Full text: Newspaper volume (1935, Bd. 1)

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128. Jahrgang. 
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128. Jahrgang. 
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Mîmsch. den 2. Januar 
1935 
Der Neujahrstag in der Wilhelmstraße. 
Die Reichshauptstadt stand gestern, wie im 
mer am ersten Tage des neuen Jahres, ganz 
im Zeichen der großen Empfänge. Zehn 
tausende Berliner und Volksgenossen aus dem 
Reich, die in zahlreichen Sonderzügen zum 
Jahreswechsel in die Reichshauptstadt gekom 
men waren, stillten die Bürgersteige. In der 
Wilhelmstraße, besonders aber vor der Reichs 
kanzlei und dem bisherigen Haus des Reichs 
präsidenten, stauten sich die Massen, die dem 
Führer, der sich mehrfach auf dem Balkon 
zeigte, zujubelten. 
Gegen 10.43 Uhr kommt Bewegung in die 
wartende Menge. Ein Dienstwagen rollt in 
den Vorgarten des Reichspräsidentenpalais 
ein — der erste offizielle Besucher ist ein 
getroffen. Die Wache, 30 Mann, sechs Unter 
offiziere und ein Tambour unter Führung 
eines Leutnants, präsentiert das Gewehr, 
während der Chef der Marineleitung, Admiral 
Dr. h. c. R a e ö e r und gleich darauf der Chef 
der Heeresleitung, General der Artillerie 
Freiherr von Fritsch, sowie der Reichs 
wehrminister Generaloberst von Blom 
berg, der die Front der Ehrenkompmgnie ab 
schreitet, eintreffen. Stürmisch begrüßt wird 
auch Reichsluftfahrtminister General Gö 
rs n g, der in Fliegeruniform erscheint. Punkt 
elf Uhr sprechen die Vertreter der Wehrmacht 
dem Führer und Reichskanzler die Neujahrs 
glückwünsche aus. Kaum haben die Vertreter 
der Wehrmacht das Palais verlassen, da rollt 
schon ein Wagen nach dem anderen mit den 
Diplomaten in den Vorhof ein. Immer wieder 
muß die Wache das Gewehr präsentieren, und 
bei den Botschaftern ertönt dumpfer Trommel 
wirbel. 
NeuWseiniWge beim Rhrw. 
Die Neujahrsempfänge beim Führer und 
Reichskanzler fanden auch in diesem Jahre in 
der beim verewigten Reichspräsidenten Gene- 
ralselömarschall v. Hindenburg üblichen Weise 
statt. Die Feierlichkeiten zum Jahreswechsel 
wurden eingeleitet durch das Beziehen der 
neuen Wachträume des Heeres in der Reichs 
kanzlei. Hieran schloß sich um 11 Uhr der Emp 
fang der Vertreter der Wehrmacht im „Hause 
des Reichspräsidenten". Nachdem der Reichs 
wehrminister in kurzer Ansprache dem Führer 
die Wünsche der Wehrmacht zum Ausdruck ge 
bracht hatte, tauschte der Führer mit jedem 
der erschienenen Herren Neujahrsglückwünsche 
aus. 
Um 11.15 Uhr empfing der Führer eine Ab 
ordnung der „Salzwirkcr Brüderschaft im 
Thale zu Halle", die ihm nach altem Brauch 
der Halloren Salz, Schlackwurst und ein Glück 
wunschgedicht, den sogenannten Neujahrscar 
men, überbrachte. Der Führer dankte mit 
freundlichen Worten und sprach der Abordnung 
zugleich für ihre Brüderschaft seine besten Neu 
jahrswünsche aus. 
Alsdann folgte der feierliche Neujahrsemp 
fang der Diplomaten durch den deutschen 
Reichskanzler. 
