Full text: (8. Band = 1834, No 9-No 16)

I. Materia medica und Toxikologie, 
% 
meist einen‘ immer bald ‘tödtliche Folgen habenden Krankheits- 
zustand herbei. Wäre aber die Urinblase- hier das vicarirende 
Organ gewesen und hätte sie: das Geschäft der Se- und Exere* 
tion allein unternommen, so liess es sich kaum denken, wie eine 
solche krankhafte 'Thätigkeit ohne weitere Störung und ohne Stru- 
cturveränderung hätte geschehen können. —. Die. letzte. Scene 
entstand wohl zo, dass‘ die Mündungen der Harnleiter durch Nie- 
rensteine verstopft wurden und durch mechanischen Reiz und: 
Stagnation des Urins von hier aus gangränöse Entzündung  ent- 
stand, die, sich über den ganzen häutigen Sack verbreitend, 
schnellen Tod zur Folge’ hatte. : [Med, Correspondenzblatt d. 
württemb. ärztl. Vereins 1834, Nr. 4.) u (K—e.)) 
IL MATERIA MEDICA und "FoxIKoLOGIE. 
18. Beobachtung über die Wirkung der Kälte-inr 
Heuss; vom Dr. Kortum in Aachen; Am 10, Aug. 1832 wurde 
K. zu einer‘ 25jährigen zum -2.- Male und zwar im 8. Monate 
schwangern, sonst blühenden, seit 3 Tagen aber erkrankten Fra 
gerufen, ' bei der er ausgebildeten Ileus mit folgenden‘ Sympto« 
men fand: unersättlicher Durst, der durch‘ häufiges Trinken von 
Bier, das’ augenblicklich wieder weggebrochen wurde, nicht zu 
stillen war, innerer Brand in dem nicht sehr aufgetriebenen Un- 
terleibe,' gespannte Präcordien, Schmerzhaftigkeit. der Magen- 
gegend, besonders bei Berührung, etwas beschleunigter, sonst 
qualitativ nicht merklich veränderter Puls; verstörtes, blasses Ge 
sicht mit dem Ausdrucke grosser Erschöpfung.‘ Stuhl war bin- 
nen 3 Tagen nach einem Klystiere nur ein Mal erfolgt. Am .3. 
Tage trat stärkeres Erbrechen mit Spulwürmern, . Koth. und 
Kirschsteinen anf. ‚Durch letztere aufmerksam ‚gemacht, er- 
fuhr K. nun, ‚dass die Kranke am 7. Aug. heisshungrig über ei- 
nen Korb kleiner Kirschen hergefallen war und eine reichliche 
Portion mit den Kernen zu sich. genommen hatte. Auch erin- 
nerte sie sich, nach einem höher hängenden Kirschzweige unge- 
wöhnlich in die Höhe gesprungen zu seyn, ‘ Der Schmerz war 
nunmehr‘ aus‘ der Magengegend tiefer in die linke Seite hinab« 
gestiegen und ein Tonglomerat von Kirschsteinen schien die Krank- 
heitsursache zu seyn. Entzündliche Symptome verlangten Ader« 
lass, Biutegel und laues Bad, was alles sehr gut bekam... Inner- 
lich warden Purganzen mit Senna, Salzen und Kalomel, stets mit 
Oelen, auch Rieinusöl gegeben. Klystiere blieben ohne Wirkung. 
Das Erbrechen hielt ıan, Am 7. Tage wurde regelmässig und 
leicht ein 8Smonaltliches ; nur einige Stunden lebendes Mädchen 
geboren, doch änderte dies durchaus nichts im Krankheitszu- 
rtande, Gegen den 9, Tag machte man kalte Umschläge über 
den ganzen Unterleib, setzte kalte Kliystiere und ‚reichte inner-
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.