Full text: Newspaper volume (1874)

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Sonnabend, 
in. 15 
21. Iebruar 1874. 
Sa» 
Berlin. 16. Febr. Der von den 15 clfäfft- 
fdjtn Abgeordneten eingereichte Antrag lautet: In 
Erwägung, daß Elsaß-Lothringen dnrch den Frank- 
futttr Friedensvcrtrag dem deutschen Reiche ohne 
Befragung der Bevölkerung einverleibt wurde, 
«volle der Reichstag beschließen, die Reichsregierung 
aufzufordern, daß' Elsaß - Lothringen sich mittelst 
Abstimmung über diese Einverleibung ausspreche. 
Der Antrag kam am 18. zur Abstimmung und 
foatb selbstverständlich abgelehnt. Für denselben 
stimmten nur die Polen, die Socialdemokraten 
vnd die Herren Krüger, Sonnemann und Ewald. 
Eine Erklärung des Bischofs Raeß, worin er 
Samens der elsäfser Katholiken ausdrücklich den 
Stans flutet Friedensvertrag anerkannte, wurde mit 
î'bhaftem Beisall begrüßt. 
— Die Reichstags-Commission für das Mi- 
Pairgesetz hat sich constituirt, wählte Benning 
en zum Vorsitzenden und Haverbeck zum Stell 
vertreter. 
Auch der Bischof von Trier steht nun, 
Nachdem einer Mittheilung der „Germania" 
zufolge die gegen ihn verfügten Exekutionen 
Psäudungsobjecte nicht mehr vorgefunden ha 
be», wohl vor der Vollstreckung der subsidiär 
^kannten Gefäugnisistrafen. 
^ Aus Ostpreußen, 13. Febr. Der „Til 
siter Bürger-u. B.-Frd." schreibt: „Der § 21 
Unseres neuen Preßgesetzeutmurfes lautet: 
.Begründet der Inhalt einer Drnckjchrist den That 
bestand einer strafbaren Handlung, so sind II der 
Verfasser, 2j der Redakteur oder Herausgeber. 3) der 
Verleger. 4) der Drucker, 5) der Verbreiter mit der 
Strafe tes Thäters zu belegen, ohne daß es eine« 
Beweises ihrer Mitschuld bedarf * 
Hierzu hat Herr Otto Symskr, aus Königs 
berg folgendes Amendement an das Hohe Haus 
bes Deutschen Reichstags abgehen lassen: 
. .Sn Erwägung, das, l> Verfasser. 2> Redakteur. 3> Der- 
«kger. 4s Drucker. 5) Verbreiter mit gleicher Strafe ge- 
•■Tîx '""Ueu sollen, ohne daß c« de« Beweise« ihrer Mit- 
sutuld bedarf: i» Erwägung, daß der erkennende Richter 
dicht durch Zweifel geauätt werde, wer unter .Verbreiter' 
z» verstehen: wolle da« Hohe Hau« solgenden Ansatz zum 
$ 21 beschließen: Unter .Verbreiter" im Sinne diese» 
Ersehe« sind zu verstehe,i: Colporteure und Zeitniigtträ- 
ßer beiderlei Geschlecht«. Zeitnngèbate. der die Exemplare 
zur Post trägt, der expedireiide Postbeamte, der Postillon 
ve« Postwagen«, der die Zciluiigeii zur Bahn sährt. der 
Zugführer, und Lokomotivführer de«scnige» Zuge«, der 
Zeitungen fortfährt, der Postbeamte de« Zeitnng«- 
wmptair« in der Empfangsftatio» i,nd sämmtliche Stadt- 
>wd Laiidbrikflrägcr. die die Zeitungen mit strafbarem 
Zuhält an«oetrageii haben. Bei de» Beamten kann auch 
"uf Unfähigkeit zu fern crem Dienst erkannt werden 
»Sn «ff Hoffnung, ganz im Sinne der Verfasser diese« 
ņseheutwurfc« zi, handeln, zeichne 
mit ganz besonderer Hochachtung 
Otto SimSkt), 
Spediteur ». Redakteur der .Kl Presse.' 
