Full text: Newspaper volume (1931, Bd. 1)

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Schleswîg-kolstsînîsche LQnDsszsrtung 
124. Jahrgang. 
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Monļaa. den 23. Se&tuat 
mitten der Stadt wurde ein Teil angreifende: 
Kommunisten in die engen Straßen der Altstadt 
abgedrängt, wobei es zu schweren Schlägereien 
kam. Die Gesamtzahl der am Sonnabend und 
Sonntag in Braunschweig Schwerverletzten be 
läuft sich auf etwa 20, wozu eine Reihe Leichtver 
letzter kommt. Am schlimmsten erging es, wie au» 
Braunschweig berichtet wird, einem Zug auswär 
tiger Nationalsozialisten, die, im Lastkraftwagen 
aus der Gegend von Heide (in Holstein?) kom 
mend. an der Stadtgrenze von Kommunisten über 
fallen wurden. Dabei wurden 3 Nationalsozia 
listen durch Stiche in Brust und Unterleib schwer 
verletzt. Sie wurden ins Krankenhaus gebracht. 
Da gegen die geschloffene Disziplin der National 
sozialisten und die Entschlossenheit der Polizei nicht 
anzukommen war, beschränkten sich die Kommu 
nisten schließlich darauf, im Schutz der Dunkelheit 
auf der Spitze des Landestheaters eine rote Fahne 
zu hissen und die Theaterfassade mit roter Farbe 
zu beklecksen. Zu dem nationalsozialistischen Gau- 
tag waren im ganzen 16 000 Parteimitglieder aus 
ganz Niedersachsen bis aus der Nordmark gekom 
men. Die Hamburger Nationalsozialisten wurden 
in Celle von Kommunisten plötzlich umringt. In 
folge ihrer Disziplin und des Eingreifens der 
Polizei wurde ein Zusammenstoß verhindert. Am 
Eautag in Braunschweig nahm auch der Partei 
führer Hitler teil, der in einer Rede u. a. be 
merkte, die Nationalsozialisten seien die Kreuz 
ritter einer Idee, nicht im Schwert allein liege die 
Kraft, über allem schwebe der Geist. Je schwerer 
der Kampf sei, umso größer würden Sieg und 
Lohn. Die Ursache der Nervosität im Volk sei, daß 
die Menschen materiell und ideell unbefriedigt 
seien. 
Schließlich ist noch über unruhige Vorgänge 
in WolfenbLttel und Köln zu berichten. Hanno 
versche Kommunisten, die sich zu einer verbotenen 
Demonstration in Wolfenbüttel zusammengefun 
den hatten, bewarfen die Polizei niit Steinen. 
Darauf gingen die Beamten mit Gummiknüppeln 
und Gewehrkolben vor, wobei 8 Personen Ver 
letzungen erlitten. Ein bereitgehaltenes Kom 
mando der Reichswehr brauchte nicht einzugreifen. 
In Köln wurde am Sonnabendnachmittag ein 
Trupp Nationalsozialisten von Kommunisten über 
fallen, wobei ein Nationalsozialist durch einen 
Messerstich schwer verletzt wurde. Am Sonntag 
kam es in Köln zu einer unbedeutenden Reiberei 
zwischen Nationalsozialisten und Polizei. 
Zeugen deutscher Städtenot 
der Lage dieser Stadt zu suchen. Wie man aus 
Einzelhandelskreisen hört, sieht man das Er 
gebnis des Duisburger Besuches als befriedi 
gend an, zumal der Kanzler zugesagt habe, 
daß er nochmals auf den Reichsarbeitsminister 
einwirken wolle, nichts unversucht zu lassen, 
um die Stillegung der Hütte Ruhrort-Meide- 
rich, deren katastrophale Folgen für Duisburg 
unabsehbar wären, zu verhindern. Man darf 
damit rechnen, daß diese Frage in den nächsten 
Tagen zur endgültigen Entscheidung kommt, 
zumal das Abstimmungsergebnis nunmehr 
eine klare Regelung verlangt. 
Somit wird der Fall Duisburg zu einem 
Problem, dessen Lösung symptomatisch sein 
wird für die weitere Bereinigung der großen 
arbeitspolitischen Fragen, welche die Kommu 
nalpolitik berühren, und die von der in der 
nächsten Woche zusammentretenden Gutachter- 
kommission erörtert und einer tragbaren Lö 
sung entgegengeführt werden sollen. Tie enge 
Verbindung all dieser Fragen zwingt zu einer 
generellen Klärung, wodurch das ganze Pro 
blem keineswegs erleichtert wird. Tie Lage 
der Stadt Duisburgs zeigt, daß Gefahr im 
Verzüge ist, und daß jetzt so schnell wie mög 
lich zur Bereinigung dieses umfassenden Pro 
blems geschritten werden muß. 
