Full text: Newspaper volume (1934, Bd. 1)

127. Jahrgang. 
127. Jahrgang. 
Renösbumeo TageblüLL 
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Sonnabend, den 27. Januar 
logischen und biologischen Untersuchungen vor 
nimmt und besonders die Anlandungsvorgän 
ge untersucht, die zur Schlickbildung führen. 
Von hier aus wird dann weiter gearbeitet." 
Die Finanzierung. 
Durch die großzügige Art, mit der der Mi 
nisterpräsident seine Verfügung getroffen hat, 
wird die Möglichkeit freigegeben, die Landge 
winnung in einem Umfange in Angriff zu 
nehmen, daß man geradezu von einer bahn 
brechenden Entwicklung auf diesem Gebiete 
überhaupt spreche« darf. Ich bin dem Minister 
präsidenten für das Vertrauen sehr dankbar, 
werde ich jetzt doch in die Lage versetzt, die 
Landgewinnung als Gesamtproblem zu be 
handeln. In dem Gebiet von Brunsbüttel bi§ 
zur Grenze wird zukünftig nach einem einheit 
lichen Plau gearbeitet werde». 
Es war ein großer Fehler der Vergangen 
heit, das Problem der Landgewinnung mit den 
Maßstäben der überlebten liberalen Wirt 
schaftsgesinnung messen zu wollen. Der Sieg 
der nationalsozialistischen Auffassung über 
Kapital und Arbeit hat Gott sei Dank eine 
grundlegende Wandlung gebracht. Dadurch, 
daß wir durch Arbeit Werte, neues bestes 
Siedlungsland schaffen, wird der völkischen 
Gemeinschaft ein höhrer Dienst erwiesen, als 
wenn deutsche Arbeitsmenschen dnrch Wohl 
fahrtsgelder unterhalten werden und in Hoff 
nungslosigkeit dahinleben müssen. Ich erwarte 
deshalb volles Verständnis beim Ministerprä 
sidenten für die finanziellen Forderungen, die 
ich zur Durchführung der großen Aufgaben 
werde stellen müssen. ■ * v 
In den nächsten Tagen werde ich die Be- 
höröenvertreter zu einer Besprechung laden 
und die Richtlinien bekanntgeben, nach denen 
verfahren werden soll. Die Zeit des Wartens 
ist vorbei, es geht mit eisernem Willen ans 
Werk, damit, sobald es die Witterungsver 
hältnisse gestatten, die praktische Arbeit be 
ginnen kaun. 
Die Tat war, ist und bleibt unsere Losung." 
Die Lanögewmnungsarbeitm in Schleswig-Holstein 
Dm J* Äpriķ Ģ4 wir- -er Generalplan eingesetzt werden. 
Der Sieg neuer Grundsätze im nationalsozialistischen Staat. — Eine Unterredung mit dem Oberpräsidenten Lohse: 
Die Aufnahme der Landgewinnungsarbeiten an unserer Westküste. — 10—12000 Arbeiter erhallen Beschäftigung und Brot. 
4-6? Schon in unserem Kommentar zu der Antwort: in Städten wohnt. Wir glauben, daß wir eine 
Meldung über die Übertragung der Dui-ch- „Personelle Schwierigkeiten bestehen nicht, sichtige Teilung der Arbeit vornehmen 
Ehrung der Landgewinnungsarbeiten an der öst dn zoster Teil der in Frage kommenden mussen in frere Arbeit, Notstandsarbeiten und 
Westküste Schleswig-Holsteins an unseren stellen mit absolut zuverlässigen alten Kümp- [ olä > e > ö,c ^ Arbeitsdienst leistet. Die Arbeit 
^berprastdenten haben wir hervorgehoben, fern ßefefet ift ltm % mehr bestehen Schwie- der freien Arbeiter soll den Vorzug erhalten, 
äß durch die Uebergabe in autoritärer Seiten verwaltnngstechnischer Art. Es ist ^>d ņr ,hr werden vor allen Dingen stellungs- 
Lerantwortung an eine Persönlichkeit die nicht selten vorgekommen daß bei einem Ar- lose Landarbeiter beschäftigt, Die Notstands- 
Dinge schnell in Fluß kommen werden. Aus b^tsnorbaben an der -Küste redn bis iünkiebn arbeiten werden vor allen Dingen Stadtarber- 
ier nachstehenden Unterredung geht hervor, in Äg und b e liat werde mutz tcr M«t. Wieweit der Arbeitsdienst eiugeschal- 
vie temperamentvoller Weise die Dinge jetzt £ e f tt { e SSe«Sr2Jett6cÄ tet werden wird, ist noch nicht zu übersehen." 