Der Führer und Reichskanzler empfing in 
der traditionellen Weise sämtliche hier beglau 
bigten fremden Botschafter, Gesandten und 
Geschäftsträger, um ihre und ihrer Negierun 
gen Glückwünsche zum Jahreswechsel ent 
gegenzunehmen und letztere für die fremden 
Souveräne, Staatsoberhäupter, Regierungen 
und Völker im eigenen Namen und im Na 
men des Deutschen Reiches zu erwidern. Die 
ser Staatsakt fand im großen Saal des „Hauses 
des Reichspräsidenten" statt. 
Der Führer und Reichskanzler, in dessen Be 
gleitung sich der Neichsminister des Auswär 
tigen, Freiherr v. Neurath, die Staatssekre 
täre Dr. Meißner, von Bülow und Dr. Lam- 
mers, der Chef des Protokolls, Graf v. Basse 
witz, sowie der Adjutant der Wehrmacht beim 
Führer, Major Hoßbach, und der persönliche 
Adjutant, Obergruppenführer Brückner, befan 
den, betrat um 12 Uhr den großen Saal, in 
dem die Diplomaten bereits Aufstellung ge 
nommen hatten. 
Der Doyen des Diplomatischen Korps, der 
Apostolische Nuntius Monsignore C e s a r e 
Orsenigo, Erzbischof von Ptolemais, rich 
tete an den Führer eine französische Ansprache, 
die in Uebersetzung wie folgt lautet: 
„Herr deutscher Reichskanzler! Eine schöne 
Tradition weiht den heutigen Tag dem Aus 
tausch von Glückwünschen zwischen den Völ 
kern. Wir, als Vertreter der Staaten, die mit 
Deutschland diplomatische Beziehungen unter 
halten, sind glücklich, Eurer Exzellenz im Na 
men unserer Souveräne und Staatsoberhäup 
ter sowie in unserem eigenen Namen die 
besten Wünsche für Ihr persönliches Wohl 
ergehen und für das Gedeihen Ihres Volkes 
entbieten zu können. Unter den Gütern, die 
die Menschen heutzutage am meisten begehren, 
erhebt sich ohne Zweifel über allen anderen 
der Weltfriede mit all seinen Auswirkungen 
auf politischem, wirtschaftlichem und sozialem 
Gebiet. Das schmerzliche Erleben jeden Tages 
zeigt uns, daß ohne den Weltfrieden das 
Wirtschaftsleben abstirbt, die Arbeit fehlt und 
der menschliche Fortschritt zum Stillstand 
kommt. 
Eure Exzellenz! Wir verhehlen uns nicht, daß 
sehr ernste Hindernisse dem Weltfrieden noch 
im Wege stehen. Aber wir sind überzeugt, daß, 
so schwer sie auch sein mögen, sie sich nicht als 
unüberwindlich erweisen werden dank des Zu 
sammenwirkens aller Menschen, die guten 
Willens sind, und unter dem Zeichen der Ge 
rechtigkeit und der Menschenliebe, dieser Tu 
genden, die für die Erreichung einer weltwei 
ten Verständigung unerläßlich sind. Mit die 
sem Wunsche, den sicherlich jedermann teilen 
wird, geben wir der Hoffnung Ausdruck, daß 
das neue Jahr uns diese Annäherung der 
Geister bringen möge, die die beste Gewähr für 
den Frieden ist. In diesem Wunsch, Exzellenz, 
sind zugleich die besten Wünsche für Ihr Land 
ausgedrückt, denn gerade durch wvhlgefestigte 
brüderliche Beziehungen zwischen den Völkern 
wird man diese reiche Blütezeit wieder herbei- 
Der Neujahrsqruß der Wehrmacht. 
Der Führer beim Abschreiten der Front. Zu seiner Rechten der Berliner Stadt 
kommandant Gene ralmajor K haumburg. 
führen können, die einer der Hauptpunkte 
ihres machtvollen Programms für den Wie 
deraufbau Deutschlands ist. 
Das sind die Wünsche, Exzellenz, wie sie an 
gesichts der schweren Sorgen der gegenwärtigen 
Stunde aus unserem Herzen emporströmen. 
