Full text: Newspaper volume (1848)

Beilage 
j um Nen-sbnrger königlich - privilegirten Wochenblatte. 
J»3 3. 
Zefuitenlied. 
( Aus dem Anekdotenjäger.) 
Weh' uns! Weh' uns! Freiburg ist hin. 
Ja, Freiburg ist gefallen, 
Wie lange ivädrt's, so ist Luzern 
In liberale» Krallen. 
DaS geht uns in dem Kopf herum, 
O Jerum! 
Man will mit Pulver und mit Blei 
Uns aUesamml verhageln, 
Und der Kanonen Zündloch fchier 
Zum Trotze uns vernageln. 
Das gebt uns in dem Kopf herum, 
O Jerum! 
Hallob, ihr Brüder! raffet auf 
Des Glückes letzte Scberben! 
Und bauet auf den alten Spruch: 
„Unkraut wird nie verderben." 
Die größte Waffe in der Welt 
Besitzen wir. und — die heißt: Geld. 
ES reißt aus allen Nöthen 
DaS kleine Won: Moneren. 
Ade! Ade! Du Schweizerland 
Mil deinen Sennerhütten; 
ES pfeifen aus dem letzten Loch 
No» nicht die Jesuiten. 
Denn wo besteht Diplomatie 
Sind Jeluiten spat und früh. 
Und geben nur erst flöten 
Wenn alle — die Moneten. 
Bevor noch solche in der Welt 
Wird leeres Stroh gedroschen, 
Man schlägt die Jesuiten todt 
Nur mit dem letzten Groschen. 
Im Kleide nicht liegt Form und Geist 
Wie raufenbiällig si« erweist, 
Gilt's Vortheil aufzuschütten 
Sind alle — Jesui:en. 
Briefe aus einer kleinen Stadt. 
(Aus den Granzbvten.) 
I. 
Sonnabend, den 22. Januar. 
Intelligenz - Anzeigen. 
—#— 
Kircklicde Anzeige. 
Sonntag, den 23. Januar, predigt in der Altstädter Kirche: 
Vormittags Herr Pastor Sivers, 
Nachmittags Herr Pastor Much man«. 
In der Neuwerker Kirche predigt: 
Vormittags Herr Probst Cailisen, 
Dänische Predigt Herr Pastor Broderfen, 
Nachmittags Herr Pastor Balemann. 
Mittcwomen: Bibelstunde, gehalten von Pastor 
Balemann. 
Amtliche Anzeigen. 
—<)— 
Am 7tcn und am 8:en Februar dieses Jahres, und zwar 
an Jedem der beregreu beiden Tage, von Vormittags 9 Uhr 
an, wird die See-Session für die Stadt Rendsburg auf 
dem hiesigen Rathhaufe abgehalten werden. Solche« wird 
nach Maasgabe des § 86 der Verordnung vom 17tcn Avril 
1838, betreffend das See-Enrvllirungswesen in den Her- 
zogthümer» Schleswig und.Holstein zur Nachricht und 
Nachachtung für diejenigen, welche in der Seerolle der 
Stadt Rendsburg stehen, oder in dieselbe ausgenommen zu 
werden wünschen, oder endlich in den Seerollen anderer 
Districte siebe» und gegenwärtig hier sich aushalten, unter 
dem Hinzufügen von Seiten der Sessionsdcvutirten hie 
durch zur öffentlichen Kunde gebracht, daß am 7ten Febr., 
alS am ersten Sessionstage, die ganze mir Hauptrolle-Paient 
verschenk Mannschaft, und am 8ien Februar, als am zwei 
ten Sessionslage, alle Uebrigeu sich einzufinden und baß 
die Enrollircen, welche nicht erscheinen, ohne daß ein ge 
nügender Behinderungsgrund nachgewiesen werden kann, 
zu gewärtigen haben, baß die gesetzlichen Folgen des Aus 
bleibens sie treffen werden. 
Rendsburg, den 20sten Januar 1848. 
Berger. 
