Full text: Newspaper volume (1934, Bd. 1)

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127. Jahrgang, 
127. Jahrgang, 
RenàsbuWLL Drgeblutt 
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SiensķKg. hm 20. Februar 
Bon Dr. Heinrich Sievers. 
1 werden. Ein Wachseuwolleu und Wachsenmüs- noch ein gesunder, würzelechtcr Menschenschlaa 
sen charakterisiert die Ncustämmc. stark in Selbstbehauptung, sich selber treu", zi 
Auch die Altstämme sind nicht so alt, wie finden ist, llnd auf die Erhaltung dieses Bolks 
man sich gemeinhin vorstellt. Bis ins 3. Jahr- teils in erster Linie bedacht zu sein, 
hundert n. Chr. gab es in Deutschland keine Im Anfang war das Volk, dann die Stäm 
Stamme, sondern nur lose miteinander zusam- me, daun die Nation. Die Nativnalidcc de 
menhängenöe Völkerschaften. Gleichwohl ist Deutschen ist naturhaster als z. B. der Frau 
eine innere Einheit gemeinsamen Blutes und zosen. Während dem Sohn der ans Völker-nist 
Volkstums möglich. Doch sind diese Grund- Kultnrmischnng geschaffenen und geformte! 
lagen der Stammcseinheit ständig der Verän- France die Nation ein Produkt von Raum uni 
derung unterworfen,' als die deutschen Stäm- Geschichte ist, sind in der deutschen National 
me im 10. Jahrhundert ins hellere Licht der idee nach einem Worte von Wilhelm Heinricl 
Geschichte trete», sind sie nach Blut und Kultur Riehl erst „die vier großen S: Stamm, Spra 
keineswegs dieselben, die sie unmittelbar nach che, Sitte, Siedelung, der Grund alles lebend! 
der Völkerwanderung waren. Auch bei der gen Lebens. Für uns gehört also zur Voll 
Bildung der Altstämme ist die Frage wichtig, nation neben dem Willen zu politischer Einhci 
was für Menschen die germanischen Stamm- die Erfülltheit durch eine frei und kraftvol 
väter antrafen, als sie in die neue Heimat ein- entwickelte Eigenkultur und eine lebendig, 
zogen, ebenso die Frage, welche fremden Rassen Sprachgemeinschaft. Die für die Entstehung dei 
später in ihr Land eingeströmt sind. Hier ist deutschen Nation erforderliche wechselseitig, 
natürlich in erster Linie an die keltischen und Durchdringung und Verklammerung der deut- 
romanischen Beimischungen zu denken. In den scheu Stämme hat sich verhältnismäßig lang 
Ostalpen und deren Borgelünde ist die dinari- sam vollzogen, bis sie im 19. Jahrhundert ti 
sche Rasse an unserm Stammestum beteiligt, einem schnellen Tempo vor sich ging. Es hat sick 
Das Bestimmende und bindende Element un- seit den Tagen der deutschen Klassiker in un 
serer Stammesbildung ist aber die nordische mer stärkerem Maße ein gesamtes geistiges 
Rasse, die auch am längsten auf deutschem Bo- Deutschland gebildet, an dem alle Stämme ge 
ben, und zwar von den Alpen nordwärts, an- Send und nehmend Anteil haben. Diese Ent- 
sässig gewesen zu sein scheint. Im übrigen ist Wicklung wird fortschreiten und immer mehl 
aber die Rassenforschung mit wirklich verlaß- die inneren Voraussetzungen für die Einheit 
lichen Mitteln erst im ersten Stadium, und da- des deutschen Volkes schaffen. „Der Anschluß 
her läsit sich Abschließendes über den Anteil ist für alle Stämme Leüensnotwendigkeit, wenn 
der Rassen am Stammentum heute noch nicht er sich auch oft mit großen Schmerzen voll 
sagen. Der verantwortliche Staatsmann tut zieht." Das Stammestum ist an sich einseitig 
daher einstweilen gut, „Ausschau zu halten und darum ergänzungsbedürftig. Es tritt da 
danach, wo überhaupt auf deutschem Boden her frühzeitig in Austausch mit anderen Stam- 
KNS. Mit der nationalen Erhebung sind wir 
ein tüchtiges Stück weitergekommen auf dem 
Wege zur deutschen Einheit. Daß das Statt- 
haltergesetz möglich war und daß es schon jetzt 
gewogt werden konnte, cs durch das Gesetz über 
den Neuaufbau des Reiches zu ersetzen, ist 
hierfür der beste Beweis. Die endgültige Ord 
nung des Reiches, für die dieses neue Gesetz 
die Grundlage bildet, soll in erster Linie die 
deutsche Einheit für alle Zukunft sicherstellen. 