# Man braucht nicht weit zu gehen, um ty 
pische Beispiele für die Stäötenot zu finden, 
eine Not, die folgt aus einer Vielheit von Ur 
sachen. Dtè Notlage der Stadt Rendsburg 
z. V. ist derart offensichtlich, daß der Staat sich 
einer — bislang nur einmaligen — finanztel- 
len Zuwendung nicht mehr versagen konnte. 
Auch die Stadt N o r t o r s erhielt eine Etats- 
Hille. Dieser Tage las man von den Fehlbetrags 
nöten der Stadt Essen, die der ausgeleierten 
Anleihewirtschaft ein „neues Reis" aufpfropfen 
möchte, indem sie fünf Prozent der Bezüge von 
Beamten, Angestellten und Arbeitern einbehält, 
nm sie in besseren Tagen mit Zins zurückzu 
zahlen. 
Eine weitere westdeutsche Stadt, Duis 
burg, macht die erdenklichsten Anstrengungen, 
um nicht völlig unter die Räder zu kommen. 
Im Rendsburger Gebiet, wo der Erwerb s. Zt. 
einen heftigen Schlag erlitt durch die Stille 
gung der Hütte Holstein idie allerdings ans 
Gründen einer Kartellpolitik erfolgte), kann 
man die Sorge der Duisburger um das Lö 
schen der Feuer der zur Stadt gehörigen gro 
ßen Hütte Ruhrort-Meiöerich mitfühlen. Eine 
Abordnung aus Duisburg belagert die Mini 
sterien in Berlin, um Rettung zu schassen. 
Alle Hilie von oben aber wird bestenfalls 
nur ein Tropfen auf heißem Stein sein, nur eine 
Weile über die grüßten Schwierigkeiten hin 
wegbringen, wenn das Kurieren nicht tiefer 
greift, von dem Herumdoktern an äußeren 
Wirkungen nicht übergeht zum Erfassen 
der Ursache n, im ganzen wie im einzelnen. 
Gewiß trifft uns der Tribut wie ein Blick der 
Gorgonen, aber die Beseitigung der tieferen 
Ursachen der inneren Not liegt zu nicht un 
erheblichem Teil in unserer Hand. 
Diese allgemeinen Bemerkungen seien fol 
gender Schilderung der Notlage Duisburgs, 
die weiterer Zeuge der Not so vieler deutscher 
Städte ist. vorausgeschickt. 
Die Not der deutschen Städte ist sehr groß, 
Ihre Wohlfahrtslasten werden immer uner 
träglicher. die Hilferufe immer eindringlicher. 
Und wenn nun gar noch durch angedrohte 
Schließung eines wichtigen Werkes ein unge 
heueres Anwachsen der Arbeitslosenzahl ent 
steht, so gewinnt das Gemeindeschicksal an Be 
deutung, die weit über die engen Stadtgren- 
Zen hinausgeht. 
Ter Fall Meiderich beschäftigt die gesamte 
deutsche Öffentlichkeit. Und es war deshalb 
verständlich, daß der Reichskanzler in diesen 
Tagen Veranlassung nahm, mit der in Berlin 
weilenden Duisberger Kommission 
in Fühlung zu treten, um sich die Lage Duis 
burgs darlegen zu lassen und in gemeinsamen 
Beratungen, an denen auch Vertreter der 
Hauptgemeinschaft des deutschen Einzelhan 
dels teilnahmen, das Problem der notwendi 
gen Hilfsmaßnahmen zu erörtern. Zunächst 
soll allerdings der Ausgang der Vermitt 
lungsaktion von Tr. Iarres abgewartet wer 
den. Trotzdem erklärte sich der Kanzler schon 
jetzt bereit, die Frage der Hilfsmaßnahmen 
für Duisburg zu prüfen. Hierher gehören 
selbstverständlich auch die finanziellen Proble 
me. worüber zur Zeit noch Verhandlungen 
»wischen Duisburg und dem Finanzministeri 
um schweben. Außer der Frage der katastro 
phalen Arbeitslosigkeit in Duisburg und der 
Finanzfrage stand in den Besprechungen das 
Problem der Förderung des Duisburger Ein 
zelhandels zur Debatte. In diesem Zusam 
menhang wurde vorgetragen, in besonders 
bedrängten Fällen die Steuern zu stun 
den oder niederzuschlagen, worüber auch mit 
!>em zuständigen Referenten des Reichsfinanz- 
Ministeriums eine Besprechung abgehalten 
wurde. Und schließlich kam im Verlaufe des 
Berliner Besuches der Duisburger Kommis- 
şion noch die Frage der K r e d i t b e s ch a f - 
ş u n g zur Erörterung. Es scheint, daß die 
Besprechungen mit den Banken und Genos- 
şenlchasten einen günstigen Verlauf nahmen. 
