Full text: Newspaper volume (1934, Bd. 1)

127. Jahrgang. 
127. Jahrgang. 
RenösbursevTageblaL 
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Die Schau des deutschen Bauerntums 
Ei» Rückblick auf die „Grüns Woche 1934" 
Volkskultur ausgestellt. Die Spatenmissen- 
schaft und die Volkskunde sind herangezogen 
worden, um diese Schau lebendig zu gestalten. 
Wir glauben, daß es gelungen ist, in ganz 
großen Zügen ein Bild von dem bäuerlichen 
Herkommen unserer Vorfahren und ihrer durch 
dies Herkommen bedingten Kultur zu vermit 
teln. Die Ausgrabungen von Buch bei Pots 
dam, von der versunkenen Wikingerstadt 
Haithabu, vom Oscbergschiff, dem Alemannen 
grab und anderen Orten, die Pfahlbamvieder- 
herstellungen von Unteruhldingen am Boden- 
see gaben uns reichlich Stoff für diese Kultur- 
schau. Wir wählten sparsam aus, um nicht 
durch eine Fülle der Gesichte den Beschauer zu 
ermüden und zn erdrücken. In naturgetreuen 
Nachbildungen zeigten wir das deutsche Bau 
ernhaus in der deutschen Landschaft, außerdem 
brachten wir plastische Darstellungen der bäuer 
lichen Siedlungsweise in den einzelnen Gauen 
unseres Vaterlandes. Zahlreiche Lichtbilder er 
gänzten und unterstrichen diese Schau. 
Im Anschluß an die Beweisstücke der hoch 
stehenden Bauernkultur unserer nordgerma- 
nischen Vorfahren ergab sich folgerichtig eine 
Vorführung der auf Grund eingehender For 
schungen entworfenen Wiederherstellung unse 
rer germanischen Gotteshäuser. Ueberzeugend 
war hier dargetan, wie die berühmten Stein 
setzungen in der Heide im Oldenburger Land 
Grundmauern von stolzen Hallenbauten aus 
Holz gewesen sein müssen, in denen unsere 
Ahnen das Julfest und andere kultische Feste 
bedingen. Das germanische Haus, der germani 
sche Bauernhof, die germanische Herrenhalle 
waren aus Holz gebaut. Deswegen sind sie uns 
nicht erhalten geblieben. Die Zimmermanns 
kunst war die hochentwickelte arteigene Bau 
kunst der germanischen Freibauern. Noch heute 
lebt unter den Zimmerleuten viel uraltes 
Brauchtum und Weistum. Der Steinbau ist 
uns immer artfremd gewesen. 
Das bäuerliche Brauchtum, die bäuerliche 
Sitte und Gesittung wurden in kostbarsten 
Einzelheiten zur Schau gestellt, auf die wir hier 
nicht weiter eingehen können. Es sei nur er 
wähnt, daß in einem besonderen Raum unter 
dem Leitsatz: „Rechtsbrauch und Rechtsord 
nung" eine echte niedersächsische Heröstelle ge 
zeigt wurde, deren gewaltiges Eichengebälk 
mit den Pferdehäuptern und den eingeschnitz 
ten heiligen Zeichen allgemeine Bewunderung 
erregte. 
Das Bauerntum im Ablauf der Geschichte, 
die Ostsiedluttg des Mittelalters, das Werk 
des Deutschritterordens, Siebenbürgen, das 
Sachsenland mit seinen herrlichen unverfälscht 
erhaltenen Trachten, Sitten und Gebräuchen, 
Mecklenburg als bezeichnendes Siedlungsland 
wurden gezeigt. 
Der Niederschlag des Bauerntums in tan- 
send Jahren deutschen Schrifttums und der 
zeitgenössischen Dichtung fand seine Darstel 
lung. Hermann Löns, der Heide- und Bauern 
dichter, erfuhr eine besondere Ehrung. Das 
tausendjährige Goslar als zukünftiger Sitz des 
Reichsnährstandes durfte nicht fehlen. Das 
nationalsozialistische, agrarpolitische und welt 
anschauliche Schrifttum, unser Kampf um die 
Seele des deutschen Bauern war in seinen ent 
scheidenden Werken zusammengefaßt. 