Doch fiel in den Ausführungen, die unser 
Stämmen: sie seien „gottgewollte Bausteine 
des deutschen Volkes" und sollten daher in 
ihrem Eigenleben nicht angetastet werden. Die 
politische Einheit des Dritten Reiches wird also 
Raum lassen für die Vielgestaltigkeit deutschen 
Lebens. Die Einheit wird organisch aus der 
Vielheit erwachsen, d. h. ohne daß noch wirklich 
vorhandenes Leben öerTeilvolkstümer, wie die 
deutschen Stämme sie darstellen, gewaltsam ge 
hemmt oder gar abgedrosselt wird. Einheit und 
Vielgestaltigkeit sind für das organische Den 
ken des Nationalsozialismus nicht unüber 
brückbare Gegensätze. Wenn auch die Einheit 
voransteht und also die Vielgestaltigkeit, alles 
Svnderwesen der deutschen Stämme, in Be 
ziehung zur Einheit und in ihren Dienst ge 
stellt wird, so ist doch auch erkannt, daß das 
Ganze nm so reicher sein wird, je mehr die 
Teilvolkstümer blühen und Frucht tragen. 
Damit soll nicht die Eigenliebe der Stämme, 
die Wurzel des Partikularismus, sondern im 
Gegenteil das Verpflichtetsein der Stämme zur 
Erhaltung ihrer Eigenart um des Volksgan- 
zen willen gestärkt werden. Die Zeit romanti 
scher und eigenbröölerischer Pflege des Stam- 
mestumes ist vorbei. Angesichts der Bedroht- 
heit des ganzen deutschen Volkes „kaun kein 
Deutscher mehr irgendwelche Vernebelung und 
Selbsttäuschung des Stammesbewußtseins vor 
der Nation verantworten." Im neuetl Deutsch 
land muß dem Stammestum ein neuer, der 
„richtige" Standort gegeben werden. 
In diesem Zusammenhange ist es verdienst 
voll, wenn Paul Zaunert in seinem Buche 
„Die Stämme im neuen Reich", Verlag Eugen 
Diederichs, Jena, 1933, aus der Geschichte der 
Stämme, der Neustämme: Preußen, Schlesier, 
Obersachsen, Oesterreicher, und der Altstämme: 
Friesen, Nieüersachsen, Franken, Alemannen, 
Bayern, Thüringer, das Wesen des Stammes- 
tmns zik umreißen versucht. 
Hinsichtlich der Neustämme, also im großen 
und ganzen der ostelbischen Bevölkerung, wird 
festgestellt, daß sie nicht aus einem Mutter 
stamm hervorgegangen, sondern das Ergebnis 
starker Blut- und Rassenmischung sind, wobei 
die nichtgermanischen Völkerschaften das Ma 
terial, den bildbaren, zu formenden Stoff, die 
deutschen Einwanderer die gestaltenden Kräfte 
beigesteuert haben. Als Faktoren für die 
Stammbikbung werden neben dem Blute die 
Bodenbeschaffenheit uitd Landschaft und — na 
mentlich im Preußentum — die Art der staat 
lichen Führung deutlich sichtbar. Doch bleibt 
das Blut — niederdeutsches im Preußentum — 
thüringisches und ostfränkisches im Obersach- 
sentum, oberdeutsches im Oesterreicher- und 
Schlesiertum — und das Mischungsverhältnis 
von primärer Bedeutung. Wenn auch die Neu 
stämme „mit starken Wurzeln den Boden ge 
griffen und angesaugt" und starke Eigentüm 
lichkeiten ausgebildet haben, so ist ihre Ent 
wicklung doch keineswegs vollendet. Die Be 
deutung der Besiedelungsbestrebttngen von 
Westen nach Osten erhält durch diese Feststel 
lung ihre geschichtliche Beleuchtung. Auch ist zu 
folgern, daß bei der Neugestaltung des Reiches 
hier wohl feste Form zu geben ist, doch aber 
die Abgrenzungen nicht zu starr sein dürfen, 
so daß dem noch stark im Werden begriffenen 
ostdeutschen Stammes- und Volkstum wohl 
Stützen gegeben, aber keine Fesseln angelegt 
Vertrauen des Führers Adolf Hitler als 
Hauptabteilungsleiter 6 in die Reichsleitung 
der NSDAP, berufen zu werden: Walter 
Schutzmann wird Neichsbetriebszellenleiter 
NSBO., organisiert, schult, kämpft um das 
deutsche Arbeitcrtum unter Aufopferung aller 
seiner Kräfte unter zumeist allerschwierigsten 
Umständen, bis ihm im Verlauf der national- 
sozialistischen Revolution der große Schlag ge 
lingt: am 2. Mai 1933 reißt die NSBÖ. in 
revolutionärem Elan die einstigen Gewerk 
schaften ap sich, befreit den deutschen Arbeiter 
aus dem Hexenkessel des Marxismus! Ein 
Leben des Kampfes wie kaum ein anderes . .. 
