Full text: Newspaper volume (1934, Bd. 1)

,j^ ^ 
127. Jahrgang. 
127. Jahrgang. 
Renösbumer DrgeblaL 
Vezugspeeks: Ausgabe A Rekchsmnrķ 1.75 monastics; Ausgabe B oinfcht. Illustrierte Wochenbeilage 
Reichsmark 2.00, zuzügl. Bestellgeld. Einzelnummer 10 Rpfg., auswärts 15 Rpfg-, Sonnabends 15 Rpfg. 
Schriftlsftung und Geschäftsstelle: Rendsburg. Bahnhofstraße Nr. 12/16. Fernsprecher Nr. 2551. 
Telegramm-Adr.: »Landettzeitung". Postscheck: Hamburg 16278. Banken: Reichsbank: Westholsteinische 
Dank: Spar- und Leih-K^sse; Schleswig-Holsteinische Bank: Landkreditbank; sämtlich ln Rendsburg 
Anzeigenpreise: Im Anzelgenkell Grundpreis für dis 46 mm brekts DlllllmekerzeNe 14 Rpfg.. 
im Textteil Grundpreis für die 77 mm breite Millimeterzeile 34 Rpfg. Ermäßigte und erhöbt« 
Grundpreise, sowie Nachlässe It- Tarif. Geschäftsbedingungen nach Maßgabe der Bestimmungen 
des Werberats der deutschen Wirtschaft. Erfüllungsort: Rendsburg. Keine Ersatzansprüche bei 
Nichterscheinen der Zeitung wegen höherer Gewalt. 
Das ist öer große Irrtum des vergangenen 
Systems im Zeichen öes Liberalismus: zu 
glauben, öas Volk wünsche sich selbst zu regie 
ren, sich selbst zu führen. Nein, das Volk will 
geführt und regiert werden, und das Volk 
will dabei allerdings auch eines: daß nämlich 
die Führer dabei heilig durchdrungen sind non 
dem Gefühl, ihre ganze Arbeit und Kraft nur 
zum Nutzen und zum Vesten des Volkes zu 
widmen. Und das deutsche Volk weiß: ein 
solch ersehnter und begnadeter Führer ist 
Adolf Hitler.« 
Von den Männern öes Aufbaues. 
In einem sehr persönlichen und leben 
digen Buch „Aufbau einer Nation" (Ver 
lag E. S. Mittler u. Sohn, Berlin) gibt 
Ministerpräsident Göring soeben eine ei 
gene Darstellung des deutschen Ringens 
um Freiheit und Ehre. Wir entnehmen 
die folgenden Abschnitte dem Kapitel „Der 
Führer". Sie geben ein anschauliches Bild 
öer auf gegenseitige Treue gegründeten 
Zusammenarbeit Adolf Hitlers und seiner 
Mitarbeiter. 
„Wenn Adolf Hitler irgend jemand in 
ein Amt berufen hat, so wird den Betreffen 
den nichts wieder aus dem Amte entfernen, 
es sei denn, daß er selbst Verrat begeht oder 
sich als vollständig unfähig erweist. In groß 
zügigster Weise hat der Führer immer wieder 
Vergehen von Unterführern zu verzeihen ge 
wußt,- wie so oft hat er lächelnd über Fehler 
hinweggesehen, und wenn er bestürmt wurde, 
den Betreffenden doch zu beseitigen, wie oft 
hat er da geantwortet: „Jeder Mensch hat seine 
Fehler und jeder Mensch macht seine Fehler, 
ich aber schätze in erster Linie die Mitarbeiter, 
die überhaupt die Tatkraft zum Handeln be 
sitzen. Mögen sie sich auch manchmal irren, 
mögen sie da oder dort fehlerhaft handeln, die 
Hauptsache bleibt jedoch, daß sie überhaupt zu 
handeln verstehen." 
Jeder einzelne darf das wunderbare sichere 
Gefühl besitzen, daß keine Intriguen, kein .Ge 
rede, keine Verleumdung ihm beim Führer 
schaden können. Alles prallt an dem lauteren 
Charakter Adolf Hitlers ab, das hört er über 
haupt nicht. Adolf Hitler besitzt auch die mensch 
liche Größe, auf das Können und auf die Fä 
higkeiten seiner Mitarbeiter und auf deren 
Ansehen beim Volke niemals eifersüchtig zu 
werden. Im Gegenteil, es beglückt ihn immer 
wieder aufs neue, wenn er Mitarbeiter ge 
funden hat, von denen er besondere Leistuuge / 
erwarten kann. Es gehört mit zu seinen Füh 
rereigenschaften, die richtigen Männer auf die 
richtigen Plätze zu stellen. 