Den Abschluß dieser Sonderschau bildete die 
Ausstellung der noch heute lebendigen bäuer 
lichen Handwerkskultur, wie sie im „Deut 
schen Heimatwerk" vereinigt worden ist. Außer 
dem zeigten wir eine mecklenburgische Trach 
tenwebstube, in der heute die noch überliefer 
ten bäuerlichen Trachten Mecklenburgs aus 
selbstgewebten Stoffen gefertigt vorgeführt 
wurden. Am Webstuhl und am Garnwickelrad 
saßen die Landfrauen, unter deren Leitung 
neue Wege zur Tracht beschritten worden sind. 
Um den Abstand zwischen der alten Bauern 
kultur und den heutigen bescheidenen Ueber- 
resten deutscher Freibauernherrlichkeit aufzu 
zeigen, hatten wir in diese Räume jeweils 
einen Schaukasten mit altem bäuerlichen Kul 
turgut hineingestellt. 
So hat auf der „Grünen Woche 1934" das 
deutsche Bauerntum eine Darstellung im Ge 
samtbild unseres Volkstums gefunden, wie sie 
anregender und gemeinverständlicher kaum 
mehr gedacht werden könnte. 
von Reichskommifsar im Reichsernährungsrnimsterium Erwin Metzner 
Blutsbeimischung für ein gesundes Volkstum Hier ward 
und über die einzige Möglichkeit, unser deut- gemacht, die 
sches Blnt und unsere deutsche Art aus dem vom Bauern' 
Bauerntum heraus wieder zu neuer Blüte verständlich z 
entfalten zu können. Wir erkannten in der lung anfznze 
Abteilung „Neubildung deutschen Bauern- unser ganzes 
tums" die ungeheure Bedeutung der richtig weil sein Bai 
angesetzten und richtig in die Wege geleiteten hockte u ,ü 
Siedlung! Hier war an praktischen Beispielen Schulen der Reib 
aufgezeigt, daß Siedlung nur dann Sinn und geführt worden n 
Zweck hat, wenn sie die Bildung neuen Bau- shren Erziehern l 
erntums, die Seßhaftmachung bäuerlicher Ge- hafwr und folge 
schlechter, die Gründung von Erbhöfen be- einzuprägen daß 
treibt. Auch hier hat sich unter national- Hütte. Jedenfalls 
sozialistischer Führung ein grundlegender Nachbildung dieß 
Wandel in der deutschen Siedlungspolitik sich uoch ausgefei 
vollzogen. — in die deutsche 
Der vom Stabsamt des Reichsbauernfüh- men ņsird, daß di 
rers hergestellte und ununterbrochen während unterricht'in all: 
der „Grünen Woche" vorgeführte Tonfilm finden sein wird! 
„Blut und Boden" ergänzte, vertiefte und Fr Kurve aus d 
veranschaulichte in vorbildlichster Weise alle unseres Volkes ih 
diese Einzelfragen und hinterließ wohl in ohne uns dabei > 
allen Besuchern den bleibenden Eindruck von machen. Allerd 
der Bedeutung des Bauernstandes für das schaffen, daß uns 
Leben und Gedeihen unseres Volkes, er über- dankengängen, au 
zeugte wohl jeden Volksgenossen und jede gründlich geschult 
Volksgenossin von ösr unerbittlichen Folge- " 
richtigkeit der Agrarpolitik des Führers und ./e Aussicht da 
seines Vertrauensmannes R. Walther wertestem Umfan> 
Darrs. fein, daß der nai 
Unerhört neu und kühn aber wirkte die rote Kultusminister I 
Fieberkurve, die sich unter dem Leitwort „Der ^"gehend ha 
Freiheitskampf des deutschen Bauern" die wobei er sich autz 
ganze Länge einer Wand hinzog und eine erreuneud über o\ 
graphische Veranschaulichung des Schicksals- -à dieser Schar 
weges des deutschen Bauern in der Geschichte işi'ach. Wir freuen 
des deutschen Volkes brachte. Ausgehend vor» len, daß wrr aus 
dem deutschen Freibauerntum vor der Schick- der Rengesta 
salswende, die um das Jahr 800 yach Christi vertragen kl 
Geburt unser Volk betroffen hat, zeigte diese Einen über El 
Kurve den erschütternden Kampf des unter- auch die Sondersc! 
