Full text: Newspaper volume (1895, Bd. 1)

brücke liegenden Rasenplatz die Leibkoinpagnie 
des 1. Garde-Regiments zu Fuß, das Musikkorps 
auf dem linken Flügel. Die direkten Vorgesetzten 
sind zugegen. 
Die Mitglieder des Reichstags und des prcußr 
schen Landtags sowie alle übrigen zur Feier ge^ 
ladenen Personen, die Offzierkorps der fremden 
Geschwader und die Offizierkorps von Kiel und 
Friedrichsort haben die auf den Tribünen für sie 
reservirten Plätze eingenommen. 
2. 
Ihre Majestäten der Kaiser und die Kaiserin 
werden an der Landungsbrücke von dem Reichs 
kanzler, dem Stellvertreter des Reichskanzlers, 
dem Chef der Marine-Station der Ostsee und 
den Dirigenten der Kaiserlichen Kanalkommission 
empfangen und zum Zelte geleitet. Bei dem 
Herannahen Ihrer Majestäten erweisen die Ehren- 
Kompagnien Honneurs. Sobald Allerhöchstdie- 
selben in das Zelt eingetreten sind, erbittet der 
Reichskanzler die Erlaubniß zum Beginn der 
Feier. Nachdem die Erlaubniß ertheilt ist, ver 
liest der Reichskanzler die in den Grundstein zu 
legende Urkunde. Außer der Urkunde wird ei» 
Satz der Reichsmünzen neuester Prägung und 
aus der Regicrungszeit Sr. Majestät des Hoch 
seligen Kaisers Friedrich III. in den Grundstein 
gelegt. Sobald die Einlegung beginnt, fällt die 
Musik ein. 
Präsidenten zur^Ordnung gerufen. Blochldurch wechselnde Kanzler einigermaßen ver- 
replizirte, daß Schneider, der Stampiglien- ändert, aber nie ganz erstickt wird. Er 
Fälscher, eher ins graue Haus des Landes- hat in einem Augenblicke, wo der Kaiser 
gerichts als ins Abgeordnetenhaus gehöre, und die Regierung sich seit der Versamm- 
Der Antisemit Geßmann schrie Bloch lung des Staatsraths bemühen, die agra- 
zu. „Sie impertinenter Bursche!" worauf rische Agitation einigermaßen einzudämmern 
Schneider Bloch einen Juden und die Schaaren des Herrn v. Plötz 
Gauner nannte. Derartige Beschimpfungen, zum Kampfe angefeuert, 
deren jede einen Ordnungsruf erzielte, — Zur Publication des „Reichsan- 
waren bisher selbst im österreichischen Par- z eigers" über Herrn von B o e t t i- 
lament unerhört. eher schreibt der „H. C." vom gestrigen 
England. Tage: „Wie groß die B e r st i m m u 
London, 15. Juni. Gestern Nachmittag ist, welche die Rede des Fürsten Bt. 
brach in Mar Lodge, der Residenz des m a r ck am 9. d. M. in Regiernngskreisen 
Seine Majestät begeben Allerhöchstsich nach der 
Stelle des Grundsteins. Der Königlich bayerische 
stunniführende Bevollmächtigte zum Bundesrath 
überreicht Seiner Majestät unter einer Ansprache 
die Kelle. Seine Majestät werfen von dem bereit 
gehaltenen Mörtel auf den Stein. Die Meister 
des Maurer- und Steinmetzgergewerkes setzen das 
Verschlußstück auf. Der Präsident des Reichstags 
überreicht unter einer Ansprache Seiner Majestät 
den Hammer. Seine Majestät vollziehen die drei 
Hammerschläge, danach Ihre Majestät die Kaiserin 
und Königin, Seine Kaiserliche und Königliche 
Hoheit der Kronprinz, Seine Königliche Hoheit 
der- Prinz-Regent von Bayern, Seine Majestät 
der König von Sachsen, Seine Majestät der 
werker Vereins mit ungefähr 12.500 Mk. Krefeld, .5. Juni. Das Opfer eines 
niedergelegten Geldern, die Konfirmanden, verhäng nß v ol len V ersehe ns. durch 
Aussteuer-Kaste mW einer beträchtlichen welches dieFamilie eines hiesigen Archi- 
suinme interessiert. Einzelne Großgrund- tekten in swerster Weise betroffen wEd 
besttzer werden mit ze 20,000 Mk., 18,000 ist ein angehener, in jeder Beziehung sebr 
àk. Reittiers mit Betragen von 90. bis gewissenhafte Krefelder Arzt geworden. 
