Full text: Newspaper volume (1848)

Tergesgeschichte. 
—0— 
Deutsüiland Frankfurt, vvm 15. Jan. 
Mit dein Senatsbeschluß gegen den hiesigen Turnverein 
hak eê seine vollkommene Richtigkeit; der Vorstand des 
hiesigen Turnvereins oder besser der Turngemeinde ist 
heule früh vor die Polizeibehörde citirt worden und hat 
- dort vernominen, daß die Gemeinde fräst dieses Senakuê. 
consults von dem Augenblicke an, da der Vorstand 
das Verbot vernehme, als aufgelös t zu betrachten sei. 
Die Bitte, nochmals eine Versammlung halten zu 
dürfe» , um die administrativen 'Angelegenheiten zu 
ordnen, wurde rundweg abgeschlagen. Unter keinerlei 
Namen und in keinerlei Weise solle man wieder zu. 
sammen kommen, widrigenfalls die Strafen erfolge», 
in it denen geheime Verbindunge» bedroht sind. Fremde, 
die hier zuwider handeln, haben sofort Ausweisung zu 
gewärtigen. Für Alle, welche daS vierzehnte Jahr zu. 
rückgelegt haben, ist der Tlirnplatz unbedingt geschloffen. 
So hat man wieder einmal recht gründlich geholfen. 
Der schöne Turnplatz und die geräumige Halle, die erst 
im verflossenen Sommer niir viel Worte» und großem 
Gepränge und viel hundert Turnern von nah und fern 
eingeweiht wurde! Nur die harmlose Schuljugend soll 
noch Gebrauch davon machen. Es glaubt hier Niemand, 
daß dieses Verfahren von unsern freisinnigen Behörden 
ausgegangen ist; die Quelle liegt höher und dasselbe 
Verbot wird von dort aus in alle deutschen Vaterländer 
ausgehen, wo es noch nicht geschehen ist, wie in Kur. 
Hessen und zum Theil im Großherzogthum. In Nassau 
scheint es nahe bevorzustehen; wenigstens hat man den, 
Turnverein die öffentliche Einladung zu einer Versamm- 
lung, uni einen neuen Vorstand zu ivählen, nicht passive» 
laffen. Man reagirl indcffen dies Mal im Stillen; 
jeder Staat verbietet für sich; ein Bundesbeschluß ward 
schwerlich an das Licht der Ocffentlichkeit kommen. 
-— In dev gestrigen Generalversanmlung des hiesigen 
Liederkranzes ist, .nur Rücksicht ans die letzten mereaii- 
tilischen Unfälle an hiesigem Platze", beschlossen worden, 
das große deutsche Sänger fest, welches im nächsten 
Sommer hier gehalten werdet sollte, bis auf das Jahr 
1849 zu verschieben. Gestern waren (wie der Nürn- 
berger Correspondent schreibt) die Directoren der Sänger 
vereine zu dem Polizeidirecior Senator Dr. Reuß be- 
schieden, ivelcher ihnen eröffneie, daß cs für wünschenS. 
werth erachtet werde, daß das allgemeine deutsche 
Sängerfest, welches in diesem Jahre in Frankfurt 
gefeiert werden sollte, auf daS nächste Jahr verschoben 
iverde, und zwar in Betracht der theilweise noch fori, 
bestehenden Lebensmiiieliheurung und vornehmlich der 
zahlreichen Fallimente und der damit verbundenen Krisis. 
Ob dies der einzige und wahre Grund dieses „Wunsches" 
ist, niöge dahingestellt bleiben. 
Berlin. Inder „ Berlinische» Zeitung " wird aus 
Potsdam vom 15. Januar über die erste Versamm 
lung der Schützengilvkn - Deputationen zur Bildung eines 
allgemeinen Lan d es sch ütz en b u ndc s für Preußen be. 
richtet. Es hatten sich die Deputationen von 44 Schützen 
gilden auS der Provinz Preußen (1), Brandenburg (29), 
Sachsen (19), Schlesien (6) und Westphalen (Ì) ver 
sammelt. Von 33 Schützengilden aus den verschiedenen 
Provinzen waren schriftliche Erklärungen ihrer Zu. 
stimmungen eingegangen. Bei Beantwortung der Frage: 
Was soll der Zweck des Bundes sein? einigte man sich 
im Wesentlichen dahin, daß der Bund den Ziveck habe, 
Liebe für den König und das Vaterland zu ern-ecke», 
das gesammtk Schützenwese» zu veredeln und zu heben 
und Bürgersinn lind Einigkeit zu fördern. Als Mittel 
zur Erreichung der Zivecke des Bundes ivurve zunächst 
vorgeschlagen und beschlossen, daß der König ersucht 
werden solle, die Protection über de» Bund zu über 
nehmen oder zu genehmigen, daß eine andere von ihm 
zu bestimmende Person die Protection übernehme. So. 
