Full text: Newspaper volume (1934, Bd. 1)

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reits am Nachmittag nach Berlin gestartet. 
Nach kurzem Anflug im Gegenwind ging 
die Maschine sofort auf 1200 Meter Höhe hin 
auf und nahm, von starkem Rückenwind ge 
trieben, geraden Kurs auf Berlin. Bei bedeck 
tem Himmel über uns hatten wir nach unten 
Sicyt durch die Lichter der Ortschaften. 
Nach etwa 10 Minuten Flugzeit verschwan 
den plötzlich die Lchter unter uns. Innerhalb 
wen,c er Sekunden war die Maschine in dich 
tes Schueetrmbcn gehüllt und wurde von ei 
ner Schneeböe pfeilschnell vorwärts getrieben. 
Mit sicherer Hand steuerte Kapitän Bauer 
die Maschine in geradem Kurs weiter durch 
die stockfinstere Nacht,' kaum eine Erschütte 
rung war für uns zu verspüren. 
_ Nach wenigen Minuten tauchte durch das 
Schneetreiben bereits wieder der Lichtschein 
eines Streckenblinkfeuers auf. Wir hatten 
wieder Bodensicht. 
Das einzigartige Lichtermeer der 
Reichshauptstadt unter uns nahm unsere 
Blicke gefangen. Der Pilot zog die Maschine 
schon frühzeitig, ohne sein Tempo verlang 
samen zu müssen, in gleichmäßigem Nieder 
gehen herunter, so daß wir den Flughafen 
Tempelhof fast ohne die sonst zeitraubenden 
Landungsmanöver ansteuern konnten. 
Als wir die Kabine verließen, wurde uns 
durch die Lufthansa die freudige Mitteilung, 
daß wir die Strecke Leipzig—Berlin in Re 
kord z e i t zurückgelegt hatten. Kaum eine 
Minute später ging auch das Begleitflugzeug, 
ebenfalls eine Junkers-Maschine, die unmit 
telbar nach uns in Leipzig-Mockau aufgestie 
gen war, neben uns nieder. 
» * 
Zer Reichswehrminister und 
der Chef der Nlarineleilung in Hamburg. 
DNB. Hamburg, 7. März. Reichswehrmini 
ster Generaloberst von Blomberg und der 
Chef der Marineleitung, Admiral Dr. h. c. 
Raeöer, trafen heute gegen 11.30 Uhr zu dem 
angekündigten Besuch Hamburgs auf dem 
Dammtorbahnhof ein. Vor Sem Bahnhof 
schritten der Reichswehrminister und der Chef 
der Marineleitung die Front einer Ehren- 
hunöertschaft der Polizei ab. Im Rathaus emp 
fing Regierender Bürgermeister Krogmann 
darauf die Gäste. Um 12.00 Uhr wurde dem 
Tierpark Hagenbeck ein Besuch abgestattet. — 
Um 13 Uhr wurden Reichswehrminister von 
Blomberg und Admiral Raeder vom Reichs 
statthalter in dessen Amtssitz empfangen. Am 
Nachmittag unternahmen die Berliner Gäste 
eine Fahrt durch den Hafen, an der auch der 
Reichsstatthalter teilnahm. 
Am Spätnachmittag fand ein Empfang zu 
Ehren der Gäste im Rathause statt, bei welchem 
der Reichsstatthalter Kaufmann und der Re 
gierende Bürgermeister Krogmann den Reichs 
wehrminister und den Chef der Marineleitung 
aufs herzlichste in der Hansestadt willkommen 
hießen. Im Verlaufe des Empfanges zog der 
Reichswehrminister eine große Anzahl Ham 
burger Herren ins Gespräch, um mit ihnen ak 
tuelle Fragen zu erörtern. Nach dem Empfang 
begaben sich die Gäste in ihr Hotel. Am Don 
nerstagmorgen um 8 Uhr 10 erfolgt die Wei 
terreise nach Bremen. 
Französische Eisenbahn-Ingenieure 
in Hamburg. 