100,000 Mk. genannt, und daran schließt Derselbe we zur Behandlung des an 
sich das Heer der kleinen Leute mit wem- Diphteritis krankten fünfjährigen Sohnes 
ü?' bls zu 100 und 50 Mark herunter, des Ersteren erangezogen worden, und es 
Die Berlilier. Börse ist nur in geringem war ihm geligen, den Knaben von seiner 
„ cvn- , v , T , - - Matze betheiligt, da die Firma, wie sich schweren Erkmkung nahezu völlig wieder 
LL L -st letzt herausstellt dort schon seit längerer herzustellen. Gegen eine Lähmung der 
- Zeit nur äußerst beschrankten Kredit genoß, unteren Glienaßen, welche als Folgeer- 
EM râïsbs-H“ »ķKŞşş 
Architekten den in dessen Papieren vorge- sten Hohenlohe beim Kaiser mit dieser An. schiedenen Stellen hat wie das Bifielbr lickertpits bon-s fps+n ş' 
undenen Plan eines Forts durch den aeleaenbeit in Verbindm a siebe " 5 s r s £-5 Ibr ‘ ^chersetts beres festgestellt ist, m der be- 
©djntibtr StneMfi neLuien ş 'Ät .'5Ä der àe m 'IntJ'mti.lÆrS Ņ'Ģ" --.«Ģ -» 
Ģmeņsktz der schon hierauf bezügttcheschrittelkaiserlichen Schutztruppe in Deutsch-Ost.şwaren wie ein halbes Ei dick. 
'prechend angertigt wurde. Unbegreif 
- «Ģ. àgele.tel wàn. j« dl à «M*. M» & ^ "Ģ „.ch = 
tag erlegen. Früher Major ,m ersten Breite und ca. 12 Kilometer Länge ge- Bruchtheils denqanzen Inhalt der Brà. 
Garderegiment, ist er im Sommer 1891 troffen und hat auf einer Fläche von ca. scheu Spritze à^r fick bediente Wfi 
m den Dienst des Gouvernements getreten 3000 Hektar Ackerland einen Schaden von St ~ ^ ' n 
-I*»« cm»1 1050 ...... S> ... I r I-, . — . . ' 0* 
Koma von Württemberg, Seine Königliche Hoheit durck die berübmte Versöbnnna 
der Großherzog von Baden, Seine Königliche!» ” . . - ģ 
Hoheit der Großherzog von Hessen und bei Rhein, 
Seme Königliche Hoheit der Großherzog von 
Mecklenburg-Schwerin, Seine Königliche Hoheit 
der Großherzog von Sachsen-Weimar-Eisenach, 
Se. Kgl. Hoheit der Großherzog von Oldenburg, 
Se. Kgl. Hoheit Prinz Albrecht von Preußen, 
Regent Des Herzogthums Braunschweig, Se. Kgl. 