IN 
>, Berlin, 18. Febr. Der Reichstag nahm i 
Nttex Lesung das Kriegsleistungsgesetz und 
„ en Antrag von Schultze-Delitzsch auf Zahlung 
Diäten an. 
Der wesentliche Inhalt des Kriegsleistungs 
gesetzes ist folgender: 
8 l. Für die innerhalb des Gediele« de« vormaligen 
Norddeutschen Bunde« au« Anlaß de« Kriege« gegen Frank 
reich auf Grund de« § 3 de« Gesetze« wegen der Kriegê- 
leistuiigen und deren Vergütung vom I I. Mai 1851 ohne 
gesetzliche» Anspruch auf Entschädigung erfolgten Krieg«- 
leistuiigen der Gemeinde» ist den letzteren nach näherer 
Bestimmung de« gegenwärlige» Gesetze« nachträglich Ver 
gütung zu gewahren. 
§ 2. Die Vergütung erfolgt: >j für die Gewährung von 
Natnralqnartier nach dem Servistarife, welcher dem Bnn- 
dcSgesetze über die Qnarlierleistung für die bewaffnete 
Macht während de« FriedcnSzustande« vom 25. Juni 1868 
beigefügt ist. Außerdem soll denjenigen Genieiiide», welche 
für Olunrtierteistnngen mehr al» da« Doppelte der ein 
fache» Servisvergntnng baar aufgewendet haben, der Auf 
wand. welcher da« Doppelte de« Scrvise« übersteigt — 
höchsten« jedoch l>>« zu dem Betrage der einfachen Servis- 
Vergütung — erstattet werde» 2) für geleisteten Vorspann 
nach den für FriedeiiSzeite» gesetzlich bestehenden Vergü- 
tanftisätzcn: 3j für die in § 3 Nr. 2 de« Gesetze« vom 
vom t l. Mai 1851 neben dem Vorspanne bezeichneten 
Dienste h. nach den am Orte der Leistung in gewöhn- 
lichen Zeitverhältiiissen übliche» Preisen: 41 für die Her 
gäbe von Nnnnilichkeite» zu Wachen. Handwerktstätlen 
und zur Nnlerbriiiguiig von Militaireffccten nach dem von 
den Gemeinde» dafür nachweislich gemachten Banrauf- 
wande, soweit derselbe von der oberen Verwaltungsbehörde 
als angemessen bescheinigt wird. Für die übrigen im 8 3 
Nr 3 de« Gesetze« vom II Mai 1851 bezeichneten Lei 
stungen erfolgt keine Vcrgüluiig. Die Ansprüche auf Ver 
gütung werden von den oberen Verwaltungsbehörde», bei 
welchen dieselben zu lignidiren sind, nach dem Ergebnisse 
der stattgefuiidenen Ermiltclnngen festgestellt. 
8 3. Die zur Vergütung erferderlicheii Mittel sind an« 
dem Gesanimtantheile der Staaten de« vormaligen Nord 
deutsche» Bunde« an der Französischen Krieg«koste»-E»t- 
schädigung zu entnehme» nub den einzelnen Staaten in 
den von denselben nachzuweisenden Beträgen zur Bewir 
kung der Vergütung zur Verfügung zu stellen 
— Der bereits im Einzelnen angenommene 
Gesetzentwurf, wegen Ausgabe von Papiergeld, 
über den indessen noch die Endabstimmung 
aussteht, hat folgenden Wortlaut erhalten: 
8 >. Der Reichskanzler wird ermächtigt. ReichSkassen- 
scheine zum Betrage von 3 Mark pro Kops her nach der 
Zählung vom t. Decbr. 1871 festgestellten Bevölkerung 
sämmtlicher Bundesstaaten in Abschnitten von 5, 25 und 
50 Mark ansfertige» zu lassen und unter die Bundes 
staate» »ach dem Maßstabe ihrer Bevölkerung zu ver- 
II,eilen. 8 2 Jeder BnndkSstaat hat da« von ihm seit 
her anSgegebenc StaatSpapicrgeld späteftcii« bi« zum I. 