Hamburg, 7. März. Aus Berlin kommend, 
trafen am Mittwoch vier französische Eisen 
bahn-Ingenieure in Hamburg ein, um die 
technischen Anlagen der Hamburger Hochbahn 
A.-G. zu besichtigen. Die Herren, die Mitglie 
der des Direktoriums der französischen Nord 
bahn sind, befinden sich auf einer Studienreise 
durch Deutschland, um nach neuen Sicherheits 
maßnahmen für die Anlagen ihrer Bahn zu 
suchen. In Berlin haben sie eine Besichtigung 
der Siemensstadt vorgenommen. In Hamburg 
wurde vor allem das Stellwerk der Hochbahn 
beim Stadtpark besichtigt. Die Gäste zeigten 
auch ein reges Interesse für den Fliegenden 
Hamburger, mit dem sie hier angekommen wa 
ren, sowie für die erstmalig in Hamburg ein 
geführte automatische Wagenkuppelung und 
für die überaus feinsinnige Technik in der 
Verkehrsanpassung. Die französischen Inge 
nieure werden Hamburg am Donnerstag ver 
lassen, um nach Frankreich zurückzukehren. 
Eine Reichshundesteuer? 
Än einer Versammlung der Hundezüchter in 
Magdeburg wurde mitgeteilt, daß die vom 
Reich geplante Reichshundesteuer weit gerin 
gere Steuersätze vorsehe, als die Großstädte 
bislang erhoben haben. Daher hat eine große 
Anzahl von Städten schon jetzt die Hundesteuer 
wesentlich gesenkt. So wird Berlin nur noch 
40 Mark, Dortmund 80 Mark und Hannover 
36 Mark erheben. In Sachsen sind als Höchst 
sätze ebenfalls 36 Mark festgesetzt worden, und 
München und Nürnberg lassen eine Ermäßi 
gung von 23 Prozent eintreten. Die Regierung 
will dadurch die deutsche Rassehundezucht för 
dern und es jedem ermöglichen, sich wieder 
einen Hund zu halten. 
Reichsmiuister Dr. Goebbels hat soeben sein 
neuestes Buch, das unter dem Titel „Vom 
Kaiserhof zur Reichskanzlei" in einigen 
Wochen erscheinen wird, vollendet. 
WM deM Mm Wmdlllm. 
Was macht der neue König? 
DNB. London, 8. März. (Eig. Funkm.) Die 
bedeutungsvollen Erklärungen des belgischen 
Ministerpräsidenten vom Dienstag waren ge 
stern nur von einem Teil der Londoner Presse 
gemeldet worden. „Times" und „Daily Tele 
graph" zum Beispiel berichten sie erst heute. 
„Daily Telegraph" hebt in einem Leitaufsatz 
die Aeußerung des Grafen de Brocqueville 
hervor, daß Deutschland an der Aufrüstung 
nicht verhindert werden könne, wenn es sich 
darauf versteife, und daß eine geregelte Aufrü 
stung Deutschlands weniger gefährlich für den 
Frieden sei als ein unabhängiges Vorgehen. 
Der diplomatische Mitarbeiter der „Morning 
Post" führt u. a. aus: Die deutlichen Worte des 
belgischen Ministerpräsidenten werden in Lon 
don begrüßt. Der Mut, mit dem er dem belgi 
schen Senat gesagt hat, man müsse sich mit 
Deutschlands Aufrüstung abfinden, wird be 
sonders bewundert. Man wünscht den anderen 
Staatsmännern den gleichen Sinn für die 
Wirklichkeit. Tatsächlich besteht ohne Zuge 
ständnisse von beiden Seiten keine Aussicht auf 
ein Abrüstungsabkommen. Der Abstand zwi 
schen dem deutsche» Rüstungsstand und dem 
der vormaligen Alliierten ist so groß, daß er 
durch Rüstungsherabsetzungen der letzteren 
nicht beseitigt werden könnte, selbst wenn sie 
dazu bereit wären. Daher ist die einzige Hoff 
nung für die Herstellung der Rüstungsgleich 
heit, die grundsätzlich von allen Mächten ange 
nommen worden ist, eine teilweise Verminde 
rung der Rüstungen der früheren Alliierten 
und eine teilweise Erhöhung der deutschen Rü 
stungen. 