Möge der Allmächtige dazu seiz-st,, Segen 
geben. Möge der gute und gerechte Wille aller 
Menschen sie zur Wirklichkeit werden lassen!" 
Der Führer und Reichskanzler antwortete 
hierauf mit folgenden Worten: 
„Herr Nuntius' Mit aufrichtigem Danke 
nehme ich die Glückwünsche entgegen, die Eure 
Exzellenz im Namen des Diplomatischen Korps 
und zugleich ivl Namen ihrer Souveräne und 
Staatsoberhäupter zum Beginn des neuen 
Jahres dem deutschen Volke und mir dar 
gebracht habe k. Sie haben, Herr Nuntius, von 
dem heißen Wunsche der Menschheit nach Er 
haltung des Friedens gesprochen und mit Recht 
hervorgehoben, daß ohne die Gewißheit des 
Friedens auf keinem Gebiete menschlicher Tä 
tigkeit ein gedeihlicher Fortschritt zu erhoffen 
ist. Sie können überzeugt sein, daß diese Worte 
der Auffassung des ganzen deutschen Volkes 
entsprechen. Kein Land kann das Bedürfnis 
nach Frieden tiefer empfinden als Deutschland, 
das nach schweren Jahren voller Not und Leid 
alle Kräfte für seinen inneren Wiederaufbau 
zusammengefaßt hat, das diesen Wiederaufbau 
in Ruhe vollziehen will und das für seine Le- 
bensrechte von den anderen Ländern nnr die 
gleiche Anerkennn»- und Achtung fordert, die 
es ihnen selbst entgegenbringt. Mit seiner Po 
litik, die unverrückbar auf diesen Grundsätzen 
beruht, wird Deutschland stets ein sicherer Ga 
rant des Friedens sein. 
Wenn Sie, Herr Nuntius, auf Schwierigkei 
ten nnd Sorge« hingedeutet haben, die sich aus 
der gegenwärtigen Lage ergeben, so bin ich mit 
Ihnen der Ansicht, daß sie sich bei allseitigem 
guten Willen sehr wohl beseitigen lassen. Ich 
sehe in den Beziehungen der Völker kein Pro 
blem, das nicht bei verständnisvoller Behand 
lung einer guten Lösung zugänglich wäre! Ich 
vermag auch nicht zu glauben, daß es heute 
irgend einer verantwortlichen Stelle des Aus 
landes an dem guten Willen fehlte. Das deut 
sche Volk und seine Regierung sind jedenfalls 
entschlossen, das Ihrige zu einer Gestaltung der 
Völkerbeziehungen beizutragen, die ein ehr- 
Des Führers Neņjahrsbolschaft an die Partei. 
Der Führer hat, wie die NSK. meldet, zum > 
Jahreswechsel folgenden Aufruf an die N. S. 
D. A. P. erlassen: 
Nationalsozialisten, Nationalsozialistinnen, 
Parteigenossen! 
Ein für Deutschland ereignisreiches Jahr ist 
zu Ende gegangen. Zum zweiten Male feiern 
wir in unserem Staat den 1. Januar. Mit 
Stolz kann die Bewegung auf ihre Leistungen 
in den letzten zwölf Monaten zurückblicken. 
Denn die staatliche und moralische Regenera 
tion sowohl wie die wirtschaftliche Wiederauf 
richtung unseres Volkes sind ihr Werk! 
Wohin wäre Deutschland gekommen ohne 
sie? 
Die Nachwelt wird dereinst die Größe dieser 
allgemeinen Umwälzung geschichtlich feststel 
len, die im zweiten Jahr des nationalsoziali 
stischen Regimes fortgeführt und befestigt 
wurde. 
Noch vor zwölf Monaten prophezeiten unsere 
Gegner für das Jahr 1934 den unausbleib 
lichen Zusammenbruch des neuen Reiches. 
Deutschland und das deutsche Volk aber 
sind auf allen Gebieten ihrer nationalen 
Existenz und Selbstbehauptung stärker ge 
worden! 