aoraetrieben werden und wie arost die Ar- ttI1, '-mroiuigtu»« werven uujuuui, 
ieitsmöalichkeiten sind. ' ' und ich bin ermächtigt, alle Anordnungen zu Frage: 
Was wir aber zur Sache heute noch unter- t^sfeli und duich.,usetzeu, die in dieser Hinsicht „Wann etwa, Herr Oberpräsiöent, werden 
streichen möchten, ist die Tatsache, daß der ! - 1 ' Sie mit den Vorarbeiten so weit sein, daß an 
Oberpräsident in seiner Unterredung einmal Frage: der Westküste die Arbeit in vollem Umfange 
n ganz unzweideutiger Weise den Grundsatz ^ ^ ... . einsetzt?" 
jervorgehoben hat, daß die wcrteschafsende Ar- Kampf gegen^.ic <lrbeitvlosļgļeit und - Antwort- 
seit im Verhältnis zum Kapital das Primäre die Erfolge in der Nordmark ganz besonders Şwori. 
st Mit anderen Worten daß nicht der Grund- hoch einzuschätzen in Anbetracht der Tatsache, „Eine Reihe von Arbeiten ist bereits in An- 
atz der Fnbaber der flüsnacn Geldmittel rick- baß wir hier mehrere große Hafenstädte ha- griff genommen. Ihre Fertigstellung wird noch 
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nebr der andere daü wertekckmikendo Arbeit den Arbeiten Slrbcrtcr aus öiejen Städten un- denen Terminen zu erwarten sein. <rch hoffe, 
ür die Zukunst echtes Kapital bilden wird terzubringen und, wo möglich, anzusiedeln?" daß hier bis zum 1. April 1934 der General- 
m Sinne der nationalen Volkswirtschaft. Das Antwort- şŞe" ausgearbeitet ist, daß die Hochst- 
stlt insbesondere für die beiden großen Pro- ^ „ . zahl von 10 000 bis 12 000 Mann voll eingesetzt 
ekte für die sich unser Oberpräsident im ersten "Es wird immer von der Agrarprovrnz werden kann. Zur Arbeit gehört erstens die 
uihre seiner Verwaltung in besonders hervor- Schleswig-Holstein gesprochen. Das ist nur be- Sicherung der Küste einschließlich der Halligen 
sagender Weise eingesetzt hat, nämlich die dingt richtig. Kiel und Altona mit 460 000 Ein- und Inseln,' zweitens die Verteidigung im 
Liderabdämmung mit der Gewinnung frucht- wohnern, Flensburg mit 70 000 Einwohnern, Angriff durch Neulandgewinnung; drittens 
iarsten Landes an den Ufern der Eider, und Ncumünstcr und Wandsbek mit 85 000 Ein- die Verbesserung und Instandsetzung der Lan- 
lie jetzigen Landgewinnungspläne an der wohnern, und rechnet man dazu die Bevölke- deökultur auf der ganzen Strecke zwischen 
Westküste unserer Provinz. Gerade diese Art rung der Kreisstädte mit über 10 000 Einwoh- Jütland und der Elbmündung. Zu allererst 
)er Verwaltungstätigkeit deckt sich mit den nern, so erkennt man, daß etwa die Hälfte der I haben wir ein Vorarbeitcnamt eingesetzt, 
Grundsätzen, die wir in heutiger Nummer an U/ 2 Millionen Einwohner zählenden Provinz I das eine ganze Reihe von geologischen, hyöro- 
Moral oder Moralin? 
Der Oberpräsident unserer engeren Heimat, 
Lohse, hat dem Vertreter des „Völkischen 
Beobachters" eine Unterredung gewährt, 
die wir nachfolgend in Frage und Antwort 
nach dem Bericht des „Völkischen Beobachters" 
wiedergeben: 
Frage: 
„Herr Oberpräsident, der Erlaß des Preußi 
schen Ministerpräsidenten an Sie ist ein Zei 
chen ganz besonderen Vertrauens. Er betrifft 
die Landgewinnungsarbeiten an der Westküste 
Schleswig-Holsteins. Würden Sie mir wohl 
etwas darüber sagen, wann Sie den Plan zu 
diesen Arbeiten gefaßt haben und wie er ge 
reift ist?" 