Und es wird sich nun darum handeln, alle Du 
isburger Forderungen im einzelnen zu prü 
fen und die geeignetsten Wege zur Linderung 
Der deutschnationale Reichstagsabgeordnetc 
Wege (Ludwigsdorf) hatte an den Reichspräsiden 
ten ein Schreiben gerichtet, in dem er an diesen 
u. a. die dringende Bitte richtet, dafür Sorge zu 
tragen, daß ungesäumt etwas Durchgreifendes für 
die Landwirtschaft, insbesondere des Ostens, ge 
schehen möge. Der Reichspräsident hat hierauf 
dem Abgeordneten Wege folgendermaßen geant 
wortet: 
„Sehr geehrter Herr Abgeordneter! 
? Von Ihrem Schreiben vom 18. Februar habe 
ich mit vollem Verständnis für die im Landvolk 
der Grenzmark herrschende sorgenvolle und ernste 
Stimmung Kenntnis genommen. 
Ich verfolge die Lage der deutschen Landwirt 
schaft mit besonderem Interesse und begleite alle 
brauchbaren Vorschläge zur Besserung der Not, 
namentlich im Osten, mit tätiger Mithilfe. Durch 
die in den letzten Tagen vom Reichskabinctt ver 
abschiedeten Gesetzentwürfe soll dem Osten durch 
weitere von der Verabschiedung stehende Maß 
nahmen der deutschen Landwirtschaft insgesamt 
eine durchgreifende und alsbaldige Hilfe gebracht 
werden. An meiner Mitarbeit hierbei hat es bis 
her nicht gefehlt und wird es auch künftig nicht 
fehlen. 
Leider muh ich aber zurzeit Ihre und Ihrer 
Fraktionskollegen praktische Mitarbeit bei der 
Gesetzgebung des Reiches vermissen. 
Ich muß daher Ihren Appell an mich damit er 
widern, daß ich an Sie und Ihre Parteifreunde 
den dringenden Ruf richte, bei den bevorstehenden, 
für die deutsche Landwirtschaft lebenswichtigen ge 
setzgeberischen Arbeiten nicht abseits zu stehen, 
sondern tatkräftig mitzuhelfen. 
Mit freundlichen Grüßen! 
von Hindenburg." 
Wie schon mitgeteilt, ist es 'leider nicht gelun 
gen, die Hütte, in Betrieb zu halten. Ihre Still 
legung erfolgte, weil sich Arbeitgeberverband und 
Gewerkschaften nicht einigen konnten.über die 
Frage der Beibehaltung des Tarifvertrags. 
Der Reichskanzler wird nunmehr in Ver 
folg der hen Vertretern des Duisburger Ein 
zelhandels gemachten Zusicherungen über 
Hilfsmaßnahmen mit den Ressorts verhan 
deln. um nach Möglichkeit eine Milderung der 
Notlage in Duisburg im Rahmen der gegebe 
nen Mittel zu ermöglichen. 
Ruhiger Verlauf der NeschsLanneraufmarsche, abgesehen von Kommuni 
stischen Störuugsversuchen in Berlin. — Nationalsozialistischer Aufmarsch 
in Hitlers Anwesenheit in Braunschweig. — Dithmarscher National 
sozialisten von Braunschweiger Kommunisten überfallen und verwundet? 
Der 22. Februar, der 7. Eründungstag des Lobe. Er polemisierte vorwiegend gegen dis Ra- 
Reichsbanners Schwarz-Rot-Eold und der Sonn- tionalsozialisten und erklärte, die republikanischen 
tag, an dem nach Hörsings Ankündigung das Parteien feien bereit, den Kampf auf geistigem 
Reichsbanner marschbereit gegen seine Feinde sein Gebiet zu führen, sie seien aber auch bereit, dem 
sollte, hat zu Reichsbannerkundgebungen im gan- Gegner auf ein reales Kampffeld zu folgen. Auch 
zen Reich geführt. Am Vorabend der Demon- ein französisches Kammermitglied und der frühere 
strationen hieß es noch einmal, daß die Aufmärsche österreichische Bundeskanzler Renner kamen bei 
als Kundgebung für Demokratie und Republik der Frankfurter Kundgebung zu Wort. Renner 
und als Protest gegen Diktaturabsichten gedacht überbrachte die Grüße des OesterreichisHen Cchutz- 
seien, die man seitens des Reichsbanners nament- Hundes, zu dem das Reichsbanner in engen Ve- 
lich den Nationalsozialisten nachsagt. Das Reichs- zieh.ungen steht. 
