Full text: (8. Band = 1834, No 9-No 16)

70 1 Pathologie, Therapie und medicinische Klinik. 
Kalomel, ein mässig warmes Bad, von Neuem Bliutegel. Die 
Kranke besserte sich bei diesem Verfahren, dem zum Getränke 
sehr diluirte Phosphorsäure, später schleimige Mittel mit Liquor 
kali acetici, beigegeben wurden, so wie zweimalige Einreibunger 
des Unterleibes mit Mercurialsalbe. Es erfolgte warmer, er- 
leichternder Schweiss, die Stuhlgänge blieben -indess dünn und 
gu frequent. Am 9, Tage gegen Mitternacht ward der Schweiss 
ohne weitere Veranlassung kühl, und den Morgen darauf erfolgte 
plötzlich paralytische: Abspannung der Lungen und Tod, ; In der 
Brusthöhle ergaben sich in beiden Lungen Tuberkeln, und die 
linke war verwachsen, Im Darmcanale aber zeigten sich auf der 
Schleimhaut viele dentliche Spuren von Entzündung, zahlreiche, 
theils noch feuchte, theilg schon ausgeheilte Geschwürchen, — 
Bei den glücklich, wie bei den unglücklich abgelanfenen Nerven- 
fiebern ward im Ganzen ziemlich gleich verfahren. : Eine leichte 
antiphlogistische Behandlung: wurde, besonders wo der Charak- 
ter des Synochus vorherrschte, den excitirenden Mitteln vorge- 
zogen. Unter den letztern bewährten sich besonders die Arnica, 
das Ammonium, bald Serpentaria und Kampher, bald Moschus. 
Auch die Mineralsäuren und der Chlor wurden mit Nutzen an- 
gewendet, Bei starker Hirnaffection brauchte der Verf., anstatt 
der kalten Uebergiessungen, öfterer derartige Umschläge, um 
keine reizende Einwirkung befürchten zu müssen. — Kin Fall 
von weisser Ruhr ward bei einem schwächlichen Frauenzimmer 
von 30 Jahren glücklich durch Emulsion mit Phosphorsäure und 
Bilgenkraut - Extract, Blutegel an das Perinäum, Bäder, Einrei- 
bungen, Umschläge etc, gehoben. Die Zufülle schwanden nach 
eingetretenem, kritischem Mastdarmblutflusse. — Ein 29jähriger, 
sehr plethorischer Mann, von apopiektischem Habitus, welcher 
schon früher öfter an Schwindel gelitten, so wie auch schon ein 
Mal einen apoplektischen Anfall gehabt hatte, suchte, von glei- 
chem Uebel bedroht, in der Anstalt Hülfe, . Bevor noch die er- 
ste Blutentziehung (zu 18 Unzen) vorgenommen werden konnte, 
trat schon der völlige Anfall mit Unterdrückung des Bewusst- 
seyng, Verdrehung des Kopfes und der Augen, und mit heftigen 
Herzschlägen ein. Nach einer Stunde repetirte der Anfall, wes- 
halb nochmals 14 Unzen Blut entzogen wurden. Das übrige Ver- 
fahren bestand in kalten Umschlägen auf den Kopf, Essigkly- 
stieren und innerlich Vitrum mit Tart. stib., wonach einige er- 
leichternde Stühle erfolgten. Den 2, Tag wurden, wegen anhal- 
tender Oppression, nochmals 11 Unzen Blut gelassen. WegeD 
unvollkommener Lähmung die Arnica nebst flüchtigen Einreibun- 
gen, Den 16. Tag war die Cur völlig vollendet.‘ In einem an- 
dern Falle, in welchem das Apoplektische: mehr secundär war, 
erfolgte der Tod, und zwar durch Lüngenlähmung. Das Erheb- 
liche bei der Section war, neben totaler Verwachsung der rech- 
ten Lunge mit dem Rippenfelle, Anfüllung beider Lungen mit 
einem blutig - wässerigen Exsudate, Von 2 mit organischen Herz-
	        
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