Full text: Newspaper volume (1874)

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jährlich 2 *?, vierteljährlich 15 @ßt. — siel in« Haus 
ieliefert 16'/, Sgr. — für Auswärtige. die da« Blatt durch 
die Post beziehen 16'/, Sgr. tuet. Postgebühr, jedoch 
ohne Bestellgeld 
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Rundschau 
In der letzten Rundschau haben wir gesagt: 
der am 11. und 12. October stattgehabte 
Kathedersocialisten - Coiigreß habe, außer über 
die criminelle Bestrafung des Arbeitsconlract- 
bruches, auch über die Steuerreform verhan 
delt und den Antrag Hirth's, die Rlatriknlar- 
deitrüge durch eine allgemeine Einkommensteuer 
M ersetzen, genehmigt. DaS beruhte jedoch auf 
einem Irrthum, der dadurch entstand, daß 
gleichzeitig mit dem „Verein für Socialpolitik" 
>n Eisenach auch der „Verein der Steuerrefor- 
Uier" tagte. Dieser und nicht jener hat die 
"Steuer - Resolution" gefaß', wenn es auch 
Thatsache ist, daß mancher Kathedersocialist 
den Verhandlungen der Hirthianer beiwohnte 
Und deren Beschluß zustimmte. Die Annahme 
desselben durch den Reichstag und den Bnndes- 
chth würde namentlich den kleiustaatlichen Re 
gierungen, die schwer unter der Last der Ma- 
stikularbeiträge seufzen, eine große Erleichte 
rung bieten und denselben eine längere Lebens 
dauer garantiren als es das Verbleiben bei 
der bisherigen Art und Weise der Aufbringung 
der Reichssteuer vermögen würde. — Die 
Kathedersocialisten beriethen außerdem noch 
über das Pensiouskassenwesen der Arbeiter, 
die sog. Altersveisorgungskasse. — Im Reichs- 
iagswahlkreise Dortmund fand eine Ergünzungs- 
rvahl statt, bei welcher der liberale Candidat 
über den Bischof Ketteier und den Socialdemo- 
'laten Tölcke siegte. — Bezüglich der Aruim- 
ichen Angelegenheit ist anzuführen, daß ver 
gangene Woche eine neue Haussuchung stalt- 
gbsunden hat, und zipar bei der Schwieger 
mutter des Grase». Zu Resultaten soll auch 
diese nicht geführt haben, doch wurden ver 
schiedene Möbel mit Beschlag belegt. Man 
vermuthet, daß dieselben Schriftstücke enthalten, 
rt 'Möglicherweise im Verlaufe des Prozesses 
at-o Beweismittel dienen könnten. Die „Voss. 
Ztg." enthielt eine allem Anscheine nach von 
Arnim ausgehende Darlegung der auf die 
gauze Streitfrage Bezug habenden Verhältnisse, 
danach wäre der Zwiespalt zwischen Arnim 
Md Bismarck in Folge ihrer verschiedenen 
Meinung über die französische Politik Deutsch- 
?uds entstanden; Bismarck habe der Republik 
11 Frankreich aus die Beine Helsen und Thiers 
Mterstützen wollen- wogegen Arnim gerathen 
dabe, dem Umsichgreifen d<r republikanischen 
şşapaganda ein Ende machen zu helfen. Ar- 
?i»t bearbeitete sogar hinter dem Rücken des 
^ichUauzlers den Kaiser in diesem Sinne, 
dadurch entstand der — aber doch ganz ge- 
!^ß berechtigte — Groll des Letzteren gegen 
Älteren, der sich in energisch und wenig höf- 
llchen Briefen Luft machte. Diese Briefe sind 
Rn, nach Arnim's Mittheilung in der „Voss, 
chg.", jene Acten stücke, um die eS sich in 
7» Prozesse handelt, welche daS Auswärtige 
A>Nt reclamirt und welche Arnim als „Privat- 
"Mefe" herauszugeben sich weigert. Das Or- 
şi» Bismarck's, die „Rdd. AUg. Ztg.", bemerkt 
uz», daß diese Darlegung „ungenau und un 
zuständig" sei; sonach ist doch einiges Wah 
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Man. 
Allerwürts arbeitet man jetzt an der Rcvr- 
büiiisatiou und Verstärkung des Heeres. Auch 
kr Schiveizer Nationalrath in Bern hat, ge 
aast den Bestimmungen der vom Volke ver 
fugten Revision der Bundesverfassung, die 
Berathung der neuen Militairorganisation be- 
b"»neu und u. A. die Wehrpflichtszeit auf 
"A Jahre normirt. Sie beginnt mit dem 20. 