Welcher böse Dämon eS gewesen, der mich hierher 
verschlagen, weiß ich nicht; aber gewiß, es war ein 
böser Dämon. Da soll ich nun noch Monate weilen, 
wo der Aufenthalt eines Tages am gesammten Men 
schengeschlechte verzweifeln macht. Denke Dir ein Nest, 
wo sich die Nachtwächter mit zu den Gebildeten zählen, 
wo, mit Einschluß dieser, etwa zwanzig Personen an 
die Anrede Sie gewöhn, sind. Ich habe solche Zustände, 
wie die hiesigen, für unmöglich inmitten deS gebildeten 
preußischen Deutschlands gehalten und nun diese mise. 
rable Wirklichkeit, die alle Erwartung übersteigt. Es 
sind hier etwa 2000 Seele», was man so Seelen nennt, 
die ihre Aecker gehörig mit Dünger versorgen, Jahr 
aus, Jahr ei» dieselbe» langweiligen Geselle» und bei 
dem Allen so entsetzlich vergnügt sind, daß man sich 
todt ärger» könnte. Ueber die Grenzmarken der Stadt 
ist wohl seit Menschengedenken Keiner hinausgekommen, 
den Pastor und zwei oder drei Beamten ausgenommen, 
die in ihrer Jugend eine Universität besucht. Darf man 
einer Familienchronik und der öffentlichen Meinung — 
sit venia verbo — trauen, so ist in grauer Vorzeit 
einmal einer der Ahne» eines hiesigen Geschlechtes in 
Hamburg geivesen. Aber Du glaubst auch nicht, welch' 
unermeßliche Bedeutung diesem „Ereigniß' beigemeffen 
wird, welchen Zoll der Verehrung noch beute die^iach» 
kommen jenes Weitgereisten genieße». In allen Streit 
fragen haben sie das unbestreitbare und unverjährbare 
Vorrecht der letzt entscheidenden Stimme. Nimmer ist 
noch der Schatten jenes großen Mannes angerufen, 
nimmer noch die Erinnerung jener denkwürdige» Be 
gebenheit aufgefrischt worben, ohne daß nicht Jeder still 
sich seiner lvidersprechenden Meinung begeben.— In den 
meisten kleinen Städten, deren ich nach gerade eine 
ziemliche Anzahl kenne» gelernt, eristirt ein sogenanntes 
Genie, welches der Witzler, poeta lanreatus und 
maitre de plaisir des Städtchens in einer Person ist, 
der das Privileg hat, jedem Mädchen eine Zweideutig 
keit zu sagen, die ihr die Schamrölhe ins Gesicht treibt, 
und was dergleichen dem Geiste gern gestattete» Licen 
zen mehr sind. Gewöhnlich ist es der Barbier — bis 
weilen wohl auch per Schulmeister, „ein wahrer Teufels 
und Allerweltskerl." Hier in R. aber hat ei» solcher 
bisher nicht auskommen könne»; seine historische Erin- 
liming hat das Genie geächtet. Ein neues Beispiel 
gegen allen Adel. Das Schlimmste ist, daß auch noch 
der geringste Zweifel an solcher Autorität und Mono- 
polwirthschast selbst bei der Jugend nicht lebendig ge 
worden. Andere Bewegungen als die peristaltischen 
scheinen geradezu etwas Unerhörtes. 
(Wird fortgesetzt.) 
Cs wird biedurch bekannt gemacht, daß bas von dem 
Königlichen General-Zollkammer- und Commerz-Coiiegio 
mittelst Schreibens vom 4ten d. M. Dem Maaisnat zuae- 
ftellte Heit der statistischen Uedersichr. te-reffend Waarcn- 
Ein-, Aus- und Durchsubr, sowie Schiffiahir des König 
reichs Dänemark und der Herzoglhümer Schleswig, Hol 
stein und Lauenburg fur das Jahr 1846 zur Einsicht der 
jenigen Hanbeilreibendeu und übrigen hiesigen Einwohner, 
weiche sich dafür interessiren möchten, im Stadtprästdio 
hieseibst ausgelegt worben. 
Rendsburg, de» 20sten Januar 1848. 
P r â i i d e n t. 
