128. Jahrgang. 
RenösdurgLL TagebloLL 
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Geschehen der jüngsten Vergangenheit als auch 
der Gegenwart — ein Staat stets bewußt Ver 
treter einer — mehr oder minder weltanschau 
lich verbrämten — hemmungslosen Expansi 
onspolitik — Rußland — durch den poli 
tischen P a n s l a v i s m u s der Vorkriegs-' 
zeit und als Träger der kommunisti- 
s ch e n W e l t e r o b e r u n g in der Gegenwart. 
Daß sich die geistigen Grundlagen seiner 
Außenpolitik geändert haben mögen, ist dabei 
von untergeordneter Bedeutung. Das politische 
Ziel — die uneingeschränkte Ausdehnung sei 
ner politischen Macht — ist jedenfalls das 
Gleiche geblieben und hat sich — im Vergleich 
zu dem der Vorkriegszeit noch gesteigert. Denn 
in jedem Fall war und ist durch Rußlands 
Außenpolitik die abendländische Kultur — und 
damit der Bestand der europäischen Staaten 
welt überhaupt — im höchsten Matze gefährdet. 
Ter russische Panslavismus war in erster 
Linie — wenn nicht ausschließlich — eine po 
litische Forderung und von größtem 
Einfluß auf die politische Welt der Vorkriegs 
zeit und den Ausbruch des Weltkrieges. 
Rußland forderte im Namen des Pansla 
wismus einen Zusammenschluß aller 
slawischenNationen unter seiner 
ausschließlich politischen Füh 
rung, gleich ob diese in andere Staaten ein 
gegliedert waren (Tschechen, Ruthenen — Po 
len —) oder selbst auch staatliche Freiheit be 
saßen (Serbien, Montenegro, Rumänien, Bul 
garien und auch Griechenland). 
(Fortsetzung folgt.) : 
Ģààen tut Terlgelchichie. 
Nationalsozialismus und Panslawismus 
rerseits beide ihrem Wesen nach gebunden an 
Raum und Volk und haben nur deshalb 
Wert und innere Berechtigung, weil sie aus 
schließlich in den Dienst unseres Volkes ge 
stellt sind. Denn die Geschichte lehrt, daß Welt 
anschauungen mit ziel- und zeitloser politischer 
Expansion letzten Endes den Keim zu künfti 
gen Kriegen in sich tragen und damit wieder 
um die erste — und auch schwerwiegendste — 
Ursache zum Zerfall des Volkes, dem sie allein 
zu dienen haben, selbst bilden. Sobald eine 
politische, von einer bestimmten Weltanschau 
ung getragene Bewegung dahin strebt, die ihr 
räumlich und blutsmäßig gegebenen Grenzen 
zu überschreiten, wird ihre weltanschauliche 
Grundlage erschüttert und das politische Ziel 
dadurch unklar. Der Untergang des alten 
Assyrien, des Perserreiches, des griechischen 
und römischen Reiches, der Zusammenbruch 
des deutschen Kaiserreiches im Mittelalter und 
des Reiches Napoleons I. sind warnende Bei 
spiele dafür. Und „Geschichte lernen, ihrem 
Sinn nach verstehen und begreifen, heißt aus 
ihr die Nutzanwendung für die Gegenwart 
ziehen" (Hitler a. a. O. S. 129). 
Wenn danach durch das dritte Reich der 
europäische Friede nicht bedroht wird, so ist 
andererseits — sowohl nach dem politischen 
Regierungsassessor Kummer-Rendsburg schreibt: 
Zweck und Wesensinhalt des Staates — und 
damit der Staatsgedanke schlechthin — haben 
seit dem 30. Januar 1933 in Deutschland eine 
grundlegende Aenderung erfahren. Denn seit 
diesem Tage ist die Weltanschauung 
des Nationalsozialismus auch recht 
lich sanktioniert und damit zum Grundgesetz 
des Staates erhoben worden. 