7° reicht bis zum Ende des 44. Lebensjahres. 
7»u die deutsche Landsturmvorlage zur An- 
Rhme gelangt, so reicht bei uns die Wehr- 
Micht bekanntlich nur bis zu Ende des 42. 
Mhres; sie beginnt dafür aber für den Land- 
Rtlndienst schon niit dem 17. 
^ Die österreichischen Landtage sind alle wie- 
, R heimgegangen; dafür aber ist am 20. Oc- 
i°bex der Reichsrnth 
r>,-- vri ReichSrath wieder zusammengetreten. 
7k Liberalen hoffen, daß ihm auch eine Ci- 
sihegesetzvorlage gemacht werde. Diese Hoff- 
, "Ug ist jedoch eine vergebliche, da der Cultus- 
. Alster v. Stremayr soeben bei einer passeu- 
67stcr Jahrgang. 
Lrschciiil jeden Mittwoch und Sonn ab end Morgens. 
Illserationsgebühr: 
Für die Petitzeile 1 Sgr., für die CorpuSzeile V/, Sg, 
Anzeigen werden für die Mittwoch-Rr. bis Dienstag, für 
die Sonnabend-Rr. bis Freitag-Mittag 12 Uhr erbeten. 
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24. Hctober 1874. 
In Italien gehen die Wogen der Wahl 
agitation von Tag zu Tag höher. Der „heilige 
Vater" hat zwar erklärt, daß die Katholiken 
kein Mandat für ein Parlament annehmen 
könnten, das in Rom tagt und wo die Befol 
gung von Gesetzen, welche die Kirche nicht an 
erkannt hat, beschworen werden muß. Die ka 
tholische Partei will aber trotzdem nicht ruhiger 
Zuschauer bleiben und will sich dadurch helfen, 
daß sie, zwar keine eigenen Kandidaten auf 
stellt, aber mit für diejenigen der Radicalen 
stimmt. Die Radicalen selbst treten jetzt auch 
seit langer Zeit zum ersten Male wieder auf 
die politische Bühne. Garibaldi hat den Wäh 
lern gerathen, nur solchen Leuten ihre Stimme 
zu geben, die wegen politischer Vergehen im 
Gefängnisse schmachteten. In Genua veran 
stalteten die Radicalen zu Ehren des dort wei 
lenden spanischen Republikaners Castelar ein 
großes demokratisches Fest. Alan ersieht aus 
Allem, daß sich die republikanische Bewegung 
auch in Italien bemerkbar zu machen beginnt. 
Von Griechenland, wo auch die Armee repu 
blikanische Neigungen haben soll, wird Aehu- 
liches berichtet. — 
Am 11. Octbr. fanden in Frankreich 80 Stich 
wahlen zu den Generalrathswahlen vom 4. Oc 
tober statt. Tie eine Halste fiel zu Gunsten 
der Republikaner, die Ändere zu Gunsten der 
übrigen 4 Parteien aus, so daß das Gesammt- 
resnltat jetzt folgendermaßen heißt: 673 Re- 
publikauer, 604 Legilimisten, Royalisten und 
Septennalisten (die Letzteren sind solche, die 
event, auch die Republik gutheißen) und 158 
Bonapartisten. - Am 18. Octbr. fanden 4 
Ergänzungswahlen für die Nationalversamm 
lung statt. Nach den bis jetzt eingegangenen 
Berichten scheinen bei allen 4 Wahlen die Re 
publikaner gesiegt zu haben. — Das aus dem 
Hasen von Civita vecchia zurückberufene Kriegs 
schiff „Oränoqne", ist durch den „Kleber" er 
setzt worden, der aber in einem corsikanischen 
Hasen verweilt und nur auf den Ruf des Pap 
stes nach dem Hafen Rom's abgehen soll. Die 
Klerikalen lassen sich freilich durch dieses Aequi- 
valent nicht zufrieden stellen, und die Regie 
rung hat sich damit nur diese Partei zum 
Feinde gemacht, ohne die Freundschaft Italiens 
dafür zu gewinnen. Ebenso verhält es sich 
bezüglich Spaniens. Durch die Anerkennung 
der Madrider Regierung hat es das Mac Ma- 
hon'sche Gouvernement mit den Legitimisten 
verdorben und diese lassen sich dadurch nicht 
wieder gewinnen, daß es den Karlisten alle 
mögliche Unterstützung gewähren ließ und da 
durch den Haß Spaniens auf sich lud. Die 
jüngste energische Beschwerdeschrist ver spani 
schen Regierung, die auch in Abschrift nach 
London, Berlin und Wien gesandt wurde, hat 
in Versailles aber doch entschiedenen Eindruck 
zu machen nicht verfehlt und nach allem was 
man hört, stehen jetzt ernste Maßregeln gegen 
die Karlisten und ihre französischen HesferS- 
helfer bevor. 
