Full text: Newspaper volume (1848)

des Genèralàllmächliglļ» de» ôfierreichischen „ķloyd". 
Hrn. Hübner, ein Vertrag über den Depeschendienst 
zwischen England und Ostindien auf dem Wege durch 
Belgien und Deutschland abgeschlossen worden. Der 
Vertrag ist auf die Vorschläge des Herrn Hübner be. 
gründet, nur behält ssch die belgische Regierung ein 
paar Bedingungen vor, die jedoch von geringer Wich. 
ligkeit find. Belgien verpflichtet sich, für die Beförde 
rung der Depeschen zwischen Dover, Ostende und Köln 
zu jeder Zeit ein Dampfboot und Ertrazüge bereit zu 
halten; es find Nachtzüge nach Köln bewilligt, und 
sollen dieselben so bald wie möglich nicht bloß für 
diesen besonderen Dienst, sondern auch für den täglichen 
Depeschendienst zwischen England, Belgien und Deutsch, 
land eintreten. Auch beabsichtigt die belgische Regierung, 
die nicht unbedkuiendeu pecuniären Vortheile, welche ihr 
durch den Transit der ostindischen Post und die bald 
sich daran knüpfende Personenbeförderung erwachsen 
werden, zunächst auf Vermehrung ihrer Dampfböte 
zwischen Ostende und Dover zu verwenden. 
— Vom 11. Januar. Gestern wurde in der 
Nähe der königlichen Ställe ein Pole verhaftet, der in 
das königliche Schloß durch das Gitterthor der Hue 
verte haue eindringen wollen. Als man den Menschen 
mit einer Pistole bewaffnet sah, setzte man ihni nach, 
und er wurde zum Jnstructionsrichter geführt. Er soll 
Michael Krynkiewicz heißen und aus einer Irrenanstalt 
entkommen sein. 
Schweiz. Bern, vom 11 Januar. Gestern 
Nachmittag ist Herr Dr. Steiger, der erste Gesandte 
Luzerns, nach Luzern abgereist, um den dortigen Ange 
legenheiten seine Thätigkeit zu widmen. In de» nächsten 
Tagen wird die Tagsatzung ruhen. Die anwesenden 
Gesandten werden sich indeß über die vorzunehmende 
Bundesrevision besprechen. Der hiesige große Rath 
wird J>em General Duwur eine besondere Änerkennung 
von Seiten des Cantons Bern voiire». Man ist noch 
nicht darüber einig, ob mau eine Summe Geldes oder 
eine angemessene Leibrente bewilligen will. Heute sind 
im großen Rathe alle Naturalisations-Gesuche von 
Ausländern, obgleich gegen die Petenten nichts Erheb 
liches einzuwenden war und der Regierungsrath solche 
empfohlen hatte, der Reihe nach abgewiesen worden. 
Dänemark und die Herzogthümer. 
wie gestern. Das Entzundungsgeschwulst bat in der H«n» 
etwas zugenommen, ohne daß das Fieber dadurch vermehrt 
worden wäre. — Dom 15ten. Se. Maj. der König baden 
diese Nacht einen mehrere Stunden anhaltenden, ruhigen 
Schlaf genvffen; Aller!,öchftderen Befinden ist wie gestern. 
Unterm 8. d. habe» Se. Maj. der König allergn. 
Se. Durch!, den Generalmajor Prinzen Friedrich Wilhelm 
Georg Adolph zu Hessen als Nächstcommandirenden bei der 
konigl. szriilleriebrigade angestellt, und dabei Sr. Durä-I. 
Anciennetär als Generalmajor von demselben Dato bei- 
gelegt. (A. M.) 
Kopenhagen, vom 10. Januar. Ee. Maj. der König 
sehen sich genöthigt, wegen einer rosenariigen Entzündung, 
welche nach geschehenem Aderlaß am Arm in der Wunde 
entstanden ist. Sich dieser Tage noch in Ihren Gemächern 
zu halten. 
— Die „Derl. Arg." berichtet: „Wie wir vernehmen, 
sollen die Eingebornen an der Küste von Guinea die Be 
ladung in unterm Fori Prinbsensteen überfallen haben. 