Januar 1875 zur Einlösung öffentlich auszurufen und 
thnnlichst schnell einznzieheii. 8 3. Denjenigen Staaten, 
deren Papiergeld 3 Mark pro Kopf der Bevölkerung über 
steigt. wird die Hälfte de« »bersch ebenden Betrage« im« 
der Reichsknsfe al« ein Vorschuß überwiese», welchen sie 
in zehn gleichen Jahreķrate» zurück zu erstatten haben, 
bi» auf Höhe diese« Vorschüsse« ist der Reichskanzler er 
mächtigt. Reichskasienschciiic über den in, 8 l angegebe 
nen Betrag hinan« »»«fertigen zu lassen und in limlauf 
zu setzen Die ans den Vorschuß eingehenden Rückzah- 
iungc'n sind ziir Tilgung eine« gleichen Betrage« von 
Rcichskassenscheiiicii zu verwenden. 8 4. Diejenigen Bun 
desstaaten . welche LandeSpapicrgeld ausgegeben haben, 
werde» die ihnen ausgefolgten ReichSkaffcnschcine- soweit 
der Betrag der letztere» den Betrag de« ausgegebene» 
LandespnpiergcldcS nicht übersteigt, nur in dem Maße in 
Umlauf fetzen, al« Laiidespapiergeld zur Einziehung ge 
langt. 8 5 Die ReichSkaffcnschcine werden bei allen 
Kassen des Reiche« uiid säinmllscher Biindcèstaaten nach 
ihrem vollen Neiinwerh i» Zahlung angenommen und 
von der ReichShauptkasse für Rechnung de« Reiche« jeder 
zeit auf Erfordern gegen baaces Geld eingelöst. Im 
Privatverkehr findet ein Zwang zu ihrer Annahme nicht 
statt. 8 6. Die Aussertignng der ReichSkasienscheiiie wird 
der preußischen Hauptverwaltung der Staatsschulden über 
tragen. welche auch für beschädigte oder unbrauchbar ge 
wordene Exemplare für Rechnung de« Reiches Eisatz zu 
leisten hat, wenn da« vorgelegte Stück zu einem echten 
Reichskassenscheine gehört und mehr al« die Hälfte eines 
solchen betrügt Ob in anderen Fälle» ausnahmsweise 
ein Ersatz geleistet werden kann, bleibt dem pflichtmäßi- 
gen Ermesse» der Hanptvermaltung der Staatsschulden 
überlasten. 8 7. Vor der Ausgabe der Reichskassenscheine 
ist eine genaue Beschreibung derselben öffentlich bekannt 
zu machen. Die Controle über die Ausfertigung und 
Ausgabe der Reichscaffenscheine übt die Reichsschulden- 
commisston. 8 8. Von den Bundesstaaten darf auch 
ferner nur auf Grund eine« auf den Antrag der bethei 
ligten Landesregierung erlassenen ReichSgesctze« Papier- 
g id ausgegeben oder dessen AiiSgabe gestattet werden. 
Aus Meiningen wird gemeldet daß der 
Oberstlieutenant von Engel vom Kriegsge 
richt wegen Wechselfälschung zu vier Jahren 
Zuchthaus verurtheilt worden. Derselbe wird 
der Civilbehörde überwiesen. 
Königsberg i. Pr., 10. Febr. Die Stadt 
hat durch drei Instanzen einen Prozeß verloren, 
welchen der wegen Krankheit für den Schuldienst 
unbrauchbar gewordene Lehrer Heinrich gegen die 
selbe auf Zahlung einer jährlichen Pension von 
100 Thlr. ai.strengte. Die Stadt glaubte nach 
dem bei der Pensionüung mit H. aufgenommenen 
Protokoll, wonach die Pension nur so lange von 
der Stadt gezahlt werden sollte, als H. nicht eine 
andere Stelle mit einem Einkommen von 250Thlr. 
beziehe, im Recht zu sein, die Pension nicht mehr 
zu zahle», nachdem H. bei der ostpr. Landschaft 
mit 800 Thlr». jährlichen Gehalts angestellt wor- 
de» war. Die Gerichie haben jedoch die Stadt 
zur Fortzahlung der Pension verurtheilt. Außer 
dem muß die Stadt die rückständigen Pensions 
raten mit 5 pCt. Verzugszinsen, seit den Fällig 
keitsterminen, an Herrn Heinrich nachzahlen. 
