Full text: Newspaper volume (1934, Bd. 1)

\ 
. 
snxis I 
127. Jahrgang. 
ÄchLeswig-HoLfbernLsiHe 
♦ 
127. Jahrgang. 
Ģ 
|§9 
Renösburgec Sägeblatt 
B-fttgSpreks: Ausgabe A Reichsmark 1.75 monatlich; Ausgabe B einschl. Jilustrierke Wockenbeiiage 
Reichsmark -..M. zuzügl. Bestellgeld. Einzelnummer 10 Rpfg.. auswärts 15 Rpfg.. Sonnabends 15 Rpfg. 
^-Hr.rr.eitung und Geschäftsstelle: Rendsburg. Bahnhofstraße Nr. 12/16. Fernsprecher Nr. 2531. 
^eļegramm.Adr.: -.Landeszeitung". Postscheck: Hamburg 16278. Banken: Reichsbank; Westholsteinische 
an : Spar» und Leih-Kasse; Schleswig-Holsteinische Bank: Landkreditbank; sämtlich in Rendsburg 
Anzeigenpreise: Im Anzeigenteil Grundpreis für die 46 mm breite MiMmekerzeNe 1.4 Rpfg.« 
im Tertteil Grundpreis für die 77 mm breite Millimeterzeile 34 Rpfg. Ermäßigte und erhöhte 
Grundpreise, sowie Nachlässe If. Tarif. Geschäftsbedingungen nach Maßgabe der Bestimmungen 
des Werberats der deutschen Wirtschaft. Erfüllungsort: Rendsburg. Keine Ersatzansprüche bei 
Nichterscheinen der Zeitung wegen höherer Gewalt. 
Nr. 1 
ZieņsķKģ, den 2.3emiat 
o w\ à 
1934 
Ei» Bekenntnis zum Frieden und Aufbau nach innen und außen. 
rvr 
.vA 
Oi 
JO, 
co, 
Der „Völkische Beobachter" veröffentlicht in 
großer Aufmachung einen Neujahrsaufruf des 
Führers an die Partei, in dem cs heißt: 
Nationalsozialisten, Nationalsozialistinncn, 
Parteigenossen! 12 Wahlkämpfe im Jahre 1932 
hatten auch an unsere eigene Kraft und un 
sere Nerven die schwersten und höchsten An 
forderungen gestellt. Und trotzdem! Niemals 
hatte ich die Notwendigkeit, den Kampf um die 
Macht ohne Kompromisse bis zur letzten Kon 
sequenz fortzuführen, eher erkannt als da 
mals, niemals war ich mehr bereit dieser Er 
kenntnis blind zu gehorchen, niemals aber hat 
sich zugleich Eure Treue und Anhänglichkeit, 
meine Parteigenossen und -genossinnen, mehr 
bewährt als in dieser letzten, schwersten und 
entscheidenden Zeit! 13 Jahre lang habe ich 
als Nationalsozialist und als Euer Führer 
mit äußerstem Fanatismus die These ver 
treten, 
daß das Wort Kapitulation in unserem 
Lexikon nie zu finden sein darf. Es ist 
immer noch besser, in Ehren vernichtet 
zu werden, als sich Feinden freiwillig 
zu unterwerfen. 
Der Erfolg des 13. Januar 1933 in Lippe-Det 
mold führte zur endgültigen Entmutigung un 
serer Gegner und leitete damit jene größte 
Umwälzung ein, die Deutschland seit vielen 
Jahrhunderten erlebt hat. Am 30. Januar 
wurde, durch den großherzigen Entschluß des 
Herrn Reichspräsidenten die Nationalsoziali 
stische Bewegung mit der Führung des Reiches 
betraut. 
Was sich in den zurückliegenden 11 Monaten 
seitdem in Deutschland vollzogen hat, ist ein 
Wandel von so wundervollem Inhalt und 
Ausmaß, daß ihn spätere Generationen schwer- 
lich in seinem ganzen Umfange werden erfas 
sen können. Am 12. November haben sich 
nahezu 40 Millionen Deutsche zu diesem 
Regiment und über 40 Millionen zu 
unserer Politik bekannt! 
Getreu dem Programm unserer Bewegung 
haben wir in diesen 11 Monaten einen uner 
bittlichen Kampf aufgenommen gegen die 
Feinde und Zerstörer unseres Volkes tmd Va 
terlandes. Die große mir selbst gestellte Auf 
gabe meines Lebens hat in knapp 6 Monaten 
ihre Erfüllung gefunden. Der Marxismus 
wurde vernichtet und der Kommunismus zu 
Boden getreten. Der Marxismus in Deutsch 
land existiert nicht mehr! Der Nationalsozia 
lismus ist Sieger geblieben und wird seine 
Gegner niemals mehr sich erheben lassen! 
