Full text: Newspaper volume (1935, Bd. 1)

128. Jahrgang. 
128 Jahrgang. 
Rendsburgs Tageblatt 
Dezugspreķs: Ausgabe A Reichsmark 1.75 monatlich; Ausgabe B elnschl. Illustrierte Wochenbeilage 
Reichsmark 2.00. zuzügi. Bestellgeld. Einzelnummer 10Rpfg.. auswärts 15 Rpfg.. Sonnabends 15 Rpfg. 
Schriftleitung und Geschäftsstelle: Reudsturg. Haus der Landeszeitung. Fernsprecher Nr. 2551. 
Telegrainm-Adr.: „Landeszeitung". Postscheck: Hamburg 16278. Banken: Reichsbank; Westholsteinische 
Bank: Spar- und Leih-Kaffe: Schleswig-Holsteinische Dank: Landkreditbnnk: sämtlich in Rendsburg 
Anzeigenpreise: Im Anzeigenteil Grundpreis für die 46 mm breite Millimekerzekle 14 Tt/p, 
Im Teiltest Grundpreis für die 77 mm breite Millimeterzeile 34 %*. Ermäßigte Grundpreise« 
Aufschläge sowie Nachlässe laut Preisliste Nr- 5. Nachlaßstaffel A. Geschäftsbedingungen nach Maß 
gabe der Bestimmungen des Werbere.ts. Keine Ersatzansprüche bei Nichterscheinen der Zeitung wegen 
höherer Gewalt. Für unverlangt eingehende Beiträge übernimmt die Schriftleitung keine Gewähr. 
Die Sendung de^ Bauerntums in Kultur und Wirtschaft. 
Weg und Ziel der Reichsnährstandspolitilr 
Er unterscheidet sich von allen wirtschaftlich beding 
ten oder ausgerichteten Spitzenvertretungen frü 
herer Zeit und kann mit diesen in keiner Weise 
verglichen werden. 
Im Gedankengebände des Liberalismus ist jede 
Unser schleswig-holsteinisches Bauerntum kann 
für sich in Anspruch nehmen, unter der Führung 
des Gauleiters schon seit den ersten Jahren der 
Parteigrünöung in vorderster Front des national 
sozialistischen Kampfes gestanden zu haben. Es hat 
durch seinen Kampf um die Scholle manchen Hof in 
den nationalsozialistischen Staat hinübergerettet, 
um ihn als Erbhof der Sippe zu erhalten. 
Mit der heutigen Vereidigung des Landcsbauern- 
rates ist die Organisation der Landesbauernschast 
Schleswig-Holstein und des agrarpolitischen Appa 
rates zu einem bestimmten Abschluß gekommen. — 
Dieser Tag verpflichtet uns zum letzten Einsatz für 
die Bewegung, für Adolf Hitler und für die Durch 
führung der nationalsozialistischen Agrarpolitik un 
ter Darrè und somit für unser Bauerntum. 
Wenn heute nach der Machtübernahme das im 
Landesbauernrat vereinigte bäuerliche Führerkorps 
Schleswig-Holsteins hier zusammentritt, um auf 
den Führer und Reichskanzler Adolf Hitler feierlich 
vereidigt zu werden, so sei zunächst das Grundsätz 
liche über 
das Wesen, die Bedeutung und die Ausgabe« 
des Laudesbauerurates 
gesagt. Der Lanöesbauernrat entstammt einem 
grundsätzlich nationalsozialistischen Gedankcngang. 
Staatsrat Meinberg, des Staatssekretärs Backe. 
Geschäftsführer des Reichsbauernrates Arauner, 
der Adjutanten Dr. Reinhardt und Engel, des 
Gruppenführers Meyer-Quaöe und stelln. Gau 
leiters Sieh die Vereidigung des Landesbauern 
rates in den festlich geschmückten Räumen des Hau 
ses der Genossenschaften durch den Landesbauern 
führer Struve in Vertretung des Reichsbauern 
führers vollzogen. Nach einem Musikvortrag leitete 
der Sprecher des Landesbauernrates, Bauer Thor- 
mählen, Strohdeich, die Sitzung zur feierlichen Ver 
eidigung ein. Der Laudesbauernführer Struve 
nahm das Wort zur Vereidigung und führte u. a. 
aus: 
Der Führer hat sich vom ersten Tage seines poli 
tischen Kampfes zum deutschen Bauerntum bekannt 
und schuf jene unerschütterliche Bertrauensbasis, 
die es ermöglichte, trotz großer Schwierigkeiten den 
agrarpolitischen Apparat immer weiter auszubauen. 
So wurde der agrarpolitische Apparat zu einem 
Kampfinstrument mit einer bisher nicht dagewese 
nen Schlagkraft. Der deutsche Bauer stellte sich in 
blindem Vertrauen hinter den Führer und dieses 
Vertrauen konnte auch nicht mehr in den Zeiten, 
die für die Bewegung kritisch waren, erschüttert 
werden. 