Es entspricht dem Wesen einer Weltan 
schauung, daß sie nicht nur auf bestimmten 
Lcbensgebieten unmittelbar oder mittelbar 
das Handeln der Menschen und damit auch 
das des Volkes bestimmt. Sie erfaßt vielmehr 
uneingeschränkt alle Gebiete menschlichen und 
staatlichen Lebens. Deshalb mußte sich nicht 
nur die Einstellung des einzelnen zum Staat 
und sein Eigenwert gegenüber der Nation 
ändern. Vielmehr wurde darüber hinaus der 
Staat als solcher bewußt und ausschließlich in 
den Dienst der Volksgemeinschaft gestellt. Denn 
das Bekenntnis zur Volksgemeinschaft und 
sein höherer, entscheidender Wert gegenüber 
den Interessen der Einzelperson ist die Grund 
forderung des Nationalsozialismus. 
Im engen Zusammenhang damit steht der 
Rassegedanke, die Forderung der Rein 
haltung und Hochzüchtung der Rasse. Denn 
die Menschen unterscheiden sich rassisch nicht 
nur äußerlich) auch die Gesinnung, die Gei 
steshaltung und damit die Einstellung zur 
Volksgemeinschaft, zur Nation sind letzten 
Endes rassisch bedingt. Soll die Volksgemein- , 
schaft Wirklichkeit und zerstörende Erschütte 
rungen vermieden werden, dann können ihr 
nur Menschen der gleichen — arischen — Rasse 
angehören (hierzu Hitler, Mein Kampf, Seite 
315). Der Staat ist mithin nach nationalsozia 
listischer Auffassung nichts anderes, als die 
„rechtlich organisierte, rassisch bedingte und 
orientierte Volksgemeinschaft". 
Der nationalsozialistische Staat unterscheidet 
sich von dem von ihm abgelösten Staat noch 
weiter durch seine Stellung zur Weltanschau 
ung überhaupt. Die Staatsführung des Bis- 
marckschen Reiches entschied und bestimmte 
nicht von sich aus, welche Weltanschauung 
ausschließlich richtunggebend sein sollte. 
Eine solche Entscheidung unterblieb — und 
mußte unterbleiben — weil der Freiheit der 
Persönlichkeit sich alles andere unterzuordnen 
hatte. 
Deshalb entstanden z. Zt. des zweiten Rei 
ches und auch des Zwischenreichs von Weimar 
Weltanschauungen, die nicht nur untereinander 
im schärfsten Gegensatz standen, sondern auch 
in ihrer Stellung zum Staat, zur Volks 
gemeinschaft und Rasse grundverschieden wa 
ren. Der nationalsozialistische Staat dagegen 
betont gegenüber dieser „Pluralität der Auf 
fassungen" die Totalität, d. h. die Einheit 
und Ausschließlichkeit einer, der natio- 
nalsozialistischen Weltanschauung. 
Es ist erklärlich, daß diese Weltanschauung, 
vor allem ihr Anspruch auf Ausschließlichkeit 
und ihr rassischer Inhalt auch das Ausland 
zur Stellungnahme veranlaßt hat. 
Dabei wird, soweit die Kritik sachlich ge 
halten und überhaupt ernst zu nehmen ist — 
auf die Gefahr eines „Pangermanismus" ver 
wiesen, also darauf, daß das dritte Reich im 
Ergebnis die staatsrechtliche Vereini 
gung allerAngehörigen seiner Rasse unter ein 
heitlicher politisch. Führung erstrebt ohne Rück 
sicht auf etwaige dadurch bedingte — gewalt 
same — Eingriffe in andere Staatcngebilde. 
Eine solche Kritik entbehrt jeder Grundlage 
und verkennt nicht nur Zweck und Ziel der 
nationalsozialistischen Weltanschauung, sondern 
auch ihre Beziehung zur politischen Ziel 
setzung. 
