Full text: Newspaper volume (1934, Bd. 1)

127. Jahrgang. 
127. Jahrgang. 
RenösburserLogMoL 
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des Werberats der deutschen Wirtschaft. Erfüllungsort; Rendsburg. Keine Ersatzansprüche bei 
Nichterscheinen der Zeitung wegen höherer Gewalt. 
Die Lage in NordschleZWig 
Eine umfassende Uebersicht über das Nsrhschlesmig-Prshlem 
Nachstehend veröffentlichen wir einige Aus 
führungen des Herausgebers öer Korrespondenz 
„Nordschleswig" in Flensburg, die als Inter 
view für eine reichsdänische Zeitung gedacht 
waren, aber nicht erscheinen konnten. Man 
wir- 's vielleicht bedauern, daß die Ausführun- 
0° ^ tot Wortlaut in einer dänischen 
Z erscheinen konnten, um einmal ganz 
ung^.^minkt den deutschen Standpunkt dem 
dänischen Leserpublikum vorzuführen. Da das 
Interview nicht erschienen ist. setzen wir es 
unseren Lesern vor; auch dänischen Lesern ist 
somit die Möglichkeit gegeben, die Ausführun 
gen kennen zu lernen. Die Ausführungen 
wurden Mitte Dezember geschrieben. 
Warum so nervös? 
Wenn Sie mich nach meiner Meinung über 
die Lage im schleswigschen Grenzgebiet fragen, 
bann muß ich Ihnen zunächst sagen, baß ich 
bas Gefühl habe, daß im Grunde alles über 
Nordschleswig gesagt und geschrieben ist. was 
gesagt werden kann. Die grundsätzliche Frage 
hat sich auch im letzten Jahre nicht geändert. 
Wie sollte sie das auch können? Die auf 
geregte Sprache in der dänischen Presse des 
letzten Jahres ist auf eine Nervosität zurück 
zuführen. die nördlich der Grenze festgestellt 
werden konnte und kann. 
Die Grunde hierfür? 
Die Gründe liegen nicht allein im national- 
politischen Gegensatz. denn dieser Gegensatz 
ist alt, er àn sich bisweilen, z. B. durch be 
sondere -Sensationen oder Fälle, in einer 
deutlicheren Sprache äußern. Aber das ist 
belanglos. Tie Nervosität, die unleugbar vor 
handen in, entspringt einer Mischung von 
besorgniserregenden Empfindungen Wirt 
schaftlicher und nationalpolitischer'Art. Wer 
Nordschleswig wirklich kennt, der weiß, daß 
die Bemühungen dänischer Grenzpolitiker, 
alle Schuld an den Zuständen in Nordschles- 
mig den Heimdeutschen oder der deutschen 
Arbeit in Nordschleswig oder womöglich dem 
Weltkrieg zuzuschreiben, fruchtlos, vergebens 
und abwegig sind, denn diese Betrachtung ent 
spricht nicht den Tatsachen. Nordschleswig ist 
eben ein Wirtschaftsproblem, neben dem 
Nationalitätenproblem. Ich meine, man 
braucht nur die dänische Presse, die Arbeit von 
L. S., von der „Nordschleswigschen Front", 
deren Gedankengänge man doch wohl zu 
unterschätzen geneigt ist, die Arbeit der däni 
schen Grenzorganisationen und die Kopen- 
hagener Krisenverhandlungen zu verfolgen, 
um zu wissen, woher die Stimmung in 
Nordschleswig herrührt, die man mit Unzu 
friedenheit und Fatalismus bezeichnen kann. 