Bürg er ni et fl er und Rath bieselbst. 
Am Mittwochen den 26flen d. M., Vormittags 10 Uhr, 
sollen aus der Moorkathe bei Schacht die zu dem Nachlaß 
der Wittwe Trina Vvderberg gehörigen Sacken, be 
stehend in Haus- und Küchengerätd, Speck, 'mi, Stroh, 
Korn, Belt- und Leinenze»«, einer Kub rc. verkausl werden. 
Rendsburg, den 17le» Januar 1848. 
P r à i i d e n t, 
Bürgermeister und Rath Hieselbst. 
Am Montage den 24sten Januar, Vormittags t0 Ubr, 
soll in dem Hause dee Kirckeiidaumeisteis C. Dethlefs 
î/dasein Thielenhemme belegen-, der Hennstedter 
Kircke zugehörige Wohnhaus mit 31 Demath Io 
Ruthen Landes aus ein oder mehrere Jahre rer- 
vacktet; 
ferner sollen ebenfalls daselbst . 
b) sämmtliche der Hennstedter Kirche zugehörigen in 
Thielenhemme beiegenen Ländereien, im Ganzen 
131 Deiiialb, 1 Scheffel, 33 Ruthen) -Heils zum 
Grasen, rheils zum Mähen, für den nächstsolgendeu 
Sommer öffentlich verhäuert werden, 
wozu ick Packt- und Häueriiebhader hiemitkeist einlade. 
Königliche Kirchixieivogtei zu Heunsted:, den Isten 
Januar 1846. 
Otteiis. 
Tönning - Gardinger Chanffecban. 
1848. 
Wohnhaus cum pert, unter den im Termin zu verlesenden 
Verkauisbedingunge», welche 6 Tage vorher bei dem Un 
terzeichneten sowohl als im Hause selbst eingesehen werden 
können, an Ort und Stelle öffentlich an den Meistbietenden 
verkauft werben. 
Rendsburg, den 6. Januar 1848. 
H. Gos«. 
Privat - Anzeigen. 
Todes - Anzeige. 
Am Mittwoch, den 19ten d. M.» Morgens 1 Uhr, ent- 
schiiet sanft und ruhig nach fast einjährigem Krankenlager 
der vormalige Braiiddircctor Pieper hieseibst. Allen 
Freundeu und Bekannten des Verstorbenen widmet diese 
Anzeige, unter Verbiliung aller Beileidsbezeugungen, in 
ihrem und ihrer abwesenden Geschwister Namen 
Anna Pier er. 
Rendsburg, den 20sten Januar 1848. 
Generalversammlung 
des Versorgungs- und Leibrenten-Vereins für 
Bürger Rendsburgs, 
im Düiferrschen Saale, am nächstkvmmden Donnerstag 
den 27sten d. M. 
Abends 7 Uhr. 
Rheindorsf, 
p. t. Director. 
Generalversammlung 
des Gewerbe-Vereins, 
Dicnstng den 25sten Januar, Abends 6 Uhr. 
im Locale deS Herrn Dülfcrt. 
Die Direction. 
Montag, den 24ste» d. M. Nachmittags 3 Uhr, wird 
in Tönning beim Gastwirth Jensen am Hasen die Liefe- 
riiiig des Sandes und der rohen Ehaussirunasmateriaiien 
zum Töiintng-Gardii'ger Chauffeebau in größeren sowohl, 
wie in kleinere» Abtheilungen zum öffentlichen Verding 
gestellt werde». * 
Die Lieferungsbedingungen liege» zur Einsicht: 
in Tönning beim Gastwirth Jensen, 
in Fricdrickstadt beim Gastwirtb Jvhannsen, 
in Pablbude beim Gastwircb Th ode. 
Flensburg, den 12m, Januar 1848. . 
C. Owesen, Jngenicurcapitain. 
Hausverkans mit L8 Garten Land. 
