Full text: Newspaper volume (1808)

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wenn wir den Söhnen Roms ihren verdienten 
Beifall geben, so zollen wir Aftkka's ichwärzem 
Geschlechte eine Thräne; wenn wir die Pracht ein.es 
.Asiatischen Allciuberrschers sehen, so bejammern wir 
den dürftigen Eienden, welcher die brennenden 
Sandwüsien von Arabien durchirrt. Sucht die 
Seele Vergnügen durch leichtere Lektàe, so 
Werden die Dichterwerke sie vergnügen und bezanr 
derll.' Wäre Jeder in seiner Jugend angewiejen,. 
das Lesen als die größte Quelle seines Vergnügens 
anzusehen, so würde es iiicht so viele verächtliche 
Wesen geben, weiche sich in ihrem Kroßen Srnfenr 
jähre dem Mitleiden des Denkenden und dem 
Spotte des Unbesonnenen aussetzen. 
Um meine Behauptungen noch mehr zu beftätü 
gen/will ich die Karalcere der Emilie und Evelina 
aufstehen. 
Emilie verlebte ihre Jugend auf eine lehrreiche 
Weift, in einem Kreise ausgesuchter Freundinnen, 
in einem Umgänge mit der Welt, der hinreichend 
.war, ihren Sitten jene Leichtigkeit unhFeinheit zu 
geben, die man sich in .situer Einsamkeit unmöglich 
erwerben kann. Ihre Lage zwang sie, tu den he'.- 
•even Lehenssceueir.zu leben, und wenn hier nach 
nicht ihre Schönheit ihr allgemeine Bewunderung 
erwarb, so erwärmten doch ihr feines Benehmen, 
ihre liebenswürdige Stimmung jedes tügend.Mte 
Herz für sie, und machten die boshafte Sprache 
des Neides verstummen. 
Gau; anders war das Betrogen der Evelina. 
Seit ihrer frühesten Jugend an die Schmeicheleien 
der Bedeuten/und kriechenden Untergebenen ge 
wöhnt, hielt sie sich für eine zweite Helena. Ihre 
herrschenden Neigungen waren, sich zu putzen, sich 
sehen zu lassen und bewundert zu werden. Unter 
Kiļļen lUiU UvlVUUtv»*. W4VVH. 
den Töchtern der Thorheit konnte ihr glanzendes 
Aeusseres vielleicht Neid erregen; aber in der Drnst
	        
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