Die Karlisten haben kein Glück mehr. Wenn 
auch wieder eine Waffen- und Mnnilionssen- 
dung zu ihnen gelaugte, so wurden doch zwei 
andere Transportschiffe abgefangen, daS eine 
sogar durch Franzosen; ihre Angriffe auf Jrun 
und Amposta wurden abgeschlagen; ihre Ex 
pedition nach Castilien scheiterte; mehrere bis- 
cayische Bataillone sind zu>' Regierungsarmee 
übergetreten; die baskischen Städte Durango 
und Guernica haben sich gegen Don Carlos 
erklärt. Ohne Zweifel ist jetzt der Prätendent 
beim Anfang von Ende angelangt. 
Auch die holländische Kammer genehmigte 
einen Antrag zu Gunsten der Einsetzung eines 
internationalen Schiedsgerichts. 
In der argentinischen Republik in Südame 
rika gab es Bürgerkrieg. General Mitra wollte 
den neuen Präsidenten Dr. Avellana stürzen. 
Der größte Theil des Heeres und die Natio 
nalgarde blieb aber Letzterem treu und so wur 
den die Insurgenten besiegt und wurde die 
Ordnung bald wieder hergestellt. 
Jü Gelegenheit erklärte, daß die obligatorische 
fliehe zwar ein sehr schönes Ding Fei, aber 
7. das östereichische Volk nicht passe, indem 
sie nicht wünsche. — In Wien fanden 
stRge Ergänzungswahlen für den Reichstag 
7 , wobei die liberal - demokratischen Candi- 
ten siegten. 
Berlin Der Zusammentritt des Reichs 
tages ist nunmehr definitiv auf den 29. Octo 
ber festgesetzt. 
— Wie man von gut unterrichteter Seite 
mittheilt, ist die letzte in der Wohnung des 
Grafen Arnim vorgenommene Haussuchung 
als resultatlos anzusehen. In den vierzehn 
Kisten, welche nach dem Criminalgericht ge 
bracht wurden, befanden sich außer in Rom 
erstandenen antiken Kostbarkeiten ausschließlich 
Bücher der reichen Privatbibliothek des Gra 
fen. In ähnlicher Weise sind die in der Re 
mise des Arnim-Boitzenburg'schen Hauses zurück 
gebliebenen und polizeilich bewachten Kisten 
gefüllt. 
Berlin. Die Scene erweitert sich und 
neue Personen treten auf. In Wien sind Her 
ausgeber und Redacteur eines Blattes vor 
Gericht geladen, um in der Arnim-Affaire 
als Zeugen vernommen zu werden. Es han 
delt sich dabei, wie es scheint, um den famo 
sen Julius Lang, der jenem Blatte angeblich 
Depeschen und Briefe Bismarcks an Arnim 
zur Veröffentlichung angeboten haben soll. Herr 
Julius Lang selbst, der als ein unglücklicher 
Stümper in dem Handwerk der Ohm's und 
Hentze's erscheint, ist auf und davon und das 
Bemühen, auf seinen Spuren etwas den Gra 
fen Arnim Gravirendes zu entdecken, dürfte 
kaum glücklicher sein, als die Liebe, die sich 
in diesem Frühjahre der alten Wiener „Presse" 
mit einem Sümmchen nahte, das ein „kleines 
Familienvermögen" repräsentirte. 
Stettin, 18. Oct. Die feierliche Enthül 
lung des Denkmals für den verstorbenen Dich 
ter Prntz hat heute Mittag unter großer Be 
theiligung verschiedener Vereine und Freunde 
des Verstorbenen stattgefunden. 
