Full text: Newspaper volume (1934, Bd. 1)

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127. Jahrgang. 
127. Jahrgang. 
RenèsbuWLL Sägeblatt 
-Lnzmgenpreļse: Im Anzeigenteil Grundpreis für die 40 mm Breffe DMNmekerzeNe 14 Rpfg.. 
im Textteil Grundpreis für die 77 mm breite Millimeterzeile 34 Rpfg. Ermäßigte und erhöhte' 
Grundpreise, sowie Nachlässe If. Tarif. Geschäftsbedingungen nach Maßgabe der Bestimmungen 
des Werberats der deutsche» Wirtschaft. Erfüllungsort: Rendsburg. Keine Ersatzansprüche bei 
Nichterscheinen der Zeitung wegen höherer Gewalt. 
Ģàeàn zrrx LeLLgefchichLe» 
Am das Vermächtnis unserer Toten! 
Kameradschaft der Sammelbüchse. 
Noch nie zuvor hat es sich ereignet, daß die 
obersten Führer großer Organisationen sich am 
Sonntag mit der Sammelbüchse auf die Stra 
ßen und Plätze Berlins stellen, um im Rah 
men des Winterhilfswerks zugunsten bedürf 
tiger Angehöriger ihrer Formationen zu sam 
meln. Es wäre auch ein etwas komischer An 
blick gewesen, alle die entschwundenen und ent 
flohenen Größen der Vergangenheit auf dem 
Potsdamer Platz oder Unter den Linden die 
Büchse schwingen zu sehen. Vermutlich hätten 
ste mehr Heiterkeit und Hohn und Spott als 
Groschen und Markstücke geerntet. 
Wenn aber am Sonntag die obersten Berli 
ner SA.-Führer ein Gleiches tun, dann unter 
ziehen sie sich damit einem Ehrendienst, der das 
Führerprinzip und die Kameradschaft eng ver 
bindet. Sie haben in den vergangenen Kampf- 
fahren täglich an der Spitze ihrer SA.-Männer 
gestanden,' sie lassen es sich auch diesmal nicht 
nehmen, in der Fürsorge für ihre Kämpfer an 
der Spitze zu stehen. 
Es ist wirklich etwas Revolutionäres darin, 
wenn die Gruppenführer Ernst und Prinz 
August Wilhelm sich auf die Straßen stellen 
»nd den Vorübergehenden die Büchsen hinhal 
ten. Vor allem aber wird diese Haltung der 
Welt erneut beweisen, daß im nenen Deutsch 
land tatsächlich jenes Zusammengehörigkeits 
gefühl und jene Kameradschaft herrscht, die 
man draußen wohl täglich sieht, aber nicht 
wahr haben will. 
Dr. K. Triebet, Rendsburg. 
und wenn heute noch die Welt Remarques I oberst 
hinter dem ganzen gewaltigen Geschehen jener ‘ 
Jahre nur die gähnende Leere eines „Umsonst" 
empfindet, so wissen mir, die wir uns zu einer 
neuen Welt rechnen, daß das Opfer unserer 
Millionen Brüder einen tiefen Sinn hatte. 
Scļ s drum! — Schwerter zu Rost und Herzen 
Wen schert's? szn Staub! 
Ohne den Tod bleibt die fruchtbare Erde taub. 
So freut Euch des Schwerts! 
Walter Flex. 
Ein rag im Jahre soll ganz dem Gedenken 
an unsere Toten gehören! Und so wandern 
unsere Gedanken heute hinaus zu den stillen 
Schläfern, und wir denken an die Zeit, in der 
täglich der Wall der einfachen Holzkreüze 
größer und breiter wurde und sich gleichsam 
schützend um die deutsche Heimat legte. Täglich 
sanken Hunderte, Tausende dahin im Streit. 
Lag in diesem Sterben ein tiefer Sinn? War 
der Opfertvd dieser Millionen unserer Besten 
vergebens gebracht? Das ist immer die Frage 
gewesen seither, die die Besten der alten 
Kämpfer nie zur Ruhe kommen ließ. Und be 
sonders antwortheischcnd trat diese Frage an 
den heran, der nach dem Kriege die gefallenen 
Brüder in fernen Gefilden einmal besuchen 
durfte. 
Wenn man da vor den unendlichen schmuck 
losen Gräberreihen stand, da meinte man 
förmlich etn Rufen der toten Kameraden aus 
der Erde heraus zu hören. Sie heischten Ant 
wort auf ihre Frage, was wir Ueberlebenden 
mit dem großen Vermächtnis gemacht hatten, 
das sie auf unsere Schultern gelegt hatten. 
„Wie sieht es aus mit der großen Schicksals- 
gemernschaft, in der wir hier draußen standen? 
Lebt sie noch und kämpft sie weiter in unserem 
-sinne für eine neue Zeit? Hat sie den Marsch 
angetreten in eine neue Zukunft durch das 
Tor hindurch, das wir mit unseren Leibern 
von Blomberg. 3. Ich hatt' einen 
Kameraden! 4. Trauermarsch aus „Götterdäm 
merung" von Richard Wagner. 5. Deutschland 
lied — Horst-Wessel-Lieö. 