Hitler wünscht keine persönliche Diktatur. 
Er will nicht einsam hoch über seinen Mitar 
beitern thronen, er will nicht von ihnen ge 
fürchtet sein, er verachtet Schmeichler und 
Streber. Adolf Hitlers Ideal, er hat es oft 
ausgesprochen, ist immer gewesen ein Bund 
von entschlossenen, fähigen Männern, an de 
ren Spitze nun einmal ein Führer stehen muß. 
In diese Geöankengänge fiel oft öas Wort 
von öes „Königs Artus Tafelrunde". Adolf 
Hitler braucht niemals zum Vorsitzenden, 
Führer oder Präsidenten eines Kabinetts, ei 
ner Kommission oder einer Volksgewalt ge 
wählt zu werden. Wo immer er auch ist, dort 
wird er der Führer sein, 
ganz selbstverständlich wirkt seine 
Autorität, 
in wunderbarer Weise versteht er es, immer 
wieder anfs neue seine Männer an sich zu ket 
ten, gleichgültig ob sie Minister oder einfache 
SA.-Lente' sind. Sein seltener persönlicher 
Charme bestrikt er jeden einzelnen. Die größte 
Freiheit läßt er seinen Mitarbeitern in ihrem 
Pflicht- und Aufgabenkreis. Sie sind dort völ 
lig selbständig, und wenn er wirklich einmal 
eingreifen muß, wenn er etwas anderes 
wünscht, dann geschieht dies in einer Art und 
Weise, die niemals für den Betreffenden et 
was Kränkendes hat, sondern im Gegenteil 
ihn noch fester und noch enger an den Führer 
schließt. 
Die Männer um Hitler herum sind Kämp 
fernaturen, groß geworden im Ringen der 
letzten I1/2 Jahrzehnte, hart geschmiedet durch 
alles das Schwere, das sie ertragen mußten,- 
eckige, kantige Naturen, aber ganze Persönlich 
keiten, jeder auf seinem Gebiet das Aeußerste 
leistend, jeder einzelne nur von dem Gedan 
ken erfüllt, dem Vaterlande und dem Führer Parteien- oder Jnteresscnstandpunkte vertre- 
zu dienen. Mag sein, daß in einzelnen Fragen ten, hier zerfleischen sich nicht unversönliche 
die Meinungen untereinander verschieden sein Gegensätze, sondern über allem steht das Wohl 
können, im großen Ziel sind alle einig und des Volkes. Unvergessen wird es jedem cin- 
auch hier wieder ist es in erster Linie die über- zelnen bleiben, wie öer Führer immer wie 
ragende Persönlichkeit des Führers und die der klar die politische Lage erkannte, wie sicher 
Liebe zu ihm, die aus all diese» Männern seine Voraussagen stets eingetroffen waren, 
einen Willen nnd einen Geist zu formen wie überzeugend er es verstanden hat, öas 
vermochten. Es ist immer Hitlers Ehrgeiz ge- Grundlegende und Wichtige öer Beratungen 
wesen, mit Sorgfalt für jeden wichtigen Po- zusammenzufassen. Oft dauerte der Minister 
sten den besten Mann herauszusuchen, und rat bis tief in die Nacht hinein, und doch ver- 
nichts vermag ihn dann mehr zu beglücken als flössen die Stunden wie im Fluge mit ange- 
die Tatsache, daß er sich in seiner Auswahl spannter Arbeit, öas Interesse jedes einzelnen 
nicht getäuscht hat. bis zum Schluß wahrend. 