Die nationalsozialistische Weltanschauung er 
strebt Ausschließlich eine innere Umformung 
Es gilt, inmitten derjenigen politischen Er 
eignisse und kontinentalen Geltungskämpfe 
nicht den Blick für solche Bewegungen im po 
litischen Weltgeschehen zu verlieren, mit dem 
wir entweder nicht im Augenblick oder nicht 
direkt zu tun haben. Da verlangt u. a. der 
Ferne Osten nach einiger Zeit wieder unsere 
Aufmerksamkeit. Die Verhandlungslage, rich 
tiger gesagt: Kriegslage an der fernöstlichen 
Nordfront, wo sich Russen und Japaner gegen 
überstehen, ist nach außen hin zunächst einmal 
zu einer Art Stillstand gekommen. Gewiß, auf 
beiden Seiten gehen die Arbeiten am militäri 
schen und technischen Ausbau hinter der 
Grenze weiter. Aber das Schwergewicht der 
japanischen Außenpolitik hat sich zur Zeit 
völlig von dieser Nordfront weg nach dem 
Süden des chinesischen Festlandes verlagert 
und erstreckt sich in seinen Auswirkungen bis 
über die Ozeane. 
Nachdem noch vor wenigen Wochen ein mi 
litärischer japanischer Vorstoß auf chinesischem 
Gebiet in der Nähe der Großen Mauer erfolgt 
war, der den Keim zu neuen schweren Kämpfen 
zwischen den beiden Völkern zu enthalten 
schien, überraschte die japanische Regierung die 
Welt durch die Entsendung eines Sonderbot 
schafters nach China, des Generals Dohihara, 
zu sondierenden Verhandlungen nach Nanking 
und von da in die beiden wichtigsten Städte 
der südchinesischen Regierung, nach Kanton und 
Hongkong. Der General hatte den Auftrag, 
erstens festzustellen, wie stark der Widerstand 
gegen die Festlandbestrebung Japans inner 
halb der beiden chinesischen Regierungen und 
innerhalb der chinesischen Bevölkerung ist, und 
zweitens, gewisse finanzielle Angebote zu 
machen, die für China angesichts seiner mehr 
als schwierigen Finanzlage und der wirtschaft 
lichen eZrrüttung des Landes durch die jahre 
langen Generalskriege sehr verlockend sein 
mußten. Es ist hier nicht die Frage, ob und in 
wieweit das Bemühen Japans, um eine, stär 
kere, vielleicht sogar entscheidende finanzielle 
Einflußnahme auf China letzten Endes auf ein 
Protektorat hinauslaufen würde, das nach der 
Verkündung einer kaum noch umschriebenen 
asiatischen Monroe-Doktrin vom April 1931 
durch Tokio durchaus im Bereich des denk 
baren läge. Hier ist zunächst von Bedeutung 
die Tatsache, daß die Unterzeichner des neuen 
Müchtepaktes von 1922, sich durch Japan in 
ihren Rechten und Pflichten beeinträchtigt füh 
len. Die Neunmächte haben es i.n ersten Ar 
tikel des Vertrages übernommen, „die Sou 
veränität, Unabhängigkeit und die territoriale 
sowie administrative Unverletzlichkeit Chinas 
zu achten!" Nun, das ist ein Vertrag und ein 
Versprechen wie viele andere auch, die genau 
so gut oder so schlecht eingehalten werden,' wir 
brauchen ja nur an das für uns Deutsche 
Nächstliegende Beispiel der Haltung der 1 Ga 
rantiestaaten des Memelstatuts zu denken, zu 
denen beiläufig auch Japan gehört. Der ent 
scheidende Unterschied bei beiden Verträgen 
liegt aber auf einem Gebiet, auf dem die Welt 
mächte an der empfindlichsten Stelle getroffen 
werden, an der tatsächlichen oder vermeint 
lichen Gefährdung ihrer wirtschaftlichen In 
teressen auf dem chinesischen Festlande, d. h. 
also, an der Möglichkeit des Verlustes eines 
riesigen Marktes. 
Die Mächte sind denn auch unter Führung 
von England, Frankreich und Amerika sofort 
zum Gegenangriff übergegangen und haben 
wissen lassen, daß sie beispielsweise in der 
Frage einer Anleihe von vorläufig 100 Mill. 
