Full text: (8. Band = 1834, No 9-No 16)

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V. Gynäkologie und Pädiatrik. 
ben seit 4 Jahren dieses Uebel regelmässig im Frühjahr und Som- 
mer wiederkehrt,-so dass man den Rückfall für den nächsten Som- 
mer bei den jedesmal Befallenen fast sicher vorhersagen kann. — 
Dasg ein endemisches Moment in der Anstalt die Erzeugung dieser 
Nachtblindheit begünstige, lässt sich nicht bezweifeln, welches 
aber, ist bis jetzt noch, ungeachtet aller Nachforschungen , ganz 
dunkel. [Casper’s Wochenschr, f. d. ges. Heilk. ke ey 8.) 
‘a — €, 
IV. GYNÄKOLOGIE und PÄDIATRIK. 
25. Ueber Hydrocele beim weiblichen Ge- 
schlechte; vom Dr. SacchHi. — Zwar gedenken schon ‚die 
ältesten Schriftsteller dieser, beim weiblichen Geschlechte selten 
vorkommenden Krankheit; allein über den Sitz und die primitive 
Entwickelung derseiben sind die Meinungen bis jetzt“noch ge- 
theilt. Saccyı glaubt mit PaLETTA, dass der eigentliche Sitz 
der Hydrocele jene canalförmige Verlängerung des Bauchfelles 
ey, hinter welcher das runde Band des Uterus aus dem Bauche 
hervortritt, um sich im Zellgewebe der Schoossgegend auszubrei- 
ten. Er stützt diese Meinung auf die anatomischen Beschrei- 
bungen eines WARTHON, Cawmrer, PaLeTtTA, LecaT und Wrıs- 
BERG, Welche diesen Peritonael- Anhang nicht bloss beim Foetus, 
sondern auch in‘ den Leichnamen junger Kinder, ja selbst er- 
wachsener Personen weiblichen Geschlechts entdeckten. — In 
dieser Bauchfellfortsetzung sammelt. sich die seröse Flüssigkeit 
primitiv an; denn aus SaccHr's Beobachtungen lässt sich folgern, 
dass Sitz und Lage dieser Geschwulst immer dieselbe, und. die 
Natur der Wandungen dieses Sackes jener von serösen Membra- 
nen ganz analog sey. — Man erkennt die Hydrocele an einer 
unregelmässig cylindrischen, platten, unschmerzhaften, im hohen 
Grade elastischen und von gesunder Haut bedeckten Geschwulst, 
welche sich in der Richtung des Leistencanales nach vor- und 
abwärts in die grossen Schamlefzen erstreckt. ._ Von der Brei- 
geschwulst unterscheidet sich die Hydrocele durch ‚die Per- 
eussion;z von?den Hernien durch die Schmerzlosigkeit und den 
Mangel an Symptomen der Einklenumung; von dem Netzbruche 
durch das: immer wieder in ihrem ganzen Umfange zum Vor- 
scheinkommen der Hydrocele nach, bei unveränderter Rücken- 
Jage und absoluter Ruhezdes Patienten unternommener Reposi- 
tion, was mit dem Netzbruche nie der Fall ist; von andern 
Geschwülsten, welche durch den Schenkelring dringen, vorzüg- 
lich dadurch, dass die Hydrocele sich bei einer gewissen Grösse 
dermaassen fortsetzt, dass sie den obern Theil der Substanz der 
grossen Schamlefze einnimmt, was bei der Schenkelhernie nie 
der Fall ist. — Die Operation dieser Wassergeschwulst wird wie
	        
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