Full text: Newspaper volume (1934, Bd. 1)

127. Jahrgang. 
127. Jahrgang. 
Renösburser Tageblatt 
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Es ist die Frage aufgetaucht, ob iu einem sol 
chen Staat noch ein Erzieher in Form eines 
einzelnen Verbandes notwendig ist. Die ge 
samte Erziehung des nationalsozialistischen 
Staates, also auch aller seiner Verbände und 
Organisationen, ruht auf völkischer und Volks 
deutscher Grundlage. Völkische Erziehung ans 
den lebendigen Kräften der Rasse, des Volks 
tums und des Bodens erweitert sich zur Volks 
deutschen Erziehung im Hinblick aus die Zer 
streuung unserer Volksgenossen über alle Län 
der. 
Maßgebend kann nur der Wille des Führers 
sein. Er geht dahin, daß die Deutschtnmsver- 
bände ihre unentbehrliche Arbeit fortsetzen. Sie 
müssen den Staat von manchen Aufgaben ent 
lasten, die er seinem Wesen nach einfach nicht 
leisten kann. Sie haben auch mehr als er die 
Möglichkeit, im Auslande zu wirken und die 
menschlichen Beziehungen zu unseren Volks 
gruppen zu pflegen. Für die Durchführung die 
ser weltumspannenden Aufgaben aber sind 
Mittel notwendig, ebenso wie eine geschulte 
und einsatzbereite Mannschaft. Beides kann 
nur geschaffen werden, wenn die geistigen Vor 
aussetzungen da sind. So geht auch die Jnnen- 
arbeit des VDA. weiter, aber nun nicht mehr 
getragen von bestimmten Kreisen oder gar als 
Liebhaberei einzelner Wissenschaftler, wie 
manchmal in der Vorkriegszeit, sondern als 
ein bewußter Teil der deutschen Erneuerungs 
bewegung, die in ihren Führern selbst aus 
Volksdeutscher Wurzel kommt, als Volksdeut 
sche Forderung zum Opfer und zur Hingabe. 
Unter der neuen Führung hat der Volksbund 
für das Deutschtum im Ausland seit einem 
Jahre einen gewaltigen Aufschwung genom 
men, und ist tatsächlich vom Verein zum Volks» 
bund geworden. Als Treuhänder des Aus 
landsvolkstums ist der VDA. auch in der en 
gen Zusammenarbeit mit den großen Verbän 
den wie dem NS.-Lehrerbund und den Orga 
nisationssäulen des Reiches Träger der gro 
ßen Volksdeutschen Erziehungsaufgabe, deren 
Bewältigung eine Lebensfrage für unser zu 
einem Drittel außerhalb der Staatsgrenzen 
lebendes Volk ist. 
Von vr. Hans Schoeneich. 
Im Anschluß an die Ostertage findet in Lübeck Längst versunkene Grenzen unseres mittelal 
eine Volksdeutsche Schul- und Arbeitstagung 
des NS.-Lehrerbundes statt. Die Bedeutung 
dieser Tagung geht schon aus der Auswahl 
der Redner hervor. Es sprechen u. a. der 
Reichsführer des BDA. Dr. Hans Steinacher, 
Reichsleiter Alfred Rosenberg, Bischof Peer 
mann-Danzig, der Führer des Deutschen 
Schutzbundes, Dr. Ernst, und der Sachberater 
für Jugenöfragen des VDA., Dr. Schoeneich, 
der uns freundlichst nachstehenden Aufsatz zur 
Verfügung stellt. 
Die Vorkriegszeit. 
Das Bismarcksche Reich hat überraschend 
schnell den Volksbegriff vergessen, der von den 
Freiheitskriegen bis in die 48er Bewegung 
noch so lebendig war. Im kleindeutschen Staat 
verlor sich das Bewußtsein, daß noch in Frank 
furt österreichische und Luxemburger Abgeord 
nete mit beraten haben über die Zukunft der 
Nation. Der volksdentschc Gedanke, der an 
den Grenzpfählen nicht Halt machte, wurde 
eine Angelegenheit der Germanisten und 
allenfalls der Volkskundler. Seitdem hat zwei 
Generationen lang die dauernde Gleichsetzung 
von „deutsch" und „reichsdeutsch" ebensolche 
Verwirrungen angerichtet wie die zwischen 
„Deutschland" und „Deutsches Reich". 
