Full text: Newspaper volume (1931, Bd. 1)

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124. Jahrgang. 
SĢeswîg-ļZolsteînîschs LanSsszsîLung 
124. Jahrgang. 
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Kt. 25 
FmļM. den 30. ZMîM 
I 1931 
Ränke der Gewuselte um die Tributrevisionssrage. 
SķlîWe MwMWten mtziîķbļlld. 
Ile sehr ernste 5rage. • 
Unter 5er Ucberschrift „Sabotage der Gen 
fer Beschlüsse?" nimmt die „Germania" Stel 
lung zu Ausführungen in dem Organ des 
Kattowitzer Wojewoden Graczynski, das in 
einem offensichtlich von Graezynski inspirier 
ten Artikel die Zusagen des polnischen Außen 
ministers in Gens desavouiert und eine Ver 
schärfung des Kampfes gegen die deutsche 
Minderheit angekündigt hat. Das Berliner 
Zentrumsblatt schreibt: 
„Man kann solche Erklärungen nur mit 
fassungslosem Staunen zur Kenntnis nehmen. 
Denn sie bedeuten nicht weniger als einen 
Appell an die Aufständischen, sich um Genf 
nicht zu kümmern. Was soll nun werden, 
wenn jetzt schon dokumentiert wird, daß 
Polens Politik doch nicht letzten Endes in 
Warschau, sondern in Kattowitz gemacht wird, 
daß Zaleski nur für Genf, nicht aber zu sei 
nem eigenen Lande gesprochen hat. Es ist 
wahrhaftig eine sehr ernste Frage geworden, 
wie man der polnischen Regierung klarmachen 
kann, daß die Duldung solcher Aeußerungen 
eines offiziösen Organes gleichbedeutend mit 
der Ankündigung ist, daß die in Genf einge 
gangenen Verpflichtungen nicht realisiert wer 
den sollen." 
Die ZàKchļeil tzss lispatßlte- 
problems. 
Gerüchte, wonach Curtius in Genf zugesagt 
haben soll, das Reparationsproblem in der näch 
sten Zeit nicht anzuschneiden, werden aus Berlin 
dementiert. Es heißt, von einem derartigen Ver 
sprechen könne auch nicht im entferntesten die Rede 
sein. Die Behauptung, daß die Reichsregierung 
Zulagen hätte machen wollen, eine politische Zu 
rückhaltung in der Revisionsfrage zu üben, die 
vielleicht — wie auch behauptet worden ist — die 
Unterbringung einer internationalen Anleihe 
hätte erleichtern können, müsse als Phantasie 
meldung bezeichnet werden. Rach dem Bericht des 
Reichsaußenministers im Reichskabinett habe 
Reichskanzler Brüning dem Reichsaußenminister 
mit besonderem Nachdruck den Dank des Kabinetts 
für die Vertretung der deutschen Interessen aus 
gesprochen, was zweifellos nicht geschehen wäre, 
wenn Curtius in Genf eine Haltung eingenommen 
hätte, die im In- und Auslande mit Aufmerk 
samkeit verfolgten Reden des Reichskanzlers in 
den letzten Tagen so schroff widersprochen hätte. 
Der Zentrumsvorsitzende Prälat Dr. Kaas 
sagte in einer Rede in Trier über die Dringlichkeit 
des R»parationsproblems. die befreiende und er 
lösende Tat auf reparakionspolitischem Gebiet 
könne ohne schwersten Schaden nicht mehr lange 
ausgc'choben werden. Keine deutsche Regierung 
werde die Autorität und auch die Macht haben, 
dem Volke noch weitere Reparationslasten aufzu 
zwingen wenn nicht die Gegenseit-- an einer trag 
baren Regelung der Tributverpk'ichtungen das 
größte Interesse-zeige. Die verniinitigrn Kreise 
de« Auslandes müßten die Entwicklung in Deutsch 
land die heute sän alles befürchten lasse, mit Auf 
merksamkeit verfolgen und zur rechten Zeit ein 
greifen. 
Hitler 
sagte in einer Rede in München, da der Zu 
sammenbruch unserer allgemeinen Finanzen 
und unserer Finanzwirtschaft drohe, könne 
die Notwendigkeit einer Revision des Joimg- 
vlanes nicht mehr geleugnet werden. 
KMswMMW Sprache TMieus. 
Tardieu, der zwar nur Landmirtschasts- 
Minister im Kabinett Laval ist, darüber hin 
aus aber wahrscheinlich den Ehrgeiz hat. die 
Lesamtpolitik der Regierung zu beeinflussen. 