Wir haben dem Marxismus nicht die 
Organisationen verboten/ nein, wir 
haben ihm das Volk genommen. Der 
deutsche Arbeiter ist nicht mehr ein 
Fremdkörper im nationalen Staate, 
sondern die tragende Kraft der deutschen 
Nation. 
Und so wie der marxistische Feind vernichtet 
wurde sind die bürgerlichen Parteien beseitigt. 
Die Organisationen der Klassenspaltung, des 
Klassenhasses und des Klassenkampfes sind ans 
beiden Seiten aufgelöst und weggefegt. Der 
Staat dieser Parteien aber, der existiert nicht 
mehr. Den parlamentarischen Geschäften mit 
ihrem korrumpierenden Kuhhandel ist ein für 
alle Mal ein Ende bereitet worden. Das natio 
nalsozialistische Prinzip der Autorität der 
Führung hat die parlamentarische Unfähig 
st besiegt. Wir alle sind uns dabei im Klaren, 
daß die Durchdringung unseres öffentlichen 
Lebens mit diesem neuen Gedanken nicht in 
wenigen Monaten erfolgen kann, sondern 
einer jahrzehntelangen Erziehung und dan- 
ernden Weiterbildung bedarf. Gleichlaufend 
mit dieser Ueberwindung des Parteienstaates 
erfolgte die Stärkung der Autorität des 
Reichsgeöankens. Diese Neubildung des Rei 
ches erhält aber ihre höchste Bedeutung erst 
Führers Neujahrsbotschaft 
durch die Bildung einer wirklichen deutschen 
Nation. 
Das deutsche Volk hat sich über Parteien 
— Stände — Konfessionen und Welt 
anschauungen hinweg endlich zu einer 
Einheit zusammengefunden. 
Den Schädlingen an dieser Gemeinschaft aber 
ist ans allen Gebieten unseres öffentlichen Le 
bens ein unbarmherziger Kampf angesagt 
worden. 
Wir haben uns bemüht, die Wirtschaft von 
jenen Parasiten zu befreien, die in der orga 
nisierten Zersplitterung das Heil ihrer eigenen 
Existenz erblickten. Wir haben daher den in 
ternationalen marxistischen Zerstörern unseres 
uralten Gewerkschaftsgedaukcns die Or 
ganisationen genau so ans de», Händen 
genommen wie umgekehrt anch den Ver 
tretern großkapitalistischer Syndikate. 
Wir haben damit das Vertrauen der gesamten 
Wirtschaft in die politische Führung der illa 
tion so gestärkt, daß sie nunmehr auch ihrer 
seits den großen Aufgaben gerecht werden 
konnte, die mir ihr zu stellen gezwungen wa 
ren, denn die Katastrophe unserer Arbeits 
losigkeit kann nur behoben werden durch die 
äußersten Anstrengungen aller, denen wir 
allein das gläubigste Vertrauen, die Voraus 
setzungen zum Erfolge schaffen kann. Und in 
knapp 11 Monaten ist es uns gelungen, einen 
hohen Prozentsatz der üeuischen Arbeiter und 
Angestellten wieder in eine allen nützliche 
Produktion zurückzuführen. Gewaltig sind die 
wirtschaftlichen Aufgaben, die wir uns stellten 
und an deren Erfüllung wir tätig sind. Die 
Motorisierung unseres Verkehrswesens hat in 
diesem Jahr einen außerordentlichen Auf 
schwung genommen. Ein gewaltiges Straßen 
netz befindet sich in Bau. 
Ueber VA Millionen Banarbeiter und 
Handarbeiter 
sind zur Zeit in Deutschland damit beschäftigt, 
Reparaturen an Häusern und Wohnungen 
auszuführen. Große öffentliche und private 
Staats- und Monumentalbauten sind begon 
nen morden. Den planmäßigen Zerstörern des 
deutschen Bauerntums wurden von oben her 
unter Einhalt geboten. Ungeheure soziale 
Hilfswerke sind ins Leben gerufen. Es ist un 
ser unerschütterlicher Wille, genau so wie wir 
bisher in 14 Jahren den Kampf um die Macht 
erfolgreich bestanden haben, am Schluß anch 
den Kampf gegen die Not erfolgreich zu be 
enden..' 