! dann wurde» wegen Förderung der llebungen in den 
Waffen, wegen Abstellung des für unsere Zeiten nutz 
losen Schießens mit Standrohren und wegen Schieß. 
Übungen aus freier Hand, Wünsche ausgesprochen und 
allgemein anerkannt, wobei jedoch bevorworlet wurde, 
daß den Localstatulen und Gewohnheiten der einzelnen 
Gilden durchaus kein Zwang angethan werden solle. 
Eben so wurden Beschlüsse über Schieds- und Ehren, 
gerichte zur Schlichtung von Mißhelligkeilen in Schützen- 
angelegenheiten gefaßt. 
— Unsere Börse befindet sich seit einigen Tagen in 
einer fieberhaften Aufregung, und ein nanihafter Rück. 
gang aller Fonds ist die Folge davon. Die sabelhaf. 
testen Gerüchte circuliren dort; die regierende Königin 
von Spanien sei plötzlich gestorben, Ludwig Philipp 
sei ernstlich erkrankt, ganz Italien sei in, offenen Auf. 
rühr. Die Börsenmänner erzähle» diese Nachrichten 
zwar stets mit dem Zusatze, daß nicht das Geringste 
wahr davon sei, aber man siebt nur zu deutlich, wie 
sie auch vor der entfernten Möglichkeit, daß dennoch 
das eine oder andere seine Bestätigung finden könnte, 
zittern. Den unbefangenen, theilnahmlosen Beobachter 
unserer Börsenwelt muß nothwendig ein unheimliches 
Grausen überfallen, wenn er sieht, wie der Besitz so 
Vieler allein auf einem ungeheuren Gebäude von Papier 
beruht, das von dem ersten politischen Sturm, der die 
Welt durchzieht, in seinen Grundfesten erschüttert werden 
muß. 
Breslau, vom 16. Januar. Die Berathungen 
. des in Hamburg vom 29. Nov. bis 2. Dec. v. I. ab. 
gehaltenen Eisenbahn - Congresses beginnen auf den Per 
sonen- und Güterverkehr einen guten Einfluß zu äußern; 
— 20 
wenigstens können wir von hier berichten, daß der Ver- 
waltungêrath der Breslau-Schweidnitz-Freiburger Eisen 
bahn in seiner gestrigen Conferenz das in Hamburg fest 
gesetzte Reglement genehmigt und beschlossen hat, dasselbe 
auf dieser Bahn bereits mit dem 1. Mai d. I. in 
Kraft treten zu lassen. 
Frankreich. Paris, vom 18. Januar. In 
der gestrigen Sitzung der Pairskammer kam der Algier 
betreffende Paragraph des Adreßeniwurfs zur Verhand. 
lung. Der Margins v. Boissy erklärte sein Bedauern 
darüber, daß Prinzen von Geblüt wichtige Oberbefehle 
anvertraut würden, weil dadurch nur zu leicht Berwicke, 
lungen entstehen könnten. Ferner verlangte der Mar 
quis Aufklärung darüber, ob das Versprechen des H > 
zogs v. Aumale an Abd-el-Kader von der Regierung 
werde rakisicirt werden und so der Letztere, nach dem 
Orient gesendet, zum Pensionair Englands gemacht, 
von diesem später nach jedem Theile von Algerien könne 
geführt werden, was für Frankreich leicht gefährlich 
werden^dürfte. Hr. Guizot erwiderte, die Regierung 
habe den Herzog v. Aumale als Gouverneur von Al. 
gier dem Könige in der festen Ueberzeugung vorgeschlagen, 
da dies für Afrika, für Frankreich, für de» Krieg 
und für den Frieden in Algier unter den damals Herr, 
schenden Verhältnissen die beste Combination gewesen. 
