Full text: Newspaper volume (1817)

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sammeln »nd an dîe Behörde abznliêftrļ,; woher ich so frei 
bin, den Vorschlag z„ machen, daß die eine Hälfte dieser 
Beiträge für die,n n g lü ck l ich e» W ü r t e m b e r g c r, itnb 
tic andere für die unglücklichen Schweizer bestimmt 
werden möge. Ich ersuche daher die christlich gesinnten 
Einwohner Rendsburgs, welche z>, diesem wohlthätigen 
Pweck etwas beitrage» wolle», daß sie ihre milden Gaben 
"dix/er Woche gütigst an mich einsenden mögen, da 
mit sreftilt Anfange der nächsten Woche »ach Hamburg 
rink Altona zur weitern Besorgung befördert werde» 
können. 
Rendsburg, den 16ten Mad 1817, Callisem 
Eine Fürbiike für Hungernde. ' 
Im Canto» Glarns, in der Schweiz, berrsckt Hnngcrs- 
noth. Hr. F. G lauer in Glarus schreibt Len ri. April 
an Hrn. Heinrich Marly in Lübeck: 
..,,Seit, einigen Tagen ist liier voller Winter, und das 
Unglück der Einwohner dieses armen Ländcheus nunmehr 
unerträglich und nicht zu beschreiben. , Mit Hofnung sahen 
die Dürftigen ans den Frühling,, und warum Hum mit dem 
Grase und den Kräuter», die erbringt, ihr Leben zu fristen. 
Go, weit ist es, gekommen! Kartoffeln und Korn sind nur 
«och fur den Woblhabcuden bezahlbar. Ein Korf(Spüit) 
Kartoffel» gilt i gl. , 5 Pfund Brod gelten i Fl. ck Schill. 
Da lern und Wurtemberg haben die Ausfuhr oon Korn 
hierher verboten. Der Untcrstützunasverciii, welcher sich 
hier bildete, und welcher durch starke Beiträge dazu in den 
Stand gesetzt, bereits viel leistete, läßt sich von Triest Korn 
kommen —seine letzte Ausgabe, die er machen kann, wenn 
sich nicht Gott erbarmt oder Menschen. Die Zahl der 
Dürftigen wächst mit jedem Tage, lind mit ihr schmilzt die 
§ ahl der Untcrstützer. Es ist herzzerreißend, Zeuge dieses 
lends zu seyn," i ff.-- v . m 
Wenn Menschen' hungern, wenn sie mit Hoftiung ans 
Viehfutter für eigene Lebensftistung sehen, wenn selbst 
diese Hofnung in Eis und Schnee untergeht —so bedarfes 
für eine Bitte um Hülfe bei diesen Thatsachen rührender 
Worte wohl nicht. Wer seinem hungernden Bruder eine 
Gabe reichen, wer durch diese milde Beisteuer der Engel 
jener Unglücklichen ì werden will, sende sie gefälligst Herr» 
Heinr. Marty in,Lübeck zu, welcher für gewissenhafte 
"nd gleichmäßige V ertheiln ng unter seine unglücklichen
	        
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