Full text: Newspaper volume (1935, Bd. 1)

128. Jahrgang / Nr. 19 
Beilage der Schleswig-Holsteinischen Landeszeitung (Rendsburger Tageblatt) 
Mittwoch, den 23. Januar 1935 
Lkmeraörn! 
Die Hitler-Jugend der Nordmark ist zahlen- 
und willensmüßig zur bedeutendsten Jugend 
organisation angewachsen. Ihre Arbeit ist aus 
dem täglichen Leben der Nordmark nicht mehr 
fortzudenken. Alle Stellen der Jugendarbeit 
— sei es im beruflichen Leben, sei es in der 
außerberuflichen Weiterbildung und Er 
ziehung — sind von der Hitler-Jugend ein 
genommen und werden tatkräftig von ihr aus 
gefüllt. 
Was uns heute für selbstverständlich er 
scheint, war vor wenigen Jahren noch undenk- 
barl Erst durch die große Kameradschaft und 
Opscrbereitschaft jener wenigen Aktivisten, die 
überall in der Nordmark aufstanden und den 
Kampf um eine neue deutsche Jugend began 
nen, wurde die Hitler-Jugend das, was sie 
heute ist. 
Unsere Aufgabe aber muß sein, dies heilige 
Erlebnis des Kampfes um die junge Nordmark 
in unseren Reihen zu bewahren. Deshalb bitte 
ich Euch, Eure Erlebnisse, Eure Arbeit, durch 
die die HI. wurde, aufzuschreiben und mit 
allen Unterlagen aus der damaligen Zeit an 
mich zu senden. Denn nur durch die Mitarbeit 
aller, die damals in den verschiedensten Tei 
len der Nordmark arbeiteten, wird es möglich, 
das Werden der Nordmark-HJ. zu erfassen. 
Der Führer des Gebietes 6 jNordmark). 
gez. Kohlmeyer, Oberbannführer. 
Feiergeftêàmg mb Lchrà 
Mit der langsamen Durchdringung aller 
Lebensgewvhnheiteu unseres Volkes mit na 
tionalsozialistischem Gedankengut ist auch eine 
einschneidende Umstellung in der Arbeit der 
Schule verbunden gewesen. Nicht nur der Lehr 
plan ist von ganz anderen Gesichtspunkten auf- 
gestelll, auch auf kulturellem Gebiet, bei Schul 
feiern, Ausführungen usw., ist eine neue Rich 
tung eingeschlagen worden. 
Erinnert man sich nicht noch aus eigener 
Schulzeit der Feiern, die wohl allgemein fol 
gendes Bild zeigten? 
Tie große Aula ist erfüllt vom Raunen und 
Flüstern der erwartungsvollen Jungen oder 
Mädchen. Die Lehrer erscheinen, der Schullei 
ter. Ein Augenblick Schweigen. Dann setzt der 
Schulchor ein. Nach dem Lied trägt ein Schüler 
ein Gedicht vor. Ter Schulleiter oder einer der 
Lehrer hält die Festrede. Dann folgt vielleicht 
das Schutorchester mit einer Sonate, oder ein 
einzelner spielt Violine. Ter Chor singt noch 
einmal. Den Abschluß der Feier bildet ein von 
allen gesungenes Lied. 
Solche Art Schulfeiern gehören glücklicher 
weise der Vergangenheit an. Unsere Zeit kann 
nicht mehr das erstarrte Schema brauchen. Un 
sere Zeit verlangt Bewegung, d. h. Entwick 
lung, aus allen Gebieten. Das hat unsere 
Schule heute klar erkannt und sie bemüht sich 
auch, als Erzieherin unserer Jugend, sich dem 
Denken ihrer Schüler anzupassen und auf dem 
Gebiete der Feiergestaltung bahnbrechend zu 
sein. In manchen Schulen wird die Festrede, 
die der Mittelpunkt einer Feier ist, nicht vom 
Schulleiter oder einem Lehrer gehalten, son 
dern von einem älteren Schüler oder einem 
HJ.-Führer. Er spricht dann nicht vom Stand 
punkt des Erwachsenen zu den Schülern, 
sondern als Kamerad für Kameraden. Solch 
eine Feierstunde hebt sich dann sehr vorteilhaft 
von der verstaubten früheren Art ab. 
Durch solch eine kleine Abänderung in dem 
alten Programm der Schulfeier ist in Wirk 
lichkeit viel umgestaltet, denll damit ist dem 
Schüler eine neue Aufgabe gegeben: Bewußte 
aktive Mitarbeit bei der Führung seiner Ka 
meraden. 