Nachdc meine französische Brigg der Besatzung einen schwachen 
Beistand geleistet und darauf die Knste verlassen hatte, kam 
die dänische Brigg unter Capitatnlieutenant Jrminger dazu 
und gab ein solches Feuer auf die S»warzeu, daß ste sich 
zurückziehen mußten und die Besatzung im Fort befreit 
wurde. Wir wollen hoffen, daß die einzelnen Umstände 
bei dieser Affaire werden näher bekannt gemacht werden." 
— „Fpens Avis" meldet auS Affens vom 5., daß dort 
seit Neuladr alle Reisende, die aus Schleswig kommen, 
einer strengen persönlichen Visirario» von Seiten des Zoll- 
wesens unterworfen werden, sobald dieses Grund dazu zu 
haben glaubt. Es ist zur Unrersuchung ein eignes Local 
vom Zollwesen gemiethet worden. 
— Zwischen Schottland und Dänemark wird mir hem 
Isten April eine.Dampfschifffahrt eröffnet werden. Die 
Schiffe werden von Kopenhagen abgeben und auch na» den 
Färöern und Island fahren. Das Unternehmen wird von 
der dänischen Regierung begünstigt. Die schwedische Re 
gierung läßt bekanntlich schon lange ein Dampfschiff nach 
dem nördlichen Norwegen bis na» Hammerfest gehen. 
— Die von den Ständen beantragte Herabsetzung und 
bessere Regulirung des Briefpvrto's kann nun nächstens 
erwartet werden, da die Postvenraliung mit den hierauf 
gertchteten Arbeiten eifrig beschäftigt ist. Die König! Ge- - 
neralvostdirection soll sich selbst sehr für eine bedeutende 
Heradletznng der Pvrlvkaxe intereffiren, indem sie m'dbt 
wehr das augenblickliche fiscalischeJntereffe am höchsten stellt, 
sondern fl» überzeugt hält, daß ein so wichtiges Culiurmit- 
tel und Hülfsmittel materiellen Aufschwungs wie der Brief 
wechsel an st» durch größere Woblfeilhelr gefördert werden 
muffe. Auch darf man überzengc sein, daß der etwaige 
Ansşall in der Einnahme der ersten Jahre sich später bald 
wieder ausgleichen werde. 
—. sAald. Stifts,rg.) Daß eine neue Organtialion un 
serer öffentlichen Zustände bevorsteht, darf wohl für ziemlich 
unzweifelhaft angesehen werden und vielleicht steht sie ganz 
nahe bevor. Se. Maj. der König bat st» (vor seiner Krank- 
beir) längere Zeit eifrig mir StaakSarbeiien beschäftigt „nd 
seine Aufmerksamkeit vorzügu» auf eine Entwickelung ter 
vviksvenrerenden Mitwirkung zur Lenkung des Stgars ge 
richtet. Daß eine Landcagsversammlung. welche der König 
persönlich eröffnet und in welcher das Volk ans den ver 
schiedenen Siaaistheilen sich repräienrtrl sähe, am sichersten 
die Bahn für die Zukunft eröffnen würbe, ist gewiß eine 
Anstchr, für welche Alles spricht. Durch eine solche Land- 
tagsverscimmlung würde nicht bloß manche Meinung auf 
geklärt und berichtigt werden, sondern es würde sich t>, 
au» praktisch zeigen, welche Fragen als gemeinschaftlich st» 
am meisten für eine vereinigle Repiaieiilation eigneten, 
und welche bester von jeder Stäiideversammlung. als ge 
trennter Loectionen, behandelt würden, während zugleich bei 
gleichzeitiger Zusammenkunft an demselben Orte tzonserenzen 
unter einander wünlchenswerthe Resultate hervorbringen 
dürften.- (K. Cbl.) 
