Full text: Newspaper volume (1934, Bd. 1)

127. Iahrgaņg. 
127. Jahrgangs. 
Renàsbumer Tageblatt 
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Reichsmark 2.00. zuzügl. Bestellgeld. Einzelnummer 10 Rpfg.. auswärts IS Rpfg.. Sonnabends 15 Rprg. 
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Die Gewinne der prämienziehung 
der WiàWsloļlà 
DNB. München, 15. März. Unter Leitung 
des Notariates München 18 fand heute vor 
mittag iu den Räumen der Reichsleitung Ab 
teilung Lotterie die Ziehung der Prämien iu 
den 38 Serien der Winterhilfslotterie, welche 
von der NSDAP, veranstaltet war, statt. Es 
fielen die nachstehend aufgeführten Prämien 
gewinne in Höhe von 5888 Mark auf folgende 
Nummern (ohne Gewähr): Serie 1: 783 694, 
2: 931459, 3: 514134, 4: 164 476, 5: 745 274, 
6: 278127, 7: 784 267, 8: 188 489, 9: 371285, 
18: 184 869, 11: 634 856, 12: 288 745, 13: 286 861, 
14: 787 741, 15: 276 329, 16: 287 814, 17: 225 657, 
18: 391513, 19: 136 584, 28: 782 231, 21: 553 613, 
22: 834186, 23: 734 414, 24: 13 865, 25: 172 616, 
26: 395 745, 27: 113 673, 28: 652 669, 29: 675 621, 
38: 966 583. 
„ZW Manöver der VsrderlÄer". 
Die riesigen Flottenmanöver, die von der 
Noten und Blauen Flotte der englischen 
Kriegsmarine im Atlantischen Ozean zwischen 
Gibraltar und den Azoren durchgeführt wor 
den sind, haben in englischen Marinekreisen 
teilweise heftige Verstimmung hervorgerufen. 
„Daily Mail" gebraucht das harte Wort, daß 
sie ihrer ganzen Anlage nach so veraltet ge 
wesen seien wie ein Vorderladergewghr. Es hat 
vor allem böses Blut gegeben, weil bei den 
Manövern die Luftwaffe nur in ganz spär 
lichem Maß eingesetzt worden ist. Nur je ein 
Geschwader Torpedobomber, der gefährlichsten 
Gegner der Schlachtschiffe, ist verwendet wor 
den. Damit ist „ein Manöver nach rückwärts" 
auf der Grundlage der Kriegserfahrung, aber 
„keines nach vorwärts", unter Berücksichtigung 
der inzwischen zu verzeichnenden militärtech 
nischen Fortbildung, besonders in der Luft 
waffe, veranstaltet worden. 
Porträts öeutschsr Botschafter unK Gesandten 
selbstverständlich jede diplomatische Tätigkeit dabei zu H 
zwischen Deutschland und Frankreich illusorisch, te es inner 
Trotzdem blieb Dr. von Hoesch vom Januar krieg zerr 
1923 ab als Geschäftsträger Deutschlands in Wissenschaf 
Paris. Was Leopold von Hoesch in jenen Iah- wieder zu i 
ren tiefster deutscher Schmach erlebte, das wird hüben und 
er wohl sein ganzes Leben nicht vergessen. bewegen u 
Als amtlich beglaubigter Vertreter Deutsch- Verständig 
lands in Paris bekam"Dr. von Hoesch erst recht Zusammen 
tiefe Einblicke in alle Probleme der eurvpäi- schließlich 
schen Politik. Im Februar 1924 ernannte ihn Staatskunj 
die deutsche Regierung nach der Liquidierung reich und 
des Ruhrunternehmens zum deutschen Bot- dann war 
schafter in Paris. Dieser N 
Hier in Paris entfaltete Leopold von Hoesch im diplom, 
eine überaus ersprießliche Tätigkeit. Seine ris, Maöri 
Kenntnis der wirtschaftlichen und kulturellen den starke 
Faktoren des westeuropäischen Lebens kam ihm landsdiploi 
ganz besonders in den Vordergrund des 
Interesses. Sie befinden sich in der vorder 
sten diplomatischen Frontlinie. Von ihrer 
Geschicklichkeit hängt nicht zum wenigsten 
der Erfolg der Bemühungen um die Wie- 
deraufrichtuug Deutschlands ab. 
1) Der Herr vom Carlton House. 
Alle Augenblicke meldet der Draht: Der 
öeutsche Botschafter in London, Dr. von Hoesch, 
hat bei dem britischen Außenminister Sir Si- 
uwn eine Audienz gehabt. Meistens befleißigen 
ach die Zeitungsberichte einer lakonischen 
Kürze. Es wird nicht verraten, was Herr von 
Hoesch mit Sir Simon oder dem Großsiegelbe 
wahrer Eden vereinbart hat. Dennoch — wenn 
Herr von Hoesch aus dem Foreign Office nach 
seiner Wohnung in der Carlton House Terace 
Zurückfahrt, hat sich irgendetwas Großes, Um- 
siürzlerisches ereignet. Neugierig blicken die 
promenierenden Londoner auf das deutsche 
Hoheitszeichen vorn am Kühler. Manch einer 
von ihnen grüßt ehrerbietig. Ja — Botschafter 
von Hoesch hat sich viele Freunde zu verschaffen 
gewußt in der kurzen Zeit seines Londoner 
Aufenthalts.... 
