Full text: Newspaper volume (1934, Bd. 1)

- 
: . ' . : : 1 
E ŞķņtzŞ 
127. Jahrgang. 
127. Zahrgang. 
Renàsburger TagebloiL 
Bezugspreis: Ausgabe A Reichsmark 1.75 monatlich: Ausgabe B einschl. Illustrierte Wochenbeilage 
Reichsmark 2.M. zuzügl. Bestellgeld. Einzelnummer 10 Rpfg.. auswärts 15 Rpfg.. Sonnabends 15 Rpfg. 
Schriftleitung und Geschäftsstelle: Rendsburg. Haus der Landeszeitung. Fernsprecher Rr. 255t. 
Telegramm-Adr.: „Landeszeitung". Postscheck: Hamburg 16278. Banken: Reichsbank; Westholsteinische 
Dank; Spar- und Leih-Kaffe; Schleswig-Holsteinische Bank; Landkceditbank; sämtlich in Rendsburg 
Anzeigenpreise: Im Anzeigenteil Grundpreis für die 46 mm breite Millimeterzeile 14 Rpfg« 
im Textteil Grundpreis für die 77 mm breite Millimeterzeile 34 Rpfg. Ermäßigte und erhöht« 
Grundpreise, sowie Nachlöste lt. Tarif- Geschäftsbedingungen nach Maßgabe der Bestimmungen 
des Werberats der deutschen Wirtschaft. Keine Ersatzansprüche bei Nichterscheinen der Zeitung wegen 
höherer Gewalt. Für unverlangt eingehende Manuskripte übernimmt die Schriftleitung keine Gewähr. 
SölöMerr mit Ahle srrrö Pfriem. — Soldaten vor Amboß nnd Drehbank» 
Heeres-Hanöwerkerjchulen. 
Die lächerlichen Behauptungen: „Jeder 
deutsche Soldat wird in den zwölf Dienstjahren 
zum General ausgebildet" oder „. . . ist ein 
vollkommener Ingenieur für Kriegstechnik", 
wollen im Auslande nicht verstummen. In 
erster Linie betont Frankreich immer wieder, 
daß der Reichswehrsoldat nach Beendigung 
seiner Dienstzeit die „Kenntnisse eines Regi 
mentskommandeurs" habe. 
Um die Ausbildungsart unserer kleinen, 
aber tüchtigen Reichswehr kennen zu lernen, 
erhielt ich kürzlich die Erlaubnis, verschiedene 
Heeresinstitute zu besichtigen. Das Ergebnis, 
zu dem dieser interessante Einblick führte, sei 
gleich vorweg genommen: In der Reichswehr 
erhält der Soldat selbstverständlich zuerst eine 
gute militärische Ausbildung und lernt den 
Umgang mit den wenigen Waffen, die uns er 
laubt sind,' um aber die ganze Dienstzeit weit 
gehendst auszufüllen, wird der Soldat in den 
letzten Dienstjahren auf seinen späteren Zivil 
beruf vorbereitet und zu einem Volksgenossen 
erzogen, der auch im bürgerlichen Leben seinen 
Mann steht. 
Diesem Zweck dienen die verschiedenen Hec- 
resfachschulen. Eine bestimmte Lehranstalt bil 
det diejenigen Leute aus, die später die 
Beamtenlaufbahn einschlagen wollen. Die 
größere Schülerzahl jedoch dürfte sich für den 
Besuch der Heereshandwerkerschule« entschei 
den (ein gutes Omen für den Wiederaufbau 
eines gesunden, deutschen Handwerkertums). 
Jeder handwerkerliche Beruf kann in diesen 
Schulen — deren eine in Berlin, Jnvaliden- 
straße 55a ist — erlernt werden. Kennt aber 
der Soldat ans seiner vormilitärischen Lehr 
zeit schon irgend einen Beruf, so kann er hier 
seine Kenntnisse erweitern, vervollkommnen. 
Die Werkstätten für den praktischen Unter 
richt unterstehen tüchtigen, zivilen Handwerks 
meistern. Neben der praktischen Ausbildung 
läuft die theoretische, zu der Erdkunde, Ge 
schichte, allgemeines Rechnen und spezielles 
Fachrechnen, Wirtschaftslehre, Buchführung 
für Kleinbetriebe und Betriebskunde gehören. 