— vom 15. Januar. Die drei letzten Büllctins über 
das Befinde» Sr. Majestät des Könige lauten wie folgt- 
Vom 13ten. Se. Maj. der König chaben diese Na»r ad 
und zu ruhig geschlafen; das Entzündungsgeschwulst im 
Arm hac etwas abgenommen und das Fieber ist feit gestern 
unbedeutend gewesen. — Vom Uten. Se. Maj. der König 
befinden Sich, nachdem Sie diese Na»t einen einige Srun. 
den iinrerdrochenen, doch ruhigen Schlaf genossen haben, 
Kiel, vom 16. Januar. Der diesjährige Ums»lag ist 
mit gestern als beendigt anzusehen, nachdem die Zahlqe- 
schäfre einen sehr raschen Verlaut genommen hatten. Ob 
wohl das Geld für den inländischen Verkehr schon fett 
Jabren sehr flüssig gewesen war, dürfte do» die diesmalige 
Abundanz des Geldes früher no» nicht erreicht gewesen 
sein. Besonders groß war der Ueberfluß an Capiialien 
mittlerer Größe, welche zu 3L vEr. auch für Wechsel viel 
fach disponibel blieben, eine Folge der den Landleulen so 
günstigen Conjuncrur des letzten Jahres. Wären nicht die 
meinen größeren Kornvvrrälbc aus der letzten Erndre noch 
unverkautt, so würde der Zinsfuß einen noch größeren 
Druck erfahren haben. Derselbe stellte sich für adelige Güter 
innerhalb ff des Sieuerwerlhcs nichc über 3 bis 31 pCr. 
Einzelne Anleihen sind no« niedriger conrrahirk. — Daß 
adelige Gut Criicbup in Schwansen ist an den Hnsenbesitzer 
Kühl i» Raade bei Rendsburg für 94,000 Rthl'r. v. Cour, 
verkauft. 
— den 18. Januar. 3}ie neue Ständewahl im I4ren 
ländlichen Wahldistricc Schleswigs, woselbst bei der Wahl 
von 1847 Kvogsbentzer Ticdemann zum Abgeordneten, und 
Iiegeleibesitzer TamS zum Slellverrreter gewählt waren, ist 
dem Vernehmen nach auf den 10. März d. I. angetetzr. 
An welchem Tage die Neuwahl in Tondern stattfinden 
wird, ist „och nicht bekannt. (K. Cb!.) 
Fürstentluim Lübeck, den 9. Januar. AIS Festorr 
des Norddeutschen SängerfesteS für 1848 soll man nun 
seinen Blick ans Bergedorf richten; so berichtet die Weler- 
Zeilung. Aus Bergedorf oder Travemünde mochte man 
au» die letzte Hoffnung bauen, wenn die gedachte Feier 
für dieses Jahr nicht ganz ansfallen wird. Hinsichtlich 
EntinS wäre münschenSwerch, daß statt des Norddeutschen 
SängertesteS, nun das oft erwähnte Webersesi jedenfalls 
gefeiert würde; schade wäre es ja, wenn die Euliner Lie, 
derrafel die schon vor Jahren gefaßte schöne Idee ganz 
wieder fallen ließe. Den Manen eiiieS großen Mannes 
ein paffendes Opfer zu bringen — dazu würde man höheri, 
Orts die Einwilligung gewiß nicht versagen. (Pl. Dbl.) 
Tönning, den 7. Januar. Der hiesige Bnrgerverein 
hielt am Sonntage, deil 2icn d. M„ seine erste diesjährige 
allgemeine Versammlung und es ist bestimmt, baß am 
ersten Sonntag - Abend jeden Monate eine allgemeine Zu 
sammenkunft abgehalten werden lvll, wenn nicht besondere 
Verhältnisse eine außerordentliche Versammlung wünscdenS- 
wcrrh und erforderlich machen. Der EintriitSpreis für ein 
Jahr ist, um Allen die Theilnahme zu ermöglichen, zu 
1 ş 8 ß bestimmt, wofür außer dem Besuche der allgc- 
allgc- 
iTieinen Versammlungen, die Benutzung des Lesezimmers 
frei ist, welches zu diesem Behufe dieimal wöchentlich Abende 
zur Disposition steht. 