Hoheit der Herzog von Sachsen-Koburg und Gotha, 
Seine Durchlaucht der Fürst zu Schwarzburg- 
Sondershausen, Seine Durchlaucht der Fürst zu 
Schwarzburg-Rudolstadt, Seine Durchlaucht der 
Fürst zu Waldeck und Pyrmont, Seine Durch 
laucht der Fürst Reuß älterer Linie, Seine Durch- 
laricht der Fürst zu Schamnburg-Lippe, Seine 
Durchlaucht Prinz Adolf zu Schaumburg-Lipvc, 
Regent des Fürstenthums Lippe, die regierenden 
Bürgermeister der freien und Hansestädte Lübeck, 
Bremen und Hamburg, die Mitglieder des König 
lich preußischen Hauses', die übriaen ptnaebörlaen 
.ich preußischen Hauses; die übrigen Angehörigen 
deutscher Fürstenhäuser in nachstehender Reihen 
folge: Seine Königliche Hoheit Prinz Ludwig 
von Bayern, Seine Königliche. Hoheit der Erb 
großherzog von Mecklenburg-Strelitz, Seine König 
liche Hoheit der Erbgroßherzog von Oldenburg, 
. Seine Hoheit Herzog Ernst Günther von Schles 
wig-Holstein, Seine Hoheit Herzog Friedrich 
Ferdinand von Schleswig-Holstein, Seine Hoheit 
der Erbprinz von Sachsen-Meiningen, Seine Durch- 
lancht Prinz Ernst von Sacksen-Altenburg, Seine 
Durchlaucht der Erbprinz Reuß jüngerer Linie; 
der Reichskanzler, der Präsident und die Vice- 
Prösidenten des Reichstags, die Mitglieder des 
Köinglich preußischen Staatsministeriums, der 
Präsident lind die Viccpräsidenten des preußischen 
Herrenhauses, der Präsident und die Vice Präsidenten 
des preußischen Abgeordnetenhauses, die Chefs 
der Reichsämter, der kommandireiide General des 
IX. Armee-Korps, der kommandireiide Admiral, 
der Ober-Präsident der Provinz Schleswig-Hol 
stein, die Chefs der Marine-Stationen der Nord- 
und Ostsee, der Vorsitzende und der stellvertretende 
Vorsitzende des Provinziallandtages der Provinz 
Schleswig-Holstein, der Landräth des Kreises 
Eckernfürde, die Vertreter der Kanalbauverwaltung. 
Mit dem ersten .Hammerschlage Seiner Majestät 
des Kaisers beginnt der Salut der Geschütze. 
Während der Vollziehung der Hammerschläge 
fällt die Musik ein. Der Reichskanzler bringt das 
Hoch auf Seine Majestät den Kaiser aus. Die 
Musik spielt „Heil Dir im Siegerkranz " 
Oesterreich-Ungarn. 
Wien, 14. Juni. Am Schluffe der 
der heutigen Sitzung des Abgeordneten 
hauses ereigneten sich ganz unerhörte 
Skandalszenen. Der Antisemit Schnei- 
der warf dem Abgeordneten Bloch „jüdische 
Büberei" vor und wurde deßhalb vom 
U°b°r d°d Verhältniß °°n àişerpnd im Mai zn« <***> *1» ff.r, èt'SStÄS'«„t 
,T X i «»»»«t °°à. des MMIMI (»n eine Solle,,e i« iļm Imberfn “en“S,wl»riehen 
Ztg. aus Berlin geschrieben; Hurst Bis- — Die dreiprocentigen preußi- in der biestaen Geaend ausaeben n>„ wo nft™ -^e imgiuallche Versehen 
Rund d^ «àch .sà letzte Rede an den scheu Consols haben am Donnerstag am stärksten Betroffenen wenigstens etwas ^Marburg den15 Juni Der Soar- 
Bund der Landwirthe die Periode wider- zum ersten Male, wenn auch nur vorüber- zu unterstützen Viele Hioibefitzer werden ^ .^ a . r 
^^er Zurückhaltung beendet, die ihm gehend, den Kurs von 100 erreicht. Es kaum einen Himpen Kor/ernte/ da alles Vöhl h/ seit zehnJahķFälàņen 
durch die berühmte Versöhnung vom 26. lag nahe, an dies wirthschaftliche Ereigniß total verhagelt ist. Ke vlrübt nd 400M Mk unter 