Am Freitag den 26sten d. M., des Vormittags um 10 
Uhr, soll wegen Ortsveräiidernng das dem Burger und 
Gärtner Christian Friedrich Weise vor dem holstei 
nischen Thor gehörige Wohnhaus nebst 18 Höfen Garten 
land, welche dinier dein Schützenbose belegen sind, unter 
den in terrnino zu verlesknden Verkaufsbedingungen, welche 
8 Tage vorher sowohl bei dem Unterzeichneten als im 
Hauie selbst eingesehen werden könne», an Ort und Stelle 
öffentlich an den Meistbietenden verkauft werden. 
Rendsburg, den I3ten Januar 1848. 
H. Gosch. 
H a u s v e r k a n s. 
Am Freitag den 4ten Februar d. I., des Vormittags 
um 10 Uhr, soll wegen Orlsveranderung das dem hiesigen 
Bürger und Schustermeister Johann Ant. Wild. Van- 
nine gehörige im Neuwerk in der Liiicnstraße belegeiie 
Eider-Dampfschifffahrtgesellschaft 
zu Rendsburg. 
Generalversammlung sämmtlicher Actionaire, am 
Sonnabend den 5. Februar 1848, Abends 6 Uhr, 
im Düllertschen Gasthot'e zu Rendsburg. 
Gegenstände der Verhandlung werden sein: 
1) Bericht der Direction über daê Unternehmen im 
Jahre 1847. 
2) Vorlage der Rechnung nebst Beilagen über daS 
Betriebsjahr 1847. 
3) Wahl zweier Directore» an die Stelle des durch 
Todesfall ausgeschiedenen Major v. Lund und 
des durch daS Loos austretenden Advocate» 
Wiggers. 
4) Wahl zweier Revisoren. 
5) Bestimmung des Fahrplans und der Personen- 
und Güter-Tare für 4848. 
6) Verschiedene Vorschläge, theils über den Betrieb, 
theils wegen Einlösung zweier Aktien. 
7) Auszahlung der Dividende. 
Indem die Direction zu dieser Versammlung hiedurch 
einladet, macht sie zugleich darauf aufmerksam, daß »ach 
§ ļ> der Statuten zu seiner Legitimation jeder Actionair 
seine Originalactie vorzuzeigen und Bevollmächtigte 
außerdem ihre Vollmachte» zu produciren verpflichtet 
sind, und daß die Dividende am Schluffe der Ver 
sammlung gegen Quittiruiig auf der Aclie im Neben 
zimmer ausbezahlt werden wird. 
Rendsburg, den 15ten Januar 1848. 
Wizģer«. Hudemaim. Zerssen. Lohse. 
Holsteinische Eisenbahnen. 
Frequenz 
in der Woche vom v. bis 4L. Januar. 
Altona-Kiel. 
4504 Personen 5728 »$ 1 ß 
Gütcrsracbt 4467 „ 6 „ 
Von der Post im Dec. 1847 700 „ 4„ 
Billette für die Anhaltpunkte 208 „ 11 „ 
WagendtUeikc 150 „ 8 „ 
Hundebllletie 206 „ 12 „ 
Geneigte Ebene 565 „ 6 „ 
— 12027 wķ - ß 
Glnckstadt * ElmShorn. 
993 Personen 340 Ȋ 2/3 
Güterirackt 283 „ 13 ., 
Waaenbillette im Dec. 1847 7 „ 8 „ 
Hunbebillecre „ „ 3 „ 8 „ 
634 mĶ 15 ß 
Rendsburg - Neumünster. 
1006 Personen^ 954 ş 5/3 
Gürersrachk 529 „ 2 „ 
Von der Post im Dec. 1847 298 „ 11 „ 
Anhaltepunkt Brckelhoiin 31 ,, 2 „ 
Wagendillette . 6 „ 12 „ 
Hundebillerie 7 „ 4 „ 
1827 ş 4/3 
D i e Direction 
der Altona-Kieler Eiicnbahn-Gesellschaft. 
Einige 
Rendsburg - Renninnffersche Eisen 
bahn - Actien 
sind billig zu kaufen bei 
C. Fromm. 
( 
' ' - ' ' ' ' * ' ■ ' ■ ’ ; 
■ ■ . ■■ ' . ^ .
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.