Full text: Newspaper volume (1874)

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diePoft beziehen 16 V,Sgr. iact.Stempetsteuer u. Postgebühr, 
jedoch ohne Bestellgeld 
Berlin, 13, Sept. Mit Spannung kann 
Man den Verhandlungen M Reichstage- über 
die Justizgesetze entgegensehen unter denen das 
Meiste Interesse der Sttafproc.ß in Anspruch 
Nimmt, dlssen Bestimmungen tief in da» politi 
sche Lebe», in die Begriffe von Recht, Freiheit, 
Ehre und Würde der Nation eingreifen; mährend 
Gerichl-versassung und Civilproceßordnung Mehr 
technisch behandelt und Juristen Stoff zu Em- 
mürfen bieten werden. In parlamentarischen 
juristischen Kreisen ist man rntschloffen, sich den 
von Gneist aufgesttttttn Vier Hauplsorderungen 
des Strasproceffeê anzuschließen. Diese vier For-, 
derungen sind 1, ein konkuriirendes Anklagerechl 
der Privatpersonen neben der Staatsanwaltschaft, 
2. Oeffcntlichkeil der Voruntersuchung, 3, Ein 
führung des Kreuzverhörs, 4, Abschaffung der 
Meitläusigen Ariklageacte und Ersatz derseiben durch 
eine Anklageformel. Sollte sich aber der Reichs 
tag mit diesen Forderungen einveistanden erklä 
ren, so müßte der Entwurf einer Strafprocrßord- 
Nung gänzlich umgear beitet werden. 
— ' Dec erste Entwurf zu dem preußischen 
Unterrichtsgesetze ist fertig. Derselbe zählt, wie 
die „Epen. Ztq," berichtet, über 300 Para 
graphen und umfaßt das gesummte Uitter- 
richlswesen von der Universität bis zur Dorf 
schule mit Inbegriff der Dotations-, sowie 
aller sonstigen adnrinistrativen, wirthschaftlichen, 
finanziellen und technischen Fragen. 
— Die Kaiserin Augusta hat au dic Herzogin 
Marie von Meiningen ein Schreiben gerichtet, in 
welchem sie ihr vollstes Mitgefühl onsspricht über 
das der rladt Meiningen widļrsahrenc Unglück. 
Ä„ drn Bürgermeister sandte sie ein G-schenk von 
1000 Mk. (333Va ïblr.). 
— Bon der Berliner Bö,se sind bereits 5000 
Thlr. nach Meiningen abgegangen; dem Polizei- 
Präsidium sind bis jetzt 1000 Thlr und viele 
Kleidungsstücke re. übergeben worden. 
— Di- Nai.-Ztg. brachte dieser Tage eine 
Eorrespondknz aus SchļeêMig-Holsl-in, in w-lchee 
sich folgende Sätze befanden: „Das Beste wäre 
es jedenfalls, wenn eine Race fl. e. die dä 
nische), die so unsäglich viel Unheil über unsere 
Provinz gebrach! hat, mit Stumpf und Sti-l 
ausgerottet würde, wenn Düj.'nigen, dic zum Ab 
schaum des Däncnstaates zählten, »nd sich in den 
vierziger, namenllich aber in den fünfziger Jahre» 
>m Hcrzogthnm Schleswig einnisteten, hingeschickt 
würden, woher sie gekommen sind," — »nd Juni 
Schluß nochmals: ,Das Dänenlhum, welches in 
Nordschlkswig lebt, muß »nd will mil eiserner 
Faust angefaßt sein; es wäre vergebliches Beniü- 
h-n, es mit Sammelhandschnhen anzufassen.' Die 
.Hamb. Corresp.' fertigt diesen Wülhrich, wie 
folgt, ab: 
,Die von der Rat -Z. veroffenltlchien Correspon- 
dknzen und Artikel über schleswig-holsteinische An 
gelegenheiten haben längst ein Patent für Takito- 