UeberdikS habe die Regierung keinen Grundsatz der cvn. 
stitutionelle» Ordnung geopfert ober aufgegeben. Die 
Regierung behalte sich in Betreff der ihr gegenwärtig 
vorgelegten Frage, deren Prüfung und Entscheidung 
vor, indeß könne sich die Kammer überzeugt halten, 
daß von der Regierung keine Pflicht werde verletzt 
werden. — Auf den Wunsch des Herrn Merilhou, 
die Vereinigung Algeriens mit Frankreich möge durch 
ein Gesetz bestimmt werden, entgegnele der Kriegsminister, 
bald werde ein Gesetz dem Regimente der Ordonnanzen 
ein Ende machen; ferner erklärte der Minister, es 
werden auf Antrag des Herzogs v. Aumale in kurzer 
Zeit 5999 Mann aus Algerien nach Frankreich zurück 
kehren und dadurch eine Ersparung von 2 bis 3 Mill, 
erzielt werden. Der Paragraph wurde darauf ange 
nommen. 
Eitft'änd Die Judeneniancipatioip sindel noch 
immer hin und wieder ihre Gegner, dock- ist überall 
die Majorität für dieselbe. So berichtet man unterm 
15. d. M. Folgendes aus London: Sir Robert Jnglis 
verlangte für das Land Zeit, um seinen Unwillen über 
die Zulassung der Jude» in das Parlament avszusprechen. 
Allein die Versammlungen, in welchen Vilischiifkc» zu 
Gunsten der Juden beschlossen werden, sind zahlreicher 
und bedeutender, a!s die, in welche» der alte Geist der 
Ausschließung herrsch,. Auch in Southwark ward 
eine solche Versammlung gehalten, in welcher einmüihig 
beschossen wurde, sich sowohl für die Juden, als für 
die Wahl.Rothschild's auSznsprechen. Die Stimmung, 
daß der Staat nur über die Pflichten zu wachen habe, 
welche er selbst auferlegt, und nicht hineindringen dürfe 
in jenes Heiligthum des Herzens, wo der Mensch mit 
seinem Schöpfer allein ist, zeigte sich allgemein. Am 
Schlüsse trat ein Jude auf, Herr Keyzor, und erwarb 
sich Beifall durch die volksthümliche Weise, in welcher 
er die gegen die Juden geltend gemachten Gründe zu 
entkräften suchte. Er hätte eine zahlreiche Familie, 
sagte er, und es wäre das tägliche Gebet seiner Kinder, 
daß der Allmächtige dieses christliche Reich segnen niöge; 
wenn er fände, daß einer seiner Söhne Feindseligkeit 
gegen die protestantische Religio» hegte, so würde er 
ihm die Reitpeitsche geben. (Hört! und Gelächter.) 
Er sei briltisch geboren und habe seine Steuer» lange 
Jahre ohne Murren bezahlt; aber er fühle sich gekränkt, 
daß er wie ein Fremdling behaiidelt werde. Er sei be« 
reit, zu den Küsten des brittischen Volkes zu gehen 
und jeden Franzosen anzugreifen, ivelcher zu landen 
versuche» möchte. (Beifall und Gelächter.) Auch in 
Edinburgh, wo das Christenthum doch gewiß ernst und 
strenge genommen wird, hat man einen Beschluß für 
die Juden gefaßt. , 
Schweiz. Zürich, vom 15. Januar. Die 
päbstliche Note ist au de» Herrn Präsidenten und die 
Herren Cantons-Repräsentanten, zu Bern als eidgc. 
nössische Fagsatznng versammelt, gerichtet. Diese heklagt 
die Aufhebung von Klöstern, sogar von Franenklöstern 
und die Absetzung von Geistlichen ohne Zuziehung der 
geistlichen Geivalt.' „Mit Thräne» in den Augen" habe 
sodann der heilige Vater vernommen, daß in der ersten 
Hitze des Kampfes eidgenössische Wehrmänner gegen dll 
Befehle ihrer Obern in einigen Kirchen der Sonder,- 
bunds.Cantvne Entiveihlingen und „Gräuel" sich haben 
zu Schulden kommen lassen. Der heilige Vater, „der 
in den letzten Zeiten sich nicht in die politische Frage 
eingemischt habe", fühle sich verpfiichtet, als Oberhaupt 
der Kirche diese Verletzunge» höchlich zu mißbilligen. 