Das Staatsoper-Orchester spielt unter der 
Leitung von Professor Heger. 
Der Staatsakt wird durch eine große Laut 
sprecheranlage auf die Straße Unter den Lin 
den vom Lustgarten bis zum Brandenburger 
Tor übertragen. 
Nach den Feierlichkeiten in der Staatsoper, 
denen der Reichspräsident beiwohnen 
wird, findet vor dem Ehrenmal Unter den 
Linden eine Parade statt, an der eine Fahnen 
kompagnie und drei Kompagnien Reichswehr, 
sowie drei Hundertschaften Polizei teilnehmen 
werden. 
Die Formationen marschieren nach der Pa 
rade in Richtung Brandenburger Tor auf der 
Mittelpromenade der Straße Unter den Lin 
den. Der Reichspräsident wird in Begleitung 
der Reichsregierung im Ehrenmal einen Kranz 
niederlegen. Nach der Parade kehrt der Reichs 
präsident auf der nördlichen Fahrbahn der 
Straße Unter den Linden in seine Wohnung 
zurück. u .| 
^ Sïaaîsaïf m öer MMsM. 
- Berlin, 21. Febr. Das Programm für 
den Staatsakt am Heldengedenktag in der 
staattwper Unter den Linden steht nunmehr 
1. Coriolan-Ouverture von Beethoven. 2. Ge 
denkrede des Reichswehrministers General- 
Sie werden nicht vergessen, 
Nie Äffe Me» NmAe emrben M Miitn 
S)r. Goebbels spricht für die Vrrhnbrecher der Deutschen Revolution. 
der Deutschen Revolution. 
Richt oas Wissen ist entscheidend, sondern der Charakter. 
I àLļuck die Treue halten Sie haben deshalb de der Katastrophe entgegengestellt. So hat sie 
denn ÖeUte mtCn Anspruch ans Vorrechte, auch Ansprüche zu stellen. Sie tut das mit der- 
Borrechte werde» immer nur mit Vor- dem PfUchän'erfüll'te^^^"' ^ ^ 
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gekommen, wenn wir nicht gekommen wären. oder Behörde» nicht z» gebrauchen keie» 
D°, d,versuche,,, „q bürvlru. weil sie w.eV"ami„a SfJS' 
tîşch breit zu machen, hätten, wären wir nicht dann muß ich schon sagen daft mirtwenk 
gewesen den Bolschewismus und nichts ande- die Stubenhocker ihre Examina 5ÎÏ2? 
ŗes .-rl-bt Unrettbar wäre das Reich der An- wir das Reich gerettet ' 
I idue verfallen, hatte sich nicht diese alte Gar- Und hätten wir das Reich nicht gerettet, wären 
aufstießen?" Und wenn man vor Jahren auf 
diese Fragen Antwort geben sollte, da wurde 
einem schwer dabei ums Herz. 
Da mußten wir bekennen, daß die alte ster 
bende Welt noch stark genug gewesen war, um 
die große Gemeinschaft der Kämpfer von einst 
zu zerstören. Biele von diesen hatte sie wieder 
gefangen in ihren bleischweren Netzen und so 
die Gemeinschaft zerrissen, die draußen gewach 
sen war. Frontsoldaten in Kriegervereinen, 
Frontsoldaten in Offiziers- und damit Stan 
desvereinen, Frontsoldaten unter verschiede 
nen Farben, schwarz-weiß-rot, rot, schwarz-rot- 
gold. Die Einen eingespannt zum Klassenhaß 
gegen rechts, die Anderen zum Standcskampf 
gegen links. Zwischen die Kämpfer von einst 
hatte sich wieder jener Wall von Schranken ge 
senkt, den wir von der Vorkriegszeit her kann 
ten und zu den alten waren neue Schranken 
hinzugekommen. 
Nur eins konnten mir den toten Brüdern 
zum Troste hinabrufen in ihr stilles Grab. 
Denn wenn auch die große Schicksalsgemein 
schaft von einst zerschlagen war, so waren doch 
die Besten von ihr dabei, überall im Geiste der 
Frontgemeittschaft ein neues Deutschland vor 
zubereiten. Ungebrochen in ihrem Kampfes 
willen und in ihrer Kraft hatten sie nur das 
eine Ziel, ein Reich zu erkämpfen, wie es sich 
draußen ihren Herzen offenbart hatte, und von 
dem ein aus ihrer Mitte erstandener Führer 
ihnen immer wieder kündete. Und zu den alten 
Kämpfern war die Jugend gestoßen, genau so 
opferwillig, für einen neuen Zustand von Volk 
und Staat zu kämpfen wie die Alten neben 
ihnen. 