Indem >vir das Zentrum vernichteten, 
haben wir nicht nur tausende von Priestern 
wieder in die Kirche geführt, sondern Milli 
onen von anständigen Menschen den Glauben 
an die Religion und die Priester zurück 
gegeben. Der Zusammenschluß der evangeli 
schen Kirche zur Neichskirchc, das Konkordat 
mit der katholischen Kirche, sic sind nur Mark 
steine auf dem Wege zur Herstellung eines 
glücklichen Verhältnisses und einer nützlichen 
Zujammenarbeit'zwischen dem Reiche und den 
beiden Konfessionen. Der Kampf gegen die 
religiösen, sittlichen und moralischen Verfall- 
erscheinungen wäre aber zwecklos geblieben, 
wenn wir nicht die deutsche Presic aus dem 
Niveau einer manchmal geradezu plan 
mäßigen Zersetzungsarbeit herausgehoben 
hätten. Wenn das deutsche Volk den großen 
Kampf unserer Bewegung und der von ihr 
getragenen deutschen Regierung um den 
Frieden, die Ehre und die Gleichberechtigung 
am 12. November mit dem gewaltigen Votum, 
abgegeben wurde, unterstützte. 
das 
dann 
ich, daß dies nicht so sehr 
cut 
Zeiche" für die Vorzüglichkeit seiner heutigen 
Regierung ist, 
als vielmehr ein Zeichen für die innere 
Anständigkeit unseres Volkes selbst, das 
sich wieder zu seinem besseren Ich zn- 
rückgefnnden hat. Und dies ist der 
höchste und schönste Erfolg dieses 
Jahres! 
Wenn dieses große Werk der Reorganisation 
unseres Volkes und Reiches so erfolgreich in 
Angriff genommen werden konnte, dann war 
es nur möglich dank dem Geist und dem Ge 
füge der Nationalsozialistischen Partei.. Ihr, 
meine Parteigenossen und -genossinnen seid 
die Träger unseres Kampfes in der Vergan 
genheit gewesen und Ihr allein könnt die 
Garanten sein für den Aufbau in der Zu 
kunft! Ohne die Nationalsozialistische Partei, 
ohne ihre SA. und SS. hätte aber selbst 
eine deutsche Erhebung nur den Charak 
ter eines blutigen und turbulenten Ge 
metzels annehmen können und nur dank 
ihr ist eine der größten Revolutionen 
der Weltgeschichte in einer Disziplin 
und einer Ordnung vollzogen worden, 
die nur in einem einzigen Staat der 
neueren Zeit ein Vorbild und Gleichnis 
besaß: im Italien der faschistischen Revo 
lution. Das Ziel unseres Kampfes für 
die deutsche Nation anch nach außen ist 
kein anderes, als unserem Volke die 
Ehre und die Gleichberechtigung zu 
geben und aufrichtigen Sinnes mitzu 
helfen an der Vermeidung eines Blut 
vergießens in der Zukunft, in dem mir 
ehemaligen Soldaten des Weltkrieges 
nur eine neue Völkcrkatastrophe eines 
wahnsinnig gewordenen Europas er 
blicken könnten. 
So will ich am Ende dieses Jahres nun all 
den Mitkämpfern der Partei danken, ich will 
danken den Männern der Organisation un 
serer Bewegung, unseren Amtswaltern, will 
danken de» Männern unserer Propaganda, 
unserer Presse, will danken den hundert 
tausend Frauen, den neuen Parteigenossin 
nen, Mitkämpferinnen und Helferinnen für 
unser neues Reich. 
Und ich will weiterhin danken den Män 
nern der großen Organisation meiner SA. 
und SS., ich will dabei insbesondere anch 
jenen danken, die ähnliche Ziele verfolgend, 
aus einem anderen Lager zu uns gestoßen 
sind und nun heute als Stahlhelmkameraden 
zu uns gehören für immer. Ich will danken 
meinen alten treuen Kämpfern, die heute als 
Führer in der gewaltigen Organisation un 
serer Bewegung, in der SN. und SS., im 
Stahlhelm, in der Jugend sowie in der Presse 
oder im Staatsdienst die Garaten für das 
Gelingen der nationalsozialistischen Revoluti 
on waren und für immer sein werden. Will 
danken dem Manne, der als Führer des 
„Stahlhelm" über die persönliche Verbunden 
heit hinaus in großherziger Weise seinen Ver 
band dex nationalsozialistischen Bewegung 
eingegliedert hat und will endlich auch denen 
danken, obwohl nicht zu uns gehörend, dennoch 
mit mir und mit uns im Sinne unserer 
nationalsozialistischen Idee und für unsere 
nationalsozialistische Revolution eingetreten 
sind und weiterhin mit uns kämpfen wollen. 