Jnselbrücke. Hart in der Nähe des Berliner 
Schlosses, des Doms, des Reichstags, des Ber 
liner Rathauses, steht hier ein riesiges graues 
Gebäude: bis'zum 2. Mai 1933 die Zentrale 
des roten Allgem. Gewerkschaftsbunöes — jetzt 
sitzt hier die Leitung der NSBO. unter Walter 
Schuhmann. Aeußere Kennzeichen ihres histo 
rischen Sieges: auf dem Dache der einst stärk 
sten Festung des Marxismus flattert das Ha 
kenkreuz .. . 
Um ehrlich zu sein: ich war ein wenig auf 
geregt. Das war nicht nötig. An seinem 
Schreibtisch erhebt sich bei meinem Eintreten 
eilt im Grunde seines Wesens ungemein na 
türlicher Mann von gewinnendsten Formen, 
einen Augenblick ruhen seine Augen prüfend 
auf mir, dann drücke ich ihm die Hand. 
Der Kampf um den deutschen Arbeiter. 
Nun darf ich Fragen stellen. Knapp und klar 
kommen die Antworten. 
„Erlauben Sie mir bitte gleich als erste die 
Elementarfrage: wie konnte der NSBO. das 
Riesenwerk gelingen, den deutschen Arbeiter 
aus der jahrzehntelangen Bindung an den In 
ternationalismus für die Nation zu befreien?" 
„Jede Organisation der Partei hat ihre bc- 
stimmte Aufgabe gehabt. Die SA. kämpfte um 
die Freiheit der Straße, die PO. stand die zahl 
losen Wahlschlachten durch — die NSBO. war 
und blieb die „SA. der Betriebe". Wir kämpf 
ten um den Arbeiter an seinem Arbeitsplatz im 
Betrieb. In jahrelangem Ringen machten wir 
ihm klar, daß er durch seine Einfügung in die 
Internationale die erklärten Feinde des Vol 
kes fördere, zu dem er selber gehört. Wir zeig 
ten thm die Zerrissenheit des Volkes durch 
Klassenhaß und Klassenöüukel, warben dem 
entgegen für die Zusammenfassung aller 
Volkskräfte, die allein imstande ist, Brot und 
Zlrbeit zu schaffen. Wir brachten dem Arbeiter 
den deutschen Sozialismus, wir zeigten ihm, 
daß der Pseuöo„sozialismus" der Marxisten 
Lüge und Irrlehre war. Aber der Kampf war 
schwer,' er tvurde vom Gegner rücksichtslos ge 
kaut aus einer altmärkischen Ackerbürger 
familie. Schuhmann wird Landarbeiter, dann 
Soldat. Er geht 1917 mit dem Art.-Regt. 38 
nach Rußland ins Feld, sollte schließlich in die 
Tropen, dann aber kommt die große Früh 
jahrsoffensive 1918, die ihn nach dein Westen 
führt und die er bei Montdidier mitmacht,' er 
wird verwundet, geht aber wieder an die 
Front und erlebt bald darauf den vom 
Tschisngkmschek für eine Aussöhnung 
mit Japsn? 
DNB. T o k i o, 20. Fcbr. (Eig. Funkm.j Der 
japauischc Militärattachce in China, General 
Suzuki, der frühere Chef der japanischen Mili 
tärschule, ans der Marschall Tschiangkaischek 
vor 19 Jahren studiert hat, hat Tschiangkaischek 
besucht und sich mit ihm über die japanisch-chi 
nesischen Beziehungen unterhalten. Suzuki er 
klärt, er habe sich mit seinem Schüler vollkom 
men offen über verschiedene politische Dinge 
ausgesprochen und Tschiangkaischek habe sich zu 
einer Aussöhnung mit Japan bekannt. Suzuki 
ist der Ansicht, daß Tschiangkaischek und seine 
politische Führung bestrebt seien, sich mit Ja 
pan trotz aller Schwierigkeiten zu verständigen.
	        
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