^anuar 1894 und dann m verstärktem abermals Vermuthungen zu knüpfen, die Kürzlich war in einer kleinen ostpreußischen schlagen. Seiner terhaftuna hat' er ÏÏ 
mafo nach Caprlvis Sturz dadurch aus. heute nachstehendes offiziöse Dementi er. Stadt die mit 3600 Mk. ausgeschriebene durch die Flucht ntzoaen ģ Viele fsp im 
gezwungen morden war, daß der neue fahren: „Wenn in betheiligten Kreisen Stelle des Bürgermeisters neu nt besetzen 9putp Kuh r» '■« , f eine 
Reichskanzler Mrft Hohenlohe sich zum di? Auffassung vertreten' wi?d, daß die »«d es Mgm à 7? LLgm Ä auch' 
nicht geringen Erstaunen Vieler, aber aus Converlirung der vrerprocentiqen Con ols so dafi eiaentlick die Mobl bätte remt trm.t»! if i „ ,c ^ r eit e v r t ;. m , an ^ r 
leicht be,re,jlichen Gründen old eln -ller beschl.ß'ene Säche. J jw-r° gleich n.i jLe. 3,,, ,Se« "ä-S L Äg? « 
Freund und persönlicher Verehrer seines drei Procent sei; wenn selbst behauptet väter von A welcke obne viel Besinnen “I,,, V- « - 
großen Vorgängers darstellte und benahm, wird, daß eine bezügliche Vorlage noch in den Bürgermeister^ einer kleinen west- Tageàtt" nà'tat das Einigun? 
Wie es um diese Versöhnung mit dem der lausenden Session des Landtages dem preußischen Stadt wählten, und zwar aus amt in Sacken desMaurerausfi?à- 
àîser und »m ^ die alte und persönliche Abgeordnetenhause zugehen wird, so dürfte folgendem Grunde: Die anderen Bewerber, folgenden Schiedsoruch aeşàllt ' Der 
Freundschaft des fetzigen mit dem früheren der Wunsch der Vater des Gedankens sein, meist Beamte größerer Kommunaloerbände niedrigste Munden hn soll m (2Z 
Kanzler eigentlich stand das ist für Er entbehrt der thatsächlichen Begründung, hatten zur Bequemlichkeit, und da ihnen S o mber 42 Ma on da bis E,i 
einigermaßen unterrichtete Politiker auch Insbesondere wird nicht daran ge- ja die erforderlichen Apparate zur Ver- fc i ft undoom l An l 1S96 
b M ĢàĢ agsfube s und wäh. d a ch t, den Landtag mit einer entsprechen, fügung stehen, mit Schreibmaschinen, Hekto- ab 45 Pf/betrage. Die Vertreter & ber 
renb der absonderlichsten mil.tärffchen und den Vorlage zu befassen." ģraphen usw. hergestellte Zeugnißveroiel- Parteien kinigteo st dahin d e A nabme 
offiziellen Ehrungen me ein Geheimmß — Zur Goldwährung Nimmt an- fältigungen eingesandt, was zur Folge des Schiedsspruches zu emvfebl n D?>v 
gewesen. 3um Ueberfluß haben es un- scheinend die badische Regierung die gleiche hatte, daß sie sämmtlich als „Stellenjäger" Ausstand ist in Folg beste/.'o aut w e 
entwegte publizistische Parteigänger des Stellung wie die Württembergische ein. angesehen und verworfen wurden; allein beiaeleat ^ ' 3 Die 
alten Kanzlers oft genug m bösartigen Die „Karlsr. Ztg." begrüßt die Währungs- „nstr Bürgermeister schickte, weil er keinen Lüneburg 15 Juni Durch eine Feuers 
Anspielungen angedeutet. B lumen, Erklärung der württembergifchen Regierung solchen Apparat besaß, die Zeugnisse in brunst ist ^das 'benaaba^e Dorf A?nd2 
/ • i ; ì'b'es °m Tage und betont, man sei in Baden bezüglich eigenhändigiger Abschrift ein, und so wurde das von ca 700 EÌWàern b wobnt W 