stgkert vorgeschrittenen Grades sich erworben; die 
vorstehenden Auslaffungen reihen sich früheren 
würdig an. Oder ist ti nicht ein sehr milder 
Ausdruck, wenn man derartige Aeußerungen, welche 
die Bestrebungen zur Beruhigung und Gewinnung 
der doch einmal in Nordschleswig vorhandenen rc- 
niienten Elemente auf Jahre hinaus fruchtlos ma 
chen und den deutschen Behörden selbst ihre wahr 
lich nicht zu leichte Aufgabe noch mehr erschweren 
müssen, nur als „taktlos' bezeichnet? Die dänisch 
redenden und zum großen Theil auch noch dänisch 
gesinnten Bewohner Nordschteswigs zählen nach 
vielen Tausenden; ist es da nicht kindisch, von 
einem Ausrotten mit .Stumpf und Stiel' zu 
spreche», oder eine allgemeine Austreibung dersel 
ben zu verlangen, Angesichts der Thatsache, daß 
bei Weitem die Mehrzahl dieser dänisch Gesinnten 
und ihrer Abstammung nach sich zu den Dänen 
Zählenden durch den Prager Frieden preußische 
Staatsbürger sind, also ein Recht auf ihre Wohn 
sitze haben? — Alles was wir in Bezug auf 
diese Nordschleswiger zunächst hoffen und erwar 
ten dürfen, ist eine ruhige Erfüllung ihrer staats 
bürgerlichen Pflichten, ein verträgliches Nebenein- 
andergehen mit ihren deutschen Mitbürgern, damit 
ein allmähtiges Einleben in die jetzigen Verhält 
nisse und späteres, wohl erst von der heranwach 
senden Generation zu erwartendes Aufgehen in 
diestlben. Und dem gegenüber solche Ausfälle, 
die nur den Zweck erfüllen können, diese friedliche 
langsame Amalgamirnngsarbeil zu stören und de 
ren Erfolg auf Jahre hinaus in Frage zu stellen. 
Denn die propagandistische dänische Locaspreffe 
wird sich selbstverständlich ein ihr so dienliches Ma 
terial nicht entgehen lassen, und durch Verbreitung 
desselben unter der dänisch gesinnten Bevölkerung 
Noidschleswigs ihren Zwecken mehr nützen, als 
durch alle Aufhetzungen.' 
— Das .Rknter'sche Telegraphen-Bureau' be 
richtet: „Jmporcial" meldet als ein der Bestä 
tigung bedürfendes Gerücht, die Bombar- 
dirung des Fleckens Zarauz durch die deutschen 
Kriegsschiffe, weil die Carlisle» zwei Man» von 
der Bemannung, die sich auf einem Boote befan 
den, erschaffen. 
— Ueber den Besuch der Wartesäle und 
Bahn-Perrons seitens des Publikums hat der 
Handelsminister zunächst für die Staatsbah 
nen eine allgemeine Verfügung erlasien, die 
auch später auf die Privat-Eisenbahn-Gesell 
schaften ausgedehnt werden soll, wo solches 
nach Maßgabe des Betriebsumfanges als er 
forderlich erscheint. Ter Minister macht das 
Betreten der Wartesäle und der Perrons von 
dem Besitze eines Fahr- oder Zutrittsbillets 
abhängig. Der Preis des Zutrittsbillets ist, 
wie die „N. Börs.-Ztg." constatirt, auf 20 
Reichspfennige bestimmt. Eine ähnliche Ver- 
Vcriiiischte Notizen. 
— Nach awilicher Ermittelung sind in Mei- 
bingkn 217 numerirte Wohnhäuser abgebrannt 
Und 2393 Personen obdachlos geworden; dus 
Bild der Stadl ist auch heute noch ein grausiges. 
An Unterstützungen waren dis zum 10. d. Mts. 