Ganz anders jedoch im Habsburger Staat. 
Die zehn Millionen Deutschen der Monarchie 
waren nach 1871 mehr und mehr in ihrem völ 
kischen Leben sich allein überlassen und griffen 
gegenüber den jungen erwachenden Völkern 
der Donauländer notgedrungen zur Selbst 
hilfe- wo deutscher und deutsches Volkstum 
überfremdet zu werden drohte. Adolf Hitler 
hat in seinem Kampfbuche eindrucksvoll berich 
tet, wie in den völkischen Schntzverbänden um 
jeden deutschen Kindergarten, ja um jede Seele 
und auch um jeden deutschen Bauernhof gerun 
gen werden mußte. Seitdem 1880 im Mai der 
Südtiroler Kurat Mitterer mit eigener Schule 
und Kirche sich gegen die Berwelschung der 
Heimat stemmte, griff die Erkenntnis der Lage 
dieser Grenzgebiete schnell um sich: Noch im 
gleichen Jahre entsteht in Wien der Schulver 
ein und 1881 der reichsdeutsche Zweig der 
Schutzarbeit — seit 1908 bekannt als Verein 
für das Deutschtum im Ausland. 
Gewiß handelte es sich zunächst um Geld- 
sammlungen zugunsten bedrohter deutscher 
Grenzgemeinöen. Voraussetzung dazu war 
aber doch auch von Anfang an eine Aufklärung 
und Werbetätigkeit, die durchaus schon als 
Volksdeutsche Erziehung gewertet werden muß. 
Von hier aus erfolgte immer wieder der un 
ermüdliche Hinweis auf unsere Volksgenossen 
jenseits der Staatsgrenzen. Und in demselben 
Maße, wie sich die Arbeit erweiterte, von den 
österreichischen Kampfgebieten auch auf die ver 
schiedenen deutschen Siedlungen in Rußland 
und dann auf Uebersee, wuchs doch dieses 
Volksdeutsche Bewußtsein zur weltumspannen 
den Erkenntnis vom Wesen unseres Hundert 
millionenvolkes. Es muß dabei zugegeben wer 
den, daß die Arbeit bis zum Weltkrieg im all 
gemeinen beschränkt blieb auf jene Kreise, die 
beruflich dem Bildungsleben zu dienen haben, 
und daß auch die Regierung sich herzlich wenig 
um die bescheidene Deutschtumsarbeit küm 
merte. Ja, die Beziehungen zu Volksgenossen 
im Ausland wurden sogar von manchen Krei 
sen nicht gern gesehen, die davon eine mögliche 
Störung unserer außenpolitischen Beziehungen 
fürchteten. 
* 
Weltkrieg und Weimarer System. 
Der Krieg brachte freilich einen so umfang 
reichen Anschauungsunterricht für das Gesamt 
volk wie nie zuvor. Zeigten schon die zahllosen 
ins Reich kommenden auslandüeutschen Flücht 
linge die weite Verbreitung unseres Volks 
tums in allen Ländern, so wurden den Ange 
hörigen unserer Millionenheere die Augen ge 
öffnet beim Vormarsch an allen Fronten. 
ihrer Kameraden im Ausland und von der 
praktischen Arbeit anderer Gruppen. Brief 
wechsel zwischen reichsdeutschen und auslanös- 
üeutschen Schulklassen, Ferienaustausch, Tref 
fen bei Tagungen und schließlich auch längere 
Auslandsfahrten haben den Volksdeutschen Ge 
danken in diesen Jahren mehr vertieft und ge 
stärkt, als es bloße Belehrung im Unterricht 
jemals gekonnt hätte. Die verschiedensten For 
men der Arbeit sind in den Schulgruppen ent 
wickelt worden, ganze Ausstellungen mit Pla 
katen, Lichtbildern, Modellen, Trachtenpuppen 
oder graphischen Darstellungen konnten in den 
Dienst der Werbearbeit gestellt werden. Auch 
die Kleinsten aber erfuhren etwas vom völki 
schen Dienst, wenn sie für ihre fernen Klassen 
kameraden mit der Sammelbüchse oder dem 
Werbeheft VDA.-Spenden zusammenbrachten, 
die schließlich die Grundlage für das ganze 
großzügige Hilfswerk werden konnten. 