des trlumphlrendeii Einzugs des Entlassenen der Nothwendigkeit der Erhaltung der er als der emzige Würdige aus der großen zerstört worden Dai Feuer kam wie das 
in Berlin gemünzte Wort hat fur alle Goldwährung der gleichen Ueberzeugung. Schaar der Bewerber befunden.j ^Fremdenbl" meld/mn 4-/ Ubr in der 
weiteren Phasen un Verhältniß des Fürsten -Der Verein deutscher Irren- Bei der Frohnleichnamsprozession, die Schķ des HusnesStol/ mnAn/ 
Bwmarck zu den Drohnen die uns ärzte hat schon vor Jahren einhellig die am Donnerstag, wie alljährlich, in Mül- bruch wo Dra/nerrus Uelzen^ in Qnar- 
/"e @tlhgïeit behalten. Es! Forderung aufgestellt: „Alle im Bchtz heim auf dem Rheine unter Betheiligung tier 'lagen Mit äsender Schnelligkeit 
ficht langst fest, dag trotz aller Ehren un- von Privaten oder von religiösen Ge- zahlreicher kleiner und großer Schiffe statt- verbreitete sich die Feursbrunst so dafi in' 
gewöhnlichster Art. mit denen der alte nosienschaften befindlichen Anstalten der fand, gerieth ein Kahn mit f ü n f einer Stunde 9 Höfe mit 40 Gebäuden 
ààann vom Kaffer, von den Fürsten genannten Art müssen unter verant- Insassen unter einen Dampfer, abbrannten und 600 Menschen obdachlos 
und von allen chpzrellen Stellen Überhäuft w o r t l l ck e ärztliche L e i t u n g Der Kahn wurde zerschmettert, von den wurden. Nur die Kiche das Schulbaus 
worden ist, doch nie von einer Wie- und unter besondere A u f s i ch t Insassen drei schwer verletzt ans Land 1 
Verkehr fernes politischen Ein- der Staatsbehörde gestellt werden." bracht, die beiden andern ertranken. 
în irgend welcher Form auch Zum Polizeipräsidenten Dortmund, im Juni. In größeren 
nicht durch die Vermittlung seines von Berlin ist, wie wir bereits mit- Städten sieht man hier und da in einem 
Sohnes ernstlich die Rede sein konnte, theilten, der Polizeipräsident von Stettin, Schaufenster ein Uhrwerk, das einen Pro- 
Hoffnungen, die m dieser Beziehung noch v. Wind heim, ernannt worden. Der- fessor darstellt, der mit Kopf und Armen 
im letzten ^ahre aufgetaucht und meistens! selbe vollendet demnächst das 38. Lebens-!gesttculirend, einen Vortrag über die Wirk- 
an die Person des Grafen Herbert an- jähr. Als Regierungsassesjor wurde er samkeit irgend eines Mittels hält. Ueberall, 
knüpfend verbreitet worden sind, waren im Juli 1886 zum Landrath des Kreises wo diese Reklamefigur ausgestellt wurde, 
niemals^ begründet. „Blumen, nichts als Ragnit in Ostpreußen ernannt. Im Jahre stund das Publikum still und ergötzte sich 
Blumen"; und es waren kluge Leute, 1894 wurde er kommissarisch im Ministe- daran. So auch hier. Unsere Polizei war 
die den großen Mann und gefährlichen rium des Innern beschäftigt und im April nun aber der Ansicht, daß das. Kunstwerk 
Redner unter Blumen unschädlich macyten. 1894 zum Polizeipräsidenten von Stettin eine Hemmung des Verkehrs durch das 
Das ist ibm lästiu wm'den Verhaltener!ernannt. Herr v. Windheim hat also in! Stehenbleiben' der Passanten auf dem 
Das ist ihm lästig worden. ^ 
Ģroll ist auch gesundheitsschädlich, und! jugendlichem Alter eine sehr schnelle Karriere! Trottoir und damit à Be'lästiauna "des 