Wie viele Kabinettssitzungen liegen nun Das deutsche Volk weiß, daß es jetzt wieder 
hinter uns, wie viele Arbeit ist in ihnen ge- einen Führer besitzt. Das deutsche Volk ist 
leistet worden, wie viele grundlegende Gesetze dankbar, daß endlich wieder ein Mann die 
sind daraus hervorgegangen, und immer war Zügel in seine eiserne Faust genommen hat, 
es eine wirkliche Freude, Mitglied dieses Ka- das deutsche Volk atmet befreit auf, daß jetzt 
binetts zu sein und in ihm mit den anderen ein Mann denkt und arbeitet, um die Not und 
Ministern zusammen arbeiten zu dürfen. Hier die Sorge wegzunehmen, und daß es nicht mehr 
wird nicht lange geschwätzt, hier werden nicht länger gezwungen ist, sich s elbst zu führen. 
Mchlsesl in der Reichskanzlei. 
DNB. Berlin, 15. Febr. Der „Völkische Be 
obachter meldet: In dem Umbau der Wohnung 
des Führers fand öas Richtfest statt. In der 
großen Halle hatten sich etwa 130 Arbeiter und 
Angestellte öer bei dem Bau tätigen Firmen 
versammelt. Der Führer hatte sie zu einem 
einfachen Imbiß eingeladen. Der Saal war 
mit den Fahnen des Dritten Reiches und mit 
Grün und Blumenschmuck versehen. Jeder öer 
Teilnehmer erhielt in Anerkennung der ge 
leisteten Arbeit vom Führer ein Geldgeschenk. 
Adolf Hitler hatte es sich nicht nehmen las 
sen, inmitten öer Arbeiter dieses Richtfest zu 
feiern. Er ergriff während der Feier selbst öas 
Wort und gab seiner besonderen Freude dar 
über Ausdruck, unter den Arbeiter» zu sein. 
Der Kampf lobt werter, 
in ihrem eigenen Putsch vom 13. September 
1929 erfolglos zu verwirklichen versucht hätten, 
einen Putsch, auf den keine Todesurteile und 
nicht einmal Verurteilungen zu Gefängnis 
strafen gefolgt seien. Der Korrespondent sagt, 
die Regierungsartillerie führe jetzt öas Ende 
der demokratischen Republik herbei, wenn auch 
für einen furchtbaren Preis von Menschen 
leben. Wenn Dr. Dollfuß dieses Schlachtfeld 
hinter sich habe, werde er sich einem anderen 
von äußerster Tatkraft und Entschlosicnheit 
erfüllten Feinde gegenübersehen, nämlich dem 
Nationalsozialismus. 
2Û0Û Gefangene in Vien. 
DNB. Wien, 15. Febr. (Eig. Funkmeldung.) 
Nach den neuesten Meldungen haben die Re- 
gierungstruppen allein in Wien 2000 Personen 
festgenommen. Wie inzwischen festgestellt wur 
de, hatten die Roten einen Gegenangriff mit 
Chlorgas geplant. Unter den Toten befinden 
sich zahlreiche Frauen. Es soll sich dabei nicht 
nur um unschuldige Opfer handeln, sondern es 
soll auch vorgekommen sein, daß sich Frauen 
aktiv an den Kämpfen beteiligt haben. 
In Wien ist der Direktor der Städtischen 
Leichenbestattungshälle seines Amtes enthoben 
worden, weil es unter seiner Leitung möglich 
gewesen sei, daß der republikanische Schutzbund 
auf dem Zentralfriedhof ein Waffenlager an 
gelegt habe. 
In Niederösterreich sind die Mandate von 
4121 sozialdemokratischen Gemeiudevertretern 
erloschen. Rund 150 Gemeindevertretungen 
sind aufgelöst worden. In anderen Bundes 
ländern, die weniger stark industrialisiert sind, 
sind die entsprechenden Ziffern geringer. In 
politischen Kreisen ist man der Ansicht, daß es 
der Regierung nach Aberkennung der sozial 
demokratischen Mandate keine Schmierigkeiten 
mehr bereiten würde, den Nationalrat einzu 
berufen nnd ans diesem Wege eine Vcrfas- 
snngsänderung ans „legalem" Wege durchzu 
führen. 
DNB. München, 14. Febr. Nach den dem 
österreichischen Pressedienst vorliegenden Nach 
richten aus Oesterreich ist die Lage im ganzen 
Lande nach wie vor sehr ernst. 
In der Stadt Steyr in Oberösterreich sind 
die Aufständischen immer noch Herr der Lage, 
nachdem sic lediglich einen Teil der Stadt nach 
heftigem Artilleriefeuer räumen mußten. Die 
Stadt ist vom Bahnverkehr abgeschnitten, da 
die Marxisten die Bahngleise nach St. Valen 
tin gesprengt haben. Eine Gendarmerieabtei 
lung wurde von den Marxisten überfallen und 
ließ elf Tote am Platze zurück. 