Straßburg, 18. Oct. Heute, am Jah 
restag der Völkerschlacht bei Leipzig, fand un 
ter den üblichen kirchlichen und militairischen 
Feierlichkeiten die Enthüllung des den im 
Kriege 1870/71 gefallenen Pionieren in der 
Citadelle errichteten Denkmals statt. Dasselbe 
besteht aus einer aus einem Sockel ruhenden 
schlanken Säule, deren Spitze einen Adler 
trügt, welcher in den Fängen das eiserne 
Kreuz festhält. An den vier Seiten des Po- 
testes schlummern vier Löwen. Der Sockel 
trägt auf 2 Seilen an Namen der Mannschaf 
ten 260, ferner ans der Rückseite die Namen 
von 26 Offizieren und auf der Vorderseite die 
Widmung: „Dem Andenken seiner im Feldzuge 
1870/71 gefallenen und gestorbenen Kamera 
den. Das k. preußische Ingenieur-Corps" 
Die verzeichneten Offiziere sind folgende: 
Oberstl. R. v. Gayl, Oberstl. G. v. Rohrscheidt, 
die Majore v. Quitzow, v. Owstien und En 
gels; die Hanptleute Kirchgeßner, Hertzbera, 
W. Richter, A. Ledebonr, Otto v. Holly, 
Emil Kamlah, A. Kallmann; die Lieutenants 
G. Jacobi, I. Müller 1, P. Müller II, G. Hoff 
mann 11, H. v. Schlieben, B. Janke, H. Reh- 
nnz ll, W. Burghardt, Leap. Frobe», L. Schotte; 
die Portepoefähnriche Nothert und Wendet; 
die Vicefeldivebel Wellenkamp und Men». 
(12 derselben fielen vor dem Feind, 13 star 
ben in Folge der Kriegsstrapazen und 1 ver 
unglückte beim Verlegen von Torpedos.) Der 
würdigen Feier wohnte neben dem Offizier- 
corps, de» Civilbehörden, auswärtigen Depu 
tationen ic. auch Geuerallieuteu. v. Biehler bei. 
Hamburg, 20. Oct. Der „H. C." schreibt: 
Fürst BiSmark wird heute oder morgen auf 
seiner Besitzung in Friedrichsruhe erwartet, um 
dort, wie es heißt, etwa 14 Tage zu verwei 
len. Sollte er jedoch die Hoffnung hegen, 
dort Ruhe zu finden, so dürfte er sich einiger 
maßen getäuscht sehen. Schon seit einigen 
Wochen >ind mehrere hundert hiesige Sanges 
brüder mit dein Einstndiren einer, von einem 
bekannten hiesigen Volks-Componisten und 
Sänger gedichteten und componirten Hymne 
beschäftigt, die dem Fürsten, sobald er in die 
Nähe unserer Stadt koinmt, vorgetragen wer 
den soll. 
den 21. Oct. Der ehemalige Polizei 
beamte Weisse wurde gestern, nachdem ihm der 
abschlägige Bescheid des Senats auf die von 
seinem Vertheidiger eingereichte Supplik erst 
von Seiten der Polizei mitgetheilt war, aus 
der Raboisenwache ins Zuchthaus abgeführt. 
_ Braunscdweig Wittwe Krebs, des 
Giftmordes ihres Gatten angeklagt und Schlach 
ter Brandes, mit dem sie in Coiicnbinat lebte, 
der Anleitung überführt, wurden zum Tode 
verurtheilt. 
Schleswig, 20. Oct. Präsident Bitter ist 
Sonntag Vormittag von seiner Urlaubsreise 
hierher zurückgekehrt und hat die Präsidialge- 
schaste wieder übernommen. 
Flensburg, 18. Oct. In der hiesigen 
Strafkammer wurde gestern verhandelt wider 
185 Militairpflichtige aus Nordschleswig, welche 
sich der Genügung ihrer Militairpflicht dadurch 
entzogen haben, daß sie ohne Erlaubniß das 
Reichsgebiet verließen und nach erreichtem mi 
litairischen Alter nicht zurückkehrten. Zwei 
derselben, welche wieder zurückgekehrt waren, 
wurden freigesprochen, die übrigen 183 dage 
gen in contumaciam zu je 50 Thlr. Geld 
strafe evenl. zehn Tage Haft verurtheilt. 