war nie der Mann, der sich mit gemacht. Der „Berl. Börsenk." erinnert übrigen Publikums herbeiführe; sie ver- 
Süßigkeiten den Mund verstopfen läßt. daran, daß Herr v. Windheim im Sinne langte die Entfernung des Professors" 
Darum hat er jetzt gesprochen, wie ihm des Herrn v. Koller in Stettin Zensur an und bedachte den Ladenbesitzer" als dieser 
ums Herz isst mit vem alten Groll, Hauptmanns „Webern" geübt hatte und sich weigerte, mit einem Strafmandat über 
ber Gestürzte jedem seinerjauch gelegentlich mit dem Magistrat da-ji0 Mark. Hiergegen erhob der Bestrafte 
locker, wie frisch aufgewühlt, es kam mir 
gleich wunderlich vor." — 
Spät abends kehrten die Beiden nach 
F. zurück, stumm nebeneinander hergehend. 
Nur einmal hatte Holtz unterwegs das Wort 
ergriffen, zu der abgebrochenen Frage: „Ob 
Ahrens 
„Und wenn . . ," hatte Hoffmann ebenso 
kurz achsclzuckcnd erwidert. 
Ohne jede Ahnung von den Ereignissen, 
welche sich seit dem gestrigen Abend im 
Flecken zugetragen, begaben sie sich auf dem 
gewohnten Schleichwege nach dem Hause 
Frahm's, um dort von den zur Inhaftnahme 
verdächtiger Besucher zurückgelassenen Polizei 
beamten sofort ergriffen und ins Gefängniß 
abgeführt zu werden. 
War die außerordentliche Kriminat-Unlcr- 
suchungs-Kommission bisher nur wenig be- 
schüftigl gewesen, so brach jetzt für sie die 
Zeit der schweren Arbeit an. Im Ganzen 
gcriethen über anderthalb Hundert Verdächtige 
in Untersuchung,' um mit vereinzelten Aus 
nahmen schuldig befunden zu werden. Erst 
nach zweiundcinhalb Jahren konnten die un 
geheuerlich angeschwollenen Akten dieses Riesen- 
Nachfolger entgegenträgt, und berjiclbst zusammengerathen sei. IEinspruch und wurde vom Schöffengericht 
Daß die Postbriefkästen Berlins von freigesprochen. Der Amtsanwalt leate Be 
- Ìtof-xst-rt itststuS aTs sc: I r . ^ 
wegsetzen Formell befand er ,rch u> Haft, der lieben Straßenjugend häufig als Eigen- rufung ein, dock bestätigte die Strafkammer 
m fo milder fedoch, daß ihm der Verkehr mit thum der Gesellschaft für staubfreie Müll- das Urtheil des Schöffengerichts indem es 
seiner Gattin, welche nebst ihrem Kinde in abfuhr angesehen werden und dement- ausführte, daß das Publikum ' durch die 
in der Familie Lau's ein Unterkommen und sprechend Papier, Lumpen, Steinen, Scher- Ausstellung des „Professors" nicht be 
durch die Fürsorge des Präsidenten Beschäs- ben, Sand und auch Koth Aufnahme ge- stätigt, sondern belustigt worden sei 
tigung und Erwerb gefunden, zu jeder Zeit währen müssen, ist bekannt. Es ist auch Lindau, 15. Juni. Bankier Granne 
gestattet wurde. Dieser Verkehr hielt Eisen- nichts Ungewöhnliches, wenn beim Aus- ist von hier unter Hinterlassung einer 
Hut aufrecht, wenn er unter dem Drucke der schütten der Briefe im Postamt ein kleines Schuldenlast von 400,000, nach einer 
fchwercn Last, welcher jeder Tag ihm vonjMäuschen mit aus der Tasche springt und anderer Version sogar 500 000 Mark ver- 
Neuem aufbürdete erliegen zu müssen glaubte, für einen Augenblick zur Erheiterung der schwunden. Granne'soll sich nach Amerika 
Frau Elsenhut hielt mit ruhiger Ergebung Beamten beiträgt. Aber es ist entschieden gewendet haben und wird steckbrieflich ver. 