Dird, wie man aus Paris ankündigt, in dem 
^inanzblatt „Information" unter dem Titel 
.Machen wir Bilanz" einen Artikel vervffent- 
ichen. Darin nimmt er, ohne es offen ans- 
znsprechen, aber doch durchsichtig, gegen die 
Politik Briands Stellung und greift die Nach 
kriegsstellung Deutschlands auf das heftigste 
an. Er behauptet, daß die Nachkriegszeit vt 
Frankreich durch eine Politik des Ausgleichs 
und der Versöhnung gekennzeichnet gewesen 
sei. Dagegen sei dieser Zeitraum im Lager 
der „Besiegten" gekennzeichnet durch passive 
Resistenz, bezw. durch eine fortgesetzte Revolte. 
Das nenne man in der verschleierten Sprache 
von Genf Gleichberechtigung und Revision der 
Verträge. In ganz Europa habe sich ein 
großer politischer Kampf entsponnen, so wie 
im Jahre 1914 der militärische Kampf Europa 
in zwei Lager spaltete. Ter Grundsatz bleibe 
immer derselbe. Dies komme daher, daß man, 
ebenso wie in den Tagen, da die Verträge für 
einen Fetzen Papier erklärt wurden, auch 
heute glaube, daß Frankreich im Abstieg be 
griffen sei. Das hat man schon vor 17 Jahren 
in Berlin, London und Paris geglaubt, und 
heute glaube man es wieder. Tardieu ruft zur 
Einigkeit in Frankreich auf und schreib» 
schließlich, man müsse in Frankreich den Sinn 
für das Imperium vor Augen haben. Daß 
Frankreich nicht 40, sondern in Wirklichkeit 
100 Millionen Menschen habe, sei besonders 
wichtig im Hinblick auf die Verminderung der 
Armeebestände, die sich vom Jahre 1935 an 
durch den Geburtenausfall ergeben würden, 
insbesondere wichtig angesichts der Möglichkeit 
einer Isolierung Frankreichs. 
schieduug des Haushaltes verfassungsmäßig vor 
gesehenen Zeitpunkl, zu erledigen. Weiter wird 
sich der Aeltestenrat mit den Vorschlägen zur Aen 
derung der Gcschäftsordming befassen. Bis zur 
Sitzung des Aeltestenrats sollen der Besprechungen 
der Mittelparteien über Aenderung der Geschäfts 
ordnung abgeschlossen sein, so daß dem Aeltesten 
rat genaue Vorschläge einer Mehrheit vorliegen. 
LWuMmsdrshMg îm Lmidlag 
ļm Zusammenhang mit der Haushaltsberatung. 
Im Aeltestenrat des preußischen Landtages 
Jas yenfM des Wchslsges. 
Der Aeltestenrat des Reichstages ist für 
Dienstag einberufen morden, um die Reihenfolge 
der Haushaltsberatung im Reichstag festzulegen. 
E ist beabsichtigt, den Reichshaushalt nach Mög 
lichkeit bis zum 31. März, dem für die Derab- 
wurden von den Oppositionsparteien starke Be 
denken gegen den Vorschlag erhoben, den Haushalt 
noch vor den Osterferien zu verabschieden. Vor 
allem wurde von den Oppositionsparteien dagegen 
Stellung genommen, daß der Beratungsplan unter 
allen Umständen durchgeführt und daß dabei der 
Opposition das Wort abgeschnitten werde. Im 
übrigen liege keine Gefahr in der späteren Verab 
schiedung, da die Verfassung hierfür Bestimmungen 
enthalte. Die Oppositionsparteien würden, wenn 
ihre Wünsche von den Regierungsparteien nicht 
berücksichtigt würden, von dem Mittel der Obstruk 
tion Gebrauch machen. Am Dienstag will der 
Aeltestenrat noch einmal zusammentreten, um dann 
endgültig seinen Beratungsplan für den Haushalt 
festzulegen. 
M kMMmMche 25. Fàar. 
Das Vollzugskomitee der Komintern hat die 
Vorbereitungen für den 25. Februar beraten, an 
dem in der ganzen Welt kommunistische Kundge 
bungen stattfinden sollen. Nach vorliegenden Mel 
dungen wurden besondere Ausschüsse in Berlin. 
Wien, Zürich, Paris, Prag und London gebildet, 
die die Leitung der Kundgebungen übernommen 
haben. Die Ausschüsse sollen sich besonders be 
mühen. die Arbeitslosen mit hineinzuziehen und 
aus den Arbeitslosen Formationen zu bilden.' Die 
Komintern legen besonderen Wert darauf, daß die 
Kundgebungen einen „großzügigen Verlauf" neh 
men, um festzustellen, auf welche Kräfte die K. P 
D. und die Komintern in Deutschland für die so 
zialen Kämpfe rechnen können. 
Das überschuldete Berlin. 