Der erste Lanöesvanernthing Schleswig- 
Holsteins hatte gestern die bauernständische 
Führung unserer engeren Heimat in einer be 
deutsamen Tagung in Kiel vereinigt. 
Dieser erste Landesbanernthing stand im 
Zeichen einer Selbst Prüfung über die bis 
herigen Wege der Reichsnährstandspolitik und 
eines Ausblicks in die Zukunft unter star 
ker Betonung der seelischen und volkswirt 
schaftlichen V e r p f l i ch t u n g e n des Bauern 
tums für Nation und Volk. 
Die Selbstprüfung über die Vergangenheit, 
nämlich über die 2,Jahre bisheriger Agrar 
politik im Dritten Reiche, stellte die Grund 
sätze heraus, welche aus geschichtlichen Ueber 
lieferungen kulturell und volkswirtschaftlich 
richtungweisend sein müssen. Bon ihnen dürfe 
man, so betonte Reichsobmann Meinberg, 
unter keinen Umständen abweichen, wenn man 
den B e st a n d von Nation und Volk in 
einer Jahrhundertweite völkischer Entwicklung 
zu sehen sich verpflichtet fühlt. 
Sowohl nationale Volkswirtschaft, wie 
völkische Politik verlangen die Heraus- 
Hebung von Grund und Boden und ihrer 
Erzeugnisse aus den Abhängigkeiten 
von der Spekulation und die Ver 
ankerung des Bauerntums in der Tradi 
tion der Geschlechter, denen der Boden als 
Volksgut zur Sicherstellung der Ernährung 
anvertraut ist. Aus dieser grundsätzlichen Ein 
stellung folgert die nationalsozialistische E r b - 
Hofbauernpolitik, die zugleich die Tra 
dition der bäuerlichen Familie, wie die 
Aufgabenstellung des Bauern auf sei 
ner Scholle für die Nation sichern will. 
In diese Erbhofbauernpolitik ist auch das 
zukünftige Verhältnis des Bauerntums zum 
Großgrundbesitz eingebaut worden, welch letz 
terer nur soweit geschützt ist wie auch er auf 
Geschlechtertradition und L e i st u n - 
gen seiner Träger für Volk und Staat in der 
Vergangenheit und in der Gegenwart Anspruch 
erheben kann. Der zivilisatorische Groß 
grundbesitz dagegen, der ans Bauernlegerei, 
auf Kosten des Dorfes und des Bauerntums 
entstanden ist, wird grundsätzlich abgelehnt. 
In der Erbhofbauernpolitik liegt die Wur 
zel für die Erfüllung der Sendung des 
Bauerntums als völkischer Ur 
quell und des Bauernstandes als Ernährer 
der Nation. Die Wege zu dieser Aufgabe 
wurden durch die Hauptabteilungsleiter vor 
getragen in der Dreiteilung: Der Mensch, Der 
Betrieb, Der Markt. Die Ausführungen hier 
zu zeigen, daß man sich diesbezüglich im Drit 
ten Reich noch auf dem Wege zum Ziele 
befindet, ein Ziel, das nicht in Monaten, son 
dern in längeren Zeitsetzungen im organischen 
Aufbau erreicht werden kann und nicht ohne 
Geduldsproben in der Gegenwart nach 
dem Zusammenbruch des liberalistisch-materi- 
alistischen Zeitalters. 
Im Ganzen gesehen, kann der erste schles 
wig-holsteinische Landesbauernthing als ein 
bedeutsamer Erfolg angesehen werden. Nicht 
Interessen Politik wie früher, sondern 
Aufgaben st ellung beherrschte ihn. 
mene Spitzenvertrctung grundsätzlich erne bewußte 
Kampforganisation. Der Nationalsozialismus geht 
von einer gerade entgegengesetzten Auffassung aus 
und zwar vom Blut. Nicht die Summe der Sonder- 
ivünsche einzelner macht den Begriff des Ganzen, 
aus, sondern das zum Ganzen zusammengefaßte 
Blut bildet das Volk. Im Gegensatz zum Liberalis 
mus, der durch Eigennutz zum Gemeinnutz zu kom 
men hofft, greift der Nationalsozialismus wieder 
auf den alten deutschen Grundsatz zurück, daß Ge 
meinnutz vor Eigennutz zu gehen habe. Folgerich- 
tigerwcise konnte die Einigung des deutschen Bau 
erntums unter Adolf Hitler nur erfolgen über den 
neuen Weg eines Appells an das Blut, damit sich 
an dieser Frage sowohl die Geister schieden als auch 
die Menschen gleicher Gesinnung sich zusammen 
fanden. 
Und so gingen wir an die Arbeit. Wir haben den 
Bauern keine Rentabilitätsversprcchunge» gegeben? 
wir haben nicht Wirtschaftsdinge in den Vorder 
grund unserer Erörterungen gestellt. Aber wir ha 
ben bewußt gefragt, wer versteht, daß die Fragen 
des Blutes vor den Fragen der Wirtschaft stehen, 
und daß also der Politik bas Vorrecht vor der Wirt 
schaft zukommt. 