Die Gesellen- und Meisterprüfungen werden 
vor den Handwerkskammern abgelegt. Schon 
während der letzten Dienstjahre berät der 
Fürsorgeoffizier, ein besonders für diese Tä 
tigkeit befähigter höherer Offizier, den an 
gehenden „Zivilisten" auf das Genaueste. Der 
Fürsorgeoffizier gibt praktische Ratschläge für 
etwa mögliche Stellungen in der Industrie, 
oder, wenn sein Schützling sich selbständig 
wachen will, einen Betrieb kaufen möchte, 
Prüft der erfahrene „Fürsorger" die Rentabi 
lität des geplanten Kaufobjektes. 
Ve^ch in -err 
Auf Einladung des Reichsministers für I Ueberwindung der Wintersnot mit vollster Zu- 
Volksaufklärung und Propaganda Dr. Goeb- verficht im Frühjahr erneut an die Arbeit 
bels waren am Mittwoch, dem 7. März, die | gehen wird, Ausdruck zu geben, werden 
Führer der deutschen Industrie, des Handels 
und des Handwerks im Reichsministerium für 
Volksaufklärung und Propaganda zu einer 
Aussprache über die Arbeitsbeschaffuugsmaß- 
nahmen im Frühjahr und Sommer dieses Jah 
res versammelt. An dieser Besprechung nahm 
auch der Reichswirtschaftsminister Dr. Schmitt 
teil. Reichsminister Dr. Goebbels machte über 
die in Vorbereitung befindlichen Wirtschafts 
pläne der Reichsregierung einige Ausführun 
gen und betonte, daß zu Beginn der Arbeits 
schlacht im Frühjahr alle Kräfte eingesetzt wer 
den müssen, um die Arbeitslosigkeit weiterhin 
mit Erfolg zu bekämpfen und den Volksgenos 
sen, die heute noch von Unterstützungen leben, 
weitgehend wieder Arbeitsplätze zu beschaffen. 
Diese Ausführungen fanden bei den an der 
Besprechung teilnehmenden Vertretern der 
Wirtschaft vollste Zustimmung. 
Die Führer des Reichsstandes der deutschen 
Wirtschaft, Krupp von Bohlen und Halbach und 
Generaldirektor Dr. Bögler, brachten zum 
Ausdruck, daß es der Wirtschaft gelungen ist, 
auch für die Wintermonate hindurch die auf 
wärts führende Linie aufrechtzuerhalten und 
daß die Wirtschaft auch bei sachlichster Betrach, 
tung der wirtschaftlichen Vorgänge beim Be 
ginn der Frühjahrs-Kampagne mit größter 
Zuversicht in die Zukunft sehe. Die deutschen 
Wirtschaftsführer werden auch im Jahre 1934 
dem Willen der Regierung entsprechend sich mit 
aller Kraft für die weitere Gesundung der 
wirtschaftlichen Verhältnisse Deutschlands für 
die Wiedereinschaltung neuer Arbeitskräfte in 
den Produktionsprozeß einsetzen. 
Für die Ausgestaltung des Großkampftages 
der Arbeitsschlacht 1934 am 21. März wurden 
sodann vom Reichsminister Dr. Goebbels Ein 
zelheiten bekannt gegeben, für deren Durch 
führung sowohl der Reichswirtschaftsminister 
Dr. Schmitt wie auch die Herren aus der Wirt 
schaft praktische Vorschläge machten, die zu einer 
völligen Uebereinstimmung der Ansichten führ 
ten. Die weiteren Beratungen hierüber wer 
den im Reichswirtschaftsministerium fort 
gesetzt. 
Um der Tatsache, daß das ganze deutsche 
Volk unter Anstrengung aller Kräfte nach 
Unter ganz anderen Voraussetzungen wird in 
diesem Frühjahr die Arbeitsschlacht begonnen 
werden als vor einem Jahr. Während damals 
neues Vertrauen erst erworben, neue Hoff 
nung erst erweckt werden mußte, bevor es 
überhaupt möglich war, die Mobilmachung ein 
zuleiten, das Fundament zu legen für den 
Wiederaufbau kann in diesem Jahr die Reichs 
regierung und mit ihr die deutsche Wirtschaft 
nach einem wohlgeordneten Aufmarsch die 
neue Offensive gegen die Arbeitslosigkeit be 
ginnen. Die Wahrscheinlichkeit eines neuen 
Sieges ist damit zur Sicherheit geworden, zu 
mal Glauben und Vertrauen des ganzen Vol 
kes viel stärker als Aktiva eingesetzt werden 
können als vor einem Jahr. 