Ran muß v§àsen. 
Die Preußische Elektrizitäts-A.-E. (Preag) 
steht, wie zuverlässig verlautet, nicht nur im Be 
griff, die städtischen Gaswerke Berlins nach und 
nach zu schlucken, wie man bei solchen Transaktio 
nen zu sagen pflegt, sondern auch einen zweiten 
koinmunalen Betrieb, die ÄÄliner Elektrizitäts 
werke A.-G., die sog. Bewag. Die Stadt wird 
wieder ein größeres Aktienpaket an den preußi 
schen Staat verpfänden, der damit die entscheiden- 
sten Berliner Versorgungsbetriebe in die Hand be 
kommt. Man hört noch keine Zahlen. Gewiß ist 
aber, daß die Umwandlung der Bewag in ähnlichen 
Formen erfolgt wie bei den Gaswerken. Die 
Preag wird, wie mitgeteilt, der Stadt Berlin 
einen sofortigen Kredit einräumen, damit die 
Komniune die nächstfälligen schwebenden Schulden 
bezahlen kann. Im ganzen hat Berlin eine Schul 
denlast von gut 1 Milliarde Mark. Preußen kaufe 
Berlin auf, schreibt der „Jung-deutsche". 
Tie Stadt Berlin befindet sich hente, so 
resümierte gestern in einer Finanzdebatte der 
Berliner Stadtverordnetenversammlung 
der stelln. Stadtkämmerer Lange, in der Lage 
eines Industriellen, der sich überkanft und 
überbaut habe und dem es nicht gelungen sei, 
seine Schulden bis zum Fälligkeitstage glatt- 
zustellen. In dieser Situation müsse jeder 
ehrliche Schuldner an die „Realisierung" sei 
nes Wertbesitzes gehen. Ter Wertbesitz der 
Stadt seien aber die städtischen Werke, die nun 
in einem Konsortialgeschäft mit der Preußi 
schen Elektrizitätsgesellschaft in flüssiges und 
greifbares Geld „umgemünzt" werden und die 
Finanzlage der Stadt Berlin stabilisieren 
sollten. Ueber die Einzelheiten dieser noch 
schwebenden Verhandlungen könne noch 
nichts Genaues gesagt werden. Eines jei aber 
von vornherein für die Stadt richtunggebend 
gewesen, daß sie nämlich dieses Konsortialge 
schäft mit einer Körperschaft des öffentlichen 
Rechts jeder anderen Transaktion mit dem 
Privatkapital vorziehen müsse. 
MschMuW fotdetl SMfj 
öie MschlŞlM. 
Ueber die Schwierigkeiten Mecklenburg- 
Strelitz' äußert sich der Führer der sozialde 
mokratischen strelitzschen Landtagsfraktion und 
Landtagspräsident Bartosch. Er sagte, daß der 
Anschluß an Preußen eine reine Finanzftage 
sei. Mecklenburg-Strelitz balanziere seit sechs 
Jahren seinen Etat nur mit Hilfe von Anlei 
hen, die Zinsenlast wachse von Jahr zu Jahr 
und betrage heute bereits über eine Million 
Mark. Trotz Ansgabensenkung schließe der 
neue Hanshaltplan mit einem Defizit von 2,4 
Millionen Mark ab, das wiederum nur durch 
eine Anleihe gedeckt werden könne. Es gebe 
wahrscheinlich nur einen Weg, die Selbstän 
digkeit des Landes zu erhalten: wenn alle Be 
amten freiwillig ans die Hälfte ihres Gehalts 
verzichten würden. Es sei aber zweifelhaft, 
ob sich die Beamten hierzu bereitfinden wür 
den. Zur Annahme der Anschlußvorlage iei 
eine Zweidrittelmehrheit der 35 Abgeordneten 
notwendig. ' 
Die außergewöhnliche finanzielle Notlage des 
Landes ist allein um deswillen schon eine an sich ne 
gative Plattform zur Behandlung der Anschluß- 
frage, weil diese Frage so umfasiender, nachhaltiger 
und zukünftiger Natur ist. daß sie nicht ausschließ 
lich aus der Sackgasse geldlichen N'cht-mehr-ein-noch- 
aus-wissens betrachtet, vollends nicht wirklich und 
auf die Dauer befriedigend gelöst werden kann. Dies 
festzuhalten, verlangt das Gefühl für gründliche Lö 
sung. 
ReMlW m Lieschen. 
Eine neue große Sensation, die Sensation um 
„Lieschen" . . . ! 
In großer Aufmachung erscheint ihr Bild 
neben hervorragenden Persönlichkeiten d«r Zeit. 
