Full text: Newspaper volume (1934, Bd. 1)

EN or unter diesem Je lohen 
diente, fjat bewiesen, 
dnh er üoreit ist, zu wirken 
für den dNiâeraufļmu 
unseres Vaterlnndes! 
SŒS3SŒ0555bS5 
Bayonne im Zeichen des Finanzskandals. 
Die Ltaötsparkasie von Bayonne, von der der riesige Finanzskandal seinen Aus- 
gang nahm, itz ständig von einer erregt debattierenden Menschenmenge umlagert. 
Das zerstörte Kraftwerk bei Colmar. 
Das erste Originalbild der folgenschweren Wasserkatastrophe im Elsaß. Ein Zu 
leitungsrohr des großen Kraftwerkes in der Nähe von Colmar platzte in einer 
Länge von 80 Metern auf. Die herausbrechenden Wassermassen ' stürzten sich auf 
das Kraftwerk und verwandelten es in eine Trümmerstätte. Die Bedienung des 
Kraftwerkes in einer Stärke von neun Mann fand hierbei den Tod. 
Der Einundzwanzigste. 
Dropcnstcbcr oder Dutanchamons Fluch? 
Auch Arthur Weigall stirbt mysteriös. — Der Mumien Todesrache? — Nur Howard Carter lebt noch5 
(Nachdruck, auch auszugsweise, verboten.) 
Soeben ist in London der langjährige Gene 
ralinspekteur für Antiquitäten bei der Aegyp- 
tlschen Regierung unter eigenartigen Krank 
heitserscheinungen verstorben. Da er der letzte 
Mitarbeiter Howard Carters aus der Zeit der 
großen Tut-anch-amon-Ausgrablmgen war, 
wird man unwillkürlich an den Fluch erin 
nert, durch den nach alter koptischer und ägyp 
tischer Sage die Gräber der Pharaonen und 
ihre Mumien auf alle Zeiten hinaus geschützt 
würden. 
„Da ist die graue Katze . . .!" 
Auf dem Totenschein des Aegyptologeu Ar 
thur Weigall steht zu lesen „tropisches Fieber" 
als Todesursache. Nichts ist natürlicher als das 
bei einem Menschen, der säst Zweidrittel seines 
Lebens in Afrika zubrachte. Aber: mau kennt 
den genauen Charakter dieses Fiebers nicht, 
die Krankheits formen waren unbekannt uird 
gingen mit Butvergiftungserscheinungen ein 
her. 
Die Nachtschwester aber, die neben Weigall 
saß,^ als er zum letzten Mal gepeinigt aufstöhn 
te, sagt, sie habe nie ci"en Menschen so schwer 
sterben sehen: 
„Die graue Katze, da ist die graue Katze!" 
habe der Sterbende immer wieder gerufen. 
Das war jene graue Katze, von der Weigall 
schon bei seiner Einlieferung ins Hospital 
sprach, und die ihn eigentlich verfolgte, seit er 
Howard Carter bei der Sortierung seiner 
Funde aus den Grabkammern des Tut-anch- 
amons half, genau genommen seit jener Nacht 
nach dem interessanten Fund bei Theben. Doch 
das ist eine Geschichte für sich. 
Wie das mysteriöse Fieber ausbrach . . . 
Arthur Weigall war nie abergläubisch. Er 
lachte, wenn die Araber und Aegypter ihm von 
dem Pharaonenfluch erzählten. Auch als alle 
um Howard Carter starben, außer ihm, suchte 
und fand er immer eine einleuchtende, natür 
liche Erklärung. Nur in der Sache mit der 
grauen Katze war das anders. 
Er fand die Katze, mumifiziert, der Iris ge- 
Der Paß des Freiwilligen Arbeitsdienstes. 
Für die Angehörigen des Freiwilligen Ar 
beitsdienstes ist dieser neue Arbeitspaß ein 
geführt worden. 
weiht, sorgsam in Bandagen eingehüllt, bei 
Theben. Er hatte sie einem seiner Leute ge 
geben mit der Weisung, sie in seine Wohnung 
zu bringen. Der Mann stellte sie in Weigalls 
Schlafzimmer. In der gleichen Nacht wurde 
sein Diener von einem Skorpion gestochen und 
schrie in seinem Delirium von einer großen 
grauen Katze. 