Der Pariser Vertreter der „Times" meldet, 
daß die Rede von einer deutlichen Spaltung 
zwischen der französischen und der belgischen 
Ansicht in der Abrüstungsfrage sei, durch die 
die französische Öffentlichkeit um so mehr ver 
stört werde, als die Zusammenarbeit Belgiens 
mit der Militärpolitik Frankreichs als selbst 
verständlich betrachtet worden sei. In manchen 
Kreisen werde die Hoffnung ausgedrückt, daß 
die Thronbesteigung des neuen Königs nicht 
die Ansicht Belgiens über seine eigene Sicher 
heit ändern werde, die nach Pariser Auffas 
sung dauernd mit der Sicherheit Frankreichs 
verbunden sei. 
* 
Ueber die politische Einstellung des neuen 
Königs ist noch nichts bekannt. Man vermutet 
aber, daß er Freundschaft für England hegt. 
Auch Hymans ^ 
für deutsche Gleichberechtigung. 
DNB. Brüssel, 7. März. Außenminister Hy 
mans sprach Mittwochnachmittag im Nahmen 
der allgemeinen außenpolitischen Aussprache 
im Senat über die Abrüstungsfrage. Nachdem 
der Ministerpräsident am Dienstag die grund 
sätzliche Haltung der belgischen Regierung zu 
dieser Frage in großen Linien dargelegt hatte, 
entwickelte der Außenminister ausführlich und 
im einzelnen die Gesichtspunkte, die die Hal 
tung der belgischen Regierung bestimmen. 
Ebenso wie de Brogueville bekannte sich Hy 
mans zu der Auffassung, daß die Gefahr eines 
Rüstungswettlaufes nicht durch irgendwelche 
Zwangsmittel gegen Deutschland, sondern nur 
auf dem Verhandlungswege durch den Ab 
schluß eines internationalen Abkommens aus 
geschaltet werden könne. Diese Absicht müsse, 
so führte Hymans aus, von der Großmüchte- 
Erklärung vom 11. Dezember 1932 über die 
Gleichberechtigung Deutschlands ausgehen. Er 
stellte fest, daß die praktische Verwirklichung 
der Gleichberechtigung in der Weise, daß alle 
Staaten auf den Stand der entwaffneten Staa 
ten abrüsten, von keiner der Großmächte vor 
geschlagen worden sei und bezweifelte auch un 
ter dem besonderen Gesichtspunkt der belgischen 
Militürinteressen d?e praktische Durchführbar 
keit dieses Systems. Die Leitgedanken der bel 
gischen Politik seien: Mitarbeit an der Orga 
nisierung des Friedens, wachsame Sicherung 
der territorialen und politischen Unabhängig 
keit des Landes, Anlehnung Belgiens an Eng 
land und Frankreich entsprechend der geogra 
phischen Lage des Landes, seinen ständigen In 
teressen und Sympathien sowie schließlich Auf 
rechterhaltung und Verstärkung des Locarno 
paktes. 
Holländische Zustimmung. 
DNB. Amsterdam, 8. März. Die Senatsreöe 
des belgischen Ministerpräsidenten de Brocque 
ville vom Dienstag findet in der hiesigen 
Presse starken Widerhall und ungeteilten Bei 
fall. 
„Allgemeen Handelsblad" schreibt, de Broc 
queville habe zum entscheidenden Zeitpunkt die 
Stimme der Vernunft und der Logik ertönen 
lassen. Seine Rede bedeute einen offenen 
Bruch mit der bisherigen Nachahmung der 
veralteten französischen nationalistischen Poli 
tik seitens Belgiens. Je eher man auch in an 
deren Ländern mit dem Wiederaufstieg 
Deutschlands zu einem gleichberechtigten Staat 
sich abfinde, desto besser sei es für die Zukunft 
Europas. 
„Maasbode" führt aus, daß der belgische Mi 
nisterpräsident nicht nur die Abschaffung des 
Teiles V des Versailler Vertrages, sondern des 
gesamten Diktates selbst in die Debatte der 
europäischen Politik geworfen habe. Die Welt 
könne de Brocqueville nur dankbar sein dafür, 
daß er ihr in dieser Offenherzigkeit unabweis 
bare politische Notwendigkeiten vor Augen ge 
halten habe. 