Wer ist Lieschen und warum erscheint sic bei 
den hervorragenden deutschen Männern und 
Frauen im Bilde? Die Boulevard-Gazetten er 
zählen uns das alles sehr eindeutig, sehr ausführ 
lich. Sie ist eine 16jährige Mörderin, frühzeitig 
verkommen im Sumpf der Großstadt, besonders 
gemlltsroh und lasterhaft. Neben ihr treten als 
handelnde Personen zwei Eroßstadtbürschchen von 
20—22 Jahren auf, die etwa von der Schulent 
lassung an Diebstahl, Raub und Unzucht betrieben, 
um schließlich beim gemeinsamen Mord mit Lies 
chen zu enden. Keine Tragik, keine irgendwie er 
schütternden Konflikte, keine Zeitprobleme, nein, 
ein ganz gemeiner Weg des Lasters und der Ver 
brechen. 
In diesen Dingen zu wühlen, die letzten Dinge 
um diesen Mord an einem übrigens in schändlich 
ster Lüsternheit verkommenen sogenannten ehr 
baren Bürger „aufzuklären", bemüht sich eine de 
kadente Sensationspresie, „um etwas zu bieten". 
Co lange diese journalistische Dekadenz auf die 
Boulevard-Gazetten beschränkt bleibt, könnte man 
es als eine Angelegenheit der Weltstadt links lie 
gen lassen. 
Wir beschäftigen uns mit ihr nur, weil diese 
Art einer das deutsche Volk zersetzenden Journa 
listik auf die Provinzpresse übergeht, aus Blätter, 
die als Familie n b l ä t t e r durch Städte und 
Dörfer gehen.' Die Berichte werden hier z. T. mit 
Seitenüberschriften veröffentlicht, so als 
ob es sich um eine ganz große Polksangelegenheit 
handele, um aller Augen auf diesen schlüpfrigsten 
Sumpf besonders aufmerksam zu machen. 
Mit kitschigsten, nervenkitzelnden Ucberschris 
ten oder Hervorhebungen durch Fettdruck sollen die 
Leser angeregt werden: „Lieschen im Kino". 
„Lieschen weint", „Lieschen mit dem interessanten 
Mund", „Lieschen, hast du dir's überlegt?", „Lies 
chen sagt: Ich trau mir nicht", „Lieschen hat schon 
ganz andere Sachen gemacht" und so fort. Sie 
sollen den Lesestoff „interessant" und „anreißerig" 
machen. 
Und warum dies alles? Man hofft wohl gar, 
daß das Geschäft bei solchen Dingen besser blüht? 
Aber Eottseidank rückt der Zeiger der Zeit weiter 
in Richtung einer Gesinnung, die solche Re 
portage ablehnt. -f© 
Lie Grimde des KeichswchrşrlŞs. 
Kürzlich wurde ein von General v. Schleicher 
unterzeichneter Erlaß über die Belässung natio 
nalsozialistischer Arbeitnehmer in den Reichswehr 
betrieben mitgeteilt. Nunmehr äußert sich das 
Reichswehrministerium über die Gründe dieses Er 
lasses wie folgt: Die vom General von Schleicher 
als dem beauftragten Sachbearbeiter im Reichs 
wehrministerium unterzeichnete Bekanntgabe der 
Aufhebung des Verbots ist eine rein juristische und 
verwaltungstechnische Maßnahme. Die Vorge 
schichte dieser Angelegenheit hängt mit einem Ge 
richtsurteil in Wilhelmshaven zusammen. Ein bei 
der Marine in Wilhelmshaven beschäftigt gewese 
ner, der Nationalsozialistischen Partei angehören 
der Arbeiter war wegen seiner Parteizugehörigkeit 
entlassen worden und klagte ans Wiedereinstellung 
oder Zahlung einer erheblichen Abfindungssumme. 
Das Gericht verurteilte die Reichswehr auf Wie- 
dereiustellung des Mannes. Die Reichswehr legte 
gegen das Urteil auf Grund der bekannten Anord 
nung des Reichswehrministers, wonach Angehörige 
der Hitler-Partei nicht in Armee- oder Marine 
betrieben beschäftigt werden dürfen. Berufung ein. 
Gleichzeitig wandte sich das Reichswehrministe 
rium an das Kabinett, um eine prinzipielle Ent 
scheidung zu erhalten. Im Einverständnis mit al 
len Kommandostellen wurde entschieden, vorläufig 
keine Mitglieder der Nationalsozialisten aus 
Heeresbetrieben zu entlassen. Man wird das Ver 
fahren gegen Goebbels und die anderen National 
sozialisten abwarten. Wenn es zu keiner Anklage 
erhebung gegen dis Nationalsozialisten kommt, 
dann muß die bisherige Stellungnahme des 
Reichswehrministeriums einer Revision unter 
zogen werden. 
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