Der päpstliche Nuntius in der Schweiz, der die Ehre 
Hai, die Empfindungen des heiligen Vaters „der hohen 
Weisheit der eidgenössischen Tagiatzung" vorzuführen, 
geht bis zu einer „förmlichen Protestatio»" gegen jeden 
durch die Decreie der Regierungen der Ech-Sonderbunds- 
Cankone an den Rechten des heil. Skiihles begangeiieii 
Eingriff. Diese Beschlüsse, die „vielleicht in einem 
Augenblicke der Aufregung erlassen worden seien", stehen 
zudem im Widerspruch mit dem Bundesvertrag — meint 
der apostolische Nuiiliüs — und deshalb sei um so 
eher zu erwarten, es werde die Tagsatznng auf deren 
Widerruf dringen. Das Schreiben schließt mit der 
Aeußerung der Zuversicht, eS werde die hohe Tagsatzung, 
die Beschützerin der geheiligten Rechte der Eidgenoffeii- 
schast, die von dem obersten Priester reclamirlen Rechte 
der katholische» Conftssion wiederherstellen und unver 
sehrt erhalten wollen, worauf der apostolische Nuntius 
die Versicherung seiner vorzüglichen Hochachtung gründet. 
Dieses Beschwerdeschreiben ist vom 27. December 1847 
datirt. şķ 
Bern, vom 15. Januar. In der gestrigen Sitzung 
der Tagsatzung wurde nach lebhafter Discussion beschlossen, 
die £7?ore des Nuntius gar nicht zu beantworten. Andere 
Anträge gingen dahin, auf Abberufung des jetzigen 
Nliiiiins, ja auf Aufhebung der Nuntiatur überhaupt 
hinzuarbeiten. Solothurn warnte vor Siegestrunkenheit 
und theologischen Disenssioiien. —" General Dufour 
übergab der Tagfatzung 4999 Fr. für Blessirte beider 
Partei,,. — Stach de» letzicn Entlassungen befinden sich 
noch 19 Bataillone mit Specialwaffe», im Ganzen etwa 
7999 Mann unter den Waffen. Stur Uri und Unter» 
walden haben gar keine Truppen mehr. — Mit Ende 
deS fanuar, ja vielleicht früher, dürfte eine Vertagung 
stattfinden. Ob dann die Commission für Revision 
des Bundesvertragks arbeite» wird, steht dahin. 
— Deni Vernehmen nach wird gegen den französi. 
fchen Gesandten eine Untersuchung eingeleitet, weil der. 
selbe, den bestehenden Gesetzen zuwider, zwischen Basel 
und Neuenbürg eine „Ordiiiärifnhr" unterhalte. 
Dänemark und die Hcr^oglhümer. 
Kopenhagen, vom 2!. Januar. Die „Verl. Zig." 
berichtet in ibrer heutigen mtt einem.Traue,rande einge» 
faßten Nummer folgendermaßen über baß Ableben König 
Ckristian des Achten und über den Regteruiigsanlnrt Şr. 
Maj. König Frederlk des Siebenten: „Am Dvnnersraae 
den 20. Januar, um 10k Ubr Abends, gefiel es dem All 
mächtigen. Se. Maj. König Cbristlan den Achten, nach 
lltägiger zunehmender Krankdeit, in Allerböchstdeffen 62. 
Lebensjalire und 9. Regierungsjabre abzurufen. — A>n 
Freitage den 2l. Januar, um 9 Ubr VcrmlttaaS, wurde 
Se. kbnigl. Hoheit. Krvnvrinz Frederik Carl Christian zum 
Köniae ausgerufen, indem Se. Excellenz der Gebeime 
Staats- und Jusiizminister Paul Christian v. Ltemann, 
in Gegenwart der Prinzen, der übrigen Gebeimen Staais- 
minijler und Cvllegienchefs, nebst niedreren beben Beamten, 
auk dem Altan des Cbnstiansbutger Schlosses vortrat und 
dort mit lauter und vernehmlicher Stimme dreimal na» 
dinandcr ausrief: „König Christian der Achte ist tobt!" 
,,Es lebe König Frederik der Siebentel"' welcher lusrnf 
jedesmal vom königlichen Herold auf dem Christlansburacr 
Schlvßvlatz wicderbvlc wurde, worauf ein Tusch von Pauken 
und Trvmveie» folgte. Se. Maj. König Frederik der 
Siebente gerudten demnächst allergnädigst auf den Altan 
zu treten und die versammelte Menge zu grüßen. Die 
königlichen Herolde, mir einem Commando der Leibgarde 
zu Pferde, wiederbolte» Hierauf wie gewöhnlich de» Ausruf 
auf allen öffentlichen Plätzen. An demselben Tage wurde 
bei Hole Kammertrauer angelegt."' 
