Full text: Newspaper volume (1935, Bd. 1)

128. Jahrgang. 
128. Jahrgang. 
Renösburgee Tageblatt 
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Als Ursache des späteren Niederganges nimmt 
man eine Explosion an Bord des Luftschiffes 
an. 
„lacon“ mh „Mm". 
Das Luftschiff „Macon" ist das größte 
Luftschiff der Welt, ein Schwesterfahrzeug der 
„Akron". Die „Macon" war zum ersten Mal 
am 21. April 1933 aufgestiegen, einige Monate 
vor der Katastrophe der „Akron". Das Luft 
schiff ist 235 Meter laug. Sein Aktionsradius 
beträgt etwa 9500 Kilometer. Zur Füllung 
wurde unbrennbares Heliumgas verwendet. 
ZW Häffd der Kalêķà 
DNB. Washington, 13. Febr. jEig. Funk 
meldung). Das Unglück des Marineluftschiffes 
„Macon" ist in Washington erst in den späten 
Abendstunden bekanntgeworden. Auch heilte 
früh fehlten noch genauere Einzelheiten. Die 
Katastrophe hat in ganz Amerika tiefen Ein 
druck gemacht. Das Marineamt in Washington 
war die ganze Nacht hell erleuchtet. Auch 
Präsident Roosevelt blieb die Nacht über auf. 
Nach der letzten amtlichen Feststellung be 
trug die gesamte Besatzung des Luftschiffes 
83 Mann. 81 wurden von den Kreuzern „Rich 
mond", „Concord" und „Cincinnati" an Bord 
genommen. Ueber das Schicksal der beiden 
Vermißten — bei dem einen handelt es sich 
offenbar um einen Funker — ist noch nichts 
bekannt. Von den Geretteten ist niemand 
ernstlicher verletzt. 
Nach einem Funkspruch des Kapitäns der 
„Macon", Wiley, erfolgte der Absturz, nach 
dem das Hinterschiff anseinandergebrochen 
war. Die Mannschaft habe jedoch Zeit gehabt, 
Rettungsgürtel anzulegen und Boote zu be 
steigen. Die „Macon" ist aus etwa 600 Meter 
Höhe aufs Meer gestürzt und anscheinend auf 
eine Felsklippe aufgeschlagen. 
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Mrsn" öke „tfatm 
Die „Himmelskönigin" bei der Rückkehr von Flottenmanövern vor Kaliforniens Küste ins Meer gestürzt 
Von 83 Mann Besatzung nur 2 vermißt. — Rasche Hilfe durch Kri, 
M. ysmysel, 13. Fekr. MgM 
SunfmeUHutfl). Vie aus §M Immsro 
gemeldet wird, ist feos amerikanische 
Mrine-MsenWschiff „Btocon“, Ms 
größte Luftschiff der Welt, auf tim 
Fahrt nahe der katifsrnifchen Küste Ver 
unglückt. Es sandle ZS8-We und ging 
dann auf der Höhe mn Mml 8m auf 
die See nieder. Zie Zefahmg ist angeb 
lich, bis auf 2 Wann, von Kriegsschiffen 
gerettet. 
IMWchķ ļes LîîftschìUs. 
DNB. London, 13. Febr. (Eig. Funkmeldg.). 
Nach den bisher aus San Francisco vorlie 
genden Meldungen ist das Luftschiff „Macon" 
nach einem schweren Unfall, dessen Ursachen 
und Auswirkungen noch nicht genau bekannt 
sind, zum Niedergehen auf das Wasser gezwun 
gen worden. Einer der vom Luftschiff ausge 
sandten Funksprüche besagt, daß die Mann 
schaft beim Berühren des Wassers von Bord 
gehen werde. Funkbeamte in San Francisco 
vermuten, daß sich an Bord des Luftschiffes 
eine Explosion ereignet hat. Sie teilen mit, 
daß die erste Botschaft des Luftschiffes lautete: 
„Wir haben einen schweren Verlust gehabt, 
und das Luftschiff füllt. Wir werden es beim 
Berühren der Wasseroberfläche verlassen." 
Eine bei der Funkstation in San Diego ein 
gegangene drahtlose Mitteilung besagt: „Wir 
werden das Luftschiff verlassen, sobald wir 
ungefähr 30 Kilometer von Point Sur ent 
fernt, wahrscheinlich 16 Kilometer von der 
Küste ab, auf die See niedergegangen sind." 
Eine weitere Funkmeldung habe nur das 
Wort: „Warten" enthalten. 
Beobachter in Santa Barbara und Santa 
Monica bei Los Angeles berichten, daß das 
Luftschiff vom Sturm ungefähr 12 Kilometer 
nach Süden abgetrieben worden sei. Der 
Leuchtturmwächtcr von Point Sur meldete, 
— Explosion trotz Heliumgas? 
schiffe in der Nähe befand. Die „Pennsylvania" 
war nur 4 Seemeilen von der Unglücksstelle 
entfernt, wo die „Macon" ihr Raketensignal 
in die Luft sandte. 