Und wer nun heute das Glück hat, aus den 
riesigen deutschen Friedhöfen dort draußen im 
Westen oder Osten zu stehen, der kann den ge 
fallenen Brüdern mit Stolz erzählen von dem 
Wunder, das geschehen ist. Die Kämpfer von 
ernst und die herangewachsene Jugend, sie ha 
ben sich im selben Geiste der Gemeinschaft, wie 
er draußen herrschte, wieder zusammengefun 
den. Diese so viel bespöttelte Kraft der Gemein- 
ichaft hat sich von neuem als eine reale Macht 
erwiesen und mit elementarer Wucht die alte 
Welt bei Seite geschobert. 
Urrd wenn so vor Jahren noch das Opfer der 
Millionen Brüder vielen ein sinnloses schien 
DNB. Berlin, 
as , , '' 24. Febr. (Eig. Funkmeld.) 
Auf der revolutionären Feierstunde, die die 
Standarte 8 am Freitag im Berliner Sport 
palast abhielt, führte Gm ' " 
Dr. Goebbels in s f 
Männer vom Kreuzberg 
„r- - 
mitten unter Ihnen zu stehen. Ak 
seiner Ansprache an die SA.- 
I' j u. a. aus: 
„Es ist für mich eilte besondere Freude, hier 
mitten unter Ihnen zu stehen. Als wir zum 
ersten Mal in dieser geräumigen Halle auf 
marschierten, war unsere Bewegung noch eine 
kleine, verlachte und verleumdete Partei. 
Draußen vor den Gittern des Sportpalastes 
tobte der rote Janhagel, und wir hatten alle 
Muhe, uns gegen den Terror der Straße 
durchzusetzen. Die Männer, die am heutigen 
Abend hier aufmarschiert sind, mit ihren alten 
. • 
brechet- einer deutschen Revolution in 
Reichshauptstadt. Mit einem 
Idealismus sind wir damals an die Arbeit 
gangen, und deshalb ist es heute für uns 
unbegreifliches Gefühl der Freude, wieder 
miteinander zusammen zu sitzen. Die Männer, 
die damals zu uns kamen, sind wirkliche Idea 
listen gewesen,- sie kamen zu uns nicht in ei 
ner Zeit, in der es bei uns etwas zu erben 
gab, sondern als man nur kämpfen, opfern 
und sich hingeben mußte für die große Sache. 
Darin unterscheiden sie sich von ' jenen, die 
später zu uns kamen. Damals war es leicht, 
Und hätten wir das Reich nicht gerettet, 
durchzusetzen. Die Männer, die am heutigen 
Uniformen, waren in der Tat die ersten Bahn- 
in der 
unendlichen 
Abschluß des Italienbesuches in Budapest. 
Italien und der Donauraum. 
Wie stehen Deutschland und England? 
Estern sHmr das Wesentliche > angeblich mit einigen führenden Persönlich- 
gum Besuch des italienischen Staatssekretärs keilen sprechen. Geaenüber der Nervosität 
üNr VyVTm.."mtliche Notiz Frankreichs dementiert Budapest, daß ein 
S jafÄl e * 5ett e veröffentlicht wird, Staatenblock geschaffen werde» solle. Es han- 
^şâSt das Folgende. dele sich vielmehr wesentlich darum, den Wirt- 
T Gesuch, des Staatssekretärs Snvich schaftsfrieden wiederherzustellen. Zur Beur- 
0 ?'Şr en Besprechungen teilung der allgemeinen Lage ist noch von 
I w 0 - K f Clt Staaten be- Bedeutung, daß alle italienischen Blätter 
c c'nd rnnrge srcundschaftl.chc Verhältnis übereinstimmend zu erkennen geben daß 
^erlich befestrgt und lrefern den Beweis, Italien an der bisher vertretenen Ansicht 
aller Beziehungen der er- festhalte, daß der wirtschaftliche Wiederaufbau 
Ahnten Fragen zwischen den Regierungen im Donanbecken nicht unter Ausschluß Zeutsch- 
der beiden Staaten volles Einverständnis lands vor sich geben könne. Ti hente^beain' 
be ehe. Dreie nunmehr beendeten Buda- nenden Besprechungen zwischen Italien und 
s C ‘ C «3 Besprechungen boten Anlaß dazu, England werden u. a. den Zweck haben Ena- 
den Boden für dre beiden Regierungen zur lands Stellungnahme zu de« msttel- und süd- 
eiteren Tätigkeit rm Interesse der Ber- osteuropäischen Fragen festzulegen Enaland 
re ten"' 0 *** Konsolidierung vorzube- unterstützt zweifellos eine Stärkung Teutsch- 
_ . .. . lands inmitten Europas, »nt die einseitige 
Der Meinnligsanstaufch in Budapest wird Festlegung iri der Kiellinie der fran öMchen 
n Rom fortgesetzt werden, und zwar werden Politik zum mindesten zu lockern Im übriacn 
'ļļ Aànnsinà ^d zroischen England und Italien auch die 
Außenminister Kania am 10. Marz nach Abrustungsfrage erörtert werden Sicher ist 
rer Fahne zu marschieren. Denn niemand von 
uns konnte damals ahnen, daß diese Bewegung 
n absehbarer Zeit schon die Macht in Deutsch 
land erobern würde. Darum waren diese 
Männer Idealisten, weil sie eine Sache um 
ill Euroxa. 
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