Flensburg, 18. Oct. (Fl. N. Z.) Aus der 
letzten Strafkammersitzung: Der Hirten 
junge^ Clausen zu Tarpfeld war achtmal in 
das Haus des Colonisten Beck in Jerrishoe- 
feld eingestiegen und zu zwei Malen auf an 
dere Welse in dasselbe gedrungen und hatte 
hier im Ganzen 115 Thlr. entwendet. Urtheil: 
1 Jahr 3 Monate Gefängniß. Seinen drei 
Schwestern hatte er von dem gestohlenen Gelde 
gegeben. Dieselben wurden wegen Hehlerei 
mit Gefängniß von resp. I Woche und'2 Wo 
chen belegt. — Angeklagt waren ferner der 
frühere Zugschloffer Johannsen und der Schaff 
ner Lassen, beide aus Flensburg, wegen Be 
truges, und Tischler Trenck nebst Ehefrau aus 
Hamburg wegen Anstiftung zum Betrüge, die 
Ehefrau Trenck war nicht erschienen. Trenck 
und Ehefrau waren am 3 Mai cr. nach Kol- 
ding gereist und reisten am 4. s. M. in Be 
gleitung eines Mädchens, ohne Billette zu ha 
ben, mit der Eisenbahn von Wamdrup nach 
Rendsburg. Johannsen räumt bei der Ver 
handlung ein, daß er 1 Species dafür bekom 
men habe, wenn er Trenck und seine beiden 
Begleiterinnen unentgeltlich mitnähme; er hat 
diese auf der Weiche Lassen überwiesen und 
derselbe hat sie bis Rendsburg niitfahren lassen. 
Urtheil: Johannsen 14 Tage Gefängniß, Lassen 
10 Tage Gefängniß, Trenck 15 Thlr. Geld 
strafe, Ehefrau Trenck Freisprechung. 
— Bei Langenhorn hat sich ein trauriger 
Unglücksfall ereignet. Pächter Sievertsen 
aus dem Jnl.-Marienkoog, von dem Viehmarkt 
in Bredstedt zurückkehrend, wars um und ge- 
rieth so unglücklich unter den Wagen, daß er 
in Kürze eine Leiche war. Er hinterläßt eine 
Frau und zwei Kinder. 
Cckernförde, 20. Octbr. Am vorigen 
Sonnabend, Nachmittags, war unser llkeichs- 
kagsabgeordneter, Herr Dr. Wallichs, hier 
anwesend, um auch den hiesigen Wühlern Be 
richt über seine Thätigkeit im Reichstage abzu 
statten. Es hatten sich zu dem Zweck wohl 
l00 Personen im Saale zur „Stadt Hamburg" 
eingefunden. 
— Laut Inhalt des „Eckernförder Kreisbl." 
i|t das Gut Eschelsinark von dem bisheri 
gen Eigenthümer Herr v. Hildebrandt auf 
Herrn Kammerherr v. Wedderkop, das Gut 
Steinrade von Herrn Hudemann auf seinen 
Sohn Chr. E. Hudemann, das Gut Alt-Bü Ick 
von dem wait. Besitzer Rodde auf seinen Sohn 
Carl August Rodde übergegangen. 
^ Ztzehoe, 19. Oct. Vor dem mit dem 
29. d. hicselbsh beginnenden Schwurgericht ste 
hen bis jetzt folgende Sachen zur Verhand 
lung an: am Donnerstag, den 29. October, 
contra Melcker, Schuster ans Schleswig, we 
gen wiederholten Betruges im Rückfall und 
Unterschlagung; am Freitag, den 30. October, 
contra Lüthje, Arbeiter aus Barkeiiholm in 
Dithmarschen, wegen Verbrechens gegen die 
Sittlichkeit; am Sonnabend, den 31. October, 
contra Dieckmann, Händler aus Nortorf, we 
gen betrttglichen Bankerotts; am IMoiitag, 
den 2. November und event, folgendem Tage, 
contra Meyer, Kaufmann aus Wilster und Ge 
nossen wegen betrüglichen Bankerotts, resp. 
Beihülse zu diesem Verbrechen. 
Außer diesen Sachen liegen noch zwei An 
klagen der Anklagekammer in Kiel zur Be 
schlußfassung vor, die wahrscheinlich auch vor 
das Schwurgericht verwiesen. Ob die Sache 
gegen den Strafanstalts-Rendanten Zenker ans 
Glückstadt und Genossen wegen Giftmordver- 
suchs in dieser Schwurgerichts - Periode eben 
falls noch zur Verhandlung kommen wird, ist 
unbestimmt. 
Ķieļ, 20. Octbr. Der von der deutschen 
Kaiserin ausgesetzte Preis von 2000 Thlr». in 
Gold fürdas beste Handbuch der kriegs 
chirurgischen Technik ist auf Antrag der 
Preisrichter Prof. Billroth in Wien, Prof. 
Langenbeck in Berlin und Socin in Basel ge 
theilt morden und sind der Arbeit des Prof. 
Dr. Esmarch in Kiel, 1000 Thlr. Gold, der 
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