Full text: Newspaper volume (1935, Bd. 1)

128 Jahrgang. 
128. Jahrgang. 
ŞrgeļàèL 
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Tagung der DAT. in Kiel. 
Eine große Rede des Gauleiters Oberpräsident Lohse über Staatsbau und Gemeinschastsbildnng. 
völkischen und wirtschaftlichen Lebens nahm 
der Nationalsozialismus den Kampf auf, denn 
eine Opposition ist immer dann im Recht, wenn 
sie den Kampf gegen ein System führt, durch 
das das Volk ins Unglück geführt wird. 
Herrscht ein solches System, so muß die Oppo 
sition wachsen und dadurch trotz aller mit 
staatlichen Machtmitteln geführten Wider 
stände die Macht bekommen. Diese Tatsachen 
gelten aber auch für jedes herrschende System, 
wen« es nicht in der Lage ist, das Volk zu einer 
besseren Wohlfahrt und zu einem besseren 
Frieden zu führen. 
Als wir Nationalsozialisten die Macht über 
nahmen, haben wir nicht lange den Sieg ge 
feiert, sondern sind augenblicklich an die Arb eck 
gegangen und haben in diesen zwei Jahren ge- 
Die Deutsche Arbeitsfront in der 
NSDAP., Gau Schleswig-Holstein, hatte zu 
Donnabend und Sonntag zu ihrer e r st e n 
Arbeitstagung in großem Rahmen ein 
geladen. 
Der Sonnabend war drei Gemeinschafts 
vorträgen vorbehalten, die der Bezirkswalter 
der DAF. S t a h m e r durch einleitende und 
verbindende Ansprachen erweiterte oder ver 
tiefte, während der Sonntag im Zeichen 
kleinerer Arbeitstagungen zur Behandlung 
von Einzelangelegenheiten der DAF. stand. 
Es mag vorweg bemerkt sein, daß der Zweck 
dieser ersten Arbeitstagung, nämlich die Auf 
klärung über Organisation und Zielsetzung der 
DAF., nicht nur restlos erreicht wurde, son 
dern darüber hinaus die Tagungsteilnehmer 
stir das nationalsozialistische Wollen innerhalb 
der DAF. gefangen genommen wurden. 
Die Vorträge von dem Adjutanten des 
Bezirkswalters der DAF., H e r m s e n, und 
dem Treuhänder der Arbeit für die Norömark, 
Dr. Völtzer, am Vormittag behandelten 
vornehmlich den organisatorischen Aufbau, die 
weltanschauliche und willensmäßige .Ein 
stellung in der Arbeit der TAF. Insbesondere 
wurden auch in diesen Vorträgen die ver 
schiedenartig gelagerten Verant 
wortlichkeiten zwischen der TAF. und 
den Betriebsgemeinschaften als ihren funda 
mentalen Trägern deutlich abgegrenzt. Es 
wurde damit zugleich Klarheit geschaffeu über 
das richtige Verhältnis von Betriebsführung 
und Gefolgschaft einerseits und den Führern 
der DAF. von der Ortsgruppe hinauf bis zur 
obersten Leitung andererseits, die sich er 
gänzen. Im wesentlichen wird der DAF. 
die Erziehung der Menschen, der Führung der 
Betriebe — zusammengefaßt in Betriebsfüh 
rung und Vertrauensrat — aber die Durch 
führung in der Praxis überlassen bleiben. 
Die Ausführungen des Staatsrates, Ober 
präsidenten und Gauleiters Lohse vermit 
telten dagegen von der hohen Warte des 
führenden Vertreters des Staates in der 
Provinz nationalsozialistisches Wollen und 
Denken für den Gesamtaufbau des Dritten 
Reiches. 