So verlassen wir das Jahr der deutschen 
Revolution und gehen als Nationalsozialisten 
hinein in das Jahr des deutschen Aufbaues 
mit dem gegenseitigen Versprechen, eine ver 
schworene Gemeinschaft zu sein, erfüllt von 
dem einzigen glühenden Wunsch, unserem 
deutschen Volke dienen zu dürfen zu seinem 
friedlichen Glück. 
München, den 1. Januar 1934. 
Adolf Hitler. 
Diplomaten und Reichsregierung bei Hindenburg. 
Berlin, 1. Januar. Anläßlich des Neujahrs 
tages fanden bei dem Herrn Reichspräsidenten 
die üblichen Empfänge statt, die um 10 Uhr 43 
durch das Aufziehen der Wache eingeleitet 
wurden, deren Meldung der Herr Reichspräsi 
dent an der Tür seines Hauses entgegennahm. 
Um 11 Uhr empfing der Herr Reichspräsi 
dent in seinem Arbeitszimmer eine Abord 
nung der „Salzwirker Brüderschaft im Thäte 
zu Halle", die ihm nach altem Brauch der Hal 
loren Salz, Schlackwurst und ein Ncujahrs- 
glückwunschgedicht, den sogenannten Neujahrs- 
carmcn, überbrachte. Der Herr Reichspräsident 
dankte mit herzlichen Worten und sprach der 
Abordnung seine besten Ncujahrswünsche aus. 
Empfang des Zjplamaļêfchen ßsrps. 
Um 11.30 Uhr begann die Anfahrt des Diplo 
matischen Korps. Die Chefs der beim Reich be 
glaubigten fremden diplomatischen Vertretun 
gen, denen eine im Ehrenhof aufgestellte Ab 
teilung Reichswehr unter Führung eines Of 
fiziers bei ihrem Eintreffen militärische 
Ehrenbezeugungen erwies, versammelten sich 
in dem großen Saal des Reichspräsidenten- 
hauscs. Um 12 Uhr betrat der Herr Reichs 
präsident den Saal, gefolgt vom Herrn Reichs 
kanzler, dem Reichsminister des Auswärtigen, 
Frhr. von Neurath, nebst den Herren der Üm- 
gebung. Der apostolische Nuntius, Monsignore 
Cesare Orsenigo 
brachte als Doyen des Diplomatischen Korps 
dessen Glückwünsche in einer Ansprache zum 
Ausdruck, in der er sagte: 
Das zur Neige gegangene Jahr ist für 
Deutschland außerordentlich reich an Ereignis 
sen politischer, wirtschaftlicher und sozialer 
Art gewesen und wir haben sic mit der lebhaf 
testen Aufmerksamkeit verfolgt. Für uns, die 
unmittelbaren Zeugen der Wechselfälle, von 
denen die Geschichte der letzten Jahre dieses 
Landes durchweht ist, war es nicht schwer, uns 
klar zu werden über den tiefgehenden poli 
tischen Umschwung der für Ihr Land einen 
wahren Wendepunkt der Geschichte bezeichnet. 
Unsere Herzen haben sich gefreut, als die Män 
ner, deren Euere Exzellenz die Geschicke dieses 
Landes anvertraut haben, feierlich ihre Bereit 
willigkeit erklärten, die zwischen Deutschland 
und den anderen Nationen schwebenden An 
gelegenheiten ans dem friedlichen Wege freund 
schaftlicher Verständigung zu regeln. Im 
Glanze so edler Versprechungen begrüßen wir 
vertrauensvoll die Morgenröte des neuen 
Jahres und entbieten Ihnen, Herr Reichsprä 
sident, die heißesten und ansrichtigsten Wünsche 
für die Wohlfahrt und das Gedeihen Ihres 
Vaterlandes. 
Der Reichspräsident 
erwiderte darauf in einer Ansprache, in der er 
erklärte: Mit Recht haben Sic darauf hinge 
wiesen, daß das vergangene Jahr für Deutsch 
land außergewöhnlich reich an Ereignissen von 
weittragender Bedeutung gewesen ist. Das 
Jahr 1933 wird in der Tat als ein Wendepunkt 
in der Geschichte Deutschlands bezeichnet wer 
den^ Das deutsche Volk hat in kurzer Frist eine 
völlige geistige und seelische Wiedergeburt er 
fahren. Es ist nach langen Jahren voller Not 
und Leid zu neuem Lebensmut erwacht. Die 
zielbewußte Führung des Staates, getragen 
von dem Vertrauen und dem Opferwillen aller 
Volksgenossen, hat es ermöglicht, der fortschrei 
tenden Verelendung der Bevölkerung zu 
steuern. Der innere Hader ist ge bannn Mt 
'; ■ 
. ņyyr-
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.