Full text: (8. Band = 1834, No 9-No 16)

IV... Chirurgie und Ophthalmologie. Sl 
nach mehren Tagen einen üblen Geruch an. — Bei dem frühen 
Verbande kann ferner keine örtliche Blutentziehung angestellt 
werden, denn die halbe Maassregel, wodurch man sich zu helfen 
suchte, nämlich ober- und‘ unterhalb des Verbandes Blutegel an- 
zusetzen, leistet wenig; ganz verwerflich aber ist es, wenn der 
Verband, um Blutegel zu setzen, abgenommen, und sodann wieder 
angelegt wird. Auf diese Art wird zu noch stärkerer Entzün- 
dung Gelegenheit gegeben, die Stiche entzünden sich, werden 
oft nicht nur selbst brandig, sondern die ganze Hautstelle, wo 
die Egel gesessen, wird brandig, wonach fast immer Eiterung 
und tiefe Geschwüre entstehen. Eine nur allgemeine , schwä- 
chende Behandluug durch Aderlässe und kühlende Abführmittel 
verdient daher bei dem frühzeitigen Verbande bei Weitem den 
Vorzug, wogegen örtliche, antiphlogistische Mittel den Vebel- 
stand nur. noch erhöhen. — Der Verf. verwirft den frühen Ver- 
band übrigens nicht in jedem Falle, sondern hält ihn bisweilen, 
worüber er sich in der Fortsetzung aussprechen wird, sogar für 
nothwendig. So ist auch die längere Anwendung der Kälte nicht 
durchgängig rathsam, wie z. B, bei alten, magern, schlaffen Sub- 
jecteg, wo ohnehin die.Neigung zu plastischen Processen auf einer 
niedern Stufe steht. Die. specielle Behandlung wird aber bei den 
einzelnen Brüchen angegeben, und mit kurz erzählten Krankheits- 
fällen erläutert werden. . Die Fortsetzung folgt. [Rust’s Magar 
zin, Bnd, 41. Hft. 2.) (H—r.) ; 
24. Noch ein. Wort über epidemische Hemera- 
lopie, von‘ Dr. Casper in Berlin. In Bezug auf die Bemer- 
kungen, .die C, im vorigen Jahre (Summar. Bd, 4. Nr. 359. ) 
über die ‚seit 5 Jahren jährlich im Sommer in einer Wohlthätig- 
keitsanstalt „für :100 Kinder beobachtete Hemeralopie in epide- 
mischer Form mitgetheilt hat, dürfte Folgendes nicht ohne In- 
teresse seyn. . Auch. im Sommer 1833 kehrte das Uebel wieder, 
ohne dass. sich Auch .diessmal, . wie; je früher, irgend eine Ver- 
anlassung dazu. hätte auffinden lassen. Es litten diesmal 32 Kin- 
der:,23 Knaben und 9 Mädchen daran, also 8 weniger als 1832. 
Von 6 — 7% Jahren. waren darunter 5, von 8 — 9 Jahren 11, 
von 10 — 11J, 13 und von 122.—13 J. 83 Kranke, wobei aber 
nicht zu übersehen ist, dass die meisten Pfleglinge zwischen 5— 
10 Jahr, und nur wenige über 12 J. alt sind. Das Uebel stellte 
sich, ganz wie früher, bei 14 Kindern schon im April ein: Hitze. 
des‘ Sommers und blendendes. Sonnenlicht tragen also nicht die 
Hauptschuld. Bei 15 trat es im Mai und nur. bei 3 im Juni 
auf... Durch die fruchtlosen Resultate früherer Curversuche längst 
entmuthigt; überliess auch diesmal C. alles der Natur, die denn 
auch bei Allen die Heilung zu Wege brachte. Meist hörte näm- 
lich das Uebel im August auf. Es dauerte nämlich 4 Monate 
hei 10, 3 Monate bei 14, 2 Monate bei 5 und nur einen Monat 
bei 3 Kranken. Höchst bemerkenswerth ist es, dass num schon 
bei 3 der diesmal Erkrankten seit 5 Jahren und bei 12 dersel- 
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