Eiderftedt. Die Berichte, die über das Schicksal 
mancher aus unserer Landschaft, so wie ans de» übrigen 
Theilen der Herzogthümer ausgewanderten Individuen ein 
gegangen sind, werden wenigstens hier die Folge haben, 
daß mehre Familien, die zum Frühjahr auszuwandern ge 
neigt waren, sich wahrscheinlich jetzt eines andern besinnen 
und zunächst noch iner bleiben werden. Die Verhällniffe 
mögen für Manche allerdings drückend genug fein, allein 
io viel ist gewiß mit Sicherheit anjunehmen, daß die Ver- 
bäliniffe hinsichtlich des Fortkommens lm südlichen Deutsch 
land im Allgemeinen sich ungünstiger stellen, als bei uns 
im Norden. Für den kleineren Mann ist ee natürlich ni»t 
leicht, mir Familie st» gut zu ernähren, da die zu großen 
Anhäufungen des Landbelltzes bei Wenigen ein großes Hin 
derniß des Forikommens bei unS für einen großen Theil 
bilden und die Erlangung eines kleinen Landbesitzes für den 
»nbemicielisii Mann zu schwierig und kostspielig ist und 
wahrscheinlich bleiben wird. Aus der andern Seite ist das 
Unthunliche der Auswanderung für Leute, die Amerika'S 
Boden ohne Mittel betreten, offenkundig genug, worin auch 
alle Berichte übereinstimmen. Für diejenigen, die nicht 
ganz von allem Besitz entblößt sind, bietet Eider,ledc immer, 
bin bei Fleiß, Thättgkelc und Sparsamkeit noch eme Stelle 
d^es Fortkommens. Daher bedenke Jeder den wichtigen 
Schtlic des AuSwanbernS, den lo Mancher nur zu lpät 
dereut har. Das Sprichwort ist und bleibt immer wahr: 
Bleibe im Lande und nähre dich redlich. — (Ist es a.ch 
unumstößlich und in allen Fällen wahr? Ein Sprichwort 
sagt auch: wer nicht wagt gewinnt nicht.) 
Norderdithmarschcn, den 8. Januar. Leider ist 
in der Nacht vom 27sie„ aus den 26sten v. M. au» die 
Kirche in Weddingstedl beraubt worden. Der Armenbleck 
ist erbrochen und das in demselben vorgefundene Geld mit 
genommen und von dem Altarlaken sind die Frangen ab- 
geriffen. 
— Am 30stcn v. M. bat sich in Lunden ein Bürger- 
verein gebildet, ähnlich dem Heider, jedoch mir den der 
Oertljchkeir nach nvihwendigen Veränderungen und Be 
schränkungen. Der Besuch des Locals ist vorläufig ans 
einen Tag tu der Woche beschränkt. Ob und welchen Er 
folg dieser Verein, welcher nicht bloß dem geselligen Leben 
gewidmet ist, haben wird, muß die Zeit lehren. 
— Das Zustandekommen der Eisenbahn von Heide nach 
Glückstadc scheint nun gesichert zu sein (!) und es ist große 
Hoffnung vorhanden, baß der Bau nach wenigen Monaten 
angefangen werde. Die vorgenommene Revision des Bau- 
projectS hac ein sehr günstiges Resultat ergeben. Es ist 
na» derselbe» nicht allein bas statutenmäßige Beliiebs- 
kapital vorhanden, sondern die Ausführung wird noch be 
deutend unter dem Anschlage bleibe». (D.u.E.B.) 
und dann beim Schein des Mondenlichts den Versuch zu 
machen, sowohl die Stadtkaffe als auch die Kasse der Ar. 
men-Commitsion, die beide in diesem Local aufbewahrt 
stehen, zu erbrechen, zu welchem Zweck er st« mit einem 
eisernen Instrumente versehen halte. Bei der Stadtkaffe 
mißglückte der Versuch gänzlich; bei der Armenkaffe gelang 
es ihm, eine Oeffnung in derselben zu Srande zu dringen, 
groß genug um eine Hand hinein zu stecken; da aber nur 
Dokumente ln der Kaffe sich desande», so begnügte der 
Dieb sich damit, in denselben herumzuwühlen. Mittelst eines 
Stückes von einer auf dem Boden des Ratkdauses ans- 
gelvannten Zeuglinie gelang cs ihm, seinen Rückzug durch 
das Fenster deS GerichtSzimmerS nach dem Markte zu 
machen; um aber nicht ganz vergebens diese nächtliche §x- 
redttion unternommen zu haben, nahm er einige Frauen- 
Muffe mit st», die vor Kurzem ans einer hiesigen Pelz- 
waarenhandlnng gestohlen worden »nd als corpora delicti 
im Gerrchtezimmer auibewabrr wurden. Am Sonniag. 
