Full text: Newspaper volume (1811)

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Ruhm eines guten Seglers, und im Anfang bcS 
ZahrS verließ Captrain Vlies den Tex«!. 
Anfangs ging alles nach Wunsch, in wenig Tagen 
hatte er schon die Höhe von Po-tugall erreicht. 
Hier erblickte er am ißten Januar gegen Lü westen 
drey Schiff-: mit holländischen Flaggen in einer Ent« 
fcrnung von ungefähr drey Seemeilen. Sie segelten 
mit vollem Winde auf ihn zu, und, durch die Flagre 
gerauscht, begehrte er nicht ihnen auszuweichen. Doch 
als sie fast auf Kanonenschußweite sich genähert hak 
ten ließen sie plötzlich die holländische Flagge nieder, 
und zogen die alglerische auf, thaten auch sofort einen 
Schuß unter den Wind, wodurch sie den Holländern 
auffoderren sich zu ergeben. 
Aber dieser, durch die Uebermacht kuncswrgeS ge 
schreckt, und durch Einen Blick um sich her über 
zeugt, daß die Flucht unmöglich sey, saßt« er den 
kühnen Entschluß sich tapfer zu vertheidigen. Er selbst 
gieng, zum Erstaunen der Algierer, auf sie loS, und 
gab ihnen die Erste volle Lage. Daê nächste feindliche 
Schiff versuchte zu entern, wurde aber durch ein 
wirksames MuSketciifeuer zurückgetrieben. Indessen 
hakte sich das zweite aus der andern Seite genähert, 
enterte gleichfalls, »nd schon {jungen zwölf Mann an 
der großen Wand des holländischen Schiffes. Aber 
ihr Ukbcrmuth wurde ihnen blulig vergolten, und nur 
wenige kamen lebendig wieder herunter. 
Erbittert durch diese unerwartete Vertheidigung, 
setzten die beyden größten Algierer bald mit verdop 
pelter Wuth aufs neue au, fochten Mann gegen Mann 
wohl zwey Stunden lang, steckten das Schiff an ei 
nigen Orren in Brand, und rniuirtrn cs überall be 
sonders am Hinterkheil. Dennoch mußten sie abermals 
weichen. Zehn Tobte und siede» schwer verwundete 
Holländer lagen auf dem Verdecke, aber auch fünfzehn 
entseelte Türken an ihrer Seire, die sogleich über 
Bold geworfen wurden. Unter den holländischen 
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