drückten und mehr und mehr in die Ver- in den oberen R 
elendung hineingetriebenen Bauerntums um gebracht war. Hi 
sein Recht, um seine Freiheit, um seine Raum zu Raum s 
Scholle! lichen Schau die 6 
NSK. Wenn man in der Reichshauptstaöt 
auch noch nach Schluß einer Ausstellung von 
diesem Ereignis spricht, so hat das seine be 
sondere Bewandtnis. Der Berliner geht rasch 
von einer Sache zur nächsten zur Tagesord 
nung über, und cs muß schon ein ganz nach 
haltiger Eindruck gewesen sein, wenn er län 
ger als gewöhnlich darüber sich zu unterhalten 
beliebt. Bei der ersten vom geeinten Reichs 
nährstand veranstalteten großen Schau, der 
„Grünen Woche 1934" ist dies der Fall gewe 
sen. Das gibt zu denken und zeigt erfreulich, 
wie sehr diese Schau auch in den Kreisen der 
Städter eingeschlagen hat. 
Eine lebendige Verbindung von Stadt nnd 
Land ist zum erstenmal auf der diesjährigen 
„Grünen Woche" zustande gekommen. Es war 
nicht der bisher übliche Großmarkt auf dem 
Gebiete der landwirtschaftlichen Technik, eine 
Zurschaustellung der Entwicklung der Geräte 
und Maschinen, des Arbeitsverfahrens, der 
Betriebswirtschaft in allen ihren Zweigen, der 
sogenannten wissenschaftlichen Agrarindustrie, 
wie wir sie zmn Ueberdruß in den Jahren des 
Liberalismus erlebt haben. Es war auch nicht 
eine reine Angelegenheit des Großgrundbesit 
zers, der einmal eine Woche die Vergnügun 
gen und Genüsse der Großstadt verbunden mit 
dem gesellschaftlichen Ereignis der Reit- und 
Fahrturniere mitmachen wollte, nein, mir ha 
ben eine ganz neue Art der „Grünen Woche" 
erlebt, die in dieser Aufmachung zum ersten 
mal vorgeführt worden ist. 
Der bäuerliche Mensch stand über dem 
Ganzen als Träger des nationalsozialisti 
schen Staatsgedankens von „Blut nnd 
Boden". Der bäuerliche Mensch gab der 
Schan das eigentliche Gepräge. Der bäuer 
liche Mensch erfuhr in vielfältiger Ab 
wandlung seine Ehrung, seine geschichtliche 
Darstellung an den Brennpunkten der 
dentscheu Geschichte, seine Ausgrabung 
könnte man fast sagen nach den Jahren des 
liberalistisch-kapitalistischen Zeitalters der 
Bauernverhöhnnng, des Bauernlegens 
und grundsätzlichen Bauernfeindschaft des 
Marxismus. Wir erlebten eine so nm- 
wälzende Darlegung der wirklichen Ge 
schichte unseres Volkstums vom Bauern 
tum aus gesehen, daß wir heute noch be 
troffen nnd mit dem Gefühl eines einzig 
artigen Erlebnisses an diese großartige 
Ausstellung zurückdenken. 