3690 fl eingegangen; der Schaden wird jedoch 
1 Mill, fl, wenn nicht noch mehr betragen, 
-— Von den Da r lehe ns -Ka ss e n sch ein en, 
leiniiirt 1867, zur Abhülfe des in den Regie- 
Uingsbezirken Königsberg und Gumbinnen Herr- 
şchenden Nothstandes, befand sich am 31, August 
c • »och ein Betrag von 252,346 Thtr. im Um- 
Ions. Wir erinnern daran, daß diese Darlehens- 
kaffenscheine sämmtlich ans dem Umlaufe zurückge 
zogen und nur noch bei der General-Staatskasse 
zu Berti», bei den Regierung« Hanplkassen, den 
Bezirks-Hauvlkoffen in der Provinz Hannover 
Und bei der Landes Hauplkaffe j» Sigmaringen 
angenommen und von denselben eingelöst werden. 
Aus Heidelberg berichtet die „Heidelberger 
Leitung' : Am 21, Aug. sah man mehrere Ar- 
b 'iter eifrig beschäftigt, die B'enner der Gasla- 
'krnen in der Sophienstroße und auf der Anlage 
^zuschrauben und durch andere zu ersetzen. Nach 
Antritt der Dunkelheit zeigte sich, um was es 
Uch bei diesem Umtausche gebandelļ hatte, denn 
sämmtlichen Laternen entzündeten sich plötzlich 
selbst. Man batte also hier eine jener Bor- 
^chtungen angebracht, durch welche das Anzünden 
dem Brenner selbst besorgt wird. Die Con- 
UsUclion des kleinen, aus jeder Laterne leicht an- 
ìuìngbaren Apparats beruht auf rein mechanischen 
şiincipjen. Der gegen Abend zu verstärkende 
Gasdruck allein ist es, welcher die metallische 
sügung, die vor Jahren erging, kam nach 
kurzer Zeit außer Geltung; die Praxis, die 
sich nicht mit ihr zu vertragen wußte, siegte 
damals und so wird es bei diesem neuen Ver 
such wahrscheinlich auch wieder der Fall sein. 
— Die Entlassung der Reservisten 
und zur Disposition zu Beurlaubenden erfolgt 
in der allernächsten Zeit, so daß die Entlastun 
gen in der zweiten Hälfte dieses Monats be 
endet sein werden. Der Eintritt der Rekruten 
der Infanterie ist auf Mitte December d. I. 
hinausgeschoben. Seit 1S71 sind die Eintritts 
fristen regelmäßig verlängert worden, so daß 
im Grunde von einer dreijährigen Dienstzeit 
eigentlich keine Rede mehr ist. 
— Der Reichstagsabgeordnele Hasenclever, 
nicht allein Präsident des vorläufig geschlosse 
nen Allgemeine» deutschen Arbeiter-Vereins, 
sondern auch des Allgemeinen deutschen Ar 
beiter - Unterstütznngs - Verbandes thut kund: 
„In Anbetracht, daß der Zimmererbund poli 
zeilich geschlossen ist, daß ferner alle socialisti 
schen Gemerkschastsverbäiide sich der polizei 
lichen Verfolgungen in hohem Maße zu er 
freuen haben, so daß auch der Allgemeine 
deutsche Arbeiter - Unterstützungs - Verband an 
die Reihe konimen wird, haben wir beschlossen, 
den Verband am heutigen Tage selbst aufzu 
lösen. Die Auflösung ist der Berliner Polizei 
behörde angezeigt worden." 
Aus Schlesien, 8Sept. Wieder .Spell.Z." 
an- zuverlässiger Quelle gemeldet wird, ist der 
Feldwebel Dreblow aus Neiffe, welcher, wie seiner 
Zeit berichtet, den Restaiiraleur Bartsch erstochen 
hat, durch kriegsgerichtliches Erkenntniß zu drei 
Monaten Festung vernrtheilt und zur Abbüßung 
dieser Strafe bereits nach Glatz abgeführt worden. 
Hannover, 13. Sept. Der Kaiser, der 
Kronprinz »nd die Kronprinzesfin des deutschen 
Reichs und von Preußen sind heute Nachmittag 
4j Uhr hier eingetroffen. 