Die deutsche Botschaft in London war früher 
einmal ein Paradies der Junggesellen. Seit 
dem aber Botschaftsrat Fürst von Bismarck 
wit seiner jungen, schönen Gattin hier weilt, 
geben die Junggesellen durchaus nicht mehr 
!o den Ton an. Auf jeden einzelnen seiner Mit 
arbeiter kann sich Dr. von Hoesch verlassen. Es 
gibt wenige europäische Diplomaten, die sich an 
Kenntnis der europäischen Probleme mit Dr. 
von Hoesch messen können. Das Botschaftsper- 
wnal betrachtet es deshalb als einen Vorzug, 
eine Zeit lang „unter Hoesch" politische Ge 
schäfte erledigen zu dürfen. 
.Wer ist eigentlich der Mann, dem alle Welt 
eine so umfassende Kenntnis aller europäischen 
Probleme nachrühmt? Dr. Leopold von Hoesch, 
Ein Zweiundfünfzigjühriger, steht heute gerade 
auf dem Höhepunkt seines diplomatischen Schaf- 
sens. Rein äußerlich schon der Typ des Diplo 
maten, macht er auf dem schwierigen Londoner 
Parkett überall gute Figur. Die zwei Jahre, 
we Leopold von Hoesch jetzt in London weilt, 
hat er wahrhaftig nicht ungenützt verstreichen 
wssen. Auch Simon, Eden oder MacDonald 
Halen gerne Hoeschs Rat ein, wenn sie vor 
wner Schwenkung in ihrer europäischen. Poli 
ak gern das Für und Wider kennenlernen 
Wächten. Sie könnten sich zu ihrer persönlichen 
Unterrichtung keinen angenehmeren und 
wnntnisreicheren Diplomaten wählen als den 
wutschen Botschafter von Hoesch. 
.Dabei holte sich Leopold von Hoesch seine 
Wplomatische Feuertaufe garnicht in London, 
wndern an der brenzligsten Stelle des euro 
päischen Kontinents: in Paris. 1921 siedelte 
Leopold von Hoesch als Botschaftsrat nach 
^aris über — zu einer Zeit, als der längst ver 
bissene Dr. Mayer in Frankreichs Hauptstadt 
deutschen Interessen vertrat. Die Mitglie- 
Er der deutschen Botschaft riskierten viel, 
swnn sie bei ihren Ausfahrten etwa die deut 
le Fahne am Kühler des Autos zeigten. Herr 
?u Hoesch mag in der ersten Zeit seines Pa 
rier Exils oft an die Worte des deutschen 
Außenministers Graf Brockdorff-Rantzau ge 
sucht haben: „Man darf ein Volk wie das deut 
le nicht als Volk zweiter Klasse behandeln, 
«an darf ihm nicht eine Quarantänezeit auf- 
8en, so wie man ein Schiff wegen Pestgefahr 
0ï dem Hafen zurückhält." 
Das Ruhrabenteuer folgte. Frankreich ließ 
r.w uuch durch die dringlichsten deutschen Wor 
in nicht davon abbringen, „Pfänder" 
" besitz zu nehmen. Der Ruhrkampf machte 
Nor-stran- wird landfrst 
Ueber die großen Landgewinnungsarbeiten 
an der schleswig-holsteinischen Westküste ver 
öffentlicht der „Bölk. Beob." einen Artikel, in 
dem es u. a. heißt: 
Der Oberpräsident von Schleswig-Holstein, 
Gauleiter Lohse, erhielt im Januar vom preu 
ßischen Ministerpräsidenten außerordentliche 
Vollmachten, um die Landgewinnungsarbeiten 
an der Westküste der Nordmark großzügig 
durchzuführen. 
Ein Generalplan ist jetzt ausgearbeitet wor 
den. In hundert Jahren sollen die Anlandun 
gen bis zu den äußersten Inseln und Halligen 
vorschreiten. 30 000 Hektar Neuland sollen ent 
stehen. Außerdem sind Eindeichungen der 
größeren Buchten vorgesehen. Der erste Zehn 
jahresplan wird 30 Mill. Mark verschlingen, 
3 Mill. Mark sind für das erste Jahr ausge 
setzt. 5000 Mann finden dauernde Beschäfti 
gung. Mit Recht wird man das Werk zu den 
Großtaten deutscher Technik zählen. 
Die Insel Nordstrand wird zunächst durch 
einen Damm mit dem Festland verbunden. 
Der neue Damm wird eine Sohlenbreite von 
16,5 Metern, eine Kronenbreite von 8 Metern 
und eine Höhe von 6,6 Metern über Normal 
Null haben. 
Die Rammarbeiten sind bereits beendet und 
die Schüttungen können im Laufe des Jahres 
vollendet werden. 1935 wird dann die Straße 
gebaut. Der neue Damm wird dann durchaus 
sturmflutfrei sein. Eine Insel Nordstrand 
wird es nicht mehr geben. 
Einige Kilometer weiter nördlich ist der 
zweite Dammbau nach der Hallig Nordstran- 
dischmoor in Angriff genommen worden. 
Beide Dämme dienen hauptsächlich der Land 
gewinnung. 
So holt sich der Mensch mit Hilfe der Tech 
nik das Land wieder, daß ihm die Meeresge 
walten im Laufe vieler Jahrhunderte geraubt 
haben. 
Der italienische Botschafter in Paris ist nach 
Rom abgereist, um, wie politische Kreise er 
klären, seine Regierung über seine Unterre 
dung mit Barthou in der Abrüstungsfrage zu 
unterrichten. 
Kâîk 
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