War es nicht so? Schon beim Betreten der DNB. Berlin, 8. Febr. Der Reichsarbcits- 
Ehrenhalle nahm uns ein neuer Geist gefan- führer Staatssekretär H i e r l gewährte einem 
gen, der hier von den Wänden ausstrahlte. Die Mitarbeiter des „Angriff" eine Unterredung 
Ausstattung schlicht und sparsam in den Far- über den Arbeitsdienst, der folgendes zu ent- 
ben, die Gestalt des Führers überragte den nehmen ist: 
Raum, zu seinen Füßen stand der symbolhafte Während der Arbeitsdienst im Jahre 1932 
Riesenpflug, an den Seitenwänden zog sich ein nur 2 602 882 Tagewerke leisten konnte, hat er 
Fries mit alten Bauernwappen und -haus- mit durchschnittlich 228 778 Mann im Jahre 
marken aus dem heute noch bestehenden deut- 1933 nicht weniger als 68 754 984 Tagewerke ge- 
schen Freibauerntnm Niedersachsens, Fries- leistet. Bon diesen Tagewerken entfielen allein 
lands, Oldenburgs und Dithmarschens hin. fast 29 Millionen auf Bodenverbesserung, 10 
Darunter sahen uns die vergrößerten Licht- Millionen auf Verkehrsverbesserung und mehr 
bilder von Männer- und Frauenköpfen aus als 4,5 Millionen auf Forstarbeiten nnd über 
dem Bauerntum aller deutschen Stämme an. 3 Millionen auf Arbeiten zu Siedlungs- 
Clt 
Um diese Ehrenhalle herum gruppierten sich _ * ... . , . 
Räume mit Darstellungen einzelner Sonder- .® er Reichsarbeitvfuhrer äußerte sich dann 
aufgabengebiete, die der Reichsnährstand als "ber zwe, immer klarer in Erscheinung 
jSelbstverwaltungskörper der Deutschen Bau- betende hemmende Momente: 
ernschaft zu betreuen hat. Besonders wertvoll 1. Die zu schwache Besetzung der Knlturbau- 
erschien uns dort eine eindringliche Darstel- Lmter, die die vom Arbeitsdienst ange- 
lung des deutschen Bauerntums im Aus- regten Arbeiten zu organisieren haben, so 
lande, die uns einen Ueberblick vermittelte daß sich unliebsame Verzögerungen er- 
über die Schicksalswege besten deutschen Bin- geben, und 
tes, das aus mancherlei Gründen der Heimat 2. die Vielheit der Behörden, mit denen ver- 
verloren gegangen ist. Wir nahmen dort die handelt werden müsse, 
eindringliche Lehre mit, daß unser Volkstum Der Reichsarbeitsführer wandte sich des wei- 
sich nur noch durch eine geschlossene Ortssied- teren mit Entschiedenheit gegen verschiedene 
lnng zu erneuern und zu erhalten vermag. Gerüchte, die von Unverantwortlichen in Um- 
Weiterhin öffneten uns die bevölkerungs- lauf gesetzt morden seien. Es sei da behauptet 
politischen und rassekundlichen Darstellungen worden, daß der Arbeitsdienst einer anderen 
die Augen über die großen Gefahren fremder Organisation angegliedert werden solle. Dieses 
Unterredung mit Hier!. 
Gerücht entbehrt jeglicher Grundlage. Der Ar 
beitsdienst, aus der nationalsozialistischen Be 
wegung heraus geboren, bleibe ein Glied der 
Bewegung, aber seine Selbständigkeit, seine 
eigenen Gesetze und eigenen Lebensformen 
seien für ihn lebensnotwendig. Staatssekretär 
Hierl äußerte sich sodann abschließend in kur 
zen Worten über die Zukunft des Arbeitsdien 
stes. Im Augenblick sei für die 260 000 Frei 
willigen Arbeit für Jahre hinaus sichergestellt. 
Der Arbeitsvorrat in Deutschland sei aber un 
endlich größer. In einer besonderen Abteilung 
der Arbeitsdienstführung, die sich mit der rei 
nen Erfassung der Arbeitsmöglichkeiten be 
fasse, habe man einen Arbeitsvorrat festgestellt, 
der für 500 000 Mann auf 20 Jahre genügen 
würde. 
hat im In- und Ausland viele Schäden ange 
richtet. 
Die Meldungen befinden sich auf der unpoli 
tischen Seite. 
DNB. Berlin, 9. Febr. Die Reichstagsrede 
des Führers wird, dem dringenden Wunsche 
der Hörer entsprechend, vom Deutschlandsender 
am 9. Februar in der Zeit von 2V.1V bis 
22.V3 Uhr von Wachs wiederholt nnd vom 
Bayerischen Rundfunk übernommen«
	        
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