Wenn man den Dingen auf den Grund geht, 
ist dies auch gar nicht verwunderlich. Sehen 
Sie sich die Verhältnisse in Stadt und Land 
in Nordschleswig an; Sie erleben wenig hoff 
nungsvolle Ausblicke. Die Notlage, die, wie 
sich gezeigt hat, schwer behoben werden kann 
U. Anstrengungen werden genug gemacht —, 
läßt die ganze Bevölkerung sich wachsend als 
eine Einheit fühlen, als eine leidende Schick 
salsgemeinschaft. Es ist nicht so, daß die 
deutsche Arbeit diese ungeheure Wirkung 
haben kann, daß die Tatsache des national 
politischen Umschwunges in Deutschland die 
Ursache bildet. Und es ist auch nicht so, daß 
wir Grenzdeutschen die Lage in Nordschleswig 
konjunkturhast ausgenutzt hätten. Die Ent 
wicklung der Verhältnisse, die harte Tatsache, 
der Kampf ums Dasein, läßt die Nordschles- 
wiger erneut die Lage überprüfen; daher 
kommt es, daß bisher abseitsstehenöe Heim 
deutsche sich stärker auf das besinnen, was sie 
sich und ihren Kindern schuldig zu sein glau 
ben. Dagegen ist mit unleugbarem Geschick 
her nationalpolitische Gegensatz von den 
VsN SLastsrat Wilhelm Meinbsrg, Reichsobmaim für die bäuerliche Selbstverwaltung 
N,SK. Der Reichsbauerntag ist der erste 
Generalappell der Führer und Unter 
führer des durch die Tatkraft des Reichs 
bauernführers R. Walther Darrê geeinten 
Reichsnährstandes. Er wird vor aller Oeffent- 
lichkeit den Beweis erbringen, daß die Funda 
mente des gewaltigen Baues fest gegründet 
sind und 
daß alle Kräfte der deutschen Bauernschaft 
und ihrer Helfer unter zielbewußter Füh 
rung rüstig schaffe», um das Werk zu 
volleudeu 
in dem stolzen Bewußtsein, damit einen 
Grundpfeiler des nationalsozialistisch. Reichs 
baues zu errichten. 
Dieses stolze Bewußtsein gründet sich nicht 
ans der organisatorischen Leistung, die die 
Zusammenfassung aller für die Ernährung 
des deutschen Volkes verantwortlichen Wirt 
schaftszweige bedeutet. Diese wäre nichts als 
eine blendende Fassade, wenn in dem Bau 
des Reichsnährstandes nicht ein «euer Geist 
lebte, der diesem^ erst seinen eigentlichen Sinn 
gibt. Der siegreiche Durchbruch dieses neuen 
Geistes macht die Schaffung des Reichsnähr 
standes und die mit ihr im Zusammenhange 
stehende bäuerliche Gesetzgebung zu einer 
sozialpolitischen Leistung ersten 
Ranges, die Ausgangspunkt und Voraus 
setzung ist für eine soziale Neuordnung des 
deutschen Volkes, die geeignet ist, die national 
sozialistische Losung „Gemeinnutz geht vor 
Eigennutz" für immer in die Tat umzusetzen. 
Worin beruht diese sozialpolitische Leistung? 
Die Frage läßt sich mit einem einfachen Satze 
beantworten: 
Indem die Ernährung des deutschen 
Volkes ans einem Geschäft, zu dem sie 
der Liberalismus gemacht hatte, in ein 
verantwortliches Amt umgewandelt 
wurde, ist die Hanptqnelle der sozialen 
Zwietracht beseitigt worden, 
die das Leben des deutschen Volkes im Zeit 
alter des Liberalismus verpestete und die sich 
schließlich zu einem Kampf aller gegen alle 
steigerte. 
Ueberprüfen wir die Einzelmaßnahmen des 
bäuerlichen GesetzgebungsWerkes unseres 
van -er Lubbe hingerichtet. 
IW. Leipzig, 18. Iümül Wg. Zunkmeldung.I Iie durch das Weil des 
4. ôļrsffenaļs des Wchsgerichls vom 23. Dezember 1833 gegen den Maurer 
Marmus um der Lubbe aus Leyden [fallmbi erkannķe Todesstrafe ist, da der 
Herr ReêchspŞenļ von fàm SegMdigWģsrechļ U\m Gebrauch gemacht 
tzaķ, tzeuļe morgen um 7.3Ş Mr m einem Hofe des LMgerWsgebäudes zu 
Leipzig missels Iallbeil vollstreÄ worden.
	        
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