Und noch ein wichtiges Gebiet: Die Schul 
aufführungen. Auch hier hat sich schon viel 
geändert. Tie früher übliche Art, Dramen der 
Klassiker oder wenigstens Teile daraus zu spie 
len, ist der Aufführung eines Laienspiels ge 
wichen. Das Drama eines Klassikers muß dem 
berufenen Schauspieler überlassen bleiben, 
dem Schüler fehlt das Einfühlungsvermögen 
und die Kunst der Darstellung. Ihm ist das 
Laienspiel viel näher. Hier kann er sich natür 
lich geben und seine eignen Gedanken aus 
drücken. Beim Laienspiel, dessen Schwerpunkt 
im Gemeinschaftsspiel und in bewußter Be 
schränkung auf die Ausdrucksmittel des Spie 
lers liegt, sind die Jungen und Mädel mit 
bedeutend mehr Lust und Liebe und darum 
auch mit größerem Erfolg dabei. 
An der gesamten Umformung und Neu 
gestaltung unseres kulturellen geistigen Lebens 
ist und muß die Schule in einem großen Maße 
beteiligt sein. Sie trägt einen großen Teil der 
Verantwortung für die Entwicklung unserer 
Kultur. Sie hat mit Erfolg diesen Weg be 
schritten, wie in letzter Zeit Elternabende zeig 
ten. Diese kulturelle Arbeit weiter auszuge 
stalten ist ihre Pflicht. In Zusammenarbeit 
mit der großen Organisation der Hitler-Ju 
gend kann und wird sie den Typ des jungen 
Deutschen schaffen. Nur einen wesentlichen 
Grundsatz darf sie niemals aus den Augen 
verlieren: Sie muß geistig jung sein. 
Hier in Rendsburg bereitet sich die Jugend- 
gruppe der NS.-Kulturgemeinde schon seit 
Mitte Dezember vor, einen „Abend mit der 
Jugend" in der Stadthalle zu veranstalten, 
der den neuen Kulturwillen unserer Jugend 
zeigt und auf diesem Gebiet richtungweisend 
sein soll. 
.. nrchL fo’tt kmşgàkeîl-'s 
Fahrzeug!" 
Ich bin ja noch jung,' erst zwölf Jahre, und 
wenn ich etwas sage, was ich nicht leiden mag, 
dann lachen viele Aeltere mich aus. Doch dafür 
kann ich nicht. Ich werde es immer wieder sa 
gen, wenn ich etwas schrecklich finde. 
Wenn wir Sonntags auf Fahrt gehen, und 
ich sehe dann soviel Mädel, die auch noch nicht 
viel älter sind als ich, mit hohen Absätzen und 
übereleganten Kleidern durch die Gegend 
schreiten, (denn so richtig gehen und wandern 
wie wir können sie nämlich gar nicht mehr), 
dann guck ich mir immer die Gesichter an. 
Lottis, Gerdas und Ruths Gesichter sehen im 
mer ganz anders aus, wenn sie draußen mit 
uns herumtollen. Vrel frischer, lebendiger! 
Keines unserer Mädel macht so ein gelang 
weiltes Gesicht. Ich habe schon immer darauf 
geachtet,' so müde und gleichgültig sieht nie 
eine von uns aus, und wenn es auch manch 
mal noch so schwer und anstrengend gewe 
sen ist. 
Schminken und pudern werden wir uns be 
stimmt alle nicht. Das paßt gar nicht zu uns. 
Unser Führer will frische und natürliche deut 
sche Mädel haben, deshalb wandern wir, des 
halb ziehen wir uns einfach, aber geschmack 
voll an. 
„Werd' nur nicht so'n aufgetakeltes Fahr 
zeug!", sagte Onkel Hein oft. Und der muß es 
ja wissen,' denn er ist Kapitän. 
Sein großer Kutter, mit dem er immer nach 
Holland und England fährt, ist auch man ein 
fach, aber immer sauber und schmuck. „Werd' 
doch nichts dran setzen, was nicht zu ihm paßt", 
knurrte er mich einmal an, als ich sagte, ich 
möchte die Segel von einer amerikanischen 
Jacht, die damals bei uns im Hafen lag, bes 
ser leiden. 
Daran habe ich noch oft denken müssen. Das 
ist, glaube ich, die Hauptsache, daß immer alles 
zueinander paßt. Daran will ich immer den 
ken. Wenn wir das alle tun, dann werden wir 
bestimmt immer im Leben schlicht, einfach und 
bescheiden bleiben. 
