Full text: (8. Band = 1834, No 9-No 16)

[..; Pathologie; ‚Therapie und medicinische. Klinik. 83 
Hep, sulph. and Ol. anim, Dipp. ‚verordnete, von der ihm der 
Wärter alle 3 ‚Stunden 1 Esslöffel geben musste. Als er das 
Spital verliess, gestand er, dass er die epileptischen Anfälle, um 
vom Militärdienste. frei zu werden, hervorgebracht habe, dass es 
aber nicht. geschehen, seyn würde, wenn er gewusst hätte, dass 
man. in den. Militärspitälern gegen Epilepsie solche teuflische 
Arzneien yerordnen würde, : Er habe vielmehr geglaubt, dass fri- 
sches. Menschenblut eines Eunthaupieten gegen. die Epilepsie an- 
gewendet ‚werde, uhd da dies. so selten sey, habe er gehofft, 
dass man; ihn. bis dahin und so lange schwerlich. im Hospitale 
und im Militärdienste: behalten, werde. [ Casper’s Wochenschr. 
J; d. ges. Heilk. 1834, Nr. .13.] , (K—e.) 
43.. Merkwürdiger Fall,einer problematischen 
Nydrophobie.. Am % Jun. v. J. wurde Dr. L*. Morgens zu 
Herrn P.. gerufen, Er fand ihn im Zimmer auf- und abgehend, 
sich stark räuspernd und von krampfhaftem Husten befallen. Pat. 
erzählte, dass, er, einige Tage vorher am Schluckauf gelitten 
hätte, dass dieser. aber nach einigen Hausmitteln gewichen wäre, 
Tags vorher.sey er noch ganz wohl und munter mit seiner Fa- 
milie ‚über Land gewesen, Nachts habe er Husten bekommen und 
deshalb den Rest eines. vorräthigen Brechmittels genommen, das 
aber kein Brechen hervorgerufen habe, Zum Caffee fand sich 
kein Appetit: er hatte eine Tasse getrunken, die zweite stand 
noch zur. Hälfte da,; , Der Puls war ruhig, mässig voll, das Pa- 
latum molle, wenig geröthet, , Auf- die Frage, ob er vielleicht 
ans Aderlassen gewöhnt sey, erwiederte Pat., dass er die Woche 
vorher 2 Teller Rlut gelassen habe. L. verschrieb Salzmixtur 
und empfahl antiphlogistische Diät. Gegen Abend fand er, den 
Kranken zwischen seiner Frau und einem Bekannten sitzen, er 
schien Mehreres geschrieben zu haben und erklärte: er sei was- 
serscheu.. Auf die Frage, wie er zu dieser Vermuthung komme, 
gab er an, dass er ‚vor -% Jahren von einem Hunde in die Nase 
gebissen worden sey., Damals habe ihn v. GRAErE behandelt, die 
Wunden wären ausgebranut worden und v. Graere hätte erklärt, 
dass er völlig genesen sey und nichts zu fürchten habe, jetzt 
könne er aber weder Wasser noch Weissbier trinken, Bei Trink- 
versuchen bekam. Pat, auch wirklich heftiges krampfhaftes Wür- 
gen, sobald er die Flüssigkeit zum Munde bringen wollte, und er 
musste sich weggeben, worauf der Krampf der Schlundmuskeln 
sich bald wieder verlor, - Der Puls war ‚ruhig, die Zunge schlei- 
mig belegt, der Harn wenig geröthet. Es wurde ein Aderlass 
gemacht, hei dem sich Pat. völlig ruhig verhielt, das Blut olıne 
Beschwerden fliessen sah und den Teller hielt. Unmittelbar nach 
dem Aderlasse trank der Kranke: 2. kleine Gläser Wasser ohne 
sichtbare Beschwerde. Gegen 9 Uhr fand L. den .Kranken im 
Bette, der Puls hatte etwa 115. Schläge, war krampfhaft zusam- 
Mengtzogen und das Ange glänzend. . Er sprach viel über sein 
nahes Ende, doch, Alles vernünftig und zusammenhängend. Be- 
G*
	        
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