neben ihrem Gatten ans; niemals ließ sie eine neue Erfindung, daß man Briefkästen folgt. Die Aufregung hier ist, obgleich 
ihn merken, wie sauer es ihr ward, damit auch als Aquarien benutzen kann, wie dies Gr. schon ungefähr 2 V 2 Wochen ver- 
"şş er, der femes ganzen Muthes bedurfte, kürzlich auf einem Postamt im Norden schwunden, noch immer stark und erstreckt 
im Verzagen untergehe. Die Rolle ihres konstatiert wurde. In demselben befanden sich aus die nächsten Ortschaften und viele 
Mannes als Angeber seiner Mitschuldigen sich drei Fische, ein Frosch und ein Sala- Plätze des Unter-Eichsseldes, wo Gr. es 
war ihr unfüguch zuwider; nach und nachjmanver, die durch den Postboten aus ihrer verstanden hat, durch Versprechung hoher 
lernte sie indeß, fich in das Unabänderliche beschaulichen Ruhe gestört wurden. Die Zinsen massenhaft Baargelder zu erhalten 
hineinzufinden und ti'östete fich^ daniit, ihr Briefe waren natürlich verdorben und die wovon er entnahm, so viel er ermvglicheii 
li amt Jet durch diese Rolle ans ewig von Adressen kaum leserlich. konnte. Der Flüchtling sandte von einem 
erner Ver angenhelt geschieden. Stargard, 15. Juni. Der Aufsehen er- englischen Hause eine Baarsumme 
vantje a Ahrens war mit dem Schatze regende Selbstmord des Bankiers Abel 2500 Mark an einen Bekannten 
einer Genossen davongegangen, wohin, blieb in Stargard ist, wie von dort 'geschrie- dessen Vermitttung das Geld an''seinen 
unentdeckt. Holtz und Hoffmann leugneten ben wird, ans die mißlichen Vermögens- hiesigen Sohn gelangen sollte doch hat 
hartnackig, Mohr beiseite geschafft zu haben Verhältnisse zurückzuführen. Die bis jetzt dieser es an das Gericht eináesandt wo 
und wurden die,es Verbrechens wegen außer angemeldeten Forderungen, die „kleine es der Konkursmasse ruşlient Auster 
Verfolgung gesetzt. Mohr's Leiche wurde Leute" an die Firma zu stellen haben, be- einigen großen Gläubiaern sind meist 
, a . ■ bist lange Zeit nach der Verübung der That tragen wohl 1 Million. Dann kommen kleinere Leute betheiliat bei denen es fick 
** * "ļķlchlosşen werden, um zur Ab- tn unkenntlichem Zustande aufgefunden, der noch die großen Posten. Es haben näm- um sauer verdiente 'Groicken 
urtheilung, der Verbrecher an das Ober->Thatbestand konnte daher nicht festgestellt lich auch viele öffentliche und ’ • L • ^diente Grofchen 
Kriminal-Gericht zu gelangen. So lange 
mußte der Kronzeuge aushalten und sich über 
die Dècngc peinlicher Austritte, welche ihm 
seine Rolle in den zahllosen Verhören bereitete, 
mit seinem Hoffnungen auf die Zukunft hin-^ 
, , handelt 
private Granne war früher Salzhändler auf der 
werden so schwer der Verdacht die Beiden Kassen ihre Geldbestände ganz oder theil- Straße und spielte dann den großen Woll- 
traf. Ucbrlgens hatten sie ohnehin genug weise bei Abel hinterlegt. Die städtische Händler und Bankier. Es schwebt auch 
auf dem Kerbholz, um zu lebenslänglicher Sparkasse wird mit 226,000 Mk. genannt. 