Das alte System kapitulierte vollkommen 
vor dem Elend und der Not, die in der Zahl 
von 6 Millionen Arbeitslosen zum Ausdruck 
kam, der Nationalsozialismus griff diese Not 
und dieses Elend mit Ueberlegung, Selbstver 
trauen und unerhörtem Mut an. Je größer die 
Schwierigkeiten, desto stärker auch die An 
strengungen, desto mehr die Arbeit. Die Regie 
rung handelte nach der Auffassung, daß es 
gelte, das unmöglich Erscheinende möglich zu 
machen. Das ist ihr gelungen und wird auch in 
der kommenden Arbeitsschlacht 1934 gelingen. 
Ueberblick über die erweiterten Be- 
schäftigungsmöglichkeiteu im Frühjahr 
und Sommer dieses Jahres geben können. 
Es werden an diesem Tage die Zahlen der 
voraussichtlich im Frühjahr zur Neueinstellnng 
kommenden Arbeitskräfte bekanntgegeben wer 
den. Die während der Wintermonate bis zum 
Frühjahrsanfang neu eingestellten Arbeiter 
werden zu besonderen Veranstaltungen ver 
sammelt werden. 
Der Führer selbst wird au einer der 
Baustellen der Reichsautobahnen er 
scheinen, um sich vom Stande der 
Arbeiten zu überzeugen. 
Er wird im Anschluß an die Besichtigung an 
die versammelten Arbeiter eine Rede halten, 
die auf alle deutschen Sender übertragen wer 
den wird. Um das ganze schassende Volk an 
dieser bedeutungsvollen Stunde teilnehmen zu 
lassen, werden in allen Betrieben die Arbeiter, 
Angestellten und Betriebsführer an den Laut 
sprechern zusammenkommen, um in gemein- 
Jn der Schuhmacherwerkstatt umdrängen 
Feldwebel, Unteroffiziere und einfache Sol 
daten — kameradschaftlich eine große, wiß 
begierige Schülergemeinschaft bildend — den 
Wngen, tüchtigen Werkstättenleiter Pohler. 
Meister Pohler erklärt gerade am anatomi 
schen Modell den Bau des menschlichen Fußes: 
. „Die Fußsohle schwingt in zwei Bögen, 
Auen Quer- und einen Längsboüen. Ein 
Meisterwerk, wie es die kühnste Phantasie 
^nes genialen Dombaumeisters niemals er 
denken könnte, ist der zweifache Kreuzbogen 
des menschlichen Fußes, der die ganze Last des 
Körpers trügt!" (Bravo! Wenn alle Leute 
dîese Worte des Schuhmachermeisters endlich 
degreifen würden, gäbe es wohl nur gesunde 
FlAe!). 
Im Nebenraum sitzeu die „Gesellen" mit 
şiriem und Ahle auf niedrigen Schemeln vor 
bren Schustertischen und nähen und häm- 
A?*n. Die meisten dieser „Gesellen" bereiten 
A auf ihre Meisterprüfung vor. 
„Lehrling ist jedermann, 
Geselle — der was kann, 
Meister — der was ersann!" 
Achtet es hell von der Wand. 
Gegenüber hängt eine ganze Kollektion von 
^eoerproben. Feinstes Juchten. Lack. Eidechse, 
NSK. Ein Mitarbeiter des „Angriffs" 
hatte Gelegenheit, den Reichspressechef 
der NSDAP., Pg. Dr. Dietrich, über den 
nächtlichen Rekordflng des Führers mit 
der „In 32" von Leipzig «ach Berlin zu 
sprechen. Dr. Dietrich gab dem Mitarbei 
ter des „Angriffs" 
45 Minuten benötigt hatten. Wir waren er 
freut über diese günstige Aussicht, ncchi zuletzt 
deshalb, weil wir — 23.30 Uhr nachts — unser 
Abendbrot noch nicht eingenommen harten und 
erst in Berlin essen wollten. 
In der Junkers-Maschine saßen neben dem 
Reichskanzler u. a. Reichspropaganda 
minister Dr. Goebbels mit seinem Adju 
tanten Prinz Schaumburg-Lippe, SA.-Grup- 
penführer Brückner, SS.-Gruppenführer Jo 
sef Dietrich, Oberführer Schaub, und unser 
Bildberichterstatter Heinrich Hoffmann. Vize 
kanzler von Papen, der uns am Morgen von 
Berlin nach Leipzig begleitet hatte, war bc- 
eine kurze Schilderung 
des Rekordfluges, über den er sich etwa 
wie folgt äußerte: 
Beim nächtlichen Abflug in Leipzig-Mockau 
meinte unser Flugkapitän Bauer, wir würden 
es bei dem herrschenden. Rückenwind diesmal 
in etwa 38 Minuten schaffen, nachdem wir für 
den Flug Berlin—Leipzig am Vormittag etwa
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.