Wohlan, 12. Sept. Das Kreisgericht ver- 
urtheilte gestern den Präsidenten des Appel 
lationsgerichts v. Gerlach wegen einer Druck 
schrift wider die Civilehe nach § 131 des Straf 
gesetzbuches in contumaciam. zu 200 Thaler 
Geldbuße event, sechs Wochen Haft und er 
kannte aus Vernichtung der noch vorhandenen 
Exemplare der incriminirten Druckschrift. (K.Z.) 
— Dir Hamburger Volkszlg. protestirle vor 
einigen Tagen in geharnischter Weise gegen die 
Nachricht, daß man von Hamburg aus für die 
geruchlose Waare .Grid' drr .Räuberbande, an 
deren Spitze ein gewiffer Don Carlos steht", 
Waffen liksrre. Dagegen hält die Spen. Ztg. 
diese Bkhanplung aufrecht und fügt hinzu, die 
Thatsache sei auch der Aufmerksamkeit d,S Ham 
burger Senats keineswegs enlgange», nur biete 
zur Zeit die Gesetzgebung leider keine Handhabe, 
um derartige „schmutzige Geschäfte' zu verhindern. 
Die Hoffnung des Berliner Blattes — bemerkt 
bit Franks Handelsztg — dieser Schacher werde 
wenigstens jetzt, nach der Anerkennung der Serra- 
no'ichen Exekuiivgcwalt und der Affaire von Gu- 
klaria, eingestellt werden, möchten wir doch nicht 
so ohne Weiteres theilen. Wie wir die Hambur 
ger Reichsfreunde kennen — das sind sie Alle, 
Alle reichssrenndlich, kommt Herr „Banko" noch 
immer vor dem Patriotismus und wenn's eine 
Sünde, so holt man sich am Sedanstag oder bei 
sonstigen Gelegenheiten durch Entfaltung höchster 
Loyalität die beruhigende Absolution. 
r Kiel, 13. Septbr. Man ist vollauf mit 
den Vorbereitungen eines würdigen Empfangs 
Sr. Majestät des Kaisers beschäftigt. Unsere 
Stadtcollegien haben für denselben 1200 Thlr. 
bewilligt. Gilden, Gewerke, Vereine Stu- 
dirende rc. werden vom Bahnhof bis zum 
Schlosse bei der Ankunft Spalier bilden. Den 
Bahnhof schmückt die Direction der Eisenbahn- 
Gesellschaft aus, Ehrenpforten und Ausschmü 
ckung des Abfahrtsplatzes des Dampfschiffes 
nach Ellerbeck besorgt die Stadt als Commune, 
allgemeine Illumination veranstalten die Be 
wohner. Drüben bei den großen ModeUschup- 
pen, der auf der Werft zu Ellerbeck parallel 
dem Helligen des „Friedrich der Große" steht, 
errichtet die Marinebehörde einen Altan, von 
dem aus der Kaiser dem Stapellauf zuschauen 
wird. Im Hafen ist zu der Zeit noch die be 
reits eingelaufene Russische Fregatte „Svetlana" 
mit dem Großfürsten Alexis Alexandrowitsch, 
drittältesten Sohn des Zaren, an Bord, welche 
zur ehrenvollen Repräsenlion der russischen Ma 
rine dem Stapellauf des ersten gepanzerten 
deutschen Kriegsschiffs beiwohnen wird. Ob 
auch die englische Dacht „Osborne" bis zu der 
selben Frist hier bleiben wird, ist nicht bestimmt. 