Hamburg, 27. Febr. (Stat. Bureau.) 
Die im December 1873 vorgenommene Ermitte 
lung der Wohuungsv er hältniste und des 
Bestandes der Bevölkerung der Stadt 
Hamburg und den umliegenden zu Hamburg 
gehörenden Orte» hat iolgendes Resultat er 
geben. Es sind gezählt worden 314,657 Per 
sonen, 8993 oder 2,94 pCt. mehr als 1872. 
Die Bevölkerung ist seit 1866 von 256,612 
Personen um 58,045 oder im Jahresdurchschnitt 
8292—3,23 pCt. gestiegen. Die Zahl der 
ermitlelten Haushaltungen (70831) war um 
2310 größer als die vorgefundenen benutzten 
Wohnungen (6852l), es waren demnach 3J 
pCt. der Wohnungen von mehr als einer Haus 
haltung benutzt. 
Kick, 17. Febr. Im Monat Januar d. I. 
sind bei der Provinzial - Jmmobiliar - Feuer 
versicherungs-Anstalt 32 Brandfälle angemel 
det, wodurch ein Schaden von ca. 21,000 ^ 
erwachsen ist. Bon diesen 32 Brandschäden 
entfallen auf den Kreis Altona 4 mit ca. 200 $ 
Schaden, Schleswig 4 mit ca. 300 Kiel 3 
mit ca. 2000 Rendsburg 3 mit ca. 600 
Stormarn 3 mit ca. 900 Norderdithmarschen 
2 mit ca. 7700 $, Segeberg 2 mit ca. 1800 
Sonderburg 2 mit ca. 500 Steinberg 2 
mit ca. 1700 Süderdithmarschen 2 mit ca. 
4200 Tondern 2 mit ca. 900 Eid er 
stellt i mit ca. 150 F, Hadersleben 1 mit 
ca. 25 »/, Pinneberg 1 mit ca. 10^. Soweit 
bis jetzt ermittelt, sind von diesen Brandschäden 
6 durch Fahrlässigkeit, 2 durch mangelhafte 
Bauart und 1 durch Explosion entstanden. 
Cckernförde, 17. Febr. (Eck. Ztg.) In 
diesen Tagen ist hier die Nachricht eingetrof 
fen, daß unsere Stadt 12,000^ als Geschenk 
und 25,000 $ als Anleihe aus den im April 
v. I. zur Unterstützung der durch die Sturm- 
fluth Beschädigten bewilligten Geldmittel über 
wiesen worden sind. 
Aus Segeberg wird unterm 13. Februar 
berichtet: die Zahl der bis heute an der Toll- 
wuth crepirten resp. auf kreisärztlicher Anord 
nung getödteten Kühe in unserem Kreise be 
trägt jetzt 17. 
oo Itzehoe, 18. Febr. In der zweiten 
Schwurgerichts-Sitzung am Dienstage, die bis 
8 Uhr Abends dauerte, wurde der Arbeiter 
Peters aus Schülp, wegen Versuchs des 
Todtschlages seiner Ehefrau zu einem Jahr 
Gefängniß verurtheilt. Der Angeklagte, wel 
cher von seiner Ehefrau getrennt lebt, verlangte 
im Juli v. I. von ihr, daß sie zu ihm zurück 
kehre. Als sie dies verweigerte, feuerte er 
2 Pistolenschüsse auf sie ab, von denen mehrere 
Hagelkörner sie in Brust und Arm trafen. Die 
Verletzung war indeß nicht erheblich. Der 
Angeklagte befand sich zur Zeit der That in 
angetrunkenem Zustande. 
Heute wurde der Arbeiter P. Ehlers aus 
Heiligenstedten wegen Ableistung eines Mein 
eides dnrch Fahrlässigkeit zu einem Jahr Ge- 
sängniß, unter Anrechnung der Untersuchungs 
haft, verurtheilt. Der Angeklagte hatte im 
Juli v. I. beim hiesigen Kreisgericht einen 
Scheidungsproceß gegen seine Ehefrau wegen 
böslichen BerlassenS angestrengt und den ihm 
im Laufe desselben auferlegten Eid, daß er den 
Aufenthalt seiner Frau nickst kenne und keine 
seit dem Jahre 1869 davon erlangte Nachricht 
verschweige, nach vorgängiger Meineidsver 
warnung abgeleistet. Später stellte sich her 
aus, daß er erst im April 1873 in Heiligen 
stedten mit seiner Ehefrau zusammen gewesen 
war llnd von ihr erfahren hatte, daß sie sich 
in Altona aufhalte. 