Ueber die Ursache der Katastrophe herrscht 
noch keine Klarheit. Es scheint jedoch, als ob 
die „Macon" unter ähnlichen Umständen zu 
grunde gegangen ist wie das Luftschiff „Akron" 
im Jahre 1933. Mehrere Beobachter an der 
Küste des Stillen Ozeans in der Nähe von 
Point Sur sahen, wie die „Macon" mit hef 
tigem Sturm kämpfte, der am Dienstag auch 
in Los Angeles großen Schaden angerichtet 
hat. Mann schaute, wie die „Macon" rasch auf 
die See niederging. Das Luftschiff hob sich je 
doch wieder und verschwand in den Wolken. 
Finsternis, und es zeigten sich die undeutlichen 
Umrisse der „amerikanischen Himmelskönigin". 
In den 7 Rettungsbooten des Luftschiffes 
brannten mehrere Kalziumflammen. An dem 
Rettungswerk haben sich auch der Kreuzer 
Einer der amerikanischen 
Lustkreuzer 
bei der Flottenübung. 
Dr. Selle-Eisler. 
Kriegsstärke gebracht und ihre sofortige Ver 
schickung nach den Häfen von Eritrea und So 
maliland vorbereitet. Das sind Alarmzeichen, 
die über die üblichen diplomatischen Proteste 
hinausgehen. Die italienischen Kolonialtrup 
pen zählen 34 000 Mann. Davon dürfte aller 
dings der größte Teil in dem immer noch nicht 
ganz befriedigten Libyen konzentriert sein. Es 
handelt sich dabei um Formationen, die sicher 
lich sehr gut geübt und auch sehr tapfer sind. 
Die Italiener haben unzweifelhaft in den 
langen Kriegen in Nordafrika zehn Jahre hin 
durch eine bemerkenswerte Erfahrung im 
Wüsten- und Steppcnkrieg gegen Eingebore- 
nen-Stämme sammeln können. Sie vermochten 
diesen Krieg nur durch die Anlage eines elek- 
lrtsch geladenen Stacheldrahtzaunes von meh 
reren kaufend Kilometer Länge, durch die 
In einer Meldung heißt ev, oie wcanniwnşi 
sei gerettet worden, während in einer anderen 
steht, daß die „Ueberlebenden" von Kriegs 
schiffen an Bord genommen seien. Nach amt 
licher Mitteilung bestand die Besatzung aus 
90 Offizieren und Mannschaften. 
Der Oberbefehlshaber der amerikanischen 
Flotte, Admiral Joseph Reeves, hat dem Ma 
rinedepartement gemeldet: „Die Ueberleben 
den des „Macon" in 7 Rettungsbooten sind 
13 Meilen südöstlich von Point Sur gesichtet 
worden. Ich berge sie und setze die Suche nach 
anderen Ueberlebenden fort." Eine weitere 
Meldung lautet: „Der Zerstörer „Concord" 
hat den Kommandanten des Luftschiffes, Com 
ber besten Fähigkeiten, an ihrem Werk schei 
tern können. Wenn Flandin sich genötigt sah, 
an die Einhaltung eines notwendigen „Burg 
friedens" zu appellieren, so zeigt auch diese 
Tatsache, daß unter solchen Umständen keine 
ganze Arbeit geleistet werden kann. 
Wir erinnern uns noch lebhaft des alljähr 
lichen Weihnachtsburgfriedens, den die 
Systemregierungen auf dem Wege der Not 
verordnungen schufen, um wenigstens wäh 
rend dieses Festes die hochgehenden Wogen der 
Politik besänftigen zu können Um so schlim 
mer brachen die Parteikricge dann zu Beginn 
des neuen Jahres los und ließen nicht selten 
das Staatsgefüge in seinen Grundfesten wan 
ken. Das sind eben die typischen Erscheinungen 
parlamentarischer Staatsführung, wobei man 
allerdings von „Staatsführung" kaum noch 
sprechen kann, wenn ein Staatsmann fest 
stellen muß, daß er „an der Regierung gehin 
dert wird". 
NŞK. Eine Pariser Meldung, daß der fran 
zösische Ministerpräsident Flandin einigen 
Senatoren und Abgeordneten, die ihm über 
die schlechten Finanzverhältnisse der Gemein 
den infolge der ständig steigenden Arbeits 
losigkeit berichteten, seinem Herzen einmal 
gründlich Luft gemacht und zu verstehen ge 
geben hat, daß die Parteimanöver und Parla- 
meutsintrigen ihn daran hinderten, eine ziel 
sichere Regierungspolitik zu treiben, beweist 
wieder einmal, wie sehr sich der Parlamenta 
rismus zum Schaden eines Staates und 
Volkes auswirken kann. 
Wir haben keine Veranlassung, dem gegen 
wärtigen französischen Regierungschef innen- 
und außenpolitisch das Bestreben abzusprechen, 
die französische Staatspolitik in sichere Geleise 
zu steuern, aber wir sehen, ohne uns in inner- 
politsi'che Angelegenheiten unseres westlichen 
Nachbarn einzumischen, daß die Staatsmänner 
eines Volkes, das in Parteien zerrissen ist, 
trotz allen guten Willens und vielleicht auch
	        
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