Full text: Newspaper volume (1817)

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ausgebracht batte, daß er ein wohlhabender Mann 
sei, ganze Säcke mit Geld habe, in den Wirrhsr 
Häusern oft 50 Schillinge in der Woche verzehre 
und eine viertel Bouteille Brankwein zugleich zn 
sich zu nehmen pflege. 
Eine Weibsperson verstellte sich als wahnwitzig 
und ahmte das Bellen eines Hundes nach. 
Die Bettler in der Gegend von Drury - Lane 
halten zu Zeilen festliche Mahlzeiten untereinander, 
wobei ein, mit Bratwürsten umlegter Truthahn 
das Hauptgericht ist. Dieß nennen sie mit einer 
Anspielung auf den Aldermann, der die oberliche 
Leitung der Untersuchung ihrer Vergehungen hat: 
den gefesselten Aldermann. 
, In der Gegend der Pfarrei von St Giles ist 
kürzlich die Menge der Bettler so zahlreich gewor 
den, daß es ganz unmöglich ist, die Straßen davon 
zu reinigen, und daß es an Gefängnissen fehlen 
würde, sie alle zu fassen. Sie besitzen den höch 
sten Grad von Unverschämtheit, und denen, die 
ihnen Almosen verweigern, rufen sie nicht nur 
Schimpfreden nach, sondern wissen auch oft das 
gemeine Volk gegen sie in Bewegung zu bringen. 
Ein geachteter Schullehrer in London bemerkte, 
daß mehrere seiner Schülerinnen Tage lang aus der 
Schule bliebe»; er stellte Untersuchungen an und 
fand, daß diese Kinder in den Zwischenlagen von 
ihren Eltern zum Betteln ausgeschickt wurden, und 
dadurch täglich von zwei bis acht Schilling ( 2-I 
Thlr. Sächsisch gewannen. 
Die Mutter eines seiner Schüler ließ ihm von 
ihrer und ihrer Familie Lage die kläglichste Ber 
* schreibung machen und um Unterstützung bitten. 
Er ging hin und fand die Familie vollkommen 
wohl a,, c j,m' vvrtrefiich besetzten Tafel mit zahl- N 
reichen Wein î und Liqneur r Bouteillen. 
Ueberhaupt schwimmen die Londoner Bettler in 
einem Ueberfiuß von starken Getränken. Ein schreckt
	        
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