Als letzte Sache in der gegenwärtigen Schwur 
Wessen Schuld? 
iFortsetznng ) 
XXXIV. Cap. Da« vermißte Testament. 
Rosa wurde am folgenden Morgen vermißt; 
ster erst spät Nachmittags nahm man an, daß 
I'r wirklich fortgegangen sei. 
„Wer ist fort?" fragte Mr. Burnham, als rr 
'ûi Vorübergehen die Haushälterin davon sprechen 
hörte. 
^,.Rosa,' eiwideite Bertrand, der ihm i» die 
«iblivthek gefolgt war. .Mrs- Hoyt sagte mir, 
< u sei seit gestern Abend verschwunden.' 
. Dem Herrn d-s Hauses war es nicht unlieb, 
,.°& sie sort war. „Warum aber ging sie heim- 
"ch?" fragte er wieder. „Es hätte sie ja Nie 
mand gezwungen, gegen ihren Willen zu bleiben.' 
^Bertrand etinmrle sich der gestrige» Unterredung. 
((Aie gab Ihnen doch die Papiere, nicht wahr, 
p Burnham?' 
c„ »Papiere — welche Papiere?' rief dieser aus- 
^""L«nd. .Sie gab mir keine.' 
w müssen Popirre gewesen sein, die Mrs. 
? Utn S)Q m in Besitz halte. Rosa wollte, daß ich 
kjelbsa übernähme; ich aber sagte, nur Sie häl- 
. ri» Anrecht darauf, und sie versprach, Ihnen 
zu geben." 
P "Dummkopf! Thor! Du wußtest, daß sie die 
Spiere halte, und sagtest mir das nicht? Das 
. adchkii muß gefunden werden! Was stehst du 
B und gaffst mich an? Geh' auf die Polizei und 
^ichreibe die Persönlichkeit und die Kleidung. 
^°ch halt, ich gehe selbst.' 
, Vertrand enļsetzle sich fast nicht so über die seit- 
»ui, Worte als über des Vormundes Aussehen, 
uâ erst bleiche Antlitz war ganz blauroth geworden. 
.Sie sind nicht wohl genug, um zu gehen, 
Mr. Burnham. Beruhigen Sie sich, ich werde 
alles besorgen.' 
.Ich will gehen, sage ich. Niemand kann ich 
trauen — Niemand. Geben Sie mir ei» Schlück 
chen Rum.' 
Während Bertrand die Flasche aus dem Schranke 
nahm und ein Gläschen einschenkte, Hörle er ein 
Krachen und jah. daß Mr. Burnham gegrn den 
Secretair gesunken war und dess-n Aussatz mit zil 
Boden gerissen Halle. 
Er löste sofort die Cravatte deS Bewußtlose» 
und rief nach Hülfe. 
Nachdem Colvin Burnham zu Bett gebracht 
und noch dem Arztr gesrndrt worden war, kehrte 
Beitrand in die Btbliotb'k zurück. Durch den 
Fall hatlen sich einige Schubladen geöffnet, deren 
Inhalt auf dem Boden zerstreut lag. Sorgfältig 
sammelte und ordnete der junge Advokat dieselbe», 
als ihm ein gefaltetes Document ausfiel, das auf 
der Rückseite Blnispureii zeigte, und die Ausschrist 
trug: .Julie Gny-Gndley's letzter Wille.' 
Es war das Testament seiner Großmutter, und 
als er cs öffnete, fand er, daß sie, mit Ausnahme 
einer Leibrente für den zweiten Gatten Stephan 
Gcidley. all ihr Hab und Gilt ihrer Tochtrr 
Helene vermachte. 
Das Blatt entfiel beinahe der bebenden Hand; 
es schwindelte ihm vor den Auge», als er der 
Möglichkeiten und Gewißheiten dachte, die sich ihm 
vor die Seele drängten. 