Im nenen Reich. 
Noch ein anderes Ziel setzte sich die Erzie 
hungsarbeit des VDA. von Anfang an: Neben 
dem Hinweis auf den völkischen Kampf im 
Ausland stand immer der Ruf zur Ueberwin 
dung der inneren Zerrissenheit. Klassen, Par 
teien, Konfessionen gab es im VDA. nie, da es 
sich einfach um die Gesamtfrage der Erhaltung 
deutschen Lebens handelte. Jeder nationalge 
sinnte Volksgenosse konnte seine Kraft im 
Dienst dieses Werkes betätigen. So hatte auch 
die Erziehung des VDA. ihren Anteil an der 
Ueberwindung unserer inneren Zerrissenheit. 
Der neue Staat aber kennt als Grundlage nur 
das Volkstum und ist sich dessen bewußt, daß 
er nur einen Teil dieses Volkstums umfaßt. 
Wo er es kann, tritt er für das Gesamtvvlk 
ein, — das haben die Reden des Führers und 
seiner Mitkämpfer immer wieder gezeigt. 
Frankreich und seine Bundesgenossen 
DNB. Brüssel, 27. März. Ueber die Be 
sprechungen, die am Tienstagnachmittag zwi 
schen dem französischen Außenminister Louis 
Barthou und dem belgischen Außenminister 
Paul Hymans stattfanden, wurde folgende 
Verlautbarung ausgegeben: 
Louis Barthou und Paul Hymans hatten 
heute Nachmittag im Außenministerium eine 
lange Besprechung, die infolge ihrer alten Be 
ziehungen einen besonders freundschaftlichen 
Charakter hatte. Beide haben die europäische 
Lage geprüft. Sie haben ihre Uebereinstim 
mung festgestellt bezüglich der Gefahr einer 
Wiederaufrüstung Deutschlands. Sie haben sich 
gleichfalls besorgt gezeigt hinsichtlich der Fol 
gen, die ein Rüstungswettlauf nach sich ziehen 
würde. Um diese Gefahren zu beschwören, 
haben sie den Abschluß einer internationalen 
Konvention, die ernste Garantien für ihre 
Ausführung enthalten müsse, als wünschens 
wert bezeichnet. Die Besprechung bezog sich so 
dann auf die verschiedenen Fragen, die die 
Beziehungen der beiden Länder angehen. Die 
Unterhaltung hat in wesentlichen Punkten eine 
Uebereinstimmung der Meinungen der beiden 
Regierungen ergeben. 
stützung wird es nirgends finden. 
Wir sehen, es wird außerhalb Belgiens nicht 
so leicht sein, die Bündnisse nud Freundschaf 
ten Frankreichs wieder zu befestigen. Denn so 
ganz einmütig ist es auch nicht wieder mit 
Belgien geworden, da man dort den Abschluß 
eines internationalen Abkommens in der 
Frage der Abrüstung als wünschenswert be 
zeichnet und eine enge Zusammenarbeit zwi 
schen Frankreich, England und Italien wünscht, 
gleichgültig, welche Opfer die französische Re 
gierung dabei ihrer eigenen Aussassnng brin 
gen müsse, das bedeutet also, welche Abstriche 
sie bei den nnverschämten Sicherheitsforde 
rungen machen muß. 
In London hat eine Besprechung mit dem 
französischen Botschafter stattgefunden, in der 
es sich auch darum dreht, von Frankreich die 
Mindestforderung in der Sicherheitsfrage 
klargestellt zu bekommen. Verschiedene füh 
rende Engländer verlangen eine Reichskonfe 
renz, damit sich die Regierungen Groß-Britan- 
niens und der Dominions auf eine Politik 
der Verteidigung und der Sicherheit einigten, 
nenvorlage überstimmt. 
Die isolierte Stellung in der Frage der Ab 
rüstung ist deshalb für Frankreich so gefährlich, 
weil es überall im Volke gärt. Auch der Bom 
benanschlag auf die Freimaurerloge, über den 
Barthou, der inzwischen nach Paris zurück 
gekehrt ist, hat es also erreicht, daß Belgien 
sich den französischen Sicherheitswünschen 
gefügig erklärt und sich nun ebenfalls für sie 
einsetzt. Man will wiederum feststellen, daß die 
offenen und klaren Worte, die der belgische 
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