Full text: (8. Band = 1834, No 9-No 16)

74 MI. Materia medica und Toxikologie. 
Fiebertage wieder um so viel erhöht. Beim Quartantypus ‘stieg 
der Verf. in einem Falle von £ Drachme am’ersten Fiebertage bis 
zu 1 Drachme pro‘dosi am 3. Tage, musste aber, heftigen Erbre- 
chens wegen, auf 2 Scrupel zurückgehen. Das Steigen in den Ga- 
ben wird da zur gründlichen, vor Recidiven sichernden Heilung er- 
forderlich, wo der Hautkrampf, das Froststadium sehr stark 
ist, wodurch das Fieber immer grössere Intensität darlegt, Hier 
ist sicherer Erfolg nur. an diese Vorschrift geknüpft. Ist das 
Froststadium nicht sehr heftig, nicht Jange anhaltend, kein Schüt- 
telfrost, so reichen Gaben von 4 Drachme, als der normalen Gabe 
dieses Mittels aus, und man lässt von diesem am Tage des er- 
sten Fieberparoxysmus 2-—3 Gaben, am zweiten 3-—4, am drit- 
ten 4—5 Gaben nach: Dauer und Hartnäckigkeit des Fiebers, 
unter Berücksichtigung der Constitution nehmen. Das letzte Pul- 
ver muss aber durchaus. an. jedem Fiebertage etwa eine Stunde 
vor dem Paroxysmus gereicht werden. War aber das Krampf- 
stadium, der Frost entschieden stark und ‚anhaltend ,. ein wahrer 
Schüttelfrost mit Zähneklappern, so’ ist es sicherer, die ein- 
zelnen Gaben am 2. ‚und 3. Fiebertage zu erhöhen und an je- 
dem derselben nur 3 Gaben im angegebenen Zeitraume zu ‚rei- 
chen. Freilich muss man dann dem Kranken 3 verschiedene 
Verordnungen geben, nach denen er die Gabe für den ersten 
Tag, etwa mit Nr. I. bezeichnet, am 2. die verstärkte (Nr. 1) 
und am 3. die abermals erhöhte (Nr. Ill) nimmt:. Die Darrei- 
chung des Mittels in $ oder mehreren Dosen, jede nach. Ver- 
Jauf von einer Stunde, verdient übrigens nach Allem den Vor- 
zug, da eine einzige grössere Gabe zwar das Fieber heilt, 
aber stärkeres Gefühl von Abspannung und Ermattung - zurück- 
lässt. — Die Wirkung des Mittels ist folgende: Schon am er- 
sten Tage erscheint das Froststadium bei weitem gelinder, es 
wird meist nur auf +4 Stunde beschränkt und: sinkt fast zur Un- 
merklichkeit herab. Die Hitze darauf wird-aber stärker und hält 
länger an, auch wird der Schweiss vermehrt. . Dies. wiederholt 
sich in den nächsten beiden Paroxysmen, dann aber. bleibt 
das Fieber gewiss aus und der Kranke ist vor Rück- 
fällen gesichert, wodurch diesem Mittel vor allen andern, 
selbst vor der, China und den Präparaten derselben der Vorzug 
eingeräumt werden müsste. — In einzelnen Fällen erfolgt darauf 
Erbrechen, wodurch, .wenn es etwa 4 Stunde nach dem Einneh- 
men eintritt, die Wirkung nicht weiter beeinträchtigt wird. Wird 
aber das Pulver sogleich wieder ausgebrochen, so muss, will 
man des Erfolgs gewiss seyn, die gleiche Gabe von Neuem ge- 
geben werden, — Der Grund dieser Heilung des Wechselfiebers 
scheint darin bedingt zu seyn, dass. die Function des Ganglien- 
systems überwiegend hervorgehoben, ‚dadurch aber eine Krisis 
bedingt und herbeigeführt wird. Augenfällig aber wird, wie an- 
gegeben, die Natur in Erreichung der kritischen Ausgleichung 
durch die ‚Aristolochia rotunda wesentlich begünstigt. Diese
	        
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