Full text: (8. Band = 1834, No 9-No 16)

i,. Pathologie, Therapie “und. medicinische Klinik, 81 
Die Haut ‚wurde. feucht, Fieber und Delirien geringer und am 
Ö. Tage hörten letztere ‚ganz auf. Am 8, Tage fingen die Puz 
steln. an ‚sich .in Schorfe umzuwandeln, und es zeigten sich nur 
hoch geringe Spuren der Petechien in der ‚Inguinalgegend, 
die in. wenigen Tagen ganz schwanden. Am 15. Tage. wurde 
der Geheilte „entlassen. — Minder bedenklich war der Zu- 
stand ‚eines am 24 Dec. aufgenommenen Tischlergesellen; 
Heftiges Fieber mit sehr beschleunigtem Pulse ,. starker Durst, 
belegte Zunge, .Vebelkeit,. Stuhlverstopfung, . brennend heisse 
Haut forderten bei dem sehr kräfligen, sonst‘ immer gesund ge- 
wesenen Kranken einen Aderlass von 16 Unzen.. Das Blut zeigte 
keine Kruste. Auf ein Klystier folgte Stuhl., ‚Nach schigfloser, 
unruhiger Nacht zeigten. sich am folgenden Morgen. rothe Fleckg 
über den ganzen Körper, deren mittlere Krhabenheit ein variolor 
ses Exanthem ausser Zweifel setzten. Zugleich war Inguinalges 
gend und Innenfläche beider Schenkel dicht mit bläulich . rothen 
Petechien bedeckt. In der Stuhlentleerung, die dem 2. ‚Klystiere 
folgte, fanden sich mehrere Blutpuncte. Der Kranke, wurde. in 
ein kaltes Zimmer geschafft und erhielt bei starkem Fieber und 
Durst Eispillen und ein salzsaures Bad von 26° R.. Ausserdem 
wurde. ‚er mehrmals mit kaltem Wasser und etwas Salzsäure. ge- 
waschen und erbielt Dec, Alth. mit Acid. muriat. „Schon ‚am 
folgenden Tage waren die Petechien ‚im, Schwinden und ‚gegen 
Knde, des‘ dritten Tages sah man nur noch Spuren davon, die 
sich am 4, kaum noch bemerken liessen. . Die Varioloiden waren 
sehr stark und flossen zusammen, verliefen aber ‚ungestört sehr 
gut und. fingen am. 7. Tage nach ihrem Ausbruche an. abzu- 
trocknen. , Am 5. u. 6. Tage wurde in den.,Stühlen immer noch 
Blut gefunden. — Noch geringere Besorgnisg erregten Petechien 
mit Scharlach bei einem Schlossergesellen, der, als er. aufge- 
nommen wurde, schon seit fast 8 "Tagen an grosser Mattigkeit 
und. an rheumatischen Beschwerden gelitten haben: wollte. ‚Sehr 
heftiges Fieber mit gastrischen und anginösen Affectionen, welche 
letztere . alles Schlingen verhinderten, machten 2 Aderlässe und 
30 Blutegel an den Hals nöthig, Tags vor Ausbruche des Exan:- 
thema, 4 Tage nach Aufnahme ins Krankenhaus, wurde das Fie- 
ber sehr heftig, . und, der Puls hatte über 140 Schläge. Am 
nächsten Tage war um 8 Uhr früh der Pals noch sehr beschleu- 
nigt, um ‚11 Uhr hatte er nur etwa 100 und um 1 Uhr 90 Schläge, 
Der ganze Körper, . den Kopf. ausgenommen; zeigte Scharlach, 
Während die Scharlachröthe dem Drucke wich, blieben rothe 
Flecke zurück, die dazwischen sich fanden, sparsam an Brust- 
und Oberextremitäten, ‚sehr stark in der Inguinalgegend und an 
den innern Schenkeln. Die Fauces waren sehr geschwollen und 
dunkel blänlich-roth, wie bei Syphilis, das Schlingen sehr er- 
Schwert. — Im Stuhle wurden blutige Puncte und Streifen bemerkt. 
Auch. hier war die Behandlung die erwähnte: kaltes Zimmer, 
kalte, salzsaure. ‚Waschungen, innerlich. Eis und Salzsäure. Am 
Sammarium d. Medicin, 1834. VII “6
	        
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