Weigall wurde nachts von einem pistoken- 
schußähnlichen Knall wach. Die Mumie der 
Katze war vom Tisch gefallen. Die Bairdagen 
am Hals der Katze waren aufgerissen. Und kurz 
vor diesem Erwachen hatte Weigall geträumt, 
die graue Katze sei auf sein Bett gesprungen, 
habe ihn gekratzt und sei dann verschwunden. 
Als er die Zerbrochene Mumienhülle fand, sag 
te er sich damlas, zum ersten Mat einem Aber 
glauben nachhängend, daß diese Katze für ihn 
Schicksal werde. 
Kurze Zeit später bekam er zum ersten Mal 
das mysteriöse Fieber, das dann aber immer 
wieder wegging, bis er ihm jetzt erlag. 
(Ehe wir wieder zu dem Pharaonenfluch zu 
rückkehren, wollen wir nicht vergessen, zu er 
wähnen, daß Arthur Weigall zuerst durch seine, 
mit peinlicher Genauigkeit durchgeführten Be 
rechnungen die Regierungszeit eines jeden 
Pharaonen und seiner Dynastie für einen Zeit 
raum von mehr als 1000 Jahren eindeutig fest 
legen konnte. Er stellte auch die interessanten 
historischen Relationen zwischen ägyptischer 
Geschichte und dem Alten Testament her und 
bewies z. B. die Deportierung Abrahams im 
Jahre 2111 v. Chr.) 
Der Einundzwanzigste . . , 
Das ist das letzte Glied tu der verhängnis 
vollen Kette, die sich um alles schlingt, was mit 
ben Ausgrabungen um Tut-anch-amon und 
der Todesrache der Mumien zusammenhängt. 
Der allerletzte ist freilich Howard Carter, der 
als einsamer Mann zurückbleibt, inmittender 
Wunder, die er dem reichen und kulturgeseg- 
neten Aegypten einer fernen Vergangenheit 
entriß. 
Weigall ist der 21. Tote aus der „Serie". Ihn 
soll der Fluch getroffen haben, obwohl er nicht 
einmal zum eigentlichen Stab der Entdecker 
gehörte, sondern nur als Generalinspektor und 
Regicrungsbeamtcr die Grabungen beaufsich 
tigte. 
Wie ivar das doch damals im April 1923: 
Lord Carnarvon hatte die Expedition finan 
ziert und geleitet. Als er die'letzte Grabkam 
mer Tuat-anch-amons betrat, wurde er, ehe 
man überhaupt in die Schätze der Vergangen 
heit eindringen konnte, von einer giftigen 
Fliege gestochen. Ein paar Tage später war er 
Selbständiger Führer 
für die österreichische Heilsarmee. 
Der früher an der Spitze der Schweizer 
Heilsarmee stehende Oberst Bower ist nach der 
Loslösung der österreichischen Heilsarmee von 
der deutschen zum Führer der Heilsarmee für 
Oesterreich ernannt worden. 
tot. Es war die gleiche Fliege, die auch den 
Amerikaner James B. Davis umbrachte, der 
Carnarvon eigentlich erst den Tip gegeben 
hatte. Prof. Newberry und einige Zeit später 
Dr. L. Pos, die beide über den Aberglauben 
lächelten, mit dem die Aegypter die Todesfälle 
auf einen Pharaonenfluch zurückführten, star 
ben ebenfalls unter sehr merkwürdigen Er 
scheinungen. 
Keiner von all denen, die direkt oder in 
direkt an den Ausgrabungen beteiligt waren, 
kam davon. Und wenn er in London von einem 
Omnibus überfahren wurde, oder mit einem 
Schiff unterging. Die Abergläubischen haben 
die Liste sorgsam zusammengestellt und schrei 
ben triumphierend nun den Namen des toten 
Arthur Weigall als 21. auf. Ein Platz ist noch 
frei. Für den allerletzten — für Howard Car 
ter. Aber schließlich kann man die Geschichte 
eines Fluches nicht bis in die Unendlichkeit 
ausdehnen. 