Das aber ist unser Ziel! So können wir 
Jungmädel helfen, daß Deutschland tüchtige 
und gesunde Menschen kriegt. Das meinte 
auch meine Mutter neulich, als ich es ihr am 
letzten Donnerstag erzählte, als ich gerade 
vom BdM.-Heimabend kam und auf dem Nach 
hauseweg mit Ilse darüber gesprochen hatte. 
Ein Holsteiner Jungmädel. 
Ģeêândeķyiel der Gefolgschaft \ 
Sonntagmorgen 9 Uhr. Die Gefolgschaft ist 
beim Bahnhof angetreten. Das Kampfgelände 
ist um Schülldorf herum. Schar Audorf hat die 
Verteidigung übernommen. Sie haben den 
Vorteil, daß sie das Gelände kennen und so 
einen geeigneten Verteidigungsstand auswäh 
len können. Wir ahnen nicht, daß schon im 
Adolf-Hitler-Haus ein feindlicher Späher sitzt 
und telefonisch unsere Stärke durchgibt. Ein 
fabelhafter Einfall des Scharführers. Mit Ge 
sang ziehen wir los. Es ist empfindlich kalt. 
Doch das macht uns weiter nichts aus. Ein 
kleiner Dauerlauf — und wir haben die nötige 
Körperwärme. Als wir die andere Seite des 
Kanals erreicht haben, stellen wir unser Singen 
ein, denn es könnten feindliche Späher in der 
Nähe sein. Wir schicken Spähtrupps aus. Eine 
halbe Stunde vergeht. Dann kommen sie wie 
der und melden, daß sie nichts vom Feind ge 
sehen haben. Wir stoßen mit unserm Haupt- 
trupp soweit vor, wie aufgeklärt ist. Dann 
sehen wir plötzlich einen feindlichen Späh 
trupp, der sich sofort zurückzieht. Jetzt heißt es 
für uns, vorsichtig zu sein. Bald melden unsere 
Späher, daß der Feind eine Viertelstunde ent 
fernt einen steilen Hügel besetzt hält. In Reihe 
schleichen wir, von Knicks gedeckt, bis auf 100 
Meter an ihn heran. Wir stellen fest, daß sie 
eine vorzügliche Stellung eingenommen haben. 
Es ist ein 10—12 Meter hoher Hügel, dessen 
Abhänge von dichtem Gestrüpp bewachsen sind. 
Der 24. Januar. 
Am 24. Januar 1932 wurde iu Moabit im 
Berliner Norden am frühen Morgen ein klei 
ner Hitler-Junge gemeuchelt. Man hetzte ihn 
durch die grauen Straßen, stach ihn zusammen 
und ließ ihn in seinem Blute liegen. Niemand 
half ihm. — Niemand. 
Am 26. Januar meldet die Berliner Presse, 
daß der Schüler Herbert Norkus bei der Ver 
teilung von Flugblättern für eine radikale 
Partei vom Gegner überrascht und bei einer 
anschließenden blutigen Auseinandersetzung 
ums Leben gekommen sei. Einige Blätter ge 
ben Kommentare zu dieser Meldung, in der 
die Schuld des Ermordeten an seinem Schicksal 
festgestellt wird. Die amtlichen Stellen schwei 
gen. Man findet kein Wort des Beileids für 
die Eltern oder für die Kameraden dieses 
Jungen. 
Es steht schlecht um das deutsche Volk. — 
Teilnahmslos sieht es zu, wie der Bürgerkrieg 
im Lande wütet. — 
29. Januar 1932: „In schneidender Külte 
tragen wir den Hitler-Jungen Herbert Nor 
kus zu Grabe. Ich rede aus vollem Herzen zu 
den Kindern und Männern, die um den schma 
len Sarg versammelt stehen. Der Vater dieses 
Jungen ist über alle Begriffe tapfer. Ein ein 
facher Arbeiter, aschgrau vor Gram im Gesicht, 
erhebt er beim Horst-Wessel-Lied die Hand und 
singt vor Ingrimm und bitterem Stolz: „Die 
Fahne hoch . . ." 
Diese Worte schrieb Dr. Goebbels in sein 
Tagebuch. Sie werden immer an jene Zeit 
erinnern, da selbst Knaben für das Reich zu 
sterben wußten. 