Trotzdem uns in diesem Jahre die Vor 
sehung in dem Generalfeldmarschall den groß 
herzigen Vermittler genommen hatte, ist die 
geistige Uebereinstimmung zwischen der Idee 
der nationalsozialistischen Bewegung, ihrem 
Wollen und dem deutschen Volk eine immer in 
nigere geworden. Nach der im letzten Sommer 
vorgenommenen Säuberung der Partei von 
unwürdigen Elementen ist sie heute mehr denn 
je der tatsächliche politische Willensträger der 
Nation, und dies nicht etwa aus unberechtigter 
und damit überheblicher Anmaßung, sondern 
zu recht, bestätigt durch die erneut festgestellte 
Willensmeinung der überwältigenden Mehr 
heit unseres Volkes. 
Ich weiß, meine Parteigenossen, daß dies 
im kommenden Jahr nicht nur so bleibt, son 
dern sich noch verstärkt, denn: die große refor- 
matorische Arbeit an Volk und Reich wird wei 
tergeführt! 
Der Kampf gegen die Arbeitslosigkeit und 
soziale Not wird fortgesetzt! 
Den Feinden und Phantasten aber, die so 
eben wieder glauben, durch eiue Flut von ge 
schriebenen Lügen 'und Verdächtigungen das 
nationalsozialistische deutsche Volk und Deut 
sche Reich entzweien und das ihnen verhaßte 
Regiment stürzen zu können, wird die harte 
Wirklichkeit nach zwölf Monaten die gleiche 
Widerlegung zuteil werden lassen, wie in dem 
Jahre, das hinter uns liegt. 
An der Disziplin und Treue der Natio 
nalsozialistischen Partei und ihrer Anhän 
ger sowie am nnerschütterlichen Willen so 
wie der Beharrlichkeit der Führung wird 
jeder Versuch, Deutschland zu schädigen, am 
Ende ergebnislos sein. 
Nach dem Abschluß dieses Jahres dauke ich 
all meinen Mitarbeitern und Führern der po 
litischen Organisation der Nationalfozialiftr- 
I scheu Partei, den Führern der SA., SS., des 
Arbeitsdienstes, der Hitlerjugend und des 
NSKK., den Führern unserer Bauern- und 
Arbeiterorganisationen sowie den Führerin 
nen der Frauenschaften und des BöM. für die 
unentwegte Treue und den blinden Gehorsam, 
die sie mir entgegenbrachten und in denen sie 
mir folgten. 
Ich danke damit aber auch den Millionen 
der Parteigenossen und Anhänger, den zahl 
losen braven SA.- und SS.-Männern, für 
die treue Anhänglichkeit an meine Person als 
ihrem Führer, für die Hingabe an die Be 
wegung. für ihre Opfer und für ihre Arbeit 
im Dienste unseres Volkes und damit für ihren 
Glauben an Deutschland. 
Ich danke auch den Millionen Unbekannter 
und Namenloser, die die Erfüllung unseres 
Wollens durch ihre fleißige, sachliche Mitarbeit 
ermöglichen halfen. 
Das Jahr 1935 soll uns alle erfüllt sehen 
von einem verstärkten Eifer des Kampfes und 
der Arbeit für unser Volk. Diesem aber wol 
len wir nichts Besseres wünschen als ein Leben 
in Ehre und Frieden. Denn dann wird es un 
serer Arbeit mit Gottes Hilfe gelingen, der 
Nation auch das tägliche Brot zu sichern. 
Am heißesten aber wünschen wir für dieses 
Jahr 1935 die Rückkehr jenes deutschen Ge 
bietes, das durch seine Stimme des Blutes 
am 13. Januar, die unlösbare Gemeinschaft 
mit dem Deutschen Reiche vor aller Welt be 
kunden wird. 
Es lebe die nationalsozialistische Bewegung! 
Es lebe unser einiges deutsches Volk und Deut 
sches Reich! 
gcz. Adolf Hitler. 
München, den 1. Januar 1935. 
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