Zuchthausstrafe verurtheilt zu werden. jDas Amtsgericht ist mit hinterlegten Kon» 
Ende. ! kursgeldern, die Darlehnskasse des Hand- 
unter Anderem noch ein Verfahren gegen 
ihn wegen Wuchers, das ihn hauptsächlich 
zur Flucht veranlaßt haben soll. ! 
und das Gut blieben von den Flammen 
verschont Die Hufner sind größientheils 
versichert, die kleinen Besitzer dagegen nicht. 
Natürlich sind auch vide Kühe, Schweine, 
Ziegen u s. tu. verlrannt, so daß der 
Schaden überall ein beleutender ist. 
Brovinzj-lles. 
Kiel, 16. Juni. Aht italienische 
und drei amerikanische Kriegsschiffe ankern 
außerhalb der Kieler Föhrde in der Höh- 
Wachter Bucht und nörÄich von Buclk. 
Borbeipassirende deutsche Schiffe begrüßten 
die ankommenden Gäste. 
ikiel, 16. Juni. Ueber die am Sonn- 
abenv-Nachmittag erfolgt! Ankunft des 
nordamerikanischen Geschtvaders 
meldet das „B. T.": Ji Kiellinie, mit 
500 Meter Abstand, lief um 3 / 4 3 Uhr das 
Geschwader Nordamerikas, begleitet von 
Pfeil", unter Salut bei Friedrichsort 
und den deutschen Admiralschiffen ein. Die 
Mannschaflen waren in den Raen aufge- 
teilt. Die Fahrordnung war: „San 
Francisco", „Columbia", „Newport". Die 
Schiffskörper sind in weißer Farbe, der 
Oberbau in gelber gehalten. 
Zur B e w i r t h u n g der Ange 
hörigen fremder Marinen ist 
jedem der in Kiel bei der Kanalfeier an 
wesenden deutschen Kriegsschiffe eine Summe 
von 1000 Mark zur Beifügung gestellt 
worden. 
Die Arbeiten am Nord.Ostsee- 
Kanal find am Sonnabend auf der ganzen 
Linie eingestellt worden. Neue Rutschun- 
gen sind am Kanal in letzter Zeit nirgends 
vorgekommen. Der Schlußstein zum Kanal 
gleichfalls fertig gestellt und nach 
Holtenau geschafft worden. Er ist aus 
sächsischem Elbsandstein angefertigt, ist 
J10 Dieter lang, 0,95 Meter hoch und 
',70 Meter breit. Die Aushöhlung wird, 
nachdem die Kassette mit der Schlußstein- 
legungsurkunde, Dokumenten :c. hinein- 
gesenkt ist, mit einer Steinplatte ver- 
'chlossen und das Ganze vermauert iverden. 
Gettorf, 15. Juni. In diesen Tagen 
'chied aus dem Manufakturtvaaren-Geschäft 
H. Johannsen, der in der ganzen Um> 
gebimg bekannte Commis Karl Lohmann, 
nach einem 45jährigen Engagement. Der 
Genannte konditionirte bei dem Großvater 
und Vater des jetzigen Geschäftsinhabers. 
Heide, 15. Juni. Der Streik der 
ischlergeselteii hat für die daran Be. 
theiligteii einen ungünstigen und auch >vol^ 
inerwarteten Ausgang genommen. 
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gestellt 
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