Im Salzbnrger Bahnhof wurde am Mitt 
woch eine Lokomotive auf der Drehscheibe vor 
dem Lokomotivschuppen umgestürzt, so daß die 
anderen Lokomotiven nicht ausführen konnten. 
Der Bahnhof wurde später von einer Abtei 
lung des Schutzkorps besetzt. In der Nähe von 
Puch sprengten die Marxisten einen Elektrizi- 
tätsmast öer wichtigen Bahnstrecke Salzburg— 
Bischofshofen, so daß öer Verkehr nur noch 
eingleisig aufrechterhalten werden kann. In 
Zell am See weigerten sich Angehörige der 
Heimwehren zum Schutzkorps einzurücken und 
weinten, als sie dazu gezwungen wurden. In 
Hallein befürchtet man den Ausbruch von Un 
ruhen. 90 Mann der Salzburger Garnison 
wurden dorthin abkommandiert. 
Die Stadt Graz war am Dienstagabend ohne 
Licht. Die Straßenbahn nnd die Bundesbahn 
konnten nicht verkehren. Die Telephonverbiu- 
bungen sind zum größten Teil unterbrochen. 
Die Stimmung auf der Regierungsseite ist 
äußerst gedrückt. Der Kommandant der beritte 
nen Polizei ist in den Kämpfen gefallen. Die 
Heimwchr wurde bisher lediglich zur Be 
wachung von Parkplätzen eingesetzt. In Cggen- 
berg bei Graz war es am Dienstagnachmittag 
erneut zu schweren Kämpfen gekommen. Die 
Kasernen der Gendarmerie und Polizei wur 
den von Roten gestürmt. Was sich zur Wehr 
setzte, wurde niedergemacht, die übrigen ge 
fangen genommen. Je ein Ueberfallauto der 
Polizei und der Gendarmerie, die zur Hilfe 
geeilt waren, mußten sich nach kurzem Hand 
gemenge ergeben. Später wurden Alpenjäger 
und weitere Verstärkungen der Gendarmerie 
eingesetzt, worauf sich die Sozialdemokraten in 
der Richtung auf Goesting zurückzogen. Auf 
Seiten der Marxisten wurden hier in den 
Straßenkämpfen auch Mineuwerser benutzt, 
Vie MM in England 
die Vorgänge üeutteilt. 
DNB. London, 15. Febr. (Eig. Funkmeld.) 
Zu den blutigen Ereignissen in Oesterreich 
veröffentlicht Reuter eine Meldung, in der es 
heißt, unzweifelhaft seien viele von den Toten 
und Verwundeten nicht am Kampf beteiligt 
gewesen. Ein höherer Offizier der regulären 
Armee habe in Florisdorf im Gespräch mit 
einem Vertreter des Reuter-Büros zugegeben, 
daß die meisten Verluste wahrscheinlich unter 
unschuldigen Personen zu verzeichnen seien, 
die nicht aus ihren von der Artillerie des 
Bundesheeres beschossenen Wohnhäuser ent 
kommen konnten. Die Reutermeldung gibt der 
Ansicht Ausdruck, daß ein Ergebnis der Ab 
schlachtung von Nichtkämpfern eine Zunahme 
der Erbitterung der Arbeiterklasse gegen die 
Regierung Dollfuß sein werde. „Daily Tele 
graph" bringt einen Aufsatz seines Korrespon 
denten für Zentral-Europa, in dem ausgeführt 
wird, daß man in Oesterreich nicht von einem 
kommunistischen Aufruhr sprechen könne. Der 
Aufruhr sei vielmehr von den Heimwehrfüy- 
rern ausgegangen, die Dr. Dollfuß gezwungen 
hätten, die Bestrebungen durchzuführen, die sie 
Zum Wiener Llulbad. 
DNB. London, 15. Febr. (Eig. Funkmelög.) 
Der Wiener Korrespondent der „Times" sagt 
in einem Bericht: Die Verlustliste muß eine 
schreckliche Höhe erreicht haben. Schätzungen 
der Sozialisten geben die Zahl ihrer Toten nur 
»MM
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.