Alle Führung ist immer eine Frage des Charak 
ters und des Könnens, aber nicht eine Frage des 
intellektuellen Wissens. Es galt den alten Kampf 
geist des agrarpolitischen Sturmbataillons der 
NSDAP, auch in den Jahren nach der Machtüber 
nahme zu erhalten. Zu diesem Zwecke wurde der 
Landesbauernrat geschaffen, der also keine Einrich 
tung zur Austragung entgegenstehender Jnteressen- 
tenwünsche, am wenigsten solcher wirtschaftlicher 
Natur ist. 
Im Reichsnährstand als solchen finden die an sich 
naturgegebenen, vorhandenen wirtschaftlichen Son 
derwünsche einzelner Gruppen — wie z. B. der 
Bauern, der Arbeiter, der Großgrundbesitzer, der 
Pächter oder der Kleinsiedler — ihre Beachtung 
und ihre Vertretung in den ehrenamtlichen Bei 
räten der Hauptabteilungsleiter im Verwaltungs 
amt. Hier gehören sie hin und haben sich dort auch 
ausgezeichnet bewährt. 
Der Landesbauernrat aber als eine Gemeinschaft 
derjenigen, die in der Vergangenheit unter Beweis 
gestellt haben, daß ihnen zum Besten des deutschen 
Bauerntums die Frage des Blutes wichtiger ist als 
die Frage eines wirtschaftlichen Sonderwunsches, 
ist also die Spitzenzusammenfassung derjenigen, die 
kämpfen wollten und damit unter Beweis stellten, 
daß sie alle liberalen Eierschalen abgestreift hatten. 
Ne Voraussetzung zur Ausnahme in 
den Landesbauernraî ist also im echten 
Kampfe erwiesene Leistung im Dienste 
des deutschen Vanerntums. 
Organisationen können vergehen, Maßnahmen sich 
ändern, agrarpolitische Auffassungen wechseln, dies 
ist ungefährlich, wenn der Geist des Nationalsozia 
lismus unter uns und unseren Nachfahren im 
Landesbauernrat lebendig bleibt und bas Gesetz 
lebendig erhält, nach welchem wir angetreten sind. 
Damit aber auch dieser Geist in jedem Mitgliebe 
des Landesbauernrats Schleswig-Holstein im Klein 
kram des Alltages erhalten bleibe, gebe ich im Auf 
träge des Reichsbauernführers den Mitgliedern 
jetzt undfür alle Zukunft einen Richtspruch mit, 
nach welchem sie sich stets seelisch. ausrichten kön 
nen und ihr Tun und Handeln zu überprüfen ver 
mögen. — Der Richtspruch lautet: 
Volk — Sippe — Dn ļ 
Dieser altdeutsche Spruch bedeutet: Erst kommt 
Der Landesbauernlhlng 
dem unverständlichen Vorgehen der Regierung 
entstandene Lage für sich als so günstig an, daß 
sie die Gelegenheit, nach allein, was man hört, 
zu einem allgemeinen Angriff gegen die Poli 
tik und die Person des Ministerpräsidenten 
benutzen wird. Sie wird in ihrem Plan na 
turgemäß dadurch bestärkt, daß am Montag die 
Rüstungsdebatte im Unterhaus beginnt. Ur 
sprünglich Hütten bei dieser Debatte bereits 
die vorgesehenen Verhandlungen des englischen 
Außenministers in Berlin eine Rolle spielen 
sollen, insofern, als die Regierung bereits mit 
einem irgendwie näher zu bezeichnenden prak 
tischen Ergebnis vor das Parlament zu treten 
gedacht hatte. Wie die Dinge jetzt nach Ver 
öffentlichung des Weißbuches liegen, steht 
Nach Bekanntwerden des englischen Weiß 
buches war die englische Oeffentlichkeit zu 
nächst überrascht. Das wandelte sich sehr schnell 
zur Verwirrung, und über Nacht ist aus der 
Verwirrung eine bemerkenswerte starke Ver 
ärgerung, um nicht zu sagen Entrüstung ge 
worden. Es zeichnen sich bereits die Umrisse 
einer Kabinettskrise ab. So hat die Samuel 
gruppe der Liberalen im Unterhaus eine Ent 
schließung angekündigt, die es „tief bedauert", 
daß die Verhandlungen der Regierung, die 
das Ziel der Befriedung Europas hatten, von 
einem auf den andern Tag eine neue Aera des 
Wettrüstens einleitet. Wer die englischen Ver 
hältnisse kennt, weiß, daß der hier gewühlte 
Ausdruck des Bedauerns nichts anderes ist, 
als eine sehr gemäßigte Umschreibung einer 
scharfe» Verurteilung. 
Aus den Kreisen der Arbeiterpartei hört 
man, daß sie nicht nur einen ähnlichen Schritt 
stigeverlust vor das Unterhaus hintreten müs 
sen, einem Verlust, der einer außenpolitischen 
L'ortsetzrmg stehe nächste Sette. 
' rï
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.