.O mein Vater!" rief er mit einem Blick des 
Danke« ge» Himm-l, .nun wird ber büftere Schleier 
von deinem und meinem Namen sich heben.' 
Der Großmutter Testament war Robert Burn- 
bam anvertraut gewesen, und man wußte, daß es 
sich zur Zeit des Mordes in seinen Händen be 
funden, nach demselben aber nicht mehr gesehen 
worden war. Die Thatsache, daß er nun zum Er 
ben eines reichen Besitzthumes werde, hatte wenig 
Gewicht im Vergleich zu dem Gedanken, daß sich 
»u» des Vaters Unschuld beweisen ließe. Er steckte 
das Testament in die Benstlasche, sammelte die 
übrigen Papiere, schloß sie in eine Schublade und 
verließ das Zimmer, dessen Thüre er ebenfalls 
absperrte. 
Als er über den Gang schritt, traf er den Arzt, 
der eben aus dem Krankenzimmer kam. 
„Wie befindet sich Mr. Burnham?' 
.Besier. Wollen Sie ihtN gefälligst die Noth 
wendigkeit unbedingter Ruhe einprägen. Der Ver 
lust eines solchen Mannes wäre ein öffentliches 
Unalück.' 
Langsam und traurigen Herzens begab sich Ber 
trand in sein Zimmer. 
So geehrt, so beliebt! Konnte es möglich sein? 
Was sollte er denken? Cr beschloß, vorerst der 
Mutier von seiner Entdeckung keine Mittheilung 
zu machen, sofort aber Mr. Pringle zu consulti- 
ikn, der wohl am besten Licht in die Sache zu 
bringen vermochte. 
Er begab sich alsbald zu dcm alten Advokaten, 
tröstete im Vorzimmer Anton Porget, der über 
Rosa's Verschwinde» ganz unglücklich war, betrat 
dann die Kanzlei und legte stumm das Document 
vor Mr. Pringle. Der Advokat sah es an, wischte 
die Brille und betrachtete es wieder. 
„Himmel, das ist ja das lang vermißte Testa 
ment Ihrer Großmutter! Wo fanden Sie es?' 
.In Mr. Burnham's Secretair.' 
Keine Antwort. Ein lclses, unwillkürliches Auf 
fahren ausgenommen, kein Ausdruck der Ueber- 
raschung. 
Bertrand erzählte, wie es in seine Hände ge 
kommen. 
Mr. Pringle schwieg. Seine unbewegliche Hal 
tung zeigte den Entschluß, kein Erstaunen zu ver 
rathen, keine verfängliche Aeußerungen zu thun. 
.Mr. Pringle, man weiß, daß dieses Papier 
zur Zeit der Ermordung Robert Burnham's in 
dessen Händen war.' 
.Das heißt, man vermuthete es.' 
.Betrachten Sic die Rückseite." 
AIs der Advokat den Blutflecken gewählte, legte 
er das Papier weg. 
„Das kann durch Zufall gekommen sein." 
.Die Wahrscheinlichkeiten, nicht die Möglich 
keiten haben wir in'S Auge z» fassen. Wenn Mr. 
Burnham auf unverfängliche Weise in den Besitz 
des Docuiiientes kam, warum hielt er's sa lange 
verborgen? Er wußte, wie es gesucht wurde.' 
.Auf der andern Seite, welchen Nutzen konnte 
dieses Papier für ihn und die Seinen haben?' 
„Ich sehe keinen. Es mag das Document aus 
Versehen oder weil man es für etwas anderes 
hielt, mitgenommen worden sein.' 
.Eine sehr plausible Ansicht, nur von keinem 
Beweis unterstützt.' 
»Ich weiß Jemand, der den Beweis zu liefern 
vermag. Mr. Earl's Schweigen brachte meinen 
Vater aus'« Schaffst; nun aber wird er die Wahr 
heit sprechen oder einen Meineid schwören müssen. 
Er traf meinen Vater in der Nacht des Mordes 
auf der Vortreppe, und aller Reichthum, aller 
Einfluß soll Mr. Burnham nun nicht retten." 
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