Ein unbekannter Junge ist Vorbild der Ju 
gend eines ganzen Volkes geworden. Sein 
kleines Grab draußen auf dem stillen Johan 
nis-Friedhof in Plötzensee ist Wallfahrtsort, 
sein Todestag der Ehrentag einer Nation, die 
sich wieder auf sich selbst besonnen hat. Sein 
Erbe aber haben die Millionen übernommen, 
die wie er das Ehrenkleid Adolf Hitlers tragen. 
Zwei Jahre später, am 24. Januar 1934, 
stehen in Potsdam, in der ehrwürdigen Gar 
nisonkirche die 342 Bannfahnen der Hitler- 
Jugend, um vom Reichsjugendführer mit der 
Blutfahne der Kameradschaft Veusselkietz ge 
weiht zu werden. Diese Blutfahne ist das Be 
kenntnis der deutschen Jugend zu Herbert 
Norkus. 
„Herbert Norkus ist Sinnbild der jungen 
Generation in Deutschland. An seinem Bei 
spiel hat sich nicht nur eine ganze Jugend er 
hoben, auch alte Menschen fanden im Gleich 
nis seines Lebens die Kraft zu neuer Hoff 
nung. Ein Arbettersohn tritt ein in die Ge 
schichte. 
Ergriffen von einer Idee, die von den In 
stanzen des Staates verfolgt wird, sieht ein 
kleiner Junge die höchste Pflicht seines jun 
gen Lebens darin, für diese verlästerte und 
verachtete Weltanschauung einzutreten. 
Unter unsäglichem Terror kämpft eine 
kleine Gemeinschaft tapferer Jungen im 
Veusselkietz für die Befreiung der deutschen 
Arbeiterschaft, kämpft ohne klare Vorstellung 
von dem letzten Ausmaß des Kampfes, von 
dem auch sie einen wesentlichen Anteil auf 
ihren Schultern trägt. 
Tie Kraft zu solchen Kämpfen wird nie aus 
dem Verstände geboren. Immer werden die 
wahrhaft großen Dinge des menschlichen Le 
bens aus dem heißen Gefühl erschaffen, das 
auch in der Kameradschaft Veusselkietz leben 
dig war. Diese Jugend war ebenso groß wie 
ihre Aufgabe." 
Mit diesen Worten setzte der Reichsjugcnd- 
führer Baldur von Schirach seinem toten 
Kameraden das schönste Denkmal. Die Fahnen 
der Hitler-Jugend, die am Geburtstage Fried 
richs des Großen, am Todestage von Herbert 
Norkus geweiht wurden, flattern heute über 
all im Lande. 
Wieder treten am 24. Januar die Kolonnen 
des jungen Volkes an geweihter Stelle zusam 
men. Im vorigen Jahre sammelten sie sich in 
Potsdam unter den Blutfahnen der alten 
preußischen Regimenter, die Siege und Nie 
derlagen des großen Königs erlebt haben: 
diesmal stehen die Kolonnen des Jungvolkes 
auf ebenso geweihter Stätte im Schloßhof der 
vielhundertjährigen Marienburg im deutschen 
Osten. Die schwarzen Fahnen mit der silber 
nen Siegrune flattern hier, wo vor Hunderten 
von Jahren die Ordensritter standen und den 
Wall nach Osten bildeten. Hier sollen sie — 
000 an der Zahl — ihre Weihe erhalten. 
Tie Tradition des großen Deutschritter 
ordens lebt in diesen Jungen fort, sie wird 
von ihnen weitergetragen in die große Zu 
kunft, die nur erkämpft werden kann, wenn 
der Gedanke, der jene Schwertträger be 
herrschte: Selbstloser schweigender 
Dienst, auch in den Jungen lebendig bleibt. 
Es führt eine große Linie von dem stillen 
Friedhof in Plötzensee zu der alten Garnison 
kirche und von dort zu der hochragenden Ma 
rienburg. Drei geweihte Stätten verkörpern 
in verschiedener Form das, was allein die 
Zukunft garantieren kann: Ewiger D i e n st 
an Deutschland. F. Schroeöer. 
Nach der einen Seite hin fällt er steil ab. Ganz 
unmöglich, ihn von hier aus zu erstürmen. Der 
Feind ist ebenso stark wie wir. Es wird also 
ein schwerer Kampf werden. Wir bewaffnen 
uns: d. h. jeder macht sich einen Haufen Schnee 
bälle, und dann schwärmen wir aus und 
schließen so den Feind von allen Seiten ein. 