Aus allen Vorträgen leuchtete eins immer 
wieder als w e s e n t l i ch st für die Zu 
kunft heraus: Können, Gesinnung nnd Per 
sönlichkeit sind ausschlaggebend für die Ueber 
nahme und dauernde Erhaltung von Führung 
und Verantwortung im Dritten Reiche, an 
welcher Stelle es auch sei. Führung, die 
nicht gleichbedeutend sei mit seelenlosem Kom 
mando, Treue und Ehre, so formulierte 
Dr. Völtzer diese Grundsätze, seien die fun 
damentalen Träger. Mit unmißverständlicher 
Deutlichkeit legte der Gauleiter und Ober- 
präsident Lohse dazu als ausschlaggebend 
klar, daß die Priorität der Leistung und der 
Gesinnung im Nahmen des nationalsozialisti 
schen Wollens jeder anderen Wertung, also so 
wohl der der Standesherkunft und des 
Geldes als auch dem Parteibuch gegenüber 
von der Staatsführung des Dritten Reiches 
vorgezogen werden muß. Die Durchführung 
dieser Grundsätze der Leistung und Gesinnung, 
so sagte Lohse u. a., seien letzten Endes für 
einen Jahrhunderte-Erfolg des Sieges des 
Nationalsozialismus ausschlaggebend. Her m - 
s e n hatte die gleichen Prinzipien schon sehr 
deutlich unterstrichen durch die Hervorhebung 
des nationalsozialistischen Handelns bei 
der Uebernahme der Konkursmasse der Ge 
werkschaften. Letztere hatten es, was zahlen 
mäßig belegt wurde, trotz der viel höheren 
Beiträge aus Arbeitergroschen infolge 
korrupter und dekadenter Gesinnung fertig 
gebracht, bei einzelnen Verbänden eine viele 
Millionen betragenden Bankschuld als Nach 
bedeuteten aber dennoch sehr viel, weil in die 
sem Zeitraum eine Umwälzung vor sich gegan 
gen ist, die für große Zeitabschnitte Bedeutung 
hat. Wir Nationalsozialisten sind der Mei 
nung, daß ohne dieses Zweite Reich das Dritte 
Reich, das Reich der Deutschen, nicht so schnell 
gekommen wäre. * 
Warum konnte das Zweite Reich nicht von 
langer Dauer sein? Es erlebte doch einen 
wirtschaftlichen Aufschwung wie kaum ein an 
derer Staat zuvor. Es hatte ein überaus star 
kes Heer, eine große Kriegsflotte und eine be 
deutende Handelsflotte, so daß es unantastbar 
schien. Zerfallen aber mußte es, weil es nicht 
ausgebaut war auf das Fundament, das Vor 
aussetzung ist für den Staatsbau, und das ist 
die Gemeinschaft der Menschen in diesem 
Staat. Die nationalpolitische Zerrissenheit 
im Innern war die Ursache für den Untergang 
des Reiches und letzten Endes für den Verlust 
des Weltkrieges. Nach dem Zusammenbruch 
kam der Marxismus zur Macht, der ein neues 
Zeitalter gepredigt hatte. Was aber der Marx 
ismus vor und nach der Machtübernahme 
versprochen hatte, ist nie Wirklichkeit gewor 
den, weil diese Theorie mit der Praxis nicht in 
Einklang zu bringen war. Die Folge war ein 
wirtschaftlicher Zusammenbruch von ungeheu 
rem Ausmaß. So haben wir keinen Sozialis 
mus gesehen, sondern lebten erst recht im ka 
pitalistischen Zeitalter, das erst im marxisti 
schen Staat feinen größten Aufstieg erlebte. 
Die Verelendung in Deutschland wurde immer 
größer, zumal wir auch außenpolitisch nicht 
frei rvurden, denn die Mächte um uns dachten 
nicht daran, der marxistischen Parole von der 
Gleichheit der Menschen und der anderen: 
„Proletarier aller Länder vereinigt euch" zu 
folgen. Man war in diesen Ländern im Ge 
genteil nationalpolitisch eingestellt und hatte 
nur ein Ziel: Deutschland aus der Reihe der 
Weltmächte auszuschalten. 
Gegen diesen Zerfall auf allen Gebieten des 
laß zu hinterlassen. Demgegenüber stehen jetzt 
trotz geringerer Beitragszahlungen große Ver 
mögen, die in Millionen zur Unterstützung 
von Hilfsbedürftigen oder in Form von Klein 
krediten wirklich produktive oder soziale Ver 
wendung fänden. 