Dollar auf dem Standpunkt stehen, daß diese 
auf keinen Fall durch eine einzelne Macht 
(sprich: Japan), sondern nur durch eine inter 
nationale Mächtegruppe gewährt werden 
dürfe. Das ist auch in dieser umschreibenden 
Form eine ausreichend deutliche Unterstrei 
chung der Politik der offenen Tür in Fernost. 
Japan, das bei den nord- und südchinesischen 
Machthabern zwar noch nicht auf eine Zu 
sage, wohl aber auf eine sehr aktive Verhand- 
lnngsbereitschaft gestoßen ist, befolgt seine alte 
Taktik der unbedingten Elastizität der Ver 
handlungspolitik: nachdem es noch vor wenigen 
Tagen in offiziöser Form hatte erklären las 
sen, es werde gegen die Bestrebungen der 
Mächte, vor allen Dingen des tonangebenden 
Amerika, in schärfste Opposition treten, hat 
soeben durch ein Regierungsmitglicd mitge 
teilt, es werde eine Beteiligung anderer 
Mächte an einer Anleihe für China „sogar 
begrüßen". Womit sich Japan zunächst völlig 
freie Hand vorbehalten hat, erstens für die 
Fortführung seiner Sonderverhandlungen mit 
China, zweitens für die diplomatische Hin- 
auszögcrung der Verhandlungen mit den 
Trauer angelegt und gibt ein eindrucksvolles 
Beispiel des gemeinsamen Gedenkens aller. 
Die Liebe des Volkes zu diesem Manne of 
fenbart sich in der großen Ehrfurcht, die alle 
erfaßt, die am Hause der Deutschen Erziehung 
vorbeidefilieren, in dem Hans Schemm jetzt 
noch ruht. Eisern stehen ernste SA.-Männer 
vor den Türen dieses Hauses, das Symbol 
des Lebenswerkes des großen Toten ist. 
Es ist etwas Großes um solche Trauer. In 
ihr offenbart sich sowohl die Größe des Man 
nes, der starb, wie auch die Größe der Idee, 
der er diente. 
Die Bayerische Ostmark und mit ihr die 
ganze 'nationalsozialistische Bewegung trägt 
ihren-Hans Schemm zu Grabe. Die Trauer 
Bayreuths ist die Trauer Deutschlands. 
Es ehrt in diesen Tagen einen Toten, der 
für seine Nation Großes geleistet hat. Eine 
Ehrung für Männer wie Hans Schemm ist eine 
Ehrung der Größe des deutschen Volkes selbst. 
Das ist der Gedanke, der uns auch die Tage der 
Trauer in Bayreuth stolz erleben läßt." 
NSK. Bayreuth, 8. März. Jede Stunde 
bringt neue Züge mit trauernden Menschen 
nach Bayreuth — Züge, die durch die winter 
liche Landschaft der Ostmark fuhren, seit Stun 
den begleitet vom Trauerschmuck, den auch die 
kleinsten Bergdörfer im Frankenwald, im 
Fichtelgebirge oder im Bayerischen Wald an 
gelegt haben. 
Der Gauleiter ist tot. —Es ist, als^ob ein 
Alpdruck über dem sonst so heiteren Bayreuth 
liege. 
Der immer stärker anschwellende Verkehr, 
die tausende und aber tausende Menschen auf 
den Straßen — alles Treiben und Wogen ist 
gedämpft, alle Blicke ruhen'auf den großen 
schwarzen Fahnen, die das-Bild beherrschen. 
In der Wohnung des Arbeiters, in dem 
Haus des Bauern ebenso wie in den großen 
Gebäuden der Behörden, sind die Bilder des 
toten Gauleiters mit einem schwarzen Trauer 
flor umgeben. * 
Riesige Kränze werden durch die Straßen 
getragen. Jeder Volksgenosse hat Zeichen der 
des deutschen Menschen und seine Erzie 
hung zur uneingeschränkten Hingabe an die 
Nation als notwendige Voraussetzung zur 
inneren und äußeren Freiheit des Reiches. 
.(Hitler a. a. O. S. 234.) Wenn darüber hinaus
	        
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