banner hat. wie aus den vorliegenden Berichten Bei der Reichsbannerkundgebung in München 
ersichtlich ist, Disziplin bei seinen Aufmärschen ge- war der Major a. D. Mayr der Hauptredner, 
wahrt. Störungen verursachten die Kommunisten der Aufmarsch in Hamburg vollzog sich ruhig, 
in Berlin, und aus Stuttgart wird ein Zusammen- Der Führung wurden zum Appell auf dem Lii- 
stotz von Reichsbannerleuten und Rationalsozia- h^er Torfeld 5300 Mann gemeldet. Bei dem er 
listen gemeldet, der sich jedoch in der Nacht zum wähnten Zusammenstoß in Stuttgart gab es auf 
Sonntag zutrug. Seiten des Reichsbanners wie der Nationalfosia- 
Bei der Kundgebung im Berliner Lustgarten listen.Verletzte durch Stich. Hieb und Wurf. Am 
erklärte Hörsing, daß 160 000 Mann des Reichs- Platz der Tätlichkeiten wurde eine Pistole gefun- 
banners im Laufe der letzten Monate in einem den. Reun Verletzte wurden im Hospital einge- 
ersten Kursus einer besonderen Ausbildung unter- liefert, alle, bis auf einen, der erheblicher ver 
worfen worden feien. Ein erstes Aufgebot, dem wundet ist, sind wieder entlassen, 
fe nach Notwendigkeit ein zweites und drittes fal- 
gen werde, stehe heute in 32 Gauen marschbereit. 3" Braunschweig, 
Das sei keine Soldatenspielerei, Bereitstellung und wo der Reichsbanneraufmarsch untersagt war und 
Ausbildung seien Notwehr- und Abwehrhand- stattdessen aus Anlaß des Eautages der Rational- 
ckung. Hörsing bezeichnete das Reichsbanner als sozialisier: aus dem Wahlkreis Südhannover- 
llberparteiliche Schutzorganisation der Republik Braunschweig ein nationalsozialistischer Aufmarsch 
und der Demokratie. Kommunistische Trupps such- stattfand, hat das Reichsbanner trotz gegenteiliger 
ten die Kundgebung im Lustgarten zu stören. Die Ankündigung Hörsings Kundgebungen unterlassen 
Polizei nahm Abriegelungen vor und fetzte gegen Die Kommunisten jedoch unternahmen allerlei zur 
die Störer den Eummiknüvvel in Tätigkeit: in Störung der nationalsozialistischen Veranstaltung, 
zwei Fällen wurden Schreckschüsse abgegeben. Die ersten Zusammenstöße mit Kommunisten gab 
In Frankfurt a. Main sprach bei einer Kund- es am Sonnabendabend bei einem Fackelma von 
gebung des Reichsbanners der Reichstagspräsident 2000 S.A.-Männern. Auf dem Hagen-Markt in- 
Tie Brannschweiger Meldung über die 
Verletzung Dithmarscher Nationalsozialisten 
ist bisher unbestätigt. Vielmehr hört man. daß 
bei der Rückfahrt ein Kraftwagen der Natio 
nalsozialisten der Wasserkante lediglich mij 
Steinen beworfen worden sei. 
SyrMlian in Nà 
BB. Berlin, 22. Febr. Die von dem Reichs 
finanzminister Dr. Dietrich nach seiner Rück 
kehr von dem kurzen Weihnachtsurlaub ein 
geleitete Ersparnisaktion ist jetzt so gut wie 
abgeschlossen. Die Ergebnisse sind, wie von 
Anfang an erwartet, angesichts der großen 
Schwierigkeiten in keiner Weise überraschend. 
Immerhin ist es gelungen, eine Reihe der 
nachträglichen Mehranforderungen an den 
Etat 1931 durch weitere Abstriche auszuglei 
chen. In einem Nachtragshanshalt wird das 
Ergebnis dieser Aktion festgelegt. Der größte 
Posten unter den Abstrichen entfällt auf die 
-allgemeine Finanzverwaltung, die 5 Millionen 
einbüßte. Dazu kommen eine Reihe kleinerer 
Summen, wie Ersparnisse durch den Abbau 
des Polenkommissars usw. Der in sich balan- 
zierende Nachtragsetat wird in der allernäch 
sten Zeit zur Erledigung kommen und dann 
zusammen mit dem Haushalt für 1931 vom 
Reichstag verabschiedet werden. Mit dem Ab 
schluß dieser Aktion ist zunächst einmal eine 
„Pause in den Ersparnismaßnahmen" zu er 
warten. Es wird alles davon abhängen, in 
welcher Form und wann die Regierung die 
geplante Ermächtigung für weitere Abstriche 
am Haushalt 1931 erhält. Aber auch hier sei 
vor übertriebenen Hoffnungen gewarnt.
	        
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