Dasselbe Blatt bemerkt, daß man sich schon mebrere 
Tage auf den Tod des Könias babe vorbereiten müssen, 
und daß das letzte gestern Abend uni 7 Ubr ausgegebene 
Bulletin, so zu sage», die sichere Borschatt von der bcvor- 
ftkhenden Karastrorbk gewesen sei. Ueber die Wirksamkeit 
des verewigten Monarchen äußert sie, daß kje kurze Ne- 
gicrunaszeir desselben fruchtbar für Dänemark gewesen fei 
und daß wvbl kein däiiil»er König in so kurzer Zeit in so 
wichtigen Angelegenbeiren gewirkt babe, wodurch noch größere 
und wichtigere Arbeiten zum Wohl tcs Volks eingeleitet 
worben leien, als Er. Ueber den Nachfolger Christian's VIII., 
Ee. Mai. den jetztregierk,-den König, bemerkt dasselbe Blair, 
daß derselbe noch ln feinem kräftigste» Alter stehe und dag 
er mir treuen Ratbaebcr» und den ersten Männern des 
Volks st» umgebend. bei seiner bekannten pvxulaire» 
Denkungsweife, mir Recht Sich bade vertrösten können, 
wie cs in der lö ttal. Urkunde Heine, nicht allein die von 
König Christian VIII. begonnenen Verbesserungen i» der 
Verwaltung fortzusetzen, sondern auch die von ihm beab 
sichtigte Ordnung der öffentlichen Verhältnisse des Staates 
zu beendigen, welche die gegenseitigen Reu te des Volkes 
zu sichern bezwecke. Diele königliche Ankiiiidiguiig von Aus 
sichten für die Zukunft habe sich den Weg zu Aller Herzen 
gebahnt und schon habe sich dies in dem allgen,einen Jubel 
gezeigt, womit die zablteichen Dolksgrurveii Se. Maj. bet 
seinem Vortreten auf tcm'Balcon des Schlosses nach der 
Proclamation des Regierungswechsels begiüßr hätten. 
Im Laufe des Vormittags wurden die in der Stadt 
aariiii'vnirenden Truvvcn und sämmtliche BürgercorvS durch 
den Generalmarsch nach ihren reiv. Sammelplätzen zusam, 
mcnberuten. wo sic iheils in Gegenwart des commandireii» 
den Generals, Sr. k. H. des Prinzen Frcderik Ferdinand, 
tbeile in der des Gouverneurs der Stadt, Sr. D. des 
Prinzen Wilhelm, unierm jetzigen Könige den Eid der 
Tr>ue schwuren. Die Stadtthore waren von 9 bis 12UHr 
geschlossen. Um 12 Ubr wurden von' den Wällen und Bat 
terien zugleich Kanonensalure gegeben. 
— Aus dem..Correlvondenzblatt"' enriiehmeii wir roch 
Folgendes: Der verstorbene König bar während seiner 
Krankbeil, Namentlich am letzten Tage, große Schmerzen 
erduldet, und wir großer Ruhe und Ergebung ertragen. 
Am Donnerstag, den 20sten, Nachmittags ungefähr um 3 
Uhr, ließ er sich. wir der Königin zniamwen, das Abend» 
mabl reichen, und »ahm dann von seiner Familie Abschied. 
Die' geistige,," Kräfte desselben waren -fortwährend unge- 
schwäSt. Im Augenblick des Todes war außer der Königin 
der HotmaischaU Levetzau und der geheime Eratsrard 
Adler zugegen. Am 22. ist die Sectio» der Leiche vorge 
nommen, die morgen einballamir: unb'demnäast. dem Ge 
blauche gemäß, au, dem Paradebert ausgestellt werden 
wird. Die Züge derselben sollen ui Folge der ausgestan 
denen Leiden so verändert sein, dqß sie kaum wieder zu 
erkennen sind. Die vcrwlttweie Königin Caroline Ama 
lie hak den Verstorbenen während seines Krankenlagers 
mir außerordentlicher Ausdauer und ausoriernder Treue 
gepflegt und getröstet. 
— Bei der Ablegung des HuldigungseideS durch da» 
Studeniencorps ertönte der laute Ruf: ,,§s lebe die Con 
stitution" und „Es lebe die Ficibeii", an dem aum viele 
civilgekleidele Studenten und Candidate» Tbell nahmen. 
— Die Wache auf dem Christi«,»gtlnirger Şķloß, wo 
Frederik der Siebente resibirt, ist, wie dasselbe lllalr be 
richtet, am Freitag Wittag der bürgerliche» Jnfanrerie 
Kopenhagens übertragen. 
— Das „Fäbreland" theilt mit. daß am Freiiag.Mor- 
gen ungefähr -169 Studenten eine Aufforderung an die
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.