Vvmitiag hielt darauf der Magistrat eine außerordentliche 
Sitzung, um den objecriveii Thatbestand zu constarireii und 
sich davon zu überzeugen, daß glücklicher Weife Die Com- 
müne keinen Schaden erlitten. Wie »vthwendtg ein neues 
RathbanS ist, stellt sich bei dieser Gelegenheit abermals 
heraus. 
— Das erste Abonnement der hier anwesenden S»au- 
spielergescllschaft, unter Direction dee Herrn Engelhardt, 
ist abgelaufen und ein zweites bereits mir gutem Erfolg 
eröffnet. Der Besuch des Theaters war in der letzten Zeit 
bei weitem frequenter, als im Anfange, nachdem die um 
sichtige Direction für die Erwärmung des Theaters so 
gut wie mögt,» gesorgt hatte. Die Vorstellung mehrerer 
größerer Dramen, als des „Egmont". „Uriel Acosta", deS 
„Pariser Lumpensammler" und des „deucschenKriegers" rc. , 
tanden großen Beifall, so daß einige derselben ans allgc. 
meines Verlangen wiederholt werden mußten. DaS Re. 
vertoir ist besonders gut gewählt und die Leistungen der 
Mehrzahl der Mitglieder verdienen um so größere Aner 
kennung, je weniger im Ganzen die Scenerie geeignet ist, 
ihr Spiel zu unterstützen. 
— Der veiisiontrte Branddirector HanS Pieper ist 
hier am 19. d. Al. im 80sten Lebensjahre gestorben. 
— Aue Schleswig vernehmen wir, daß der RegierungS- 
prästdent Herr Kammerherr v. Scheel von Kopenhagen 
zurückgekehrt ist, io wie, daß nunmehr des ehestens die 
Herausgabe des projecirrten Wochenblatts unter Redaction 
des Herrn Mohne stacisinden wird. 
Rendsburg. Ein mittelst Cinschlcichens und Ein 
bruchs versuchter Diebstahl auf und in unserm Rathdanse 
liac hier viel Aussehen erregt. Die Direction der Spar 
und Leihkasse hält hier bekannili» regelmäßig ihre Sitzungen 
am Sonnabend-Nachmittag in der Depulirten - Stube auf 
dem Ralhhanse. Uw Neujahr auS pflegen diese SttzUiigen 
bis spät am Abc'iid zu dauern, ein Umstand, den am letzten 
Sonnabend den 15. wahriseinlich ein Mensch benutzte, um sich 
in daS Ratbhans einzus»lei»eii und sich ,n demselben ein 
schließen zu lassen. Seine solcheigesiglr ungestörte nächt 
liche Einsamkeit in dem alten moriche» Gebäude benutzte 
der Dieb, um das Gerlchrszimmer gewaltsam zu öffnen 
Theater. 
Ein allerliebstes Ding, borte i» „die neue Fan-bon" 
nennen, und mußte bei diesen Worten nnwillkührli» an 
jene Katzen-Pastere denken, die ein gewisser Kocb leinen 
Gästen, köstlich gewürzt, als Hasen-Pastete vorzusetzen be 
liebte. Mir aller Achtung vor der Darstellung — die 
Ebvnchon erinnerte mich aufe srcnndlichste während ihres 
Sviels (sie verzeihe!) mehr an eine lvse Philine. denn an 
eine Savopgrdln — sei cS gesagt, daß die neue Fanchon 
zu jener Sorte der französischen neuen Schauspiele gehört, 
die aller Harmonie, Rein-, Ein- und Geschlossenheit vec- 
gesscn, ein Coiiglvmerac sind der verschiedenartigsten Scenen 
traurigsten und ernstesten Jndalls, die deswegen keine» be 
stimmten vorwaltenden Eindruck zurück zu lassen vermögen, 
mehr und mehr, je häufiger sie dem Publicum vorgeiührc 
werden, Geschmack und Sille verderben und am Ende allen 
Sinn und alles Interesse für Kunstwerke zerstören müssen. 