Mit lautem Geschrei und einem Hagel von 
Schneebällen werden wir empfangen. Das ver 
abredete Signal ertönt, und wir stürmen. 
Unser erster Ansturm wird zurückgeschlagen. 
Wir versuchen es immer wieder. Immer wie 
der. Auf beiden Seiten wird eisern gekämpft. 
Ab und zu sieht man zwei, die das Gleich 
gewicht verloren haben, den Abhang hinunter 
rollen. Unten angekommen, stürzen sie von 
neuem aufeinander los. Schließlich, als das 
Gewoge zu schlimm wird, wird das Spiel ab 
gebrochen. Freund und Feind reichen sich die 
Hand. Unentschieden endete das Spiel. Ge 
schlossen und mit frohem Gesang ziehen wir 
nach Audorf zurück. Hier gedenken wir noch 
unserer Volksgenossen an der Saar, deren Ent 
scheidungstag angebrochen ist. Ein dreifaches 
Siegheil auf unsern Führer und auf das Saar 
volk und die Audorfer sind entlassen. 
Mit großem Hunger kehrten wir nach 
Rendsburg zurück: und allen hat bestimmt an 
diesem Tag das Eintopfgericht so wie noch nie 
geschmeckt. Ky. v 
Achtung! Briefwechsel gesucht. 
«HJ.-Führer, 21 Jahre alt, natur- und sport 
liebend, wünscht Briefwechsel mit nettem 
BDM.-Mädel. Zuschriften m. B. erbeten unter 
Erzgebirge." 
„Zwei 15jährige BDM.-Mädel wünschen mit 
gebildeten HJ.-Führern in Briefwechsel zu 
treten. Hildegard und Ruth aus Rathenow." 
Gibt es denn sowas überhaupt, werdet Ihr 
fragen. Ja, leider: so unwahrscheinlich es auch 
klingt. In Beyers Modenblatt „Frau - Volk - 
Welt" könnt Ihr in jeder Nummer solche oder 
ähnliche Anzeigen finden. Die beiden Anzei 
gen, die oben im Original wiedergegeben sind, 
sind nicht einmal die schlimmsten. Zwischen 
Briefwechselgesuchen von schuldlos geschiede 
nen Frauen, vom Fabrikbesitzerssohn, von der 
gebildeten Dame, vom mitteldeutschen Land 
lehrer, von „Blond-Hild" und „Schwarz-Luis", 
vom Oberprimaner oder vom stud, theol. fin 
det man Gesuche von HI. und BDM., ja sogar 
von HJ.-Führern und BDM.-Führerinnen. 
Zwischen den Vertretern einer sogenannten 
„besseren Gesellschaft" findet man Jugend- 
genossen, die vorgeben, einer Gemeinschaft an 
gehören zu wollen, die nicht nach Stand und 
Namen fragt, sondern nur den Adel der Lei 
stung kennt. 
Doch so sehen keine nationalsozialistischen 
Jugendführer aus: so sehen die aus, die glau 
ben, mit dem Anziehen unserer Uniform Na 
tionalsozialisten geworden zu sein. Ja, äußer 
lich mögen sie es sein, innerlich aber sind sie 
geblieben, was sie waren: Menschen, die als 
Greise geboren sind, und ihr Leben, das nur 
aus romantischem Erleben und nie aus Arbeit 
besteht, als siebzigjährige verbringen. 
Sie leben in einer Zeit, die cs nicht mehr 
gibt! 
In der Hitler-Jugend haben sie keinen Platz! 
Kritik der Jugend. 
„Karst". Ein Buch vom Jsonzo, von Kornel 
Abel. Verlag: Anton Pustet, Salzburg, Leipzig. 
Kornel Abel, selbst ein Offizier der helden 
haften Armee vom Karst, schildert uns die 
Soldaten vom Karst, die ohne technische Hilfs 
mittel sich in den Karst eingebaut hatten und 
die steinige Wüste unter den schwersten Ent 
behrungen hielten. Er setzt uns die blutigen 
Jsonzvschlachten leibhaftig vor Augen und 
zeigt uns Jungen, daß Krieg rauhe Wirklich 
keit ist, in der jeder sein Bestes einzusetzen hat. 
Diese Frontgeneration wird immer unser Vor 
bild sein. K. T. 
Friedrich Wilhelm Schelling. 
Zur 160jährigen Wiederkehr de". Geburtstages 
des berühmten Philosophen am 27. Januar. 
Siiicmee
	        
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