Todesserie oder Fluch? 
Der Tut-anch-amon-Todesfluch ist nicht der 
einzige, den wir kennen. Aber seine Todesliste 
ist die vollkommenste. Natürlich findet der 
Skeptiker für alles die notwendige verständ 
liche Erklärung. Aber für den, der das Unheim 
liche sucht, bleibt das Mysterium erhalten. 
Wie war es doch mit der Mumie der Prie 
sterin des Amen-ra? Man fand die Mumie 
mitsamt dem großartigen Sargkasten bei The 
ben. Eisenbahnunfälle, plötzliche Todesfälle, 
Schwermut, Selbstmorde, Vermögensverluste 
— lauter derartige Dinge kennzeichnen den 
Weg dieser Mumie durch die europäische und 
amerikanische Welt. Und wo sie jetzt ist? Sie 
ging mit der „Titanic" unter . . . 
Und da war die Königsmumie, die der eng 
lische Archäologe B. unter Umgehung der 
Strafbestimmungen der ägyptischen Regierung 
nach England exportierte. Ein Elefant zer 
stampfte ihn ans einer Jagd, die er kurz vor 
seiner Heimreise in Abessinien unternahm. 
Auch um Napoleon III., um Prof. E. White ran 
ken sich Mumienflüche. 
Der todbringende Spruch soll jeweils an der 
Tür der Grabkammer oder auf dem Sarkophag 
oder auf dem Mumienkasten aufgeschrieben 
worden sein. Die Skeptiker mit dem „gesunden 
Menschenverstand" lächeln. Natürlich, was be 
deuten schon diese ärmlichen Worte, die ein 
Königsdiener als Räuberschreck aufmalte? 
Nein, die bedeuten nichts oder wenig, leere 
Worte, starke Drohungen — aber bedeutungs 
volle Worte waren es für jene, die — es traf. 
Todesrache der Königsmumien? Wer weiß 
es! Der Zufall treibt mit dem Gesetz der Serie 
oft ein seltsames Spiel. . . 
* * * 
Glänzender Auftakt 
des Münchener Taschmgsl 
München, 8. Jan. Mit einem Festball im 
Deutschen Theater begann der Münchener Fa 
sching des Jahres 1934. Den Höhepunkt bil 
dete die Thronbesteigung des Prinzen Karne- 
val Jgid I., die in frohester Faschingslaune 
und im Beisein seines närrischen Hofstaates 
vor sich ging. Der Leiter des Ausschusses 
„Münchener Fasching", Stadtrat Reinhard, 
überreichte dem Prinzen Egid und dem Prä 
sidenten der Narrhalla den Großkomturorden 
der Stadt München, wobei er dem Fasching 
und dem Orden die Devise mit auf den Weg 
gab: „Für Freude »nd Hilfsbereitschaft". Dem 
Fest wohnte auch der Münchener Oberbürger 
meister Karl Fiehler bei. 
Der Ehrendolch der SA. 
Stabschef Rohm hat aus Anlaß des neuen 
Jahres einigen bewährten höheren SA.-Füh- 
rern einen Ehrendolch verliehen, der die Wid 
mung trägt: „Alles für Deutschland. In herz 
licher Freundschaft Ernst Rühm." 
Unser Bild zeigt den Gruppenführer der 
SA.-Gruppe Brandenburg, Stabsrat Karl 
Ernst, einen der Ausgezeichneten, mit dem 
neuen Ehrendolche. 
Der letzte Akt der Tragödie 
von Offegg. 
Bergknappen schaufeln auf dem Friedhof zu 
Ossegg die Gräber für ihre öreizehu toten Ka 
meraden, die aus dem Unglücksschacht gebor 
gen werden konnten. Auf demselben Friedhof 
sind bereits die Opfer einer Katastrophe be 
graben, die sich vor vielen Jahren ereignete 
und mehr als dreißig Bergleuten das Leben 
kostete.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.