Dies Schiff, das gestern ankam, erwartet hier 
den Prinzen von Wales, um ihn von den 
Manövern, denen er in Hannover beiwohnt, 
nach Kopenhagen zu bringen. Da von aus 
wärts aus allen Gegenden des Landes gleich 
zeitig zu dieser festlichen Gelegenheit Deputa 
tionen und Neugierige eintreffen werden, u. a. 
auch zum Sonntag ein Extra-Dampfschiff mit 
Sonderburgern, so sieht Kiel zweien bewegten 
Tagen entgegen. — 
Am Freitage wurde unserer Gemeindever 
tretung vom Landes-Consistorium ein Schreiben 
vorgelegt betr. den Entwurf eines Regulativs 
über die Besetzung der Predigerstellen in un 
serer Gemeinde. Der darin enthaltene Vor 
schlag, wonach das Präsentationsrecht bei 
den verschiedenen Stellen den bisher dazu Be 
rechtigten verbleibt, der Gemeinde dagegen in 
allen Fällen das Wahlrecht zugestanden wird, 
fand das Einverständniß der Vertreter. — Für 
Vorrichtung in Function bringt und dadurch die 
Entzündung des dann ousströmendeu Gases ver- 
nnlaßt. Wird gegen Mitternacht der Gasdruck uni 
eine gewisse Größe herabgesetzt, so erlöschen be 
stimmte, dazu ausgewählte Flammen, während 
der Rest erst gegen Morgen, infolge einer aber 
maligen Reduction des Gasdruckes eingeht. Die 
Lösung dieses Problems der gleichzeitige» Selbst- 
entzündung der Gasflammen einer Stadt wird 
schon lange auf verschiedenen Wegen angestrebt; 
wer sich näher dafür ìnterejsiiļ, stiidet derartige 
Vorrichtungen inannichfacher Art in Dingier'« Po- 
lytkchinschkin Journal beschrieben; doch setzte sich 
ihrer Einführung immer dic große Complicirtheit 
entgegen, ein Fehler, welcher bei der neuen Er- 
findling vkiinieden zu sein scheint.' 
Der Leuchthurm auf Amrum ist j-tzi fertig, 
doch ist der Lnichtapparat, der für 23,000 Thlr. 
in Paiis gearbeitet wird, noch nicht geliefert. Ein 
Pariser Techniker hat contraclinäßig auch die Auf 
stelln,>g des Apparate« zu besorgen. 
— Die Golhaer-Feuer-Bersichei tings- 
bank giebt ihren Betreten, über die Feuersbiunst 
in Meiningen einige Miļļheilungen in einem Cir 
cular, in welchem es u. A. heißt: „Der gesammte 
Schaden, de» dies zu den größten derartigen Cr- 
eigniffen gehörende Brandunglück verursacht hat, 
wird auf ca. 2 MR Thlr. geschätzt. Der Ver 
lust, den unsere Anstalt dadurch erleidet, wird 
nach drm vorläufigen Ueberschiage bis 200,000 ^ 
betragen. Wie empfindlich dieser Schlag onch 
ist, so bietet er doch noch keinen Grund zur B'- 
uiiriihigung unserer Theilnehmer, da der bisherige 
Verlauf de« Jahres ein ungewöhnlich günstiger 
war. Mit dein Verluste in Meiningen belaufen 
sich unsere bisherige» Schäden in diesem Jahre 
auf ca. 410,000 oder ca. 18 % der uns 
für das laufende Jahr zu Gebote strhenden Mit 
tel. — Die beiheiligten Versicherungsgesellschaften 
bei dem Meininger Brande sind außer „Provi- 
bentia.Phönix' und „Gothaer Feuerversiche- 
rungsgestUschoft"; die Gcsrllschafl .Stettin' mit 
ca. 120,000 .Thüringia' mit ca. 85000 
„Magdeburger' ca. 35,000, .Alte Leipziger' ca. 
40,000 xş, „Colonia' ca. 100,000 F, .Essener" 
ca. 30,000 .Adler' ca. 40,000 F, .Aachen- 
Münchener' ca. 35.000 und „Bayer. Hypo- 
ļhrken- und Wechèlrlbauk' mit ca. 11,000 
— Nach den Berichten vom Hamburg-Al 
to narr Ce ntr a Iv i e h in a rk t sind die Fleisch- 
Preise in Bezug auf große« Hornvieb und Ham 
mel in der letzten Zeit um 3—6 Ķ Ctt. pro 
100 0 gefallen. 