So konnte die Arbeitstagung nicht nur er 
reichen, daß die Teilnehmer von dem idealisti 
schen Wollen des Nationalsozialismus erneut 
gefangen wurden, man nahm darüber hinaus 
den Eindruck mit, daß mit sehr nüchternem 
staatsmännischen und wirtschaftlichen Blick 
für die Möglichkeiten und das 
Tempo des Aufbaues gearbeitet und 
gehandelt wird. Man wurde sich erneut klar 
darüber, daß in der NSDAP, heute aus der 
Tagesarbeit heraus für ein Jahrhunderteziel 
die Grundlage gelegt werden soll und daß 
gesundes organisches Wachsen gepflegt und 
nicht ungesunde Treibhauskultur getrieben 
werden soll. Damit mag nochmals abschließend 
gesagt werden, daß die Arbeitstagung des 
Gaues der DAF. nicht nur wertvolle An 
regung sondern weitreichende Zielsetzungen 
vermittelt hat. 
Eine große Rede Darrà 
zur Eröffnung der „Grünen Woche" in Berlin 
finden unsere Leser im Wirtschaftsteil. 
zeigt, daß wir mehr leisten als unsere Vor 
gänger. Die Herabminderung der Arbeitslo 
senzahl um über 4 Millionen ist eine giganti 
sche Leistung. Wir haben darüber hinaus un 
sere innerpolitischen Verhältnisse in Ordnung 
gebracht, haben aus der Zerrissenheit eine 
Volksgemeinschaft geschaffen — auch eine Lei 
stung, die keiner für möglich gehalten hat. Wir 
haben außenpolitisch Erfolge gehabt, den größ 
ten erst vor einigen Tagen an der Saar. Wir 
haben somit das Recht des Nationalsozialis 
mus, zu regieren, unter Beweis gestellt. 
Gauleiter Lohse wandte sich dann an die 
Deutsche Arbeitsfront und wies darauf hin, 
daß die früheren Gewerkschaften vollkommen 
versagt hätten. Sie hätten nicht die soziale 
Lage der Arbeiter verbessert, hätten nicht am 
wirtschaflichen Aufbau mitgearbeitet. Es war 
daher notwendig, die Front aller schaffenden 
Deutschen zu bilden, wie sie bereits in der Ar 
beitsfront vor uns steht. Wir wollen keine 
Gleichheit aller Deutschen, wohl aber Kame 
radschaftlichkeit und menschenwürdige Behand 
lung. Es kann keinen gleichen Lohn geben, weil 
es auch keine gleiche Leistung gibt. Auf dem 
Leistungsprinzip aber ist der Nationalsozialis 
mus aufgebaut. Wohl können wir als Natio 
nalsozialisten danach streben, zu einem mög 
lichst einheitlichen Denken im Volke zu kom" 
men, können aber nicht durch Schulung etwa 
Ueber die Hauptkundgebung wird noch be 
richtet: 
rCä Mit der Kundgebung im großen Taal der 
Walüwiese erreichte die Tagung der Arbeits 
front ihren Höhepunkt. Nach dem Einmarsch 
der 80 Fahnen ergriff der Gauleiter 
Oberpräsident Lohse 
das Wort zu grundsätzlichen Ausführungen 
über die Staatsentwicklung und die Gemein 
schaftsbildung im Volke. Er erinnerte an den 
18. Januar, den Tag, da vor 64 Jahren Bis 
marck das Zweite Reich gegründet hat. Knapp 
60 Jahre hat dieses Reich Bestand gehabt, ein 
Zeitraum, der in der Geschichte des Volkes sehr 
wenig bedeutet, wenn man bereit ist, Geschichte 
auf Jahrtausende zu machen. Diese 60 Jahre 
DNB. München, 28. Jan. (Eig. Funkmeldg.) 
Der Reichsführer der SS., Himmle r, besich 
tigte am Wochenende zwei Sturmbanne der 34. 
SS.-Standarte und einen Sturm der 1. SS-- 
Motorstandarte in Rosenheim. In einer An 
sprache erinnerte er an die drei Eigenschaften, 
die den Nationalsozialisten die schwersten Zei 
ten durchhalten ließen und die ihn auch in Zu 
kunft unüberwindlich machten: Treue, ^Gehor 
sam und Kameradschaft. Er sagte: 
Ich verlange von jedem SS. - Mann 
Treue. 