Antwort: 
„Der Plan ist nicht nur seit Jahren mein 
eigener, sondern ebenso derjenige des Mini 
sterpräsidenten Göring gewesen, der ihn mit 
mir im vorigen Jahr in Westerland bespro 
chen hat unö sich eingehend über die Verhält 
nisse informiert hat. Der Kampf um die Pro 
jekte ist lange vor der Machtübernahme von 
uns geführt' worden, doch hatten die Versuche 
seit 1928 wenig Erfolg, weil damals die Be 
griffe für derartige großzügige Planungen 
fehlten und nie Geld vorhanden war. Eine 
Reihe der Arbeiten ist bereits in Angriff ge 
nommen worden, so die Eiderabdämmung. 
Wir halten es jedoch für notwendig, an die 
Oeffentlichkeit mit einem Generalplan zu tre 
ten, der nun sämtliche Arbeiten von der Elb- 
mündung bis nach Jütland umfaßt?" 
Frage: 
„Es ist im Erlaß des Ministerpräsidenten die 
Rede von Schwierigkeiten, die durch die Viel 
gestaltigkeit des Behörden-Apparates bedingt 
sind unö das Werk hemmen: Sind diese 
Schwierigkeiten auch personal-politischer oder 
mehr verwaltnngstechnischer Art, Herr Ober- 
präsident?" 
Unter der Ueberschrift „Moral oder Mora 
lin?" veröffentlicht Reichsminister Dr. Goeb 
bels folgenden Artikel: 
Jede Revolution hat ihre Unarten, auch die 
unsere. Das ist an sich nicht schlimm, denn sie 
gleichen sich meistens von selbst aus oder wer 
den von der Zeit wieder ausgeglichen. Ent 
scheidend bleibt nur, daß die Verantwortlichen 
ein wachsames Auge darüber halten und aus 
Furcht vor der Oeffentlichkeit nicht schweigen, 
wo Reden am Platze wäre. Es ist ganz selbst 
verständlich, daß eine historische Umwälzung 
größten Ausmaßes, die in der Revolution ein 
geschlossen liegt, neben den ungeheuren Wer 
ten, die sie zeitigt, auch eine Unmenge von Ab 
fall zutage fördert. Das wird nur gefährlich, 
wenn der Abfall liegen bleibt, sich verhärtet 
und dann das gesunde, organische Entwick 
lungsleben hemmt und einengt. 
Es ist heute an der Zeit, ein paar dieser Un 
arten, die auch beim nationalsozialistischen Um 
bruch in die Erscheinung getreten sind, in das 
helle Licht der öffentlichen Beobachtung hinein 
zurücken und mitleidslos unter die Lupe einer 
kritischen Betrachtung zu nehmen. 
Das erscheint um so notwendiger, als sonst 
die Gefahr entsteht, daß der Stil und die Le 
bensformen unserer Revolution auf die Dauer 
langsam entarten und der Nachwelt ein Bild 
unseres Seins und Wollens übermitteln, das 
in keiner Weise nationalsozialistischer Ueber 
zeugung und Anschauung entspricht. 
Erstens: 
Es hat sich im öffentlichen Leben vielfach der 
Unfug herausgebildet, durch öffentliches Regle 
ment nicht nur, wie es richtig und geboten er- 
Ein Abkommen mit Polen 
IM. Berlin, 26. Januar. Ser Reich eaußenminister und her polnische Ge- 
sandle haben am Freilagvormillag im Auswärligen Aml eine Erklärung unler- 
Zeichnel. derzusolge zwischen Seulschland und Bolen zur Festigung des Friedens 
in Europa und im Sinne des kelloggpakkes ein zehnjähriges Verständi 
gungsabkommen geschlossen wird. Banach verpslichlen sich beide Slaa- 
len, alle Fragen, welche auch immer zwischen ihnen auslcelen können, in 
unmillelbarer Verständigung zu regeln. 
Die amtliche Erklärung. gegeben wurde, ist damals bei einer Aus- 
Wie durch amtliche Meldung vom 15. No- spräche zwischen dem Herrn Reichskanzler und 
vember v. I. in Berlin und Warschau bekannt- dem polnischen Gesandten in Berlin die über- 
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