— Nach amtlichen Ermittelungen sind im 
Jahre 6086 Personen ans Schleswig-Holstein 
nach transatlantischen Ländern ausgewandert 
gegen 6416 im Jahre 1872. Im Ganzen sind 
aus Deutschland 103,898 (1872: 125,754) 
Personen ausgewandert. 
— Das „Planer Wochenbl." berichtigt nun 
mehr seine jungst gebrachte Notiz, nach welcher 
die Regierung in Schleswig beabsichtige Volks 
belustigungen zu begründen. Es ist dies 
natürlich ein Druckfehler und soll es heißen: 
V o l k s b i b l i o t h e k e n. 
(Pilsener Actienbier — courfähigZ Wiener- 
Blätter berichten, daß Kaiser Franz Joseph sich 
nach dem zweiten Gange des in Pilsen einge- 
itommeiien Dejeuners durch eine Deputation 
der dortigen Aktienbrauerei Bier dieses Etab 
lissements credenzen ließ, über dessen Qualität 
er sich in günstigster, anerkennendster Weise 
äußerte. Auch das kaiserliche Gefolge zollte 
dem goldverklärten Pilsener Naß, das bis zum 
Schluffe des Mahles Tafelgeträuk blieb, den 
vollsten Beifall. 
— Für die fortschrei,ende gedeihliche Entwickelung de« 
Technic,,,,, Frankciiberg (Sadjfen) svricht der un« 
vorliegende 9 Jahresbericht desselben (1878/74). Wir 
entnehme» demselben folgende Daten. Außer den beiden 
Direciorcn »-iircrrichlcie» in, Vorjahre 7 ausschließlich der 
Anstalt gewonnene Lehrkräfte (insgesainmt Ingenieure, 
je i Chemiker und Sprachlehrer und 2 Pädagogen, außer- 
dem ein Turnlehrer und i Lehrer für Steuogrnphie) (90 
Schüler, iiümlich 145 im Soniinersc,»ester, von denen im 
Laufe und am Ende desselben 29 abgingen, und. nachdem 
45 ne» aufgenommen, 161 im Wintersemester. Von die 
sen 190 Schüler» sind I >4 evangettscher. 68 röniisch-ka- 
tholtscher, 4 griechisch-katholischer. 2 reforniirter Confession. 
2 Dissidenten. Der jüngste ist 14. ber älteste 36 Jahre 
alt. WaS den künftigen Beruf anbetrifft, so widmen sich 
96 dem Maschinenwesen al« Ingenieure. 49 demselben 
n>» Werkmeister. 5 demselben als Construcienre, 21 dem 
Eisenbahnwesen als Ingenieure, 4 der Chemie. 3 der 
Landwirthschoft. je 2 dem Mühlenbaufache, der Färberei 
und Weberei, je 1 dem Baufach, der Spinnerei. Ziegel- 
fabrikatiou. Biichdruekerei. dem Bergwesen und Bureau- 
dienst Der Heiniathsongehörigkeit nach sind. 112 Schüler 
au» dem deutschen Reich, 34 an« Rußland. 28 au« Oe 
sterreich-Ungarn, 4 au« Serbien, 8 an« den Vcreiniglen 
Staaten, je 2 ans der Schweiz. Schweden. Brasilien, je 
, an« Holland,sch-Jiidieii. Rumänien und Jtnlien Acht 
Schüler, welche sich der Prüfung für Einjährig Freiwillige 
unterzogen hatten, erhielten de» Berechtigungsschein, 5 
fleißigen unbemittelten Schülern wurde das Schulgeld 
ganz erlassen, tl andere zahlten ermäßigte Beträge. Die 
Lehrmittel sBitfliothek. ZeichiningSwcrkc. Feidmeß-Iiistr»- 
mente. physikalische und chemische Apparate ic > tvardei, 
wesentlich vermehrt, auch von Privaten der Anstalt Ge 
schenke an solchen gemacht. Best»,Vers ausgezeichnet in der 
Geschichte de« Institute« ist aber da« verflossene Jahr durch 
da« von Seiten der Jury der Wiener Weltausstellung ihm
	        
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