Das Wesen der dramatischen Kunst, daß sie, wo sie wirke» 
loll, nur na» einer Sette bin wirsen kann, wird auf diese 
Weise nimmer und nimmer klarl Aber so laiige Unierbal- 
ru»g bleiben soll, was Verständniß, Hinüberleden, ein Band 
werden müßte, da« alle Herzen lief und tiefer berührte und 
veredelte, so lange werden Stücke, wie „die neue Fanchon", 
wce „Marie aus den, Volke" rc. immer und immer floriren! 
Auf die Mängel, oder vielmehr da« gänzlich Verfehlte, 
ündichcerische und Ilnknnstlerische de« Stücks einzugehen, 
fehlt mir die Lust und wohl schwerlich werden meine Worte 
6er Direction irgend eine Veranlassung geben, bessere 
Slücke, wenn auch verschiiitlen, aussüdren zu lassen, da ihr 
ein solche« Bestreben weder bei „Egmont" no» bei „Uriel 
Acosta" hinlänglich durch zahlreichen Besuch entgolten 
worden ist. 
Nur darauf aufmerksam sollten meine Worte machen, 
daß, so lange Rendsburg an Kunstgenüssen beregrer Art 
mehr Interesse zeigt, als an jenen de» wirklich Schönen 
und Großen, s» lange hier in Rendsburg in der Beziehung 
au» ein wahrer Kunstgeschmack nie weitere Wurzel fassen 
Ģ! Quidam. 
Das erste Abonnement dcS hiesigen Theaters wäre den» 
jetzt abgelaufen Niiv können Einsender dieses nicht umbin, 
der Direction ihren Dank für das viele Gute, welches sie 
dem Publicum zur Anichguung gebracht, hiemittelsi darni- 
bringen. Da es nun nicht der Zweck Dtefei Zeilen ist, jedes 
einzelne Muglied zu recensire», so n>cUen wir nur im All 
gemeinen bemerken, daß iast sämmtliche Uii trailer er der 
Gesellschair, insbesondere aber die Damen Zobel. Schmidt 
und Baum, sowie bie H-rren Engelhardt, Egien, Valentin, 
Reinhard, Schmidt und Rettv durch ihre Leistungen in jeder 
Beziehung das Publicum befriedigt haben, und sind wir 
auch davon überzeugt, daß Letzteres ieine Uebereinst.-mmung 
mir diesem Referat dnr» zahlreiche Betheiligung bei dem 
nächsten Abonnement bethätigen werde. Schließlich mochten 
wir noch den Wunsch auesprechen, daß cs dem Herrn Di 
rector Engelhardt gelingen möge, vvi, der königlichen 
Regierung auf Goirorff die Erlaubniß zu erhalten, untere 
Stadt am längere Zeit in den Winrermonaren beluchen zu 
dürfen. Das Publicum so wie die Direction würde gewiß 
damit zul'rieden sein. — 
Correfponbe»;. 
* Kiel, den Işiten Januar. Der diesmalige Umschlag 
ist, oder ivie man eigenilich schon jetzt sage» kann, war 
ein sehr wenig tniereffanrer. Die Geicbäiie wurden ziem 
lich rasch und ohne bedeutende Störungen abgemacht, was 
ja immerhin sehr gut ist; die Zahl der Fremden war eher 
geringer als größer, wie in früheren Jahren und interessante 
Zwiichenşälle, wie im vorigen Umschlage, gab es gar nicht. 
So repräsenrirr er denn noch vollkommen die freudloic 
Ruhe und Abgcipannlbeit des verflossenen^Jahres 1847. 
aber wer weiß, vielleicht liegen now im Lchvvße diele« 
Jabres die bedeutendsten Begebenheiten verborge» und der 
nächste Um »lag gewäbrt ein ganz anderes Bild; der Zu- 
kunit ist Niemand Herr. Etwas allgemein Gutes bar er 
indeß gebracht, indem hoffentlich nun für immer der Cours 
der N5 Stucke auf 30 ß festgesetzt sein wird und der Ueber-
	        
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