Im Anschluß an die Ansprache fand ein 
Marsch durch die fahnengeschmückte Stadt Ro 
senheim und auf dem Max-Joseph-Platz ein 
Vorbeimarsch vor dem Neichsführer der SS. 
statt. 
Göring über die Tage des Sieges der nationalsozialistischen Revolution. 
rlirr, 27. Jan. Anläßlich des zweiten Iah- schall: ganz kurz nur. Die ganze Kabinettsbil- 
iges der nationalsozialistischen Revolution dung dauerte insgesamt nur sieben Minuten, 
hrte der preußische Ministerpräsident Gö- Dann war es entschieden: der Führer Kanzler 
der NSK. eine Unterredung über das des Deutschen Reiches! Wie oft war ich in der 
kespiel der Reaktion und ihre Versuche, letzten xeit Vermittler zwischen dem Reichs- 
Durchbruch des Nationalsozialismus in prästdenten-Palais gewesen, bisher ohne Er- 
r Stunde zu hintertreiben. folg — und nun war es erreicht, 
sting führte u. a. aus: „Am Vortage des In der Erinnerung au jene Tage kann ich 
Januar waren wir alle erfüllt von höchster nur feststellen: Man kann nichts erklären, man 
rnung. Es schien, als ob noch im letzten kann nichts darstellen und kann auch nichts lo- 
mblick unsere mühsamen Vorbereitungen gisch entwickeln — cs ist ein einziges Wunder, 
ört werden sollten durch einen Gewalt- ein Wunder, um das 1% Jahrzehnte ein gan- 
Jntrigenstreich Schleichers. Am Nachmit- zcs Volk gekämpft und gelitten hat. 
>es 29. Januar war alles genau festgelegt Heute nach zwei Jahren liegen die Ereignisse 
>en. Am Abend jedoch hörten wir, daß die bereits wie in weiter Ferne, so gigantisch ist 
jswehr eine Revolte plane, um die-ord- die inzwischen geleistete Arbeit, so kühn das Er 
lsmäßige Regierungsbildung zu verhin- reichte. Für die Zukunft habe ich nur einen 
. Das bedeutete Nervenanspannung bis Wunsch, nur eine Gewißheit, daß das deutsche 
letzten. Der Führer' aber sorgte dafür, daß Volk immer in der gleichen leidenschaftlichen 
Ausführung des Vorhabens unmöglich Liebe und Verehrung am Führer hängt. Das 
)e. ist die sicherste Gewähr für die Durchsetzung 
u 11 Uhr vormittags am 30. Januar waren des Nationalsozialismus auch auf dem letzten 
dann beim ehrwürdigen Generalfeldmar- Gebiet deutschen Lebens." 
SS.-Münner seid eingedenk des 
Wahlspruches auf Eurem Koppelschloß: 
Meine Ehre heißt Treue. 
Ich verlange von jedem SS.-Mann Ge 
horsam, einen Gehorsam, der nicht fragt, 
zögert oder zaudert, sondern einen Gehor 
sam, der ausführt. Niemand ist zum Ein 
tritt in die SS gezwungen worden, und 
jeder, der die Gehorsamsforderung mit 
seinem Gewissen nicht glaubt vereinbaren 
zu können, soll gehen. Bleibt er aber, so 
unterwirft er sich dem eisernen Ehrgesetz 
einer Gemeinschaft, die an ihrer Uniform 
den Totenkopf trügt. 
Ich verlange von jedem SS.-Mann Ka 
meradschaft. Kameradschaft fragt nicht nach 
Rang und Stand, nicht nach Konfession und 
Herkunft, sondern fühlt sich jedem Mit 
kämpfer zu Hilfsbereitschaft verpflichtet. 
Kameradschaft gilt es zu üben gegenüber 
jedem aufrichtigen Volksgenossen. Echte 
Kameradschaft läßt uns alle guten wie auch 
schlechten Tage bestehen.
	        
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