„Nieuwe Rotterdamsche Courant" sieht in 
der Rede de Brocquevillcs eine ernste Mah 
nung an Paris, nicht noch länger kostbare Zeit 
mit der Anbahnung einer gerechten Lösung des 
Rüstungsproblems zu verlieren. * 
* '' 
Ne baltischen Staaten und polen. 
Riga, 7. März. Litauischen Zeitungsmel 
dungen zufolge soll der polnische Außenmini 
ster Beck die Absicht haben, demnächst eine 
Reise in die baltischen Staaten anzutreten,' 
vor allem soll er Riga und Reval besuchen 
wollen. Sein Besuch soll mit der Frage des 
baltischen Staatenbundes in Zusammenhang 
stehen. 
* 
Die Pressekombinationen um den baltischen 
Staatenblock reißen auch nach der Moskauer 
Reise des polnischen Außenministers Beck 
nicht ab, obwohl seine Aussichten heute nach 
wie vor völlig ungeklärt sind. Bei der vor 
stehenden Meldung dürfte es sich in der Tat 
nur um einen Versuchsballon handeln, da 
gerade in diesen Tagen die Beziehungen zwi 
schen Polen und Litauen infolge des neuen 
Schulkonflikts mehr denn je gespannt sind. 
Das Vorgehen der polnischen Behörden gegen 
die litauischen Minderheitenschulen im Wilna 
gebiet und das gleichartige Vorgehen der 
Litauer gegen die polnische Minderheit hat 
auf beiden Seiten zu erregten Pressekommen 
taren und zu scharfen gegenseitigen Angriffen 
geführt. In der Warschauer Presse wird die 
Kownoer Regierung für die polenfeindlichen 
Kundgebungen der litauischen Blätter ver 
antwortlich gemacht, während in der litaui 
schen Presse eine ungemein scharfe Sprache 
gegen Polen geführt wird. Diese Spannung 
zwischen den beiden Nachbarstaaten scheint 
alles weniger als den geeigneten Rahmen für 
eine Besuchsreise des polnischen Außen 
ministers nach Kowno zur Erörterung der 
östlichen Blockfragen abzugeben. 
Zer frühere Gesandte usm Mesner 
Mer die Habsburger Frnge. 
DNB. Budapest, 7. März. Der Wiener Be 
richterstatter des Blattes „Az Eest,, hatte mit 
dem ehemaligen Gesandten von Wiesner über 
Notleidende Glasarbeiter stellten die 
Glasansteckplakette für das W.H.W. 
her — Eure Pflicht ist es, durch den 
Kauf dieser Plaketten die Not 
lindern zu helfen! 
die Habsburger Frage eine längere Unterre 
dung. 
Auf die Frage des Berichterstatters, ob die 
Regierung Ottos bevorstehe, antwortete 
Wiesner: Die Abschaffung der Gesetze über 
Verbannung und Vermögensbeschlagnahme 
ist nunmehr zweifellos eine Forderung jedes 
anständigen Menschen, mag er legitimistisch 
sein oder nicht. Die Möglichkeit der Rückkehr 
von Mitgliedern der Habsburger Familie wird 
aber bei weitem nicht die Wiederherstellung 
der Monarchie bedeuten. Ueber den Zeitpunkt 
der neuen Gesetzgebung bin ich nicht orientiert. 
Ich kann nur soviel sagen, daß der österreichi 
sche Legitimismus infolge der Gestaltung der 
innerpolitischen Verhältnisse und der Entwick 
lung im Ausland viel günstiger steht als 
vor einem Monat und unvergleichlich günsti 
ger als vor einem Jahre. Daß Frankreich ge 
gen die Restauration.ist, interessiert uns nicht. 
Solche Aeußerungen sind Folgen der außen 
politischen Konstellation und zeigen die Wir 
kung Beneschs. Die Aeußerungen Beneschs 
aber brauchen nicht all zu ernst genommen 
werden, hat er doch dieser Tage im Laufe ei 
ner Unterredung gesagt, daß, falls die Habs 
burger wieder auf den Thron gelangen, dies 
den Krieg bedeuten würde, während er vor 
etwa einem Jahre das Gegenteil sagte. Wies 
ner schloß, daß die österreichischen Legitimisten 
die Monarchie weder durch einen Putsch noch 
durch ein Abenteuer herstellen wollten, sondern 
nur auf gesetzlichem Wege. 
Frankreich wünscht Ianau-Einigung 
mit Italien. 
DNB. Paris, 6. März. Der Aufenthalt des 
französischen Botschafters in Rom, Graf Cham- 
brun, in Paris rückt die österreichische Frage in 
den Vordergrund der politischen Erörterungen. 
Man erwartet, daß er die französische Regie 
rung über die Ansichten und Absichten Italiens 
in dieser Frage unterrichten werde. Man 
nimmt weiter an, daß er mit bestimmten An 
weisungen nach Rom zurückkehren dürfte. 
Von der „Tscheljnskin"-Besatznug 
auf der treibenden Eisscholle traf die Funk 
nachricht ein, daß sich die Lage auf der Scholle 
mehr und mehr verschlimmert. Mitten im La 
ger ist ein breiter Spalt entstanden, wodurch 
die Küchenbaracke zusammenstürzte und der 
Lebensmittelmangel sich verschärfte. 
Tragödie im ewigen Eise. 
Das erste Bild von dem russischen Eisbrecher Tscheljuskin, der im hohen Norden 
von Eismassen eingeschlossen wurde. Die Besatzung bezog auf einer Eisscholle ein 
Lager, wurde aber abgetrieben und schwebt in größter Gefahr. Bisher ist es ledig 
lich gelungen, durch Flugzeuge die Frauen und Kinder in Sicherheit zu bringen. 
Politischer Kurzsunk von heute. 
Die Tschechoslowakei hat infolge seit länge 
rer Zeit bestehender Zwistigkeiten zwischen der 
tschechoslowakischen und deutschen Filmindu 
strie zunächst auf 14 Tage die Einfuhr aller 
deutschen Filme verboten. 
Der ungarische Oktoberrevolntionär, der 
Priester Johann Hock, ist von Heimweh ge 
trieben von Rußland nach Ungarn zurück 
gekehrt und wurde nunmehr wegen der da 
maligen bolschewistischen Umtriebe zu einem 
Jahr Kerker verurteilt. Die Kurie hat dieses 
Urteil bestätigt. 
Die GPU. in Rußland hat das Verfahren 
gegen verschiedene Ausländer, u. a. den Dä 
nen Larsen, wegen angeblicher Handclsspio- 
nage aufgehoben. 
In Warschau und in einigen Provinzstäüten 
wurde eine weitverzweigte jüdische Patzfälscher 
bande ausgehoben. In Kultusk wurden der 
Vorsitzende des jüdischen Gemeinderats sowie 
vier Mitglieder verhaftet. Es soll sich um Un 
sauberkeiten handeln. 
Der Führer der katholischen Volksaktion in 
Spanien hat der Negierung den Kampf an 
gesagt, falls sie bei dem bevorstehenden Gene 
ralstreik nicht das Erscheinen der Madrider 
Zeitung „El Debate", in der ausschließlich ka 
tholisch organisierte Arbeiter beschäftigt wer 
den, gewährleistet. 
In Madrid wurden wieder zwei Bomben 
zur Explosion gebracht, die größeren Sach 
schaden verursachten. 
In Gegenwart des polnischen Staatspräsi 
denten fand bei Marschall Pilsudski eine Be 
ratung sämtlicher bisherigen Ministerpräsiden 
ten des Regierungslagers und des jetzigen Mi 
nisterpräsidenten statt. Während die Regie 
rungspresse sich über den Gegenstand der Be 
ratungen in Schweigen hüllt, ergeht sich die 
Oppositionspresse in allerlei Vermutungen. 
Sie glaubt jedoch aus dem Fehlen des immer 
noch unpäßlichen Außenministers Beck 
schließen zu können, daß nur innerpolitischr 
Fragen besprochen worden sind. 
Der Prager deutsche Gesandte Koch über 
brachte am Mittwoch als Doyen des Diploma 
tischen Korps dem Präsidenten der Republik/ 
Masaryk, zum 84. Geburtstag die Glückwünsche 
der Prager Diplomaten. 
In Lyon überfielen Kommunisten Mitglie 
der der Action francaise. Ein Anhänger